Actor Awards: Blood & Sinners, "The Pitt" und "The Studio" gewinnen Preise der Schauspielergewerkschaft

Das Oscar-Rennen spitzt sich zu und in drei der vier Schauspiel-Kategorien liefern sich mehrere Kandidaten ein knappes Rennen mit offenem Ausgang. Jessie Buckley (Hamnet) ist aktuell die einzige ziemlich sichere Siegerin.

Letzte Nacht wurden in Los Angeles zum 32. Mal die neuerdings in Actor Awards umbenannten Preise der US-Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild – American Federation of Television and Radio Artists (SAG-AFTRA) verliehen. Kristen Bell ("Nobody Wants This") moderierte zum dritten Mal die Verleihung, und Netflix übernahm die weltweite Live-Übertragung. Die Actor Awards zählen neben den Auszeichnungen der Produzenten-, Regie- und Autorengewerkschaften zu den vier großen Industriepreisen Hollywoods und sind der wichtigste Prädiktor der Schauspiel-Oscars.

Mit mehr als 170.000 Mitgliedern ist SAG-AFTRA die mit Abstand größte Hollywood-Gewerkschaft, die ihre eigenen Preise verleiht. Ihre Auszeichnungen sind wiederum die jüngsten unter den Preisen der vier großen Gewerkschaften. Abgestimmt wird bei den Actor Awards in zwei Phasen: In der ersten werden jedes Jahr jeweils 2100 SAG-AFTRA-Mitglieder für die Film- und die TV-Kategorien ausgewählt, die über die Nominierungen abstimmen. Sobald diese feststehen, dürfen alle Gewerkschaftsmitglieder in der zweiten Phase an der Abstimmung über die Sieger teilnehmen.

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Dieses Jahr ging Oscarfavorit One Battle After Another mit sieben Nominierungen – ein neuer Rekord! – ins Rennen, konnte aber nur einen Preis für Sean Penn als besten Nebendarsteller gewinnen. Blood & Sinners, der immerhin fünf Nominierungen zählte, gewann die Preise für den besten Hauptdarsteller (Michael B. Jordan) und das beste Ensemble, und war der einzige Film mit mehr als einer Auszeichnung.

In den letzten vier Jahren stimmten insgesamt 13 der 16 Actor Awards mit den späteren Oscarsiegern überein. Zwei Abweichungen gab es letztes Jahr, als die Hauptdarsteller/Hauptdarstellerin-Preise der SAG-AFTRA an Timothée Chalamet für Like a Complete Unknown bzw. Demi Moore für The Substance gingen, während die Oscars Adrien Brody (Der Brutalist) und Mikey Madison (Anora) auszeichneten. Im Vorjahr gewann Lily Gladstone mit Killers of the Flower Moon den Actor Award als beste Hauptdarstellerin, die Oscar-Wähler:innen gaben jedoch Emma Stone in Poor Things den Vorzug.

In den Nebendarsteller-Kategorien ist die letzte Abweichung sieben Jahre her, als Emily Blunt für A Quiet Place von der Schauspielergewerkschaft ausgezeichnet wurde und Regina Hall für Beale Street von der Academy. Jedoch war Hall bei den Actor Awards gar nicht nominiert und Blunt nicht bei den Oscars. Man muss schon bis 2008 zurückgehen, um ein Beispiel aus den Nebendarsteller-Kategorien zu finden, bei dem die Oscars und die Actor Awards eine unterschiedliche Siegerin hatten, obwohl beide bei beiden Verleihungen nominiert waren.

Nach dieser Statistik haben Amy Madigan (Weapons – Die Stunde des Verschwindens) und Sean Penn (One Battle After Another) nach den diesjährigen Actor Awards beste Chancen auf den Oscar, allerdings ist es auch nicht in den Stein gemeißelt. Penn gewann zwar auch den BAFTA, das britische Pendant zu den Oscars, verlor aber den Critics' Choice Award an Jacob Elordi (Frankenstein) und den Golden Globe an Stellan Skarsgård (Sentimental Value), der bei den Actor Awards gar nicht nominiert wurde. Gerade Skarsgård, der für Sentimental Value seine allererste Oscarnominierung erhielt und möglicherweise nie wieder eine so gute Chance haben wird, könnte sich gegen den bereits zweifach oscarprämierten Penn durchsetzen. Was den Oscar für die beste Nebendarstellerin angeht, so hat Madigan den Nachteil, dass sie die einzige Nominierung ihres Films ist und bei den BAFTAs gar nicht nominiert wurde. Jedoch gibt es keinen Konsens in der Kategorie. Die BAFTAs prämierten Wunmi Mosaku für Blood & Sinners, der Golden Globe ging an Teyana Taylor für One Battle After Another und Madigan gewann den Critics' Choice Award.

Michael B. Jordans Auszeichnung für Blood & Sinners gegen den Favoriten Timothée Chalamet (Marty Supreme) war die größte Überraschung des Abends und bringt den Schauspieler möglicherweise auf Oscarkurs. Wenn Jordan und Madigan jeweils den Oscar gewinnen sollten, wäre es ein präzedenzloser Erfolg für Horrorfilme.

Besonders interessant ist bei den Actor Awards immer die Kategorie "Bestes Ensemble". Vier der letzten sechs Ensemble-Sieger der Actor Awards gewannen später auch den Hauptpreis bei den Oscars. Braveheart, Shape of Water, Nomadland und Green Book sind die einzigen vier Filme aus den letzten 31 Jahren, die den "Bester Film"-Oscar ohne eine vorherige Ensemble-Nominierung bei den Actor Awards gewinnen konnten. Ryan Coogler schrieb Geschichte als allererster Regisseur überhaupt, dessen Filme mehr als einen Ensemble-Preis bei den Actor Awards gewannen. Zuvor holte Black Panther bereits die Auszeichnung. Nichtsdestotrotz führt One Battle After Another unbeirrt im Rennen um den Oscar als bester Film, denn die Kombination aus den Siegen bei der Produzentengewerkschaft, der Regiegewerkschaft, den BAFTAs und den Golden Globes wiegt deutlich mehr als die zwei Actor Awards von Blood & Sinners.

Alle Nominierungen und Sieger:innen (in grün) in den Film-Kategorien könnt Ihr unten nachlesen:

Bester Hauptdarsteller

Timothée Chalamet (Marty Supreme)
Leonardo DiCaprio (One Battle After Another)
Ethan Hawke (Blue Moon)
Michael B. Jordan (Blood & Sinners)
Jesse Plemons (Bugonia)

Beste Hauptdarstellerin

Jessie Buckley (Hamnet)
Rose Byrne (If I Had Legs I’d Kick You)
Kate Hudson (Song Sung Blue)
Chase Infiniti (One Battle After Another)
Emma Stone (Bugonia)

Bester Nebendarsteller

Miles Caton (Blood & Sinners)
Benicio Del Toro (One Battle After Another)
Jacob Elordi (Frankenstein)
Paul Mescal (Hamnet)
Sean Penn (One Battle After Another)

Beste Nebendarstellerin

Odessa A’zion (Marty Supreme)
Ariana Grande (Wicked: Teil 2)
Amy Madigan (Weapons – Die Stunde des Verschwindens)
Wunmi Mosaku (Blood & Sinners)
Teyana Taylor (One Battle After Another)

Bestes Ensemble

Hamnet
Marty Supreme
Blood & Sinners
One Battle After Another
Frankenstein

Bestes Stunt-Team

F1
Frankenstein
Mission: Impossible – The Final Reckoning
One Battle After Another
Blood & Sinners
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In den Serien-Kategorien dominierten, wie schon bei den letzten Emmys und den Golden Globes, "The Studio" und "The Pitt". Seth Rogens Hollywood-Satire gewann drei Actor Awards, darunter eine posthume Auszeichnung für Catherine O’Hara, während die Echtzeit-Krankenhausserie mit Noah Wyle zwei Preise erhielt. Keri Russell überraschte mit einem Sieg für die dritte Staffel von "Diplomatische Beziehungen", nachdem sie für die ersten beiden Seasons erfolglos nominiert war.

Hier sind alle Nominierungen und Preisträger:innen in den TV-Kategorien:

Bester Darsteller einer Dramaserie

Sterling K. Brown ("Paradise")
Billy Crudup ("The Morning Show")
Walton Goggins ("The White Lotus")
Gary Oldman ("Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb")
Noah Wyle ("The Pitt")

Beste Darstellerin einer Dramaserie

Britt Lower ("Severance")
Parker Posey ("The White Lotus")
Keri Russell ("Diplomatische Beziehungen")
Rhea Seehorn ("Pluribus – Glück ist ansteckend")
Aimee Lou Wood ("The White Lotus")

Bestes Ensemble einer Dramaserie

"Diplomatische Beziehungen"
"Landman"
"The Pitt"
"Severance"
"The White Lotus"

Bester Darsteller einer Comedyserie

Ike Barinholtz ("The Studio")
Adam Brody ("Nobody Wants This")
Ted Danson ("Untercover im Seniorenheim")
Seth Rogen ("The Studio")
Martin Short ("Only Murders in the Building")

Beste Darstellerin einer Comedyserie

Kathryn Hahn ("The Studio")
Catherine O’Hara ("The Studio")
Jenna Ortega ("Wednesday")
Jean Smart ("Hacks")
Kristen Wiig ("Palm Royale")

Bestes Ensemble einer Comedyserie

"Abbott Elementary"
"The Bear – King of the Kitchen"
"Hacks"
"Only Murders in the Building"
"The Studio"

Bester Darsteller in einer Miniserie oder einem TV-Film

Jason Bateman ("Black Rabbit")
Owen Cooper ("Adolescence")
Stephen Graham ("Adolescence")
Charlie Hunnam ("Monster: Die Geschichte von Ed Gein")
Matthew Rhys ("The Beast in Me")

Beste Darstellerin in einer Miniserie oder einem TV-Film

Claire Danes ("The Beast in Me")
Erin Doherty ("Adolescence")
Sarah Snook ("All Her Fault")
Christine Tremarco ("Adolescence")
Michelle Williams ("Dying for Sex")

Bestes Stunt-Team

"Landman"
"Andor"
"Squid Game"
"The Last of Us"
"Stranger Things"
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Quelle: SAG-AFTRA

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