Pirates of the Caribbean Reboot Johnny Depp

Johnny Depp in Pirates of the Caribbean: Salazars Rache © 2017 Walt Disney Pictures

Quelle: Forbes

Es gibt viel Positives am Fluch der Karibik, dem ersten Film der Pirates-of-the-Caribbean-Reihe, hervorzuheben. Als der Streifen 2003 in die Kinos kam, war diese Art altmodischer Filmabenteuer nahezu ausgestorben. Piraten galten spätestens seit dem Megaflop Die Piratenbraut als Kassengift, und die Idee, eine Disneyland-Attraktion zu verfilmen, wurde im Vorfeld belächelt. Wie sehr viele mit der Einschätzung daneben lagen, wissen wir natürlich inzwischen. Fluch der Karibik wurde zu einem der beliebtesten Blockbuster der Moderne und markierte die Geburt eines neuen Riesen-Franchises. Der Film hatte Humor, tolle Effekte, einfallsreiche Action und eingängige Musik. Doch wir alle wissen auch, dass es Johnny Depps einzigartige Performance als Captain Jack Sparrow war, die den Film zum Phänomen und ihn schnell zum größten Star der Welt gemacht hat. Das Pirates-Franchise und Depp wurden eins und so blieb es auch die nächsten 14 Jahre und vier Sequels lang.

Doch nun plant Disney, mit Pirates of the Caribbean ohne Johnny Depp weiterzumachen. Obwohl noch letzten Sommer von einem potenziellen sechsten Film gesprochen wurde, entschied sich Disney stattdessen für ein Reboot, das von den Deadpool-Autoren Paul Wernick und Rhett Reese geschrieben wird. Johnny Depps Rückkehr wurde ausgeschlossen. Es stimmt, dass die Einnahmen mit dem fünften Film zurückgegangen sind, aber bei knapp $790 Mio weltweit kann man sich immer noch nicht beklagen. Dass Depp für viele auch die Hauptattraktion der Filme bleibt, macht es umso verwunderlicher, dass Disney darauf erpicht ist, ohne ihn weiterzumachen. Laut Produktionschef Sean Bailey sei das Studio auf der Suche nach einem frischen Wind im angestaubten Franchise.

Das Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, dass es auch durchaus einen finanziellen Grund für Disney gibt, auf Depps Dienste zu verzichten. Durch den Wegfall seiner gigantischen Gage sowie der prozentuellen Beteiligung am Einspiel des Films soll Disney ohne Depp bis zu $90 Mio einsparen. Das ist natürlich eine horrende Summe und offenbar ist man bei Disney nicht länger der Meinung, dass Depp dieses Geld wert sei. In den meisten anderen Rollen ist er in den letzten Jahren auch kein Kassenmagnet mehr gewesen. Auch seine Beteiligung an Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen hat dem Erfolg des Films nicht geholfen. Pirates of the Caribbean: Salazars Rache war zwar immer noch erfolgreich, kostete aber auch satte $230 Mio. Für ein Franchise, das sich kassentechnisch auf einem absteigenden Ast befindet, ist das zu viel. Ohne Depp könnte das Budget möglicherweise deutlich gesenkt werden.

Andererseits frage ich mich, ob die eingesparten $90 Mio die Verluste wettmachen werden, die der neue Film mit hoher Wahrscheinlichkeit erleiden wird, weil die Zuschauer ohne Jack Sparrow ihr Interesse verlieren. Denn auch wenn das Franchise bereits deutliche Ermüdungserscheinungen zeigt, ist Depp als Captain Jack ohne jede Zweifel weiterhin ein Publikumsmagnet.