Box-Office USA: LEGO Batman siegt, Fifty Shades schwächelt, John Wick 2 beeindruckt

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John Wick 2 Box Office

Links: Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe © 2017 Universal Pictures
Mitte: The LEGO Batman Movie © 2017 Warner Bros. Pictures
Rechts: John Wick: Kapitel 2 © Lionsgate

Quelle: Boxofficemojo

Ein starkes Trio von Neustarts räumte vergangenes Wochenende an den nordamerikanischen Kinokassen ordentlich ab und sorgte für drei Viertel der Gesamtumsätze der Top 12. Diese beliefen sich auf insgesamt $174,3 Mio und lagen damit gewaltige 116% über dem vorigen Wochenende, das unter der Ausstrahlung des Super Bowls gelitten hat. Gegenüber dem gleichen Wochenende im Vorjahr ging es dennoch um 21% runter, auch wenn der Vergleich nicht ganz fair ist, denn das zweite Februar-Wochenende 2016 war ein langes Feiertags-Wochenende (President’s Day), an dem Deadpool mit unglaublichen Zahlen eröffnete. Insgesamt war letztes Wochenende das umsatzstärkste in den USA und in Kanada seit Rogue One: A Star Wars Story vor fast zwei Monaten anlief. Nichts desto trotz starteten zwei der drei großen Newcomer leicht unter den Erwartungen bzw. unter ihren unmittelbaren Vorgängern.

Am Freitag musste sich The LEGO Batman Movie noch mit $14,5 Mio und Platz 2 begnügen, doch dank einem gewaltigen Anstieg um 58,7% auf $23 Mio am Samstag, eroberte der Animationsfilm von Warner Bros. am Gesamtwochenende mit $53 Mio von 4088 Kinos die Chartspitze und erzielte einen soliden Schnitt von $12966 pro Kino. Es ist ohne Frage ein sehr guter Start für die $80-Mio-Produktion, dennoch haben viele noch höhere Zahlen erwartet, denn Vieles sprach im Vorfeld für einen gigantischen Start. Als erster Animationsfilm seit dem Start von Sing (der mittlerweile die Top 10 verlassen hat) Ende Dezember, hatte The LEGO Batman Movie den Familienmarkt komplett für sich, insbesondere da die beiden anderen Neustarts ein restriktives R-Rating tragen. Vor fast exakt drei Jahren startete The LEGO Movie in über 300 Kinos weniger als The LEGO Batman Movie und erstaunte mit $69,1 Mio zum Start. Der Film war extrem beliebt und spielte insgesamt $257,8 Mio in Nordamerika an. Die Annahme war, dass dank der positiven Mundpropaganda des ersten LEGO-Films und der enormen Beliebtheit der Comicfigur Batman, ein LEGO-Film über Batman zwangsläufig besser abschneiden würde. Auch die Kritiken zum neuen Film sind außerordentlich positiv ausgefallen.

Doch es sieht so aus, als hätte The LEGO Movie seinerzeit vom Neuheitswert des Konzepts profitiert, der beim zweiten Mal nicht mehr funktionierte. Die Zuschauer von The LEGO Batman Movie waren überwiegend jünger waren als die von The LEGO Movie (48% unter 25 Jahren) und Batman sorgte wohl für einen großen Anteil von männlichen Kinogängern (65%). Möglicherweise hat gerade die Comicfigur den Film weniger universell zugänglich gemacht, als angenommen wurde.

Doch man sollte das Ergebnis auch nicht schlechtreden, denn mit einem vielversprechenden "A-"-CinemaScore (äquivalent einer "1-"), positiven Rezensionen, anstehenden Schulferien und einem Feiertags-Wochenende im Rücken sowie ohne nennenswerte direkte Konkurrenz bis zum Start von Die Schöne und das Biest in einem Monat, wird The LEGO Batman Movie eine lange Laufzeit in den Kinos genießen und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als erster Film des Jahres die $200-Mio-Marke knacken. Der Film sollte ein finales Einspielergebnis in Höhe von $205-220 Mio alleine in Nordamerika erreichen.

Auch der zweitplatzierte Film schrieb ein leicht enttäuschendes, wenn auch dennoch positives Startergebnis. Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe nahm $46,6 Mio von 3710 Lichtspielhäusern ein. Davon entfielen $21,5 Mio auf seinen Starttag am Freitag, an dem er noch den Spitzenplatz belegte. Diese Verteilung zeigt, wie frontlastig der Film ist. Das merkt man auch am Preview-Anteil am Starttag. Etwa $5,7 Mio spielte der Film in den Previews am Donnerstagabend ein, was knapp 27% seines Starttags ausmachte. Fans der Romanvorlagen stürmten bereits am ersten Tag die Kinos, sodass der Film danach stark nachgab. Pro Kino setzte der Erotikfilm $12563 um. Der Start des Films lag ganze 45% unter dem Startwochenende von Teil 1. Jener profitierte natürlich stark davon, dass der Valentinstag auf seinen ersten Samstag fiel, sodass er anstatt an seinem zweiten Tag zu sinken (wie es bei Gefährliche Liebe der Fall war) um 21% zulegte. Dennoch lässt sich der große Rückgang der Einnahmen gegenüber dem Vorgänger nicht alleine durch den Valentinstag erklären. Währen der erste Film noch viele neugierige Zuschauer in die Kinos lockte, die die Romane nicht kannten und mit dem Film auch wenig anfangen konnten, musste sich das Sequel hauptsächlich auf die große Fangemeinde der Bücher verlassen. Dadurch erklärt sich auch die deutlich bessere Zuschauerwertung für den Film, der einen "B+"-CinemaScore erhielt (äquivalent einer "2+"), während Teil 1 noch mit einer "C+" (äquivalent einer "3+") bewertet wurde. Diesmal waren es wohl überwiegend die Fans, die am Starttag in den Kinos saßen und um ihre Meinung gefragt wurden.

Trotz der besseren Wertung wird sich Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe vermutlich nicht viel besser halten als der erste Shades-of-Grey-Film, der in seinen erste drei Tagen bereits mehr als die Hälfte seines Gesamteinspiels eingenommen hat. Weil der Valentinstag am Dienstag die Einnahmen kurzzeitig in die Höhe schießen lassen wird, könnte das Sequel ein solches Schicksal vermeiden, dennoch wird es sich schwer tun, $100 Mio in Nordamerika zu erreichen (Teil 1 spielte insgesamt $166,2 Mio ein). Aktuell gehe ich von $90-100 Mio aus. Da das Budget jedoch nur $55 Mio beträgt ($15 Mio mehr als bei Teil 1) und der Film außerhalb von Nordamerika schon mehr als $100 Mio eingenommen hat, kann Universal mit der Performance des Films zufrieden sein und dem Start des dritten Films entspannt entgegensehen.

Obwohl er zum Start nur Platz 3 der nordamerikanischen Wochenendcharts belegte, war John Wick: Kapitel 2 der wahre Sieger unter den drei Neustarts. Der Actioner mit Keanu Reeves überraschte mit $30,4 Mio von 3113 Kinos (im Schnitt $9777 pro Kino) und startete damit mehr als doppelt so stark wie der erste John Wick, der 2014 mit $14,4 Mio aus den Startlöchern kam. John Wick: Kapitel 2 hat jetzt schon knapp 70% von dessen Gesamteinspiel ($43 Mio) eingesammelt und wird ihn spätestens kommenden Freitag, nach nur acht Tagen, ganz hinter sich lassen. Es ist heutzutage mittlerweile eher ungewöhnlich geworden, dass Fortsetzungen bedeutend besser abschneiden als ihre Vorgänger und dass ein Sequel das Startergebnis des Originals mehr als verdoppelt, ist ein äußerst seltenes Phänomen, das zuletzt bei Pitch Perfect 2 zu beobachten war. Nicht einmal den erfolgreichen Sequels aus dem Marvel Cinematic Universe ist dies bislang gelungen. John Wick war ein solider Erfolg in den Kinos, doch wie auch schon Pitch Perfect, entwickelte sich der Actionstreifen erst im Heimkino zum Riesenbestseller und einem absoluten Publikumsliebling. Als John Wick fand Keanu Reeves nach Ted und Neo eine neue Rolle mit Kultstatus. Für den Schauspieler ist es das fünftbeste Startwochenende seiner Karriere. Bislang zeigte sich der Film nicht frontlastiger als Teil 1 und die Mundpropaganda scheint diesmal noch positiver zu sein, da der Streifen mit einem "A-"-CinemaScore bewertet wurde, während der erste Film eine "B"-Wertung (äquivalent einer "2") erhielt. Anfang März wird John Wick: Kapitel 2 auf sehr direkte Konkurrenz seitens der brutalen Comicverfilmung Logan stoßen, doch bis dahin sollte sich der Actionfilm gut halten und insgesamt $75-90 Mio in den USA und in Kanada erreichen. Der Film kostete lediglich $40 Mio (immerhin das Doppelte des Originals), sodass Kapitel 3 nichts im Wege stehen sollte.

Auf Seite 2 geht es um die älteren Filme in den Charts, darunter M. Night Shyamalans Überraschungshit Split, die Oscarfilme La La Land, Hidden Figures und Lion sowie den Mega-Blockbuster Rogue One: A Star Wars Story.

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