Robin Hood Disney Realfilm

© Walt Disney Pictures

Quelle: The Hollywood Reporter

Nahezu jeder Filmfan ist mit einem oder mehreren bestimmten Disney-Animationsfilmen aufgewachsen, die in seiner oder ihrer Kindheit rauf- und runtergespielt wurden. Bei einigen sind es Bambi oder Das Dschungelbuch, bei vielen aus der Neunziger-Generation sind es Aladdin oder Der König der Löwen, und bei den Kindern von heute dürfte Die Eiskönigin auf gleiche Weise prägend im Gedächtnis bleiben.

Bei mir waren es zwei Filme des deutschamerikanischen Regisseurs von Das Dschuneglbuch, Wolfgang Reitherman: Die Hexe und der Zauberer von 1963 und Robin Hood von 1973. Beide gehörten zu den wenigen VHS-Kassetten, die ich als Kind hatte (neben Zurück in die Zukunft, Quatermain – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige und, ähm, Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung). Ich habe beide wirklich sehr, sehr häufig gesehen und geliebt. Als sich meine Filmleidenschaft über die Jahre weiterentwickelt hat, habe ich beim recht simplen gestrickten Robin Hood natürlich immer mehr Schwächen bemerkt, die mir zuvor nicht aufgefallen sind, sowie die Tatsache, dass er einige Animationssequenzen aus anderen Disney-Zeichentrickfilmen aus Zeitmangel einfach recyclet hat. Nichtsdestotrotz wird Robin Hood immer einen Platz in meinem Herzen haben als einer der Filme, durch die ich die zauberhafte Welt von Disney kennengelernt habe.

Daher sind es gemischte Gefühle, die ich bei der neusten Meldung empfinde, dass Robin Hood als ein CGI/Realfilm-Hybrid für Disney+ neu verfilmt werden soll. Der Originalfilm war eine Nacherzählung der Sage über den König der Diebe, verkörpert von einem anthropomorphen Fuchs, der gemeinsam mit seinem bärigen Weggefährten Little John gegen die Unterdrückung durch den Sheriff von Nottingham (Wolf) und den feigen Prinz John (Löwe) kämpft, gestohlene Schätze unter der armen Bevölkerung von Nottingham verteilt, und das Herz der Maid Marian (Füchsin) erobert.

Die Neuverfilmung soll alle Elemente des Originals beibehalten, also vermenschlichte Tiere als Hauptfiguren und Song-und-Musik-Einlagen. In Ermangelung menschlicher Charaktere kann man, wie schon beim neuen Der König der Löwen, also vielmehr von einem CGI-Remake sprechen als von einem "Realfilm", da höchstwahrscheinlich nahezu alles aus dem Computer stammen wird.

Kari Granlund, die Autorin der Susi-und-Strolch-Realadaption von Disney+, schreibt das Drehbuch zur Robin-Hood-Neuverfilmung. Carlos López Estrada, am besten bekannt für seinen Film Blindspotting, wird Regie führen. Estrada inszenierte außerdem u. a. Musikvideos für Billie Eilish und Carly Rae Jepsen. Justin Springer (TRON: Legacy, Dumbo) produziert die Neuauflage.

Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, bin ich kein großer Fan der meisten Neuadaptionen von Disney, mit der Ausnahme von Aladdin, und gerade bei Originalfilmen, in denen keine Menschen vorkamen und die Neuverfilmungen nichts anderes als CGI-Remakes sind, bin ich etwas skeptisch. Da es sich bei Robin Hood außerdem um ein Stück meiner Kindheit handelt, bin ich mir noch nicht sicher, ob ich auf das Endergebnis gespannt bin oder mich davor fürchte.

Seid Ihr an einer Robin-Hood-Neuverfilmung interessiert?