Star Trek Quentin Tarantino

Links: Karl Urban in Star Trek Beyond © 2016 Paramount Pictures
Rechts: Quentin Tarantino am Set von The Hateful 8 © 2015 The Weinstein Company

Quelle: Slashfilm

So wie es aussieht, ist Star Trek 4 tot. Gemeint ist damit der insgesamt 14. Film der Star-Trek-Reihe und der vierte der Kelvin-Timeline von J.J. Abrams. Zum Start von Star Trek Beyond deutete alles auf sehr konkrete Pläne für einen weiteren Film hin. Chris Pine und Zachary Quinto haben den Vertrag unterschrieben, ebenso wie Chris Hemsworth, der als Captain Kirks Vater George zurückkehren sollte, was ein Zeitreiseelement nahelegte.  SJ Clarkson ("Marvel’s Jessica Jones") wurde als erste weibliche Star-Trek-Filmregisseurin verpflichtet.

Doch Star Trek Beyond erzielte nicht die erwünschten Einspielergebnisse an den Kinokassen und das führte indirekt zum Kollaps des Sequels. Paramount wollte das vereinbarte Gehalt von Pine und Hemsworth doch nicht zahlen und neu verhandeln. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Paramount legte den Film auf Eis und Clarkson wurde stattdessen für den Piloten des "Game of Thrones"-Spin-Offs engagiert.

Es sieht wirklich nicht gut aus für die Zukunft der neuen Enterprise-Crew, doch die Stilllegung des Sequels warf die Frage in den Raum, ob Quentin Tarantinos vorgeschlagener Star-Trek-Film stattdessen kommen würde. "Star Trek und Tarantino?!" wundern sich einige von Euch vielleicht. Die Hintergrundgeschichte dazu ist Folgende: Noch bevor die Gehaltsverhandlungen zu Star Trek 4 scheiterten, trat Tarantino im Dezember 2017 mit einer eigenen Idee eines Star-Trek-Films an Produzent J.J. Abrams heran. Diese gefiel ihm und Paramount so gut, dass The-Revenant-Autor Mark L. Smith mit dem Drehbuch beauftragt wurde. Der Gedanke war jedoch, zunächst das offizielle Sequel über die Bühne zu bringen und erst dann über Tarantinos Version nachzudenken. Jetzt scheint der Weg jedoch frei für Tarantinos Star Trek zu sein. In einem neuen Interview verriet der Filmemacher, dass er den Film definitiv weiterhin auf dem Schirm hat und das Drehbuch sogar schon fertiggestellt wurde: (aus dem Englischen)

Es ist eine sehr große Möglichkeit. Ich habe mit diesen Leute eine Weile lang nicht gesprochen, weil ich meinen Film gemacht habe. Aber wir haben über die Geschichte und das Drehbuch gesprochen. Das Drehbuch wurde geschrieben und wenn ich meinen Kopf wie Punxsutawney Phil wieder herausstrecke, nach Once Upon a Time in Hollywood, werden wir wieder darüber reden.

Einige Fragen bleiben natürlich noch offen. Unklar ist, ob Tarantino eine weitere Rolle bei dem Film übernehmen würde. Von ihm stammt zwar die Idee und er würde vermutlich auch produzieren, doch würde er auch die Regie übernehmen? Schließlich stammt das Drehbuch nicht von ihm selbst und es wäre höchst ungewöhnlich, wenn Tarantino ein fremdes Drehbuch verfilmen würde.

Eine weitere Frage betrifft den Cast des Films. Es ist nicht ganz klar, welche Besetzung der Film einsetzen würde. Sollte es die aus den neuen Film sein, wären wir dann wieder bei Chris Pine, der sich mit Paramount über das Gehalt nicht einig wurde. Vielleicht verlockt ihn ja stattdessen die Aussicht, in einem Tarantino-Film mitzuwirken. So oder so wird es vermutlich noch eine Weile dauern, bis wir diesen Film zu sehen bekommen, wenn überhaupt.

Die Vorstellung eines Star-Trek-Films von Quentin Tarantino ist auf gespaltene Reaktionen gestoßen. Erst Recht als bekannt wurde, dass der Film als erster im Franchise ein R-Rating tragen würde (wie eben alle bisherigen Tarantino-Filme). Während viele Filmfans davon begeistert waren, dass ein Kultregisseur wie Tarantino seinen Senf zu einem Kult-Franchsie besteuert, waren viele Trekkies auch skeptisch, denn Tarantinos ultrahippe und häufig mit Obszönitäten gespickte Dialoge passen nicht wirklich in die Welt von Gene Roddenberry.

Pille-Darsteller Karl Urban, der Tarantinos Idee offenbar kennt, versuchte den Fans letztes Jahr die Sorgen zu nehmen:

Man sollte sich keine Sorgen machen, dass der Film voller Obszönitäten und so weiter sein wird. Er möchte ein R-Rating, weil er möchte, dass man wirklich die Konsequenzen sieht. Wenn jemand in den Weltraum hinausgesogen wird, wie wir das schon gesehen haben, und der Film nicht PG ist, werden wir vielleicht sehen, wie sie zunächst ausgeweidet werden… Die Freigabe erlaubt etwas Freiraum… sie gibt ihm gewisse Freiheiten, so etwas umzusetzen.

Mit anderen Worten: kein vulgäres, aber dafür ein brutales Star Trek. Ich bin jedenfalls sehr neugierig, auch wenn es mir immer noch schwer fällt, wirklich zu verarbeiten, dass Tarantino Star Trek macht. Sollte er tatsächlich die Regie übernehmen, könnte es sein finaler Film werden, denn er kündigte vor einiger Zeit an, nach zehn Filmen als Regisseur aufzuhören. Once Upon a Time in Hollywood ist Nummer 9 und wird bei den Filmfestspielen von Cannes diesen Monat im Wettbewerb laufen, bevor er am 15. August in unsere Kinos kommt.