Star Trek 4 Regie

Zachary Quinto und Chris Pine in Star Trek into Darkness (2013) © Paramount Pictures

Quelle: Deadline

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Bevor er sich viele Star-Wars-Fans zu Feinden gemacht hat, verärgerte J.J. Abrams vor zehn Jahren die Trekkies mit seinem Quasi-Reboot der Star-Trek-Kinofilme. Doch während viele eingefleischte Fans von seinem poppigen, explosionsreichen Film nicht begeistert waren, schlug er im Mainstream und in der Kritik ein wie eine Bombe und machte Star Trek endlich zum waschechten Blockbuster-Kino. Der Kassenerfolg und die Abneigung der Trekkies setzten sich vier Jahre später mit Star Trek into Darkness fort. Paramount war so zuversichtlich, was die Zukunft der Reihe angeht, dass das Studio den vierten Film mit der Enterprise-Crew rund um Chris Pines Kirk und Zachary Quintos Spock bekanntgegeben hat, noch bevor Star Trek Beyond im Sommer 2016 in die Kinos kam.

Doch dann passierte etwas, womit Paramount nicht gerechnet hat. Der dritte Film der Kelvin-Timeline schnitt unter den Erwartungen an den Kinokassen ab. Bei einem Budget von happigen $185 Mio (ohne Marketing) spielte er weltweit nur knapp über $340 Mio ein. Das bedeutet, dass er erst viel später im Heimkino seine Kosten überhaupt wieder eingenommen hat. Nichtsdestotrotz wollte Paramount mit Star Trek 4 fortfahren, jedoch mit gesenkten Kosten. Das führte wiederum zum vorläufigen Zusammenbruch des Films. Als Hauptdarsteller Chris Pine und Chris Hemsworth, der als Kirks Vater George aus dem ersten Film zurückkehren sollte, was einen Zeitreise-Plot nahelegte, plötzlich doch eine geringere Gage für Star Trek 4 bekommen sollten als zunächst versprochen, lehnten sie ab. Die Verhandlungen kamen zum Stillstand und Anfang 2019 legte Paramount Star Trek 4 endgültig auf Eis. Die Zukunft des Franchises sah düster aus, plötzlich war Quentin Tarantinos R-rated Star-Trek-Film zur wahrscheinlichsten Option.

Doch während dieser Film noch bei Paramount vor sich hinschmort, erwacht Star Trek 4 unerwartet zum neuen Leben. Industrie-Portal Deadline berichtet, dass Noah Hawley, der Schöpfer der gefeierten Serien "Fargo" und "Legion", den neuen Film schreiben und inszenieren soll. Dabei handelt es sich nicht um ein Reboot, sondern um eine direkte Fortführung der letzten drei Filme.

Der Bericht erwähnt nicht, ob oder wie die Gehaltssituation mit Pine und Hemsworth gelöst wurde. Es ist natürlich auch denkbar, dass Star Trek 4 einen ganz neuen Plot bekommt und Hemsworths Dienste daher nicht mehr nötig sein werden. Auf Chris Pine zu verzichten dürfte hingegen schwer sein. Vielleicht bleibt auch einfach mehr Geld für ihn übrig, wenn Hemsworth doch nicht mitmacht. Aktuell sind das aber lediglich Spekulationen. Man kann aber davon ausgehen, dass Paramount den Film nicht machen würde, wenn nicht die gesamte Kernbesetzung wieder an Bord wäre.

Beim gescheiterten letzten Anlauf war S.J. Clarkson ("Jessica Jones") als erste weibliche Star-Trek-Regisseurin für den Film vorgesehen. "The Walking Dead"-Star Danai Gurira war im Gespräch für eine der Schlüsselrollen, bevor das Projekt in sich zusammengebrochen ist. Hawley feierte mit Lucy in the Sky mit Natalie Portman in der Hauptrolle sein Filmdebüt dieses Jahr. Der Streifen fiel sowohl bei den Kritikern als auch an den Kinokassen durch, was aber Paramount davon nicht abgehalten hat, ihm eins der größten Franchises des Studios als nächstes Projekt anzuvertrauen. Dass er großes, visionäres Talent vorzuweisen hat, hat Hawley mit seinen Fernsehserien bewiesen.

Die drei letzten Filme habe ich sehr genossen, insbesondere den ersten, der auf meiner persönlichen Jahres-Bestenliste 2009 sogar den Spitzenplatz erklommen hat. Ich hoffe, dass das Sequel diesmal zustandekommt und alle Uneinigkeiten hinsichtlich der Gagen beigelegt werden können.