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Quelle: Insidekino

Zwar schreiben die Filme in den deutschen Kinos seit dem Temperatureneinbruch wieder gute Zahlen und die anstehenden Herbstferien in diversen Bundesländern werden in dieser Hinsicht auch helfen, doch die Talfahrt des Kinogeschäfts gegenüber 2015 geht dennoch weiter. Vergangenes Wochenende lockten die Top-10-Filme insgesamt 1,42 Mio Zuschauer in unsere Kinos, 21% weniger als in der Vorwoche. Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Minus von 26% vermeldet, obwohl die diesjährige Nummer 1 am Wochenende mehr Besucher in die Kinos lockte als die letztjährige (Alles steht Kopf).

Findet Dorie hielt sich an seinem zweiten Wochenende erwartungsgemäß gut, baute 34% gegenüber dem Startwochenende ab und sammelte weitere 578,000 Zuschauer ein. Das Startwochenende des Animations-Sequels wurde durch den Nationalfeiertag am Montag „gepolstert“ (da der Sonntag mehr oder weniger als ein zweiter Samstag fungierte, was dem Abendgeschäft half). So lässt sich erklären, wieso der Rückgang am zweiten Wochenende etwas heftiger ausfiel als bei Alles steht Kopf vor einem Jahr. Natürlich spielte aber auch die höhere Frontlastigkeit der Fortsetzung eine Rolle. Nach 11 Tagen steht Findet Dorie bei 1,944,000 verkauften Kinotickets in Deutschland und ist zum 20. Besuchermillionär des Jahres in Deutschland geworden. Außerdem belegt der Film bereits Platz 8 unter den erfolgreichsten Filmen des Jahres in Deutschland. Die meisten Filme können von solchen Zahlen natürlich nur träumen. Findet Dorie liegt aktuell 24% vor Pets, 40% vor Alles steht Kopf und 45% vor Zoomania im selben Zeitraum. Allerdings sollte man auch anmerken, dass Findet Nemo alleine am Startwochenende mehr Besucher hatte als Findet Dorie nach seinem zweiten Wochenende. Doch die fast 9 Mio Zuschauer von Nemo zu erreichen war nie eine realistische Option für Findet Dorie. Der Film steuert auf mehr als 4 Mio Zuschauer in Deutschland zu und das haben auch nur 11 computeranimierte Filme vor ihm geschafft. Mit etwas Glück könnte er sogar 4,5 Mio Zuschauer erreichen, wenn ihm die Konkurrenz von Trolls nicht zu sehr in die Quere kommt.

Tim Burtons Die Insel der besonderen Kinder eröffnete leicht über den Erwartungen und platzierte sich mit 206,000 Besuchern auf Rang 2 der Charts. In 514 Kinos erzielte der Fantasyfilm einen Schnitt von 401 Zuschauern pro Kino. Einschließlich der Previews am Mittwoch steht der Film bei etwa 218,000 gelösten Tickets. Der Start des Films ist nahezu identisch zum Startwochenende von Dark Shadows vor vier Jahren, der allerdings mit der (damals noch größeren) Starpower von Johnny Depp einen Vorteil hatte. Dark Shadows hat 1 Million Besucher in Deutschland nur haarscharf verfehlt und mit den Herbstferien im Rücken könnte Die Insel der besonderen Kinder es bis zur Marke schaffen. Es wird allerdings eine knappe Angelegenheit sein. Trotz des hohen Bekanntheitsgrads des Regisseurs erreichten bislang lediglich fünf seiner Filme mehr als eine Million Zuschauer in den deutschen Kinos.

Bad Moms rutschte in der dritten Woche auf Platz 3 der Wochenendcharts ab und verlor 29% seiner Zuschauer vom vorigen Wochenende. Insgesamt begeisterte die Komödie 164,000 Kinogänger von Donnerstag bis Sonntag und brachte die vorläufige Gesamtbesucherzahl des Films in Deutschland auf knapp 835,000 nach 18 Tagen. Obwohl beide Filme ähnlich gestartet sind, liegt Bad Moms jetzt schon 22% vor How to Be Single im selben Zeitraum und wird den Abstand noch weiter ausbauen. Die Konkurrenz um die weiblichen Kinogänger wird durch Bridget Jones’s Baby in zwei Wochen zwar etwas härter, aber ich gehe dennoch davon aus, dass Bad Moms mindestens 1,3 Mio Zuschauer in Deutschland erreichen wird.

Platz 4 ging an die derbe Animationskomödie Sausage Party, die am regulären Wochenende 131,000 Zuschauer in 409 Kinos lockte und einen Besucherschnitt von 319 pro Spielstätte erzielte. Zählt man noch die massiven Sneaks und Previews hinzu, erreichte Sausage Party 163,000 Zuschauer bis Sonntag. Es ist ein deutlich besserer Start als von Seth Rogens Das ist das Ende vor drei Jahren, der lediglich 300,000 Zuschauer in Deutschland erreichte. Sausage Party winken mindestens 450,000.

Es war bislang ein gutes Jahr for Horrorfilme in Deutschland, doch wie schon in den USA konnte Blair Witch auch hierzulande nicht an die Erfolge von Conjuring 2, Lights Out oder Don’t Breathe anknüpfen. Das Sequel kam auf 72,000 Besucher in 255 Kinos (im Schnitt 255 Zuschauer pro Kino) und belegte Platz 5 der deutschen Kinocharts. Blair Witch Project erreichte 1999 noch über 1,4 Mio Besucher in Deutschland (kaum denkbar für Horrorfilme heutzutage), Blair Witch 2 immerhin 430,000 Besucher ein Jahr später. Der neue Blair Witch wird die Kinos mit maximal 250,000 verkauften Tickets verlassen.

Auf Seite 2 verraten wir Euch, wie gut (oder schlecht) Die glorreichen Sieben, Pets und Suicide Squad bei uns laufen.