Van Helsing Reboot

Hugh Jackman und Kate Beckinsale in Van Helsing (2004) © Universal Pictures

Quelle: Deadline

Octalus, Die Mumie, Van Helsing, G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra, Odd Thomas – Die Filme des Regisseurs Stephen Sommers sind nicht alle gleichermaßen qualitativ hochwertig, aber so gut wie durchweg unterhaltsam. Wieso hat er eigentlich schon so lange keinen neuen Film mehr gedreht?! Gerade sein Van-Helsing-Streifen mit Hugh Jackman und Kate Beckinsale ist eins meiner großen Guilty Pleasures der 2000er, ein Film, dessen Computereffekte bereits überholt wirkten, als er 2004 in die Kinos kam, und seitdem auch nicht gerade gut gealtert sind. Van Helsing ist kein guter Film per se gewesen, doch ich habe immer wieder meinen Spaß an der Monsterparade, nicht zuletzt dank Jackmans charismatischer Performance.

Universal pumpte mehr als $160 Mio in das Budget von Van Helsing und positionierte ihn im Mai 2004 als Eröffnungsfilm der Sommer-Box-Office-Saison, ein für gewöhnlich begehrtes Startdatum. Jackman war dank den beiden X-Men-Filmen eine wirklich heiße Nummer in Hollywood, Beckinsale bewies sich kurz zuvor als fähige Actiondarstellerin in der Rolle der Vampir-Amazone in Underworld, und die berühmtesten der klassischen Filmmonster von Universal sollten den Rest erledigen und den Film zum Pflichtprogramm für die Kinogänger machen. Die Rechnung ging jedoch nur bedingt auf. Mit $300 Mio Einspiel weltweit war Van Helsing kein Riesenflop, aber eine eindeutige Enttäuschung, die jegliche Hoffnung auf ein neues Franchise im Keim ersticken ließ – ähnlich wie 13 Jahre später Die Mumie mit Tom Cruise, der das Dark Universe nach nur einem Film zu Grabe trug.

Doch Universal hat weiter an das Potenzial des Monsterjägers Van Helsing geglaubt und wollte ihn eigentlich im besagten Dark Universe zurückbringen. Nachdem diese Pläne verworfen wurden, und Low-Budget-Horrrorschmiede Blumhouse stattdessen Der Unsichtbare als modernen Hightech-Thriller mit großem Erfolg rebootet hat, änderte Universal die Strategie dahingehend, anstelle eines zusammenhängenden Filmuniversums, einzelne, voneinander unabhängige Filme mit geringeren Budgets über die Monster zu produzieren. Bereits angekündigt sind ein neuer Dracula-Film von Karyn Kusama (Jennifer’s Body) und ein The-Wolfman-Reboot im modernen Setting mit Ryan Gosling in der Hauptrolle und Leigh Whannell (Der Unsichtbare) als Regisseur. Blumhouse produziert beide Filme.

Im Rahmen dieser Strategie wird auch Van Helsing bei Universal zum neuen Filmleben erweckt, allerdings nicht in Zusammenarbeit mit Blumhouse, sondern mit dem Horrorpapst James Wan (Conjuring, Insidious) und seiner Produktionsfirma Atomic Monster. Wan das Van-Helsing-Reboot produzieren, Regie übernimmt Julius Avery, der mit seinem Einstand Operation: Overlord einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Avery schreibt auch die neuste Drehbuchfassung, nachdem die erste von Eric Pearson (Black Widow) verfasst wurde. Die Verpflichtung von Avery lässt hoffen, dass sein Van Helsing ein erwachsener Film mit einem R-Rating werden könnte. Die großen Kassenerfolge von Der Unsichtbare, Get Out und Wir sollten Universal davon überzeugt haben, dass das R-Rating in dem Genre keineswegs Kassengift ist.

Sobald wir mehr zu Wans Reboot erfahren, werden wir es Euch wissen lassen. Wen könnt Ihr Euch als Jackmans Nachfolger in der Rolle des Monsterjägers vorstellen?