Beste Kamera 2019

Links: George MacKay in 1917 © 2019 Universal Pictures
Rechts: Joaquin Phoenix in Joker © 2019 Warner Bros. Pictures

Quelle: American Society of Cinematographers

Die American Society of Cinematographers (ASC) hat ihre Nominierungen für die besten Leistungen der Kameraleute aus dem letzten Jahr bekanntgegeben. Der mehr als 400 Mitglieder starke US-Verband von Kameraleuten prämiert bereits seit 33 Jahren die beste Kameraführung des vorangegangenen Jahres. Häufig lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Industriepreise der Gewerkschaften und Verbände, weil sie Aufschluss über die Oscarchancen der Filme in den jeweiligen Kategorien geben. Das trifft jedoch kurioserweise nicht auf die Preise der ASC zu, denn in den letzten 33 Jahren stimmten nur 14 Preisträger der ASC auch mti dem Oscar für beste Kamera im selben Jahr überein. Offenbar haben die Kameraleute selbst ganz eigene Kriterien zur Beurteilung der besten Leistungen als die Academy, bei der die Mitglieder aller Branchen über die Sieger abstimmen dürfen.

So überraschte die ASC letztes Jahr, als sie das polnische Drama Cold War für seine Kamera anstelle des großen Favoriten Roma prämierte. Dieses Jahr wurden alle fünf Anwärter für den Kamera-Oscar auch von der ASC nominiert, einer davon jedoch nur in der kleineren Spotlight-Kategorie für ausländische und Independent-Filme. So sehen die Nominierungen für den Hauptpreis aus:

Roger Deakins (1917)
Phedon Papamichael (Le Mans 66 – Gegen jede Chance)
Robert Richardson (Once Upon a Time in Hollywood)
Rodrigo Prieto (The Irishman)
Lawrence Sher (Joker)

Für den letztes Jahr erstmals eingeführten Spotlight Award wurden drei weitere Kameraleute nominiert:

Jarin Blaschke (Der Leuchtturm)
Natasha Braier (Honey Boy)
Jasper Wolf (Monos)
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Mit Roger Deakins und Robert Richardson sind zwei der größten ASC-Lieblinge im Rennen. Deakins heimste für 1917 seine insgesamt 16. Nominierung ein. Richardson erhielt für Once Upon a Time in Hollywood seine 11. Nominierung. Kein anderer Kameramann wurde in seiner Karriere mehr als sechsmal nominiert, sodass diese beiden ihren Vorsprung gehörig ausgebaut haben. Gewonnen hat Deakins bislang viermal und sollte er für 1917 wieder ausgezeichnet werden – was sehr wahrscheinlich ist – wird er mit dem bisherigen Rekordträger Emmanuel Lubezki gleichziehen. Lubezki verwandelte fünf seiner sechs Nominierungen in Siege. Richardson ging hingegen bislang zehnmal leer aus, u. a. für Filme wie The Hateful 8, Aviator und Hugo Cabret. Dafür hat er aber bereits drei Oscars gewonnen, zwei mehr als Deakins.

Für Rodrigo Prieto (The Irishman) ist es nach Frida, Brokeback Mountain und Silence die vierte ASC-Nominierung. Phedon Papamichael (Le Mans 66), der zugunsten von Blaschke bei den Oscars ausgelassen wurde, erhielt zuvor eine Nominierung für Nebraska. Lediglich Lawrence Sher ist mit Joker erstmals dabei. Sher gewann kürzlich den Hauptpreis des Kamera-Filmfestivals Camerimage, bei den Oscars dürfte aber Deakins ganz klar die Nase vorne haben.

Die ASC wird die Gewinner am 25. Januar verkünden.