Pirates of the Caribbean 6 Johnny Depp

Johnny Depp in Pirates of the Caribbean: Salazars Rache © 2017 Walt Disney Pictures

Quelle: The Hollywood Reporter

Auch wenn Der Nussknacker und die Vier Reiche kürzlich an den Kinokassen scheiterte, könnte es für Disney aktuell kaum besser laufen. Allein in den USA gehört dem Studio mehr als ein Viertel des gesamten Marktanteils 2018. Es steuert dort auf mehr $3 Milliarden Jahresumsatz und einen neuen Rekord zu. Drei der vier erfolgreichsten Filme des Jahres an den Kinokassen weltweit gehören Disney. Disney hat in den letzten 15 Jahren alle Karten richtig gespielt und sich mit dem Erwerb von Marvel, Lucasfilm, Pixar und der baldigen Fusion mit 20th Century Fox als eine unschlagbare Übermacht in Hollywood positioniert. Es ist ein Studio, das gelegentliche Box-Office-Nieten gut verkraften kann und es ist auch ein Studio, das es sich sogar leisten kann, einige Franchises trotz ihres anhaltenden Erfolgs auszusortieren und neu aufzustellen. Wie zum Beispiel Pirates of the Caribbean.

Die Reihe ist zu einem der größten und überraschendsten Blockbuster-Phänomene der 2000er geworden. Niemand, wirklich niemand konnte ahnen, dass die Filmadaption einer Disneyland-Attraktion über Piraten mit Johnny Depp (zu dem Zeitpunkt noch kein Kassenmagnet) so sehr die Massen begeistern würde, doch Fluch der Karibik, wie der erste Film hierzulande heißt, wurde schnell zu einem modernen Klassiker, beliebt von allen Altersgruppen. Johnny Depp erhielt für den Film eine Oscarnominierung und wurde zu einem der größten Stars der Welt.

Vier erfolgreiche Sequels folgten seitdem, das letzte vergangenes Jahr. Schon ab Teil 4 zeigte die Reihe zwar deutliche Ermüdungserscheinungen, doch Kinogänger strömten immer noch en masse in die Lichtspielhäuser, um Depp als Jack Sparrow zu sehen. Auch wenn der fünfte Film, Pirates of the Caribbean: Salazars Rache, an den Kinokassen nicht mehr ganz so gigantisch war wie die anderen Sequels der Reihe, kann man über fast $800 Mio Einspiel auch nicht klagen. Die meisten anderen Studios können von so einem Hit nur träumen, doch für Disney war er nicht einmal in der Top 5 des Jahres.

Salazars Rache pflanzte mit seiner Abspannszene den Samen für einen sechsten Film, der alle drei Hauptdarsteller der ersten drei Teile – Depp, Orlando Bloom und Keira Knightley – wiedervereinen würde. Vor dem Start von Salazars Rache wurde berichtet, dass der Film der Auftakt einer neuen Trilogie werden könnte. Im Sommer noch gab es eine Meldung, dass Pirates of the Caribbean 6 in Arbeit sei. Doch dann die große Wende: Im Oktober wurde bekannt, dass Disney stattdessen an einem Reboot der Reihe arbeitet, geschrieben von den Deadpool-Autoren Paul Wernick und Rhett Reese.

Doch wie sieht es mit Johnny Depp als Captain Jack Sparrow aus? Kurz nach dem Start des fünften Films erklärte Produzent Jerry Bruckheimer, dass es keine Pirates-Filme ohne Depp geben würde. Das sieht Disney wohl anders. Kurz nach der Reboot-Meldung erklärte der übliche Pirates-Autor Stuart Beattie, dass Depp gute Zeit in der Rolle hatte, sie aber wohl vorüber sei. Jetzt hat Disneys Produktionschef Sean Bailey in einem Interview mit The Hollywood Reporter auf Nachfrage hin offiziell bestätigt, dass der neue Pirates of the Caribbean auf Johnny Depp verzichten wird: (aus dem Englischen)

Wir wollen neue Energie und Lebenskraft bringen. Ich liebe die Pirates-Filme, aber Teil des Grundes, weshalb Paul (Wernick) und Rhett (Reese) so interessant sind, ist, weil wir der Reihe einen Tritt in den Hintern verpassen wollen. Und damit habe ich sie beauftragt.

Zuvor gab es ein Gerücht, dass die neue weibliche Piratin Redd aus der Disneyland-Attraktion die Hauptrolle im Reboot übernehmen würde, doch das bleibt zunächst einmal nur ein Gerücht. Fakt scheint zu sein, dass Johnny Depps Tage als Jack Sparrow gezählt sind. Disney ist ein Studio, das jegliche Skandale scheut (siehe James Gunns Entlassung aufgrund uralter Tweets) und Depps kontroverse Trennung von Amber Heard verfolgt ihn bis heute immer noch. Das könnte ein Grund für die Entscheidung gewesen sein, ohne ihn weiterzumachen. Vielleicht hat Disney aber auch einfach abgesehen, dass der einst so erfrischende Charakter inzwischen nur noch abgedroschen wirkt. Schade ist es allerdings, dass der fünfte Film ein Sequel vorbereitet hat, das nun nie kommen wird. Gerade auf die angedeutete Rückkehr von Davy Jones habe ich mich ein wenig gefreut.

  • Nic Megert

    Ein Pirates of the Caribbean Film ohne Depp als Jack Sparrow ist wie ein James Bond ohne Bond. Einfach bloss ein Film.
    Mich wird weder das Kino noch der Blue Ray Verkäufer sehen. Sehr schade solche Entscheidungen.