Quelle: Insidekino

Vergangenes Wochenende konnte man wieder einmal sehr gut beobachten, welche Auswirkungen das Wetter auf die Besucherzahlen in den deutschen Kinos hat. Nach dem Auf und Ab der Vorwochen, abhängig vom Thermometer und den Niederschlägen, erreichte die Top 10 dank sehr kinofreundlichem (also eher verregnetem) Wetter erstmals seit Mitte August mehr als eine Million Zuschauer, und das obwohl kein großer Blockbuster startete. Vielmehr verbuchten insbesondere Familienfilme sehr satte Zuwächse und drei Neustarts kamen auf sechsstellige Besucherzahlen. Insgesamt lockten sechs Filme von Donnerstag bis Sonntag mehr als 100,000 Zuschauer in die deutschen Kinos, sodass sich die Gesamt-Top-10 um 81% gegenüber der Vorwoche auf 1,12 Mio verkaufter Tickets verbesserte. Dennoch gab es gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 41%.

Obwohl er von den drei großen Neustarts mit der niedrigsten Kopienzahl und der höchsten Altersfreigabe an den Start ging, gewann The Purge: Election Year mühelos das Rennen um die Spitze der deutschen Kinocharts. Wie schon in der Vorwoche war Nervenkitzel bei den deutschen Kinogängern wieder hoch im Kurs, sodass sich auch Nerve und Don’t Breathe trotz neuer Konkurrenz hervorragend hielten. The Purge: Election Year begeisterte am Wochenende 217,000 Kinogänger in 351 Kinos und erzielte einen fantastischen Schnitt von 618 Besuchern pro Kino. Einschließlich der Previews steht das Sequel bereits bei 233,000 gelösten Tickets. Es ist der mit Abstand beste Start der Reihe und auch die beste Chartpositionierung, die ein Purge-Film erreichen konnte. Die beiden Vorgänger kamen nicht über Rang 4 der deutschen Kinocharts hinaus. Einschließlich der Previews lief The Purge: Election Year um 156% besser an als der erste Film und um 32% besser als der zweite. Auch deren Endergebnisse wird er mühelos übertreffen. The Purge: Anarchy erreichte in Deutschland exakt eine halbe Million Zuschauer und Election Year wird vermutlich innerhalb von drei Wochen an ihm vorbeiziehen. Es ist ein seltenes Franchise, das sich von Teil zu Teil erfolgstechnisch steigern konnte – sowohl in Nordamerika als auch in Deutschland. Der dritte Film wird mindestens 650,000 Zuschauer in Deutschland erreichen.

Der zweite Platz ging an den breitesten Neustart der Woche und den ursprünglichen Favoriten für die Spitzenposition. Karoline Herfurths Regiedebüt SMS für Dich lockte 174,000 Zuschauer in 600 Kinos und schrieb einen Schnitt von 290 Besuchern pro Spielstätte. Einschließlich massiver Previews und Sneaks steht der Film bereits bei 212,000 gemeldeten Zuschauern. Es ist ohne Frage ein solider Start, kann jedoch nicht ganz mit den großen deutschen Romcom-Erfolgen wie What a Man oder Traumfrauen mithalten. Bereits kommendes Wochenende kommt der große Test für das Durchhaltevermögen des Films, denn mit Bad Moms startet ein direkter Konkurrent um die weiblichen Zuschauer in den hiesigen Kinos. Ist dieser erst einmal überstanden, hat SMS für Dich einige entspannte Wochen vor sich. Romantische Komödien wie diese halten sich in der Regel lange in den Charts, sodass ich dem Film bis zu einer Million Zuschauer zutraue.

Obwohl The Purge: Election Year vermutlich ein nicht unähnliches Publikum ansprach, konnte sich der Gewinner der Vorwoche, Nerve, an seinem zweiten Wochenende sogar steigern und legte um 9% auf 159,000 verkaufte Kinotickets zu. Nach 11 Tagen steht der Social-Media-Thriller mit Emma Roberts und Dave Franco bei 378,000 Besuchern und wird vermutlich kommendes Wochenende die 500,000-Marke knacken. Es ist ein wirklich beachtlicher Erfolg und der tolle Rückgang spricht für sehr positive Mundpropaganda in Deutschland. Insgesamt traue ich dem Film deshalb 800,000 Besucher zu.

Einer der größten Gewinner am Wochenende war der Animationshit Pets, der um fantastische 78% auf 131,000 Besucher zulegte und sich am 4. Platz der Charts festhielt. Nach acht Wochen steht der Film bei 3,389,000 Besuchern in Deutschland. Damit ist er weiterhin in etwa gleichauf mit Disneys Zoomania im selben Zeitraum. Bald wird Pets an Pixars Alles steht Kopf (3,47 Mio Besucher) vorbeiziehen und unter die 20 erfolgreichsten computeranimierten Filme aller Zeiten in Deutschland einziehen. Zwar werden ihm 4 Mio Besucher vermutlich verwehrt bleiben, doch wenn das kinofreundliche Wetter anhält, gehe ich von knapp 3,9 Mio aus. Die Konkurrenz seitens Findet Dorie wird Pets zusetzen, doch ich glaube, dass beide Filme gut co-existieren können, so wie Alles steht Kopf und Hotel Transsilvanien 2 letztes Jahr.

Fatih Akins Bestsellereverfilmung Tschick belegte zum Start Rang 5 mit 123,000 Besuchern von 556 Kinos (im Schnitt 222 Zuschauer pro Kino) und verdrängte nach acht Wochen Toni Erdmann von der Spitze der deutschen Arthousecharts. Ein langes Leben sollte Tschick sicher sein, sodass man von etwa 600,000 Gesamtzuschauern ausgehen kann.

Auf Seite 2 verraten wir Euch, welchen Besucher-Meilenstein Suicide Squad gepackt hat und wie sich Don’t Breathe in der zweiten Woche schlug.