Quelle: Boxofficemojo

An den nordamerikanischen Kinocharts hieß es vergangenes Wochenende: Deadpool zum dritten! Drei gefloppte Neustarts sorgten am Oscar-Wochenende dafür, dass trotz solider Rückgänge für die älteren Filme der Gesamtumsatz der Top 12 um 23% nachgab und sich auf lediglich $96,5 Mio belief. Da aber auch vor genau einem Jahr keine neuen Filme es zu bemerkenswerten Erfolgen brachten, lag die Top 12 abermals 3% über dem vergleichbaren Wochenende von 2015, als Will Smith mit Focus die Charts anführte.

Mit genau so wenig nennenswerter Konkurrenz wie am vorherigen Wochenende verteidigte Deadpool den Spitzeplatz der Charts mit einem beträchtlichen Vorsprung gegenüber dem zweitplatzierten Film. Nachdem Deadpool nach dem phänomenalen Startwochenende in der zweiten Woche reichlich Federn lassen musste (da er keinen Valentinstag oder einen Feiertag am Montag als Einnahmen-Polster hatte), stabilisierte sich die nicht-jugendfreie Marvel-Verfilmung an ihrem dritten Wochenende und spülte weitere $31,1 Mio (-44,9%) in die nordamerikanischen Kinokassen. Nach nur 17 Tagen steht Deadpool bei unglaublichen $285,3 Mio. Damit zog er an Matrix Reloaded vorbei und ist bereits der dritterfolgreichste Film mit einem R-Rating in den USA. Nur noch Die Passion Christi ($370,8 Mio) und American Sniper ($350,1 Mio) haben trotz der hohen Altersfeigabe noch mehr eingenommen. Zumindest letzteren hat Deadpool weiterhin im Visier. Außerdem hat der Film jetzt schon die Gesamteinspielergebnisse von Marvel-Hits wie The Amazing Spider-Man und The Return of the First Avenger in den USA und in Kanada übertroffen sowie die Einspielzahlen von jedem bisherigen X-Men-Film. Deadpool ist auf Platz 10 der umsatzstärksten Marvel-Adaptionen in Nordamerika vorgedrungen und wird als nächstes Iron Man 2 ($312,3 Mio) im Rückspiegel sehen. Kommendes Wochenende wird der Streifen die $300-Mio-Marke überqueren. Vor dem Kinostart haben viele dem Film nicht einmal die Hälfte dieser Summe in Nordamerika zugetraut.

Aktuell liegt Deadpool 28% vor Guardians of the Galaxy im selben Zeitraum und 1% vor Spider-Man 3. Beide haben zwischen $330 Mio und $340 Mio in den USA eingenommen, sodass das finale Ziel von Deadpool jenseits dieses Bereichs liegt. Deadpool wird vermutlich kein so herausragendes Durchhaltevermögen haben wie Guardians of the Galaxy im späteren Verlauf seiner Performance, doch der Vorsprung ist jetzt schon groß genug, dass er für ein Gesamteinspiel von $350-360 Mio ausreichen sollte. Auch mehr wären drin, wenn er Ende des Monats nicht auf die Konkurrenz von Batman v. Superman: Dawn of Justice treffen würde. Auf jeden Fall erwartet uns, wenn alles vorüber ist, vermutlich einer der fünf erfolgreichsten Filme des Jahres in Nordamerika sowie die sechsterfolgreichste Marvel-Verfilmung aller Zeiten.

Platz 2 ging an den Flop Gods of Egypt. Das Fantasyabenteuer vom Regisseur Alex Proyas eröffnete mit unterirdischen Kritiken und spielte nur $14,1 Mio von Freitag bis Sonntag von 3117 Kinos ein, was einen Schnitt von nur $4531 pro Kino bedeutet. Bei einem Budget von $140 Mio bedeutet das auf den ersten Blick ein komplettes Desaster, doch zum Glück hat Lionsgate die Kosten durch die großen Steuererlässe am Drehort Australien und die internationalen Verkäufe des Films minimiert. Das Studio behauptet sogar, dass die endgültigen Ausgaben für den Film lediglich $10 Mio betrugen. Jedoch lässt diese kreative Buchhaltung skeptisch dreinblicken. Außerdem hat das Studio weitere $50 Mio für das Marketing des Films in Nordamerika ausgegeben und nicht einmal diese Summer wird der Film wieder einspielen können. Das Startergebnis von Gods of Egypt liegt weit unterhalb von vergleichbaren Fantasy-Epen wie Kampf der Titanen ($61,2 Mio) oder sogar dem nicht-jugendfreien Immortals ($32,2 Mio). Das passiert, wenn man einen uninspirierten Trailer veröffentlicht, mit Computergrafiken, die aus den Neunzigern stammen könnten und Stars, die eigentlich keine Kassenmagnete sind. Das Zielpublikum des Films war offenbar hauptsächlich älter und männlich, denn 56% der Besucher zum Start waren Männer und 62% über 25. Da London Has Fallen kommendes Wochenende das gleiche Zielpublikum anvisiert (und dabei definitiv der erfolgreichere Gerard-Butler-Film von den beiden sein wird), erwartet Gods of Egypt ein schneller Absturz an den Kinokassen. Das „B-„-CinemaScore (äquivalent einer „2-„), spricht auch nicht gerade für tolle Resonanz unter den Zuschauern. Mit $30-35 Mio wird Gods of Egypt aus den US-Kinos verschwinden.

Kung Fu Panda 3 genoss sein letztes konkurrenzfreies Wochenende in den Kinos mit $8,9 Mio auf Rang 3 und verlor nur 28,9% seiner Zuschauer von der Vorwoche. Nach fünf Wochen steht das DreamWorks-Sequel bei $128,4 Mio in Nordamerika und damit etwa 16% hinter seinem Vorgänger im selben Zeitraum. Die Ankunft von Zoomania dieses Wochenende bedeutet allerdings ein Ende der Schonzeit, doch es ist gut möglich, dass Kung Fu Panda 3 sich danach wieder erholt und, wie letztes Jahr Home, bis in den Sommer hinein noch unterhalb der Top 10 gut läuft. Auf jeden Fall erwarte ich ein Gesamteinspiel von etwa $145 Mio. Nach der fünfjährigen Pause zwischen dem zweiten und dem dritten Film ist es ein angemessenes Ergebnis.

Das Jesus-Drama Auferstanden gab um 42,3% nach und fiel um einen Platz auf #4. An seinem zweiten Wochenende spielte der Film $6,8 Mio ein und brachte sein vorläufiges Gesamteinspiel auf $22,5 Mio nach zehn Tagen. Mit Miracles from Heaven und The Young Messiah kommt diesen Monat viel direkte Konkurrenz um das christliche Publikum auf den Streifen zu, jedoch sollte er gerade zu Ostern etwas zulegen. Deshalb traue ich dem $20 Mio teuren Film ein Endergebnis von $35-40 Mio zu.

Auf Seite 2 geht es weiter mit den beiden Neustarts Triple 9 und Eddie the Eagle sowie Updates zum Einspiel von Star Wars: Das Erwachen der Macht und den Oscarfilmen wie The Revenant und Spotlight.