Box-Office Deutschland – Alles steht Kopf wehrt die Konkurrenz ab

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Box Office Deutschland Alles steht Kopf Wochenende 2

Quelle: Insidekino

Mit Ferien in NRW und Thüringen, zwei ausgesprochen starken Neustarts mit unterschiedlichen Zielgruppen und einem attraktiven Filmangebot unter den verbleibenden Filmen, die so gut wie alle Zuschauersegmente abdecken, war es wieder ein sehr erfolgreiches Wochenende für die deutschen Kinobetreiber. Gleich drei Filme erreichten mehr als 300,000 Besucher von Donnerstag bis Sonntag, ein vierter verfehlte die Marke um weniger als 1400 Leute. So kam es auch, dass obwohl der Samstag diesmal kein Feiertag war, die Top 10 sich mit über 1,9 Millionen Besuchern um 5% gegenüber der Vorwoche und um deftige 68% gegenüber dem vergleichbaren Wochenende im Vorjahr steigerte.

Trotz der erfolgreichen Neuzugänge blieb Pixars Alles steht Kopf die unangefochtene Nummer 1 an seinem zweiten Wochenende und gab lediglich um 17% nach. Es war der mit Abstand beste Rückgang innerhalb der Top 10 und deutet jetzt schon auf sehr positive Mundpropaganda unter den Kinogängern hin. Knapp 533,000 Zuschauer sahen den Film am Wochenende in Deutschland, sodass er nach 11 Tagen bereits 1,39 Millionen gelöste Tickets bei uns verbuchen konnte. Damit steht er nur knapp 10,000 Zuschauer vor dem finalen Ergebnis von Die Monster Uni und etwa 70,000 vor dem Endergebnis von Merida – Legende der Highlands. Alles steht Kopf hat außerdem in 11 Tagen mehr Besucher gehabt als Pixar-Hits wie Oben, Toy Story 2 und Die Monster AG im gleichen Zeitraum.

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Natürlich profitierte der Film aber auch enorm davon, die einzige große Option für Familien zu sein (die Pan schlichtweg ignoriert haben). Nächstes Wochenende wird es da schon ganz anders aussehen, denn mit Hotel Transsilvanien 2 startet ein Animations-Sequel in den Kinos, dessen Vorgänger fast 1,2 Millionen Besucher in Deutschland hatte und der Alles steht Kopf zumindest die jüngeren Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit abgreifen wird. Doch mit Herbstferien im Rücken sollten beide Filme im Oktober co-existieren können, wie es vor fünf Jahren Ich, einfach unverbesserlich und Die Konferenz der Tiere geschafft haben. Beide starteten damals innerhalb von nur einer Woche. Die Tatsache, dass Alles steht Kopf auch ältere Kinogänger anspricht und bald womöglich auch wegen Oscar-Hype in aller Munde sein wird, sollte für Durchhaltevermögen sorgen. Eine Goldene Leinwand mit mehr als 3 Millionen Besuchern halte ich momentan für sicher und wenn er Hotel Transsilvanien 2 kommendes Wochenende gut überstehen kann, traue ich ihm auch mehr als 3,5 Millionen zu. Sollte er gar 3,6 Millionen toppen, wäre Alles steht Kopf der dritterfolgreichste Pixar-Film überhaupt in Deutschland (nach Findet Nemo und Ratatouille). Ein Platz in der Jahres-Top-10 ist ihm jedenfalls garantiert.

Deutsches Kino zeigte letztes Wochenende wieder Stärke und gewann sowohl die Silber- als auch die Bronzemedaille im Box-Office-Kampf. Beide gingen dabei an den Constantin Filmverleih und nur 655 Besucher trennten den zweitplatzierten Film von Rang 3. Letzten Endes setzte sich die Bestsellerverfilmung Er ist wieder da mit fast 360,000 Kinogängern ganz knapp durch. Besonders beeindruckend ist der Schnitt von 897 Besuchern/Kino, die er in 401 Spielstätten erreichte. Regisseur David Wnendt ist nach Feuchtgebiete damit eine weitere erfolgreiche Adaption eines deutschen Bestsellers gelungen und fortan wird er wohl der Mann sein, der gerufen wird, wenn es wieder gilt, einen deutschen Buchhit in einen Kinohit zu verwandeln. Die Satire startete sogar ein Stück besser als die Adaption von Charlotte Roches Skandalroman und wird vermutlich auch eine längere Lebensdauer in den Kinocharts haben, da hier eher ein älteres Publikum angesprochen wird. Sicher ist, dass Er ist wieder da als siebte deutsche Produktion mehr als eine Millionen Zuschauer hierzulande in die Kinos locken wird. Ich gehe sogar von mehr als 1,5 Millionen aus, wobei auch 2 Millionen nicht ausgeschlossen sind, wenn die Mundpropaganda sich als positiv erweist.

Mit etwa 359,000 neuen Besuchern (-35%) belegte Fack Ju Göhte 2 an seinem fünften Wochenende Platz 3 der deutschen Kinocharts und steht jetzt bei 6,55 Millionen Besuchern. Er ist damit die erfolgreichste deutsche Filmfortsetzung der letzten 50 Jahre und ist auch schon auf Platz 10 der meistbesuchten deutschen Kinohits seit 1968 überhaupt vorgerückt. Nach 25 Tagen liegt die Komödie überragende 52% vor dem ersten Teil im gleichen Zeitraum und es fehlen jetzt weniger als 850,000 Besucher, bis Fack Ju Göhte 2 seinen Vorgänger übertrifft. Das sollte nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Außerdem ist Fack Ju Göhte 2 weniger als 240,000 Zuschauer davon entfernt, Minions als bislang besucherstärksten Film von 2015 in Deutschland zu schlagen. Bereits kommendes Wochenende sollte es dann so weit sein. Es fehlen schon Superlative, um die herausragende Performance des Films zu beschreiben, insbesondere da Sequels zu deutschen Komödien nicht gerade dafür bekannt sind, ihre Vorgänger zu übertreffen. Bei Fack Ju Göhte 2 sind jedoch mindestens 7,5 Millionen Zuschauer am Ende zu erwarten und wenn er zur Weihnachtszeit noch in ausreichend vielen Kinos läuft, könnten sogar bis 8 Millionen zusammenkommen.

Abgeschlagen auf Rang 4 startete Ridley Scotts Der Marsianer mit Matt Damon trotzdem recht solide. Bis Sonntag erreichte das Weltraumabenteuer 320,000 Zuschauer (inkl. Previews), am regulären Wochenende waren es 299,000 Kinogänger von 566 Locations, sodass der Streifen einen Schnitt von 528 Besuchern pro Kino schrieb. Dank Überlänge und 3D-Bonus war Der Marsianer nach Umsatz sogar der zweitplatzierte Film vergangenes Wochenende. Um Vergleiche mit Interstellar und Gravity kommt man hier natürlich nicht umhin. Interstellar startete vergangenes Jahr mit 373,000 Zuschauern von 652 Kinos etwas besser, während Gravity vor zwei Jahren mit 281,000 Besuchern (einschließlich Previews) von 569 Kinos leicht schwächer angelaufen ist. Beide Filme hatten gute Mundpropaganda und Gravity zusätzlich auch Oscar-Hype. Interstellar erreichte in Deutschland insgesamt 1,69 Millionen Zuschauer, Gravity 1,36 Millionen. Auch Der Marsianer scheint sehr gut anzukommen und ist in puncto Blockbuster der einzige Film, den dieser Monat noch zu bieten hat. Deshalb sollte er auch noch eine Weile lang gut laufen und auf etwa 1,2 Millionen Zuschauer kommen. Damit würde er Ridley Scotts Prometheus schlagen und zum siebterfolgreichsten Film des Regisseurs in Deutschland werden. Weltraumfilme scheinen einfach nicht so beliebt in Deutschland zu sein, denn auch schon Gravity und Interstellar liefen bei uns verhältnismäßig schwächer als in zahlreichen anderen Ländern.

M. Night Shyamalans The Visit rundete mit 74,000 Besuchern (-43%) die Top 5 ab. Der "Found Footage"-Horrorfilm zählt bislang 436,000 Besucher in Deutschland und wird schon bald sowohl The Happening (445,000) als auch After Earth (555,000) hinter sich lassen. Mit der Nähe zu Halloween sollte The Visit sogar auf gute 600,000 Besucher in Deutschland kommen, was für einen Horrorstreifen respektabel ist.

Wie auch in den USA, floppte auch in Deutschland der Märchenfilm Pan. Nur 67,000 Besucher (inkl. Previews) waren an Joe Wrights Peter-Pan-Prequel interessiert, was einen wirklich erbärmlichen Schnitt von 133 Besuchern pro Kino in seinen 485 Lichtspielhäusern und Rang 6 der Kinocharts bedeutete. Der Start erinnert mich ein wenig an Jack and the Giants vor zwei Jahren und wie jener wird auch Pan vermutlich nicht einmal 200,000 Zuschauer bei uns erreichen.

Man lernt nie aus gab um 35% nach und fiel um einen Platz auf #7. An ihrem dritten Wochenende lockte die Komödie von Nancy Meyers weitere 62,000 Zuschauer in hiesige Kinos und knackte die 400,000-Besuchermarke. Spätestens bei 600,000 wird Schluss sein.

Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste belegte Rang 8 mit 58,000 Zuschauern. Gegenüber der Vorwoche gab das Sequel um heftige 51% nach und steht jetzt bei insgesamt 421,000 Besuchern nach 18 Tagen. Der Film wird etwa 550,000 Zuschauer in Deutschland erreichen und damit deutlich hinter Teil 1 landen.

Everest belegte mit 53,000 Zuschauern (-47%) den neunten Platz der Charts und brachte seine vorläufige Gesamtbesucherzahl auf 676,000. Hier winken insgesamt etwa 800,000, was passabel, aber mehr auch nicht ist.

Heftig erwischte es auch den exzellenten Thriller Sicario, der um drei Plätze und 43% fiel und mit 51,000 Besuchern von Donnerstag bis Sonntag das Schlusslicht der Top 10 bildete. Bevor er die Kinos verlässt, sollten aber zumindest 300,000 Besucher drin sein.

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