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Japan-Filmfest Hamburg 2015 – Tag 1

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Japan Filmfest Hamburg 2015 Tag 1

Am ersten Tag standen drei Filme auf dem Programm. Während die ersten beiden Filme Blockbuster-Niveau hatten, machte ein Film den Abschluss, der vor allem für Genrefans interessant sein dürfte. Alle drei Filme vereint, dass sie in Deutschland bereits im Handel erhältlich sind und damit sofort von jedem genossen werden können, dessen Interesse geweckt wird.

Space Battleship Yamato (2010)

(Supêsu batorushippu Yamato)

Japan Filmfest Hamburg 2015 Tag 1 Space Battleship Yamato 1 Wir schreiben das Jahr 2199. Seit Jahrzehnten herrscht Krieg zwischen den außerirdischen Gamilon und der Erde. Durch die zahlreichen Meteorangriffe auf den Blauen Planeten ist der Großteil der Menschheit ausgelöscht worden. Die Erdatmosphäre ist bereits so stark atomar verseucht, dass die wenigen Überlebenden in unterirdische Bunkerstädte flüchten mussten. Kurz vor der endgültigen Vernichtung der Erde trifft eine Nachricht der Iscandarier ein. Die Erzfeinde der Gamilon verfügen über eine Technologie, die den Planeten wieder bewohnbar machen könnte. Dafür muss das letzte Kampfschiff der Erdbewohner, die Yamato, kampfbereit gemacht werden. Nur so kann es den 148.000 Lichtjahre entfernten Planeten Iscandar erreichen und die Erde vor ihrem Untergang bewahren. Der ehemalige Kampfpilot Susumu Kodai (Takuya Kimura) und Captain Jûzô Okita übernehmen das Kommando für die Mission. Zusammen mit Navigator Daisuke Shima (Naoto Ogata), dem Multitalent Yuki Mori (Meisa Kuroki) und zahlreichen anderen Crew-Mitgliedern machen sie sich auf den gefährlichen Weg. Die Zeit ist knapp und der letzte Kampf entscheidet über alles oder nichts.

Japan Filmfest Hamburg 2015 Tag 1 Space Battleship Yamato 2Der Realfilm von Takashi Yamazaki erinnert an eine Mischung aus Star Trek, Star Wars und Alien. Für Sci-Fi-Fans ist es auf den ersten Blick eine willkommene Abwechslung zu den geradlinigen Hollywood-Produktionen. Auch technisch kann das aufwendig inszenierte und vor allem aufwendig digital animierte Projekt mit diesen mithalten. Die Produktionskosten in Höhe von 22 Millionen US-Dollar wurden so weit sinnvoll eingesetzt. Doch es gibt ein großes Aber, das den Film streckenweise unaushaltbar macht: die Inszenierung der Handlung. Einige Szenen sind so extrem gelängt, dass es schon wehtut. Besonders das nicht enden wollende Ende ist für jeden Zuschauer eine Qual. Gepaart mit vielen gefühlsduseligen, geradezu schmalzigen Szenen wird Space Battleship Yamato streckenweise zu einem Abenteuer für die Nerven. Das Sci-Fi-Spektakel ist insgesamt jedoch kein schlechter Film, er macht durchaus Spaß. Am schönsten sind die Momente, in denen sich die japanische Crew freut, wenn etwas geklappt hat, hüpfend und grinsend wie japanische Schulmädchen. So etwas würde es in westlichen Produktionen nicht geben, ausgenommen in einer Komödie vielleicht. Der Film hat also auch seine sympathischen Seiten. Hätte man sich auf die gelungene technische Umsetzung und die solide Grundhandlung konzentriert, hätte es dem Film insgesamt besser getan. Wer Lust auf einen japanischen Sci-Fi-Film hat, dem sei Space Battleship Yamato aber dennoch ans Herz gelegt.

Das Sci-Fi-Abenteuer basiert auf der Original-Anime-Serie Uchû senkan Yamato aus den 70er-Jahren. Die Serie, die optisch ein wenig an Captain Future erinnern lässt, war ein Riesenhit im japanischen Fernsehen. Durch den Star Wars-Hype ab 1977 wurde der Anime erneut sehr erfolgreich ausgestrahlt und um eine zweite und dritte Staffel erweitert. 2012 gab es ein Remake der Serie unter dem Titel Uchû senkan Yamato 2199 mit 26 Episoden.

In Deutschland ist der Film bereits seit Längerem auf DVD, Blu-ray und als Steelbook erhältlich.

3/5 Sterne

 

Shield of Straw – Die Gejagten (2013)

(Wara no tate)

Japan Filmfest Hamburg 2015 Tag 1 Shield of Straw 1Takaoki Ninagawa (Tsutomu Yamazaki) ist als milliardenschwerer Tycoon einer der einflussreichsten Männer Japans. Nach dem Tod seiner siebenjährigen Enkeltochter nutzt er seine Möglichkeiten und schaltet landesweite Anzeigen über alle großen Medienkanäle. Darin fordert er auf, den Mörder seiner Enkelin zu töten, und verspricht als Belohnung eine Milliarde Yen (rund 10 Millionen Euro) in bar. Als Kunihide Kiyomaru (Tatsuya Fujiwara), der psychopathische Täter, auf die Anzeigen aufmerksam wird, fürchtet er um sein Leben. Er beschließt, sich der Polizei zu stellen. Fünf Polizisten bekommen daraufhin die Aufgabe, Kunihide lebend vom Revier in Fukuoka zur Staatsanwaltschaft nach Tokyo zu bringen. Darunter die zwei Agenten der Sicherheitsbehörde Kazuki Mekari (Takao Ozawa) und Atsuko Shiraiwa (Nanako Matsushima). Unter der Leitung von Kazuki und Agent Takeshi Okumura (Gorô Kishitani) machen sich die Beschützer und der Mörder auf den 1200 Kilometer langen Weg. Dabei kreuzen immer wieder mordlüsternen Menschen, die blind von der Gier nach dem großen Geld getrieben werden, ihren Plan. Da das ganze Land Jagd auf den Mörder macht, wird das Unterfangen von Stunde zu Stunde aussichtsloser.

Japan Filmfest Hamburg 2015 Tag 1 Shield of Straw 2Takashi Miike ist zweifelsohne einer der produktivsten und erfolgreichsten Regisseure Japans. Auch außerhalb des Inselstaats hat er sich einen Namen gemacht. Typisch für seine ersten Werke sind die gnadenlosen Gewaltdarstellungen und zahlreiche Tabubrüche. Mit seiner Black Society Trilogy, bestehend aus Shinjuku Killers (Shinjuku kuroshakai), Rainy Dog (Gokudô kuroshakai) und Ley Lines (Nihon kuroshakai), hat er seine Leidenschaft für Crime Thriller in den 90er-Jahren auf Zelluloid gebannt. Diese und viele seiner anderen Werke wurden stets kontrovers diskutiert. Auch wenn seine Sturm-und-Drang-Phase abgeebbt ist, bleibt er sich treu. In Shield of Straw zeigt er einen handwerklich rundum gelungenen Polizeithriller, der vor Spannung nur so strotzt. Die Situation erreicht immer wieder eine neue Eskalationsstufe, ein Dilemma jagt das nächste. Immer wieder müssen die Personenschützer entscheiden, ob es überhaupt Sinn macht, das eigene Leben für einen Kindermörder aufs Spiel zu setzen. Schließlich sind sie mittlerweile selbst zur Zielscheibe geworden. Die Geldgier und Rachegelüste der Menschen machen jeden Anwesenden und alle 125 Millionen Japaner zu potenziellen Tätern. Die zwei Stunden, die der Film dauert, fragt man sich nur: Wann wird der Mörder selbst zum Opfer? Miike inszeniert den Roman Wara no tate von Kazuhiro Kiuchi in brillanten Bildern. Das Niveau der Spannung ist enorm, zumal man sich selbst fragt, ob es nicht besser wäre, wenn der Mörder endlich stirbt. Schließlich sterben mehr und mehr Unschuldige, je näher das Ziel rückt. Das Spiel zwischen der Interpretation von Moral, Ehre und Gerechtigkeit in all seinen Varianten macht Shield of Straw zu einem beeindruckenden Thriller. Die Nominierung für die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes 2013 erscheint da absolut nachvollziehbar.

Auch Shield of Straw ist bereits auf DVD und Blu-ray erhältlich. Warner Home Video vermarktet ihn hierzulande unter dem Titel Wara no tate Die Gejagten.

4,5/5 Sterne

 

Live (2014)

(Raibu)

Japan Filmfest Hamburg 2015 Tag 1 Live 2Naoto Tamura (Yûki Yamada) hasst die Menschen um sich herum. Er ist lieber einer von den Bösen, auch wenn er dadurch ein Außenseiter ist. Mit seiner Mutter (Akiko Ikuina) hat er seit der Trennung von seinem Vater Probleme. Doch plötzlich wird sie entführt. Ein mysteriöser Anrufer macht Naoto klar, dass er sich beeilen sollte, sie zu finden. Sonst würde ihr ziemlich bald eine Hinrichtung mit der Giftspritze drohen. Alle Hinweise, die er braucht, liefert ihm ein Buch mit dem Titel „Live“. Als er sich auf den Weg zur ersten Station macht, wird ihm erst das Ausmaß der Entführung deutlich. Denn nicht nur Naotos Mutter ist verschwunden. Zahlreiche andere (u. a. Ito Ôno, Mari Iriki, Yûki Morinaga) scheinen ebenfalls einen Nahestehenden zu vermissen. Wessen Angehörige überleben, entscheidet ein Wettrennen. Dabei heißt es: jeder gegen jeden. Es wird ein Rennen gegen die Zeit, bei dem es um Leben und Tod geht.

Japan Filmfest Hamburg 2015 Tag 1 LiveJeder, der die Filme von Noboru Iguchi kennt, kann sich vorstellen, was ihn erwartet: aufwendiger Trash. Nach Splatter-Klassikern wie The Machine Girl (Kataude mashingâru), Robo Geisha (Robogeisha) und Zombie Ass (Zonbiasu) folgte 2014 mit Live ein typischer Death-Game-Film. Die Story ist auch diesmal wieder schön absurd, die Charaktere sind stark überzeichnet, und hier und dann gibt es eine Großaufnahme von ausgeprägten Teilen des weiblichen Körpers. Letzteres ist eines seiner Markenzeichen, was unweigerlich an Iguchis Anfänge als Regisseur von Pornofilmen denken lässt. Das Erfrischende an all seinen Filmen ist, dass sie sich kein Stück ernst nehmen. Seine gewohnt abgefahrenen Filme sind allein für Genrefans gemacht, nicht für ein Mainstream-Publikum. Wer in der richtigen Stimmung für einen Splatter ist, kann also viel Spaß mit seinen Filmen haben. So auch mit Live. Es werden wieder einige Liter Blut in die Umwelt geschossen und skurrile Tode herbeigeführt. Vermischt wird das Ganze mit einer Schippe Iguchi-Humor. Im Vergleich zu seinen anderen Werken muss man jedoch feststellen, dass es schon deutlich kreativere Filme von ihm gab. Ich denke da beispielsweise an den Film Gothic Lolita Battle Bear (Nuigurumâ Z), der letztes Jahr auf dem Japan-Filmfest lief. Nichtsdestotrotz ist Live für Iguchi-Liebhaber und Splatter-Anfänger sehenswert.

Der Film ist Ende April auf DVD und Blu-ray in Deutschland erschienen. Hierzulande wird er allerdings unter dem Titel Raining Blood vermarktet.

3/5 Sterne

 

Credits: Nihon Media e. V. (6)

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Eröffnung
Tag 2
Tag 3

Japan-Filmfest Hamburg 2015 – Die offizielle Eröffnung

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Japan Filmfest Hamburg Start

Ziemlich genau um 20 Uhr wurde am Mittwoch pünktlich das 16. Japan-Filmfest Hamburg (JFFH) eröffnet. Es waren auch diesmal wieder einige Gäste aus Japan und Vertreter der Freien Hansestadt anwesend. Darunter der Leiter des japanischen Konsulats Takao Anzawa, der das Filmfest als „festen Teil der Kulturszene Hamburgs“ pries. Für den Betreiber des Metropolis-Kino Martin Aust sei das Filmfest vielmehr ein „Abenteuer“, was er vor allem mit den kurzfristigen Entscheidungen und einem knappen Budget begründete. Als besonderer Gast gab sich die offizielle Kirschblütenkönigin Japans Chihiro Konishi die Ehre. Dieser Titel darf außerhalb Japans offiziell nur in drei weiteren Städten verliehen werden: Honolulu, Washington und seit diesem Jahr auch in Hamburg. Unter den anderen japanischen Gästen befand sich der Regisseur Sade Satô, der mit der Groteske Mai-chan’s Daily Life im diesjährigen Programm vertreten ist. Nach einer kleinen Rede des Vertreters der Nihon Media, dem Veranstalter des JFFH, und ein paar Spots ging es dann mit dem Eröffnungsfilm los.

Wie es sich für einen gelungenen Auftakt gehört, war das Metropolis-Kino nahezu ausverkauft. Die Stimmung während und nach der Vorführung war gewohnt locker, sodass man die Deutschland-Premiere von Ryûhei Kitamuras Lupin the 3rd vollends genießen konnte. Die Kritik zur Gaunerkomödie gibt es weiter unten. Eine Info noch zum Schluss: Da es in den letzten Jahren immer wieder zu Programmänderungen kam, sei an dieser Stelle gesagt, dass es bisher keine gibt. Den Kami sei Dank.

Lupin the 3rd (2014)

(Rupan sansei)

Japan Filmfest Hamburg 2015 Lupin the 3rd 1 Lupin (Shun Oguri) ist der Enkel des bekannten Meisterdiebs Arsène Lupin. Das Stehlen ist ihm damit in die Wiege gelegt worden. Und wie es sich für einen anständigen Dieb gehört, verdient er sein Geld mit den wertvollen Dingen anderer. Auf seinen Streifzügen wird er von seinen Begleitern unterstützt: dem Meisterschützen Jigen (Tetsuji Tamayama), Samurai Goemon (Gô Ayano) und Femme Fatale Fujiko (Meisa Kuroki). Das Gesetz ist ihnen dabei dicht auf den Fersen. Inspektor Zenigata (Tadanobu Asano) arbeitet für Interpol und setzt alles daran, Lupin und seine Schergen endlich einzubuchten. Dadurch gefährdet er auch diesmal ihre Mission. Nach der hinterhältigen Ermordung des Vorsitzenden der geheimen Diebesgilde „The Works“ und dem Diebstahl des Kleopatra-Amuletts sinnen die vier auf Rache. Bei ihrer Suche nach den Tätern begeben sie sich auf einen Trip, der sie durch halb Asien führt. Dabei bekommen sie es nicht nur mit ihrem neuen Gegner zu tun, schließlich sitzt ihnen mit Zenigata auch Interpol im Rücken.

Der aktuelle Realfilm zu Lupin the 3rd aus dem letzten Jahr besitzt so ziemlich alles, was eine typische Gaunerkomödie ausmacht. Nach einer kurzen Vorstellung der Charaktere wird schnell klar, worum es in den folgenden zwei Stunden gehen wird: das Suchen und Finden des Kleopatra-Amuletts und des dazugehörigen Rubins. Das funktioniert natürlich nicht ohne eine kräftige Prise Bang-Boom-Bang. Vieles erinnert dabei an die frühen Formen des Genres. Da sind die unverwechselbaren Kostüme der Protagonisten, die von Trompeten und Saxofon getragene Musik, Verfolgungsjagden mit dem Auto und aufreizende Damen. Dazu eine Handlung mit viel Action, ein bisschen Drama und eine wohldosierte Menge Humor. Das offensichtlich klassische, geradezu altmodische Drumherum wird im Laufe des Films stetig um moderne Aspekte erweitert, ohne es aus dem Film verbannen zu wollen. So hält beispielsweise das Computerzeitalter Einzug in die Story und auch die Waffen werden moderner – zumindest die der Gegner. Die Beziehung zwischen der Epoche, in der das Original spielt, und der Moderne funktioniert überraschend gut. Dadurch wirkt auch das direkte Einflechten der Manga-Elemente des Originals als erfrischende Hommage an die Ursprünge. Alles in allem ist Lupin the 3rd eine Komödie die viel Unsinn vereint, aber weit weniger Trash, als man es erwartet hätte. Der Film ist zwar nicht meisterlich, aber für einen unterhaltsamen Eröffnungsfilm auf jeden Fall eine gute Wahl.

Japan Filmfest Hamburg 2015 Lupin the 3rd FilmbildRegisseur Ryûhei Kitamura adaptierte für seinen Live-Action-Film die Manga-Serie Rupan sansei. Die Vorlage lieferte der japanische Mangaka Kazuhiko Katô, der sich als Monkey Punch in der Szene einen Namen machte. Neben den Ende der 60er Jahren erschienenen Manga werden seit den 70er Jahren auch regelmäßig Anime und TV-Specials produziert. Die berühmteste Adaption dürfte von Hayao Miyazaki stammen, der 1979 Das Schloss des Cagliostro (Rupan sansei: Cariosutoro no shiro) der Öffentlichkeit präsentierte. In Deutschland erschien der Film im Jahr 1987 auf Videokassette mit dem etwas absurd klingenden Titel Hardyman räumt auf. Es handelt sich dabei um eine etwa 16 Minuten kürzere Version. Erst 2006, also 27 Jahre nach Veröffentlichung des Originals, erschien der Anime ungeschnitten und unter seinem richtigen Namen in Deutschland.

Lupin the 3rd wird voraussichtlich am 26. Juni 2015 auch in Deutschland auf DVD und Blu-ray verfügbar sein. Damit können ihn dann auch diejenigen sehen, die kein Ticket für die Eröffnung oder jetzt erst richtig Lust auf den Film bekommen haben. Den Trailer findet ihr übrigens in Japan-Filmfest Hamburg 2015 – Unser Vorbericht.

3,5/5 Sterne

Credits: Nihon Media e. V. (2)

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Tag 1
Tag 2
Tag 3

Victoria (2015) Kritik

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Victoria (2015) Filmkritik

Victoria, D 2015 • 140 Min. • Regie: Sebastian Schipper • Mit: Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski, Max Mauff, Burak Yiğit, André Hennicke • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 11.06.2015 • Deutsche Website

„Das wahre Berlin findet auf der Straße statt“ und ist vor allem nachts geprägt durch Alkohol, Zigaretten und krumme Dinger – zumindest wenn es nach der rebellischen Gruppe Jungs in Victoria geht. Laut und mit epileptisch flackernden Bildern führt uns Regisseur Sebastian Schipper (Absolute Giganten), alias "Tatort"-Kriminalhauptkommissar Katz, in das dreckige, aber trotzdem irgendwie liebenswerte Berliner-Nachtleben ein. Dort trifft Victoria (Laia Costa) in einem Untergrund-Club auf Sonne (Frederick Lau), Boxer (Franz Rogowski), Blinker (Burak Yiğit) und Fuss (Max Mauff), die die junge Spanierin überreden, sich ihnen anzuschließen. Zusammen begeben sie sich auf eine vorerst ziellose Sauftour durch Berlin.

Victoria (2015) Filmbild 1Die erste Hälfte des Films konzentriert sich dabei nur auf die fünfköpfige Gruppe und die langsam entstehenden Beziehungen. Eingefangen in einer 140 Minuten währenden Aufnahme ohne Schnitte setzt man dabei vor allem auf eins: Authentizität. Die grandiose Besetzung fügt sich mühelos in das nächtliche Großstadt-Setting ein und lässt den Film echte Berliner Nachtluft atmen. Zu all dem tragen die beiden Hauptdarsteller Laia Costa und Frederick Lau bei, wobei sich letzterer mit seinen herrlich dussligen Impro-Sprüchen in schlechtem Englisch als facettenreicher Sympathieträger entpuppt. Und auch sonst passt in den ersten 50-60 Minuten sehr viel. Neben der nicht genug zu lobenden Cast-Chemie, trägt auch die angeworbene Besonderheit noch verhältnismäßig viel zum Gesamtpaket bei. Die nie absetzende Kamera fixiert sich durchgehend auf Victoria und lässt den Zuschauer so als stillen Beobachter in ihre Perspektive abtauchen.

Victoria (2015) Filmbild 2Man muss den riesigen Aufwand zwar mit großem Respekt honorieren, wirklich nötig wäre er aber nicht gewesen. Denn all das hätte auch ein guter Cutter bewirken können. Kameramann Sturla Brandth Grovlen geht zu unkreativ mit seinen Möglichkeiten um, und hält meist einfach nur drauf. Dadurch bleibt der Kein-Schnitt-Effekt weitestgehend unsichtbar und dürfte im Endeffekt lediglich für einen verschwitzten Kameramann und Tonmänner mit Tennisarmen gesorgt haben. Schade vor allem für Victoria, dass sein One-Take-Prinzip nach Birdman nun nichts Ungesehenes mehr ist und mit dem Oscar ausgezeichnete Kameramann Emmanuel Lubezki um einiges bessere Arbeit abgeliefert hat. So bleibt Victoria in technischer Hinsicht zwar interessant, ist aber auch nicht wirklich beeindruckend.

Victoria (2015) Filmbild 3Auch erzählerisch schafft der Film es nicht mehr zu sein, als eine ganz unterhaltsame Darstellung der jugendlichen Feierkultur. Ist die erste Hälfte nämlich einmal rum, und Schipper bewegt sich handlungstechnisch weiter, zerschellt die Authentizität von Victoria plötzlich an den unerreichbaren Klippen der Nachvollziehbarkeit und an der Verbissenheit, mehr erzählen zu wollen. Im zweiten Akt möchte man unbedingt einen deutlich düstereren Ton anschlagen, der nur leider so gar nicht zum aufgebauten Tenor passen will. Nicht nur wirkt die angestrebte Ernsthaftigkeit durch den drastischen Bruch leicht übertrieben und schwerfällig, eingeführte Nebencharaktere sollen der Situation einen bedrohlichen Touch verleihen, belegen mit ihren Performances aber lediglich das unschöne Vorurteil über die Fähigkeiten deutscher Schauspieler. Auf der anderen Seite merkt man in diesen Momenten wie gut wenigstens der Haupt-Cast ist. Doch auch dessen Schauspiel-Etat wirkt nach über zwei Stunden sichtlich erschöpft und so leidet leider auch deren Leistung unter der One-Take-Devise.

Die Entwicklung der emotionalen Komponente steht sinnbildlich für den Verlauf des Films. Am Anfang noch subtil und sanft induziert, wird diese in einem irgendwann einfach nicht mehr enden wollenden Film schmerzhaft ausgereizt. Ab Minute 100 fühlt man sich dann glatt wie bei Der Herr der Ringe –  Die Rückkehr des Königs mit seinen zig Enden.

Fazit

Tolle Schauspieler und eine stimmige Atmosphäre sorgen in der ersten Hälfte für die größte Stärke von Victoria: Authentizität. Was zu Beginn noch perfekt klappt, wird beim Anschlagen eines gewollt düstereren Tons jedoch großzügig verworfen und lässt („)Victoria(“) eskalativ, aber ganz langsam und ohne Schnitt in Richtung „meh“ taumeln. Schade.

Trailer

Wild Tales – Jeder dreht mal durch! (2014)

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Wild Tales (2015) Filmkritik

Relatos Salvajes, AR/ES 2014 • 122 Min. • Regie: Damián Szifrón • Mit: Darió Grandinetti, Nancy Duplaa, Ricardo Darín, Leonardo Sbaragli, Walter Donado, Diego Gentile, Osmar Núñez, María Onetto • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 8.01.2015 • Heimkino-Start: 25.06.2015 • Verleih: Prokino • Deutsche Website

Wild Tales (2015) Filmbild 1Ob Musiker, Kellnerin, Geschäftsmann, Sprengstoffexperte, Familienvater oder Braut – jeder dreht mal durch. Ein Umstand, den Regisseur Damián Szifrón mit rebellischer und schwarzhumoriger Zunge belegt, eingefasst in sechs individuelle Kurzgeschichten. Wild Tales – Jeder dreht mal durch ist dabei einer jener Episodenfilme, die ihren Reiz aus dem enormen Abwechslungsreichtum ziehen. Auch wenn jede Episode nach dem gleichen dramaturgischen Muster konstruiert ist, bringen durchweg gute Schauspieler und raffiniert inszenierte Settings immer wieder frischen Wind ins Geschehen. Man wird es nicht glauben, aber nach jeder Episode sehnt man sich dabei nach Veränderung, denn trotz einer minimalistischen Laufzeit von 15-20 Minuten pro Kurzgeschichte ist die Luft meist schon nach der Hälfte raus. Dies mag an den durch die Trailer vorweggenommenen Pointen liegen, zum großen Teil aber auch an Szifróns drastischer Begrenzung auf das Nötigste – in Hinsicht auf das Potential der Plots. Große inszenatorische Stärke beweist er bei der Einführung seiner Charaktere. Bereits nach wenigen Sekunden weiß man, dass Cuenca (César Bordón) ein arrogantes Arschloch und Simón (Ricardo Darín) eine vom System genervte, tickende Bombe ist.

Wild Tales (2015) Filmbild 2Unter der heutigen Gesellschaft leidend, platzt jedem Protagonisten irgendwann der Kragen. Nicht nur visuell sondern auch im Unterton wechselhaft, hangelt Wild Tales sich dabei von einer Tragödie zur Nächsten. Ob schwarzhumorig, tragisch oder spannend – alles ist dabei. Allein fünf der sechs Geschichten enthalten äußerst vielversprechende Rache-Thriller-Prämissen. Leider ist jeder Plot nur in stark zusammengefasster Form vorhanden und geht in der Ideenvielfalt von Wild Tales schnell unter. Das ist der große Nachteil eines Films mit komplett unverknüpften Episoden. Hat eine mal kein besonders nennenswertes Highlight, vergisst man auch mal schnell eine komplette Kurzgeschichte.

Episode Numero Uno bildet Pasternak. Die kürzeste, aber mit ihrem tiefschwarzen Humor ganz eindeutig böseste Geschichte versammelt sich ungeahnt kennende Gäste in einem Flugzeug und überrascht vor allem durch sein unvorhersehbares, bitterböses Ende. Damit wird dem Zuschauer gleich zu Anfang unmissverständlich klargemacht, in welche Richtung sich der Film bewegen wird – eine Richtung, die spätestens zum Heimkino-Start aber einigen sauer aufstoßen wird. Stichwort Germanwings – Autsch! Mit fließender Leichtigkeit wechselt Szifrón danach vom Flugzeug-Kammerspiel zu Die Ratten, einem kleinen, aber feinen Rachethriller, und vollzieht damit einen gekonnten Genrewechsel, bevor man sich gleich im nächsten Setting befindet.

Dass Rache das Leitmotiv, oder zumindest ein sehr großer Bestandteil von Wild Tales ist, wird spätestens mit Straße zur Hölle klar. Dessen Ausschnitte überzeugen sowohl im Trailer, als auch im Film am meisten. Wieder zurück in der schwarzhumorigen Schiene, eskaliert keiner der sechs Kurzfilme auf so brachiale und groteske Art und treibt das Ganze mit seinem Ende noch so hart auf die Spitze.

wild-tales-07La Bombita hat das „Jeder dreht mal durch“-Prinzip wohl am besten verinnerlicht und zeigt die anarchischen Züge von Wild Tales mit wütendem Fingerzeig am deutlichsten auf. Gesellschaftskritik in seiner besten Form findet sich aber im fantastischen Drama Die Rechnung wieder. Smart und spannend inszeniert Damián Szifrón im vierten Filmchen eine intensive Familientragödie um Geldgeilheit, die so erschreckend realistisch ist, dass man sich selber manchmal beim Abwägen der Möglichkeiten ertappt. Den Abschluss bildet dann die Perle Bis dass der Tod uns scheidet. Hier kommt nicht nur die wunderbare Kameraarbeit am besten zur Geltung, die chaotische Hochzeit macht einfach am meisten Spaß.

Fazit

Wild Tales ist ein wildes Kaleidoskop aus Kurzgeschichten über die Zeitpunkte, an denen der menschliche Geduldsfaden reißt – und das kann jedem passieren. Subversiv bringt Damián Szifrón Spannung, Gesellschaftskritik und Humor in sechs abwechslungsreichen, aber leider nicht immer mitreißenden Kurzfilmen unter einen Hut. Más de eso Argentina!

DVD-Extras

Die Extras beinhalten ein sehr interessantes Making Of zum Film mit vielen Interviews und Hintergrundinformation, ein Interview mit dem Regisseur Damián Szifrón, welches das Making Of bereichernd ergänzt, und den deutschen, sowie den spanischen Originaltrailer.


Informationen zur Veröffentlichung

Ab dem 25. Juni 2015 bringt uns Prokino den Film in deutscher und spanischer Sprachfassung (mit wahlweise deutschen und spanischen Untertiteln) auf DVD und Blu-Ray in die Geschäfte und über Video on Demand direkt nach Hause.

Neben dem Hauptfilm liegen der DVD- und BluRay-Veröffentlichung folgende Extras vor:

Wild Tales DVD Cover• Making Of
• Interview mit Regisseur Damián Szifrón
• Trailer

 

 

 

 

DVD-Cover © Prokino


Trailer

Das Versprechen eines Lebens (2014)

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Das Versprechen eines Lebens (2014) Filmkritik

The Water Diviner, AU 2014 • 112 Min • Regie: Russell Crowe • Drehbuch: Andrew Knight, Andrew Anastasios • Mit: Russell Crowe, Olga Kurylenko, Jai Courtney, Yilmaz Erdogan, Ryan Corr, Isabel Lucas, Cem Yilmaz, Dylan Georgiades • Kamera: Andrew Lesnie • Musik: David Hirschfelder • FSK: ab 12 Jahren • Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH • Kinostart: 7.05.2015 • Deutsche Website

Handlung

Der australische Farmer Joshua Connor (Russell Crowe) beschäftigt sich in seiner Heimat in Nordwest-Victoria mit dem Finden von Wasser. Dafür verwendet er eine Wünschelrute, die ihm zusammen mit seiner Intuition dabei hilft, Quellen zu finden, die vor dem gewöhnlichen menschlichen Auge verborgen bleiben. Während des Ersten Weltkriegs rücken türkische Soldaten am Ende der Schlacht von Gallipoli Ende 1915 gegen australische Stellungen vor, die im Dienste der Krone kämpfen. Mit unter den Soldaten sind auch Connors drei Söhne; alle drei sterben laut Bericht im blutigen Gefecht. In Australien sind Joshua und seine Frau Eliza (Jacqueline McKenzie) todtraurig über den Verlust ihrer Kinder, und während er sich mit der Arbeit ablenkt, fällt sie in tiefe Depressionen. Nachdem seine Frau sich in einem Wasserloch das Leben nimmt, beschließt Joshua, ihren letzten Wunsch zu erfüllen und sich auf die Suche nach den Leichen ihrer Söhne zu machen, um sie zurück nach Hause zu bringen. In der Türkei angekommen muss er sich allerdings erst einmal mit den Behörden herumschlagen, die nicht wollen, dass er das Schlachtfeld betritt. Doch zum Glück stehen ihm die Hotelbesitzerin Ayshe (Olga Kurylenko) und der mitfühlende türkische Major Hasan (Yilmaz Erdogan) bei der Suche nach seinen Söhnen tatkräftig zur Seite. Hasan vermutet außerdem, dass einer von Joshuas Söhnen in ein Gefangenenlager gebracht wurde, und vielleicht sogar noch am Leben ist.

Kritik

Das Versprechen eines Lebens (2014) Filmbild 1So schön sich die Landschaften in Das Versprechen eines Lebens schon anhören, so atemberaubend sind sie auch aufgezeichnet worden. Zu Beginn des Films strahlt die Sonne auf die trockene australische Buschlandschaft, Farmer Connor findet eine Wasserquelle mitten in der Ödnis. Ein schöner Moment. Auch im späteren Verlauf der Geschichte, in dem die Handlung in die Türkei verlegt wird, wird mit beeindruckenden Bildmomenten gepunktet. Der-Herr-der-Ringe-Kameramann Andrew Lesnie, der leider erst vor kurzer Zeit verstarb, fängt immer wieder Landschaften, Städte und deren Atmosphären mit einem feinen Gespür für Lichteffekte ein und liefert uns so träumerische Bilder. Untermalt von einem nachdenklichen Soundtrack, mal leise und bedacht, mal feierlich und stark türkisch angehaucht, begleitet die Bilder in vielerlei Hinsicht ein märchenhafter Ton.

Ein Ton, der sich auch in der Geschichte des Films fortsetzt, leider aber auf weniger positive Weise. Die Handlung verliert an diversen Stellen den Halt und offenbart einen Hang zur Esoterik, der der Schwere der Thematik nicht gut tut. Es beißt sich einfach, wenn wir ernste Substanz einer grausamen Schlacht gepaart mit einem übersinnlichen, wie aus Russell Crowes Hut gezauberten, Moment serviert bekommen. Zugegebenermaßen ist der Kontrast dann aber deutlich stärker und schockierender, wenn der Film sich plötzlich davon loslöst und uns gnadenlos harte Seiten des Krieges auftischt. Dessen ungeachtet, kann und will sich der Film nie ganz entscheiden, was er denn sein möchte: Ein Märchen oder ein Nachkriegsdrama. Keines von beidem gelingt ihm wesentlich gut.

Das Versprechen eines Lebens (2014) Filmbild 2Auf die direkte Frage nach der Orientierung des Films hin würde Russell Crowe wahrscheinlich antworten, man habe versucht, beide Gattungen miteinander zu verbinden. Bedauerlicherweise fühlt sich der Film aber nicht wie eine Verbindung an, eher wie etwas, das aus vielen Schnipseln zusammengeschustert wurde, als Ganzes aber nur durchwachsen glückt. Blasse und wankelmütige Figuren, die nicht selten komplett unschlüssig handeln, bauen zueinander Beziehungen auf, die zum Großteil stark kalkuliert wirken. Zu idealtypisch agiert hier nahezu jeder Charakter eines nicht konsequent ausgearbeiteten Drehbuchs, welches überwiegend auf fatale Weise zu enttäuschen weiß. Eine entbehrliche, abwegige und über alle Maßen kitschige Liebesgeschichte setzt dem Schlamassel schließlich die umgedrehte Krone auf.

Selbst das starke Schauspielensemble schafft es leider kaum, das klanglose Skript zu überspielen. Dabei sind hier viele gute Namen vertreten. Russell Crowe hatte sichtlich viel Spaß beim Dreh des Films und schafft es allem zum Trotz wirklich gut, sich seiner Rolle hinzugeben. Da er selbst in Australien aufwuchs und es ihm sehr wichtig war, diese Geschichte auf die Leinwand zu bringen, agiert er hier mit viel Herz und liefert uns mal wieder eine sehr sehenswerte Performance. Ebenso weiß ein Jai Courtney, der in den letzten Jahren schon so einiges an Kritik einstecken musste, tatsächlich zu überzeugen und auch Sympathieträger Yilmaz Erdogan sowie der Kinderdarsteller Dylan Georgiades machen beim Zusehen Spaß. Die schwerste Aufgabe kommt allerdings Olga Kurylenko zu, die aus einer taktlosen Liebesgeschichte das Bestmögliche machen muss. Unglücklicherweise gelingt ihr das nicht ganz.

Das Versprechen eines Lebens (2014) Filmbild 3Trotz des sprunghaften Tempos, das ständig zwischen denkwürdigen Szenen und welchen, die den Film nur aufhalten, hin und herzuspringen scheint, wirkt die Laufzeit an keiner Stelle zu stark in die Länge gezogen. Zwar schafft der Film es nur an ganz wenigen Momenten, den Zuschauer zu berühren und effektiv mitzunehmen, dann überrascht dies aber umso mehr, da man nach dem holprigen Start nicht mehr damit rechnet. Und wo Das Versprechen eines Lebens an zahlreichen Stellen einfach nicht organisch anmutet, sondern wie ein falsch zusammengesetztes Puzzle, da bleiben dennoch die wirkungsvollen Bilder zurück. Diese allein machen nur noch lange keinen guten Film.

Fazit

"Du musst es fühlen", erklärt Russell Crowes Charakter Joshua im Film dem jungen Orhan und will so klarstellen, wie man Wasser selbst in der Wüste findet. Hätte er das nur den beiden Drehbuchautoren mal mit auf den Weg gegeben, vielleicht hätten auch sie dann ein paar Tropfen mehr Inspiration gefunden. Das Versprechen eines Lebens ist bei Weitem keine schlechte Regiearbeit, doch Crowe sollte sich für die Zukunft bessere Drehbücher aussuchen.

Trailer

"Star Wars Identities": Unsere Eindrücke von der galaktischen Ausstellung

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Star Wars Identities Köln

Foto © & TM 2015 Lucasfilm Ltd. All rights reserved.

Ihr liebt Star Wars? Dann seid Ihr in guter Gesellschaft. Kaum ein Titel, egal ob unter Filmen oder in der Literatur, hat eine so große und loyale Fangemeinde wie die von George Lucas begründete Saga über Sternenkrieger, die bislang sechs Kinofilme (bald sieben), Spin-Offs, Animationsserien, zahllose Romane und das berüchtigte Weihnachtsspecial hervorgebracht hat. Die Veröffentlichung von Krieg der Sterne 1977 hat die Filmwelt nachhaltig verändert und eins der kommerziell erfolgreichsten, wenn auch nach den Prequels im allgemeinen Ansehen leicht gefallenen Franchises begründet. Durch dick und dünn, wahre Star-Wars-Fans sind Fans fürs Leben und wenn Ihr schon lange den Wunsch hegt, zumindest einen Teil der Welt von Star Wars hautnah zu erleben, müsst Ihr dafür auch nicht in eine weit, weit entfernte Galaxie reisen, sondern lediglich nach Köln. Das dortige Erlebnismuseum Odysseum, das kürzlich bereits die immens erfolgreiche und wirklich gelungene "Harry Potter: The Exhibition" (unser Ausstellungsbericht) beherbergte, wartet ab dem 22. Mai mit einem neuen Coup auf: "Star Wars Identities".

Die Ausstellung, die bis April noch im französischen Lyon gastierte, enthält über 200 Original-Exponate aus allen sechs Kinofilmen sowie aus der Animationsserie "The Clone Wars", von denen Dutzende zuvor noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Angesichts des noch dieses Jahr bevorstehenden Starts von Star Wars: Das Erwachen der Macht bietet die Ausstellung außerdem die Möglichkeit, sich den Status Quo des Universums anzuschauen, bevor dieses mit drei weiteren Episoden und mindestens ebenso vielen Spin-Offs über die nächsten Jahre erweitert werden wird. Doch es ist nicht lediglich eine Ansammlung von Ausstellungsstücken. "Star Wars Identities" nähert sich der legendären Reihe aus einem einzigartigen Blickwinkel an. Wie der Name schon besagt, geht es um Identität und die Einflüsse, die eben diese formen. Betrachtet werden dabei der Ursprung der Figuren, die Einflüsse, die auf sie eingewirkt haben, und die Entscheidungen, die sie getroffen haben. Der Besucher soll neue Aspekte der Identitäten ihrer Lieblingscharaktere entdecken und dabei vielleicht auch ein kleines Stück über sich selbst erfahren. Ein ehrgeiziger Ansatz und ob dieser aufgeht und der Besuch für die Fans sich (trotz nicht gerade spottbilliger Eintrittspreise) lohnt, davon konnte ich mich heute schon vor Ort selbst überzeugen und erzähle Euch gerne von meiner Erfahrung.

Star Wars Identities Review 1

Los ging es mit einer kurzen Pressekonferenz mit dem Museumsleiter Andreas Waschk sowie den Vertreterinnen von Lucasfilm-Archiven, aus denen die Exponate stammen, und von X3 Productions, die das besondere Konzept dieser Ausstellung ausgearbeitet haben, moderiert von Hennes Bender. Auch Darth Vader, begleitet von zwei Storm Troopers, durfte nicht fehlen. So wurde erzählt, dass um dem Wissenschaftsanspruch der Identitäts-Thematik gerecht zu werden, die Macher mit einigen führenden Psychologen zusammengearbeitet haben; damit passt die Ausstellung auch gut zum Austragungsort, denn das Odysseum steht auch für Wissensvermittlung (ein Aspekt, der bei der Harry-Potter-Ausstellung noch ein wenig in den Hintergrund rückte). Die ersten Gespräche, um die Ausstellung nach Köln zu bringen, begannen bereits vor zweieinhalb Jahren und natürlich ist es auch sehr passend, dass ausgerechnet im Jahr des neuen Star-Wars-Films auch die allererste Star-Wars-Ausstellung überhaupt in Deutschland bewundert werden kann. Die Mühen lohnten sich: laut Waschk wurde in Köln bereits der Vorverkaufsrekord anderer Austragungsorte gebrochen. Genaue Zahlen wurden nicht genannt, doch Besucher der ersten Wochen können sich auf jeden Fall auf großen Andrang gefasst machen. Kein Wunder, denn Star Wars hat generationsübergreifende Fans. Bis Ende November soll die Ausstellung in Köln bleiben.

Fragen gab es nach der Einführung und Vorstellung des Konzepts keine – nicht, weil es uninteressant war, sondern weil alle Anwesenden es kaum erwarten konnten, die Ausstellung endlich zu betreten. Fangeist war auch unter Journalisten in der Luft zu spüren, zahlreiche erschienen in Star-Wars-Shirts und das eine oder andere Lichtschwert habe ich auch gesehen. Bevor es auch für mich in die Ausstellung ging, konnte ich mir ein Foto mit Lord Vader und Kohorten nicht entgehen lassen.

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Star Wars Identities Review 3Vor der Ausstellung erhält jeder Besucher einen kompakten Audioguide und einen Gummi-Armband mit Sensor. Letzterer macht nämlich den interaktiven Part der Ausstellung aus. An insgesamt 10 Stationen kann man mittels des Armbands seinen eigenen Star-Wars-Charakter formen, indem man sich für bestimmte, auf einen zutreffende (oder gewünschte) Aspekte seiner Selbst wählt. Es beginnt erst einmal mit der Wahl der Spezies, die man im Star-Wars-Universum sein möchte, später wählt man die eigene Kultur, die Freizeitbeschäftigung, entscheidet sich für eigene Werte und lässt mittels eines kurzen psychologischen Tests fünf Hauptaspekte der Persönlichkeit einschätzen (Extraversion, Neurotizismus, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit). Auf dem Bild rechts könnt Ihr ein typisches Panel sehen, auf dem man die Entscheidungen treffen kann. Nur wenn man an allen zehn Stationen mit dem Armband auch seine Wahl trifft (siehe Foto unten), wird einem am Ende der Ausstellung der eigene Star-Wars-Charakter enthüllt. Wer dabei aber eine ganz große Enthüllung oder Analyse erwartet, wird enttäuscht sein. Es ist letztlich ein Gimmick, das zwar gut bei Laune hält und einen interessanten Pfad durch die Ausstellung bildet, doch es bleibt dennoch ein Gimmick.

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Der zweite technische Aspekt ist der Audioguide. Die Idee dahinter ist, dass wenn man in die Nähe von bestimmten Audio-Stationen kommt, der Guide automatisch mit der Erzählung anfängt. Bei den Stationen gibt es zweierlei – einerseits Bildschirme, die die wissenschaftlichen Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung beleuchten, unterlegt mit beispielhaften Szenen aus der Star-Wars-Reihe, andererseits aber auch reine Audiostationen, in denen auf bestimmte Figuren und deren Entwicklung in der Vorproduktion der Filme eingegangen wird.

Für jemanden, der wie ich Psychologie studiert hat, werden die Erklärungen von den Bildschirmen sehr vertraut vorkommen, beinhalten sie doch all das, was man in der Regel im ersten Semester lernt. Doch das soll keineswegs abwertend klingen, denn die die Informationen sind korrekt und werden für Laien sehr verständlich vermittelt. Dabei geht es u. a. um genetische Anlagen, den Einfluss der Umwelt, Erziehungsstile der Eltern und Entscheidungen, die einen prägen. Damit es aber nie zu trocken bleibt, werden die kurzen Erklärungen stets mit Beispielen aus den Filmen unterlegt.

Die per Sensor aktivierten Guides haben ihre Vor- und Nachteile. Es entfällt das nervige Herumschalten und Nummern eingeben, denn man empfängt den Ton (wie beim Radio) automatisch, wenn man an der entsprechenden Station ist. Der Nachteil ist aber, dass die Audioaufnahmen in Dauerschleife laufen. So kann es sein, dass man bei einer Station ankommt, während der Text sich gerade in der Mitte befindet. Man muss erst warten, bis es wieder von vorne losgeht. Der zweite Nachteil der Dauerschleife ist, dass wenn man sich länger in der Nähe der Station aufhält, um die Ausstellungsstücke zu betrachten, der Text immer wieder ins Ohr gesprochen wird und man den Sensor erst verdecken muss, damit es aufhört.

Star Wars Identities Review 5Doch letztlich sind es nicht die psychologischen Erklärungen und auch nicht der interaktive Teil der Ausstellung, der die meisten Besucher anlocken und der den Fans im Gedächtnis bleiben wird. Ja, ich komme endlich zu dem wirklich wichtigen Teil – den eigentlichen Ausstellungsstücken und diese lassen sich eigentlich kurz zusammenfassen: hier gibt es, was das Fan-Herz begehrt. In Anbetracht der Größe und des Detailreichtums des Star-Wars-Universums war es sicherlich nicht leicht, die essentiellen Exponate für eine Ausstellung wie diese auszuwählen. Mit etwa 200 Stück sind es auch verhältnismäßig wenige an der Zahl und doch hat man eigentlich nie das Gefühl, es würde etwas Essentielles fehlen, vielleicht mit der Ausnahme der überraschenderweise abwesenden Lichtschwerter (insbesondere wenn ich an die Harry-Potter-Ausstellung denke, wo von fast jeder Figur der Zauberstab ausgestellt war). Doch davon abgesehen lässt die Ausstellung Raum für Raum die Fanherzen höher schlagen. Sehr Ihr das Bild rechts? Ganz genau, es ist das Original-Modell des in Karbonit eingefrorenen Han Solo aus Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Direkt daneben steht ein weiteres Ausstellungsstück, das Tausende männliche Ausstellungsbesucher sich direkt wieder an ihre Pubertät zurückdenken lassen wird:

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Star Wars Identities Review 7Es ist tatsächlich das von Carrie Fisher getragene Original-Sklavenbikini aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ihr wollt noch mehr? Wie wäre es dann mit Original-Modellen von den meisten bei den Dreharbeiten eingesetzten Raumschiffen? TIE-Jäger? Dabei. X-Flügler? Natürlich! Doch das Prunkstück bildet ein Modell des imperialen Sternenzerstörers, mit dem der erste Star Wars eröffnet (wobei in der Ausstellung die leicht modifizierte Version aus Episode V zu sehen ist). Auch Anakins Podracer in Originalgröße (Bild links) sorgt für dicke Grinsen auf den Gesichtern der Fans. Die Kostüme von Anthony Daniels' C3PO und Kenny Bakers R2Ds sind ebenso zu sehen, wie Chewbacca, dessen dichtes Fell seinerzeit Haar für Haar zusammengenäht wurde: nix mit CGI! Neben den meisten Figuren stellen Konzeptzeichnungen und einige Modelle auch dar, wie die Figuren hätten auch aussehen können. Könnt Ihr Euch Yoda als Mischung aus Gartenzwerg und Weihnachtself mit entsprechender Mütze und ursprünglich unter dem Namen "Buffy" bekannt vorstellen? Ich bis heute auch nicht.

Star Wars Identities Review 8Diese und viele andere Kleinigkeiten erfährt man während der Ausstellung. Unerwartet fand ich, dass eine der ersten Audiostationen und Vitrinen sich ausgerechnet dem nervtötenden Gungan Jar-Jar Binks, seiner Entwicklung und seiner Notwendigkeit in Episode I gewidmet wurde, insbesondere da Figuren wie Darth Maul keine eigene Station erhalten haben. Die Erzählung erklärt, dass aufgrund der kleinen Rolle von R2D2 dem Film sonst ein lustiger Charakter für die Kinder gefehlt hätte und dass George Lucas letztendlich mit Jar-Jar Binks genau das bekam, was er wollte. Macht es leider nicht besser. Aber vielleicht war auch ein Gedanke, mit dem Schwächsten anzufangen und dann langsam zu den beliebtesten Aspekten der Reihe aufzubauen. Für diese Theorie würde auch sprechen, dass das finale Ausstellungsstück für viele auch das Highlight sein wird – das Original-Kostüm von Darth Vader (Bild ganz unten), getragen von David Prowse. Davor gibt es aber auch die Kostüme von Luke, Han Solo, Leia, Padme, Lando und zahlreichen weiteren Figuren der Reihe zu sehen. Auch der Animationsserie "The Clone Wars" wird mit einer Vitrine kurz gehuldigt, im Speziellen Anakins Padawan Ahsoka Tano.

"Ist die Ausstellung den Eintrittspreis wert?" werden viele fragen. Bei Erwachsenen-Preisen von €21,95 (und €23,95 an den Wochenenden) sicherlich keine unberechtigte Frage und doch wie schon bei "Harry Potter: The Exhibition"  lässt sie sich aus der Sicht eines Fans immer schwer beantworten – wie kann man einem Erlebnis wie diesem einen monetären Wert beimessen? Und wie kann ein wahrhaftiger Star-Wars-Fan sich die Gelegenheit entgehen lassen, zumindest 1-2 Stunden lang so nah an seine geliebte weit, weit entfernte Galaxie heranzukommen? Als Fan will ich dieses Erlebnis nicht missen wollen. Verdammt, es ist Star Wars!

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Weitere Informationen zu den Ticketpreisen und den Öffnungszeiten findet Ihr auf der Website des Odysseum.

A World Beyond (2015)

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A World Beyond (2015) Filmkritik

Tomorrowland, USA 2015 • 130 Min. • Regie: Brad Bird • Drehbuch: Brad Bird, Damon Lindelof, Jeff Jensen • Mit: George Clooney, Britt Robertson, Hugh Laurie,  Judy Greer, Raffey Cassidy, Kathryn Hahn, Pierce Gagnon, Thomas Robinson • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 21.05.2015 • Deutsche Website

Obwohl er vor allem aufgrund von Animationsfilmen wie Der Gigant aus dem All oder Die Unglaublichen bekannt und geschätzt ist, sammelte Brad Bird auch schon Erfahrung im Realfilm und hauchte der langsam eingehenden Mission: Impossible-Reihe mit Phantom Protokoll neues Leben ein. Mit Oscarpreisträger George Clooney, Scream-4-Darstellerin Britt Robertson, Hugh "Dr. House" Laurie und den überraschend großartigen Kinderdarstellern Thomas Robinson, Raffey Cassidy und Pierce Gagnon wagt sich Bird nun an seinen zweiten Realfilm.

 A World Beyond (2015) Filmbild 1Wie einst Fluch der Karibik, basiert auch die Idee für A World Beyond (Originaltitel: Tomorrowland) auf einer Disneyland-Attraktion. So finden wir uns auch zu Beginn des Films in einem Disney-Freizeitpark wieder, wo das junge Technik-Genie Frank (Thomas Robinson) dem älteren David Nix (Hugh Laurie) seine neueste Erfindung vorstellt und sich so die Aufmerksamkeit der kleinen Athena (Raffey Cassidy) ergattert. Diese gibt ihm einen kleinen Anstecker, der sich schnell als Eintrittskarte für Tomorrowland entpuppt. Genau so einen findet auch Casey (Britt Robertson) viele Jahre später, was zu einer Reihe aufregender Ereignisse führt. Sie trifft auf den in die Jahre gekommenen Frank (jetzt: George Clooney), der sich um jeden Preis von Tomorrowland fernhalten möchte.

Die nichtssagenden Trailer alleine machten A World Beyond reizvoll, weil es zur Zeit von massiv spoilenden Vorschauen endlich mal wieder eine Reise ins Ungewisse ist. Blöd nur, wenn sich all das letztendlich als viel Wind um nichts entpuppt und Tomorrowland eigentlich gar nicht so interessant ist. Denn Brad Bird möchte nicht einfach nur ein spaßiges Sci-Fi-Abenteuer inszenieren, sondern eine ernsthafte und aktuelle Thematik im Rahmen eines Familienfilms erzählen, wodurch die Erkundung der mystifizierten Kunterbunt-Stadt aber leider zu kurz kommt.

A World Beyond (2015) Filmbild 2Das ist im ersten Moment vielleicht etwas ernüchternd, man darf man sich dann aber "freuen", nicht noch mehr glattpoliertes CGI und furchtbares Green Screen sehen zu müssen. Denn nicht nur visuell sieht A World Beyond einfach zu sehr nach Disney-Animation-Optik aus: Die leicht überzeichneten Charaktere, die kindlichen Kicher-Gags und die Extremen von quietschbunter und düsterer Atmosphäre – alles fühlt sich an, als gehöre es in einen Animationsfilm. Die Realfilm-Devise ist dabei lediglich Stütze zur Untermalung der realen Grundthematik. Unsere Welt geht den Bach runter, aber was tun wir dagegen?

A World Beyond (2015) Filmbild 3Der Spagat zwischen Realfilm und Kinder-Animationsfilm-Feeling bricht dem Film beinahe das Genick. Obwohl alles auf seine Weise annehmbar ist, beißt es sich im Gesamtbild. So sind es vor allem der Überschuss an durchgeknallten Ideen und die gesamte Überzogenheit, die mit illusionsraubendem CGI gekoppelt nicht zu den eher bodenständigen Charakterproblemen und der "Wie retten wir die Welt?"-Thematik passt. Für sich funktioniert das meiste zwar – die karikativ Action ist spaßig und die Motive der Charaktere nachvollziehbar (um für jede Seite mal ein Beispiel zu geben) – jedoch greifen die Genre-Zahnräder nicht ineinander.

Aber es ist nicht nur das, was einen nie richtig in den Film eintauchen lässt. Auch wenn geklärt ist, dass es weniger um eine farbenfrohe Fantasywelt geht, und man nach dem ca. 90-minütigen Ausbau des Mysteriums um Tomorrowland merkt, dass gar nicht viel mehr dahinter steckt, wartet man auch danach vergeblich auf den großen, wegweisenden Moment, der den Zuschauer auf die versprochene wilde Achterbahnreise mitnimmt.

Fazit

Brad Birds neues Sci-Fi-Abenteuer ist in fast jeder Hinsicht mehr Animationsfilm mit echten Darstellern als ein Realfilm – und genau das ist das Problem! Mit seiner erwachsenen Weltansicht auf der einen, und der kindlichen Spaß-Verarbeitung auf der anderen Seite, ist "A World Beyond" für niemanden so wirklich etwas. Talent für das Animations-Genre hat Brad Bird aber anscheinend immer noch und so können wir uns wenigsten auf "Die Unglaublichen 2" freuen.

Trailer

Pitch Perfect 2-Regisseurin und Star Elizabeth Banks im Interview

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Elizabeth Banks Interview Pitch Perfect

Liebe Filmfutter-Fans,

wir sind beim Finale und meinem persönlichen Highlight unserer Interviewreihe zu Pitch Perfect 2 angelangt. Ohne diese Frau hätte es die Pitch-Perfect-Reihe gar nicht gegeben und nachdem sie gemeinsam mit ihrem Ehemann den ersten Film produziert hat, machte sie bei Teil 2 einen großen Schritt und übernahm erstmals in ihrer Karriere auch die Regie. Die Rede ist von Multitalent Elizabeth Banks, deren gelegentlich unterschätztes Talent mir bereits vor einem Jahrzehnt erstmals aufgefallen ist. Die meisten Kinogänger werden sie heutzutage als die schrille, aber gutherzige Effie Trinket aus Die Tribute von Panem kennen oder vielleicht von ihren Nebenrollen in "30 Rock" oder "Scrubs". Ihr Durchbruch gelang ihr mit ihrem kurzen, aber unvergesslichen Part in Jungfrau (40), männlich, sucht…. Kurz darauf spielte sie die Hauptrolle im kultigen Horrorfilm Slither. In drei Spider-Man-Filmen flirtete sie mit Tobey Maguires Peter Parker, in Kevin Smiths lustigem und warmherzigem Film Zack and Miri Make a Porno drehte sie ein Amateurporno mit Seth Rogen. Trotz Karriereerfolg blieb Banks meist im Hintergrund, entweder in markanten Nebenrollen oder in Hauptrollen eher kleinerer und leider weniger erfolgreicher Filme.

Als Produzentin und nun auch Regisseurin könnte es für sie allerdings kaum besser laufen. Pitch Perfect und dessen Fortsetzung sind phänomenale Erfolge, ein dritter Teil ist bereits in Planung und es würde mich wundern, wenn Banks nicht bald zu einer gefragten Regisseurin in Hollywood werden würde. Auch vor der Kamera zeigt sie in beiden Teilen als A-cappella-Wettbewerbsmoderatorin an der Seite von John Michael Higgins Einsatz und bringt auch in diese kurze Rolle den Humor und die unwiderstehliche Ausstrahlung ein, für die ihre Fans sie schon lange lieben.

In unseren Interview sprach die sehr energetische und von ihrer Arbeit begeistert schwärmende Schauspielerin über den Humor ihrer Filme, verrückte Ideen für Pitch Perfect 3, ihre Rolle in Magic Mike XXL und über…ähm…Vaginas. Lest selbst:

Filmfutter: Glückwunsch zu einem wirklich gelungenen Film! Fortsetzungen sind eine schwierige Angelegenheit. Einerseits will man den Zuschauern das gleiche, vergnügliche Erlebnis bieten, das sie beim ersten Mal hatte, aber andererseits will man ihnen nicht einfach nur eine Kopie des ersten Films geben, denn dann sind sie enttäuscht. Wie bekommt Pitch Perfect 2 diese Balance hin?

Elizabeth Banks: Ein wichtiges Ziel für uns war es, mehr von der Welt von a cappella zu zeigen. Der erste Film war eine eher kleine Geschichte von einer kleinen College-Band, die gegen eine andere College-Band antrat. Es war wirklich Mädels gegen Jungs und die Geschichte wurde aus Anna Kendricks Sicht erzählt. Man traf all die Charaktere, die sie auch traf. Beim zweiten Film haben wir uns entschieden, dass wir es uns verdient haben, auch anderen Figuren mehr Spielraum zu geben. Wir mussten nicht mehr erklären, was a cappella überhaupt ist. (lacht) Wir mussten auch die Band nicht mehr zusammenstellen. Wir haben diese zusätzliche Zeit also genutzt, um die Welt des Films zu öffnen. Das Thema von Pitch Perfect 2 ist es, die Uni zu verlassen, in die weite Welt zu gehen, Erwachsene zu treffen. Es geht um junge Frauen, die erwachsen werden und mit dem Erwachsenendasein konfrontiert werden. Also haben wir den Film auch mit deutlich mehr erwachsenen Figuren bevölkert: Bosse, professionelle a-cappella-Teams, man sieht auch mehr von John und Gail (Anm. der Red.: Figuren, die von John Michael Higgins und Elizabeth Banks gespielt werden).

FF: Möchtest Du eines Tages auch einen Film inszenieren, der nicht jugendfrei ist?

EB: Nun, wir haben für die ersten beiden Filme ursprünglich keine Jugendfreigabe bekommen und mussten etwas zurückschrauben. Wir gehen gerne an die Grenze, überschreiten sie ein wenig und gehen dann zurück.

FF: Also welche Gags mussten der Zensur zum Opfer fallen?

EB: Beispielsweise die Szene mit Rebels (Wilson) Vagina am Anfang. Wir mussten die Szene auf mehrere Weisen drehen, um herauszufinden, was man zeigen darf, was man nicht zeigen darf, ob man es verpixeln kann. Dann war da noch die Frage, wie häufig man überhaupt „Vagina“ sagen darf, ohne eine höhere Altersfreigabe. Nicht so häufig, wie sich herausstellte. Sie haben sehr viel Angst vor der Vagina und wir mussten einige Erwähnungen davon zensieren. (lacht)

FF: Das ist lustig, weil der erste Film in Deutschland ohne Altersbeschränkung freigegeben ist.

EB: Nun ja, ihr habt wohl kein großes Problem mit Vaginas, schätze ich. (lacht)

FF: Es gefällt mir, dass die beiden Filme sich etwas mehr trauen in ihrem Humor, als man es von solchen Filmen erwarten würde.

EB: Ich denke einfach nicht, dass es sonderlich interessant ist, auf Nummer sicher zu gehen. Es ist ein Film über eine Gruppe von Außenseitern und eine Sache, die die Zuschauer an den Filmen mögen, ist ihr überraschender Ton. Es ist nicht einfach ein Film über junge, singende Mädchen. Die Charaktere sind real und zugleich auch wirklich ausgefallen.

FF: Dein Ehemann (Max Handelman), der den Film auch mitproduziert hat, erzählte mir, dass obwohl viele Schauspieler als ihr erstes Regieprojekt einen kleineren, Independent-Film bevorzugen, er wirklich wollte, dass Du direkt mit etwas Größerem loslegst. Hast Du davor einen kleineren Film in Betracht gezogen?

EB: Ich habe aktiv nach einer Regiearbeit seit etwa fünf Jahren gesucht und eine Zeitlang sollte ich ein Drehbuch zu einem kleineren Film inszenieren. Es hatte auch eine weibliche Protagonistin und war sehr lustig. Vieles davon hängt vom Timing ab. Man fragt die Schauspieler immer, warum sie nicht häufiger Regie führen und die Wahrheit ist, dass wir als Schauspieler ein schönes Leben haben. Es gibt einen Grund, weshalb Ben Affleck in seinen eigenen Filmen mitspielt. Wenn man ein Jahr seines Lebens an einen Film opfert, dann kann man da genau so gut auch mitspielen und die eigene Schauspielkarriere weiter vorantreiben. Als Familie haben wir uns die Zeit genommen, um diesen Film zu machen. So oder so wäre ich nach Louisiana gegangen, also konnte ich genau so gut auch Regie führen.

Elizabeth Banks Interview 1

FF: Hast Du Dich schnell an Deine neuen Verpflichtungen, wie das Casting anderer Schauspieler, gewöhnt?

EB: Ich habe in Vergangenheit schon Versionen dieses Jobs gemacht. Ich habe Theaterstücke am College inszeniert, ich drehe seit etwa fünf Jahren Kurzfilme und Werbespots. Dann habe ich einen großen Film mit Bruce Willis produziert, Surrogates, und darauf den ersten Pitch Perfect… Ich liebe Schauspieler und ich liebe Vorsprechen. Ich liebe es, dass Leute sich dahinstellen und sich so öffnen, bereit für Ablehnung oder Bewunderung. Es ist sehr mutig.

FF: Als der Film zu Ende war, war ich absolut bereit für einen dritten Teil. Allerdings machen die meisten Hauptfiguren in Pitch Perfect 2 ihren Uni-Abschluss, sodass es ab einem gewissen Punkt wenig Sinn machen würde, sie für einen kompletten Film zurückzubringen, wenn es wieder um College-a-cappella gehen soll. Glaubst Du, dass die Filme und die Barden Bellas unzertrennlich mit der aktuellen Besetzung verbunden sind oder haben sie einen eigenen Geist und könnten auch mit einem anderen Cast genau so gut funktionieren?

EB: Ich weiß es wirklich nicht. Ich denke, es gibt etwas inhärent Schönes daran, zu sehen, wie ein Team zusammenkommt und singt und tanzt im Film. Die zwei Dinge, die unsere Filme ausmachen und vom Rest abheben, sind der Sinn für Humor und die Musiknummern. Diese beiden Elemente werden nie verschwinden, egal welche Version von Pitch Perfect wir machen. Aber ich glaube auch, dass die Zuschauer wirklich an diesen Mädels hängen. Ich weiß noch nicht, wie der dritte Film sein wird. Eins der Themen im zweiten Film war, dass man sich von einer Barden Bella zu einer Bella fürs Leben entwickelt. Also täuscht euch nicht, ich bin sehr froh, dass wir die Welt des Films auch jenseits des Universitätslebens erforscht haben.

FF: Eine große Newcomerin bei den Bellas ist Hailee Steinfeld, die Emily spielt. Welche Dynamik brachte sie zum bereits bestehenden Ensemble?

EB: Sie war die perfekte kleine Schwester! Sie wurde von mir sehr gut besetzt. (lacht) Sie war 17, als wir den Film gemacht haben und sie war beim ersten nicht dabei. Insofern durchlebte sie genau das Gleiche wie ihre Filmfigur Emily. Sie kommt dazu, sie möchte akzeptiert werden, weil sie dieses Talent hat, aber sie ist neu in der Gruppe, also muss ihren Platz noch finden. Es ist erstaunlich, wie sich das abgespielt hat. Es war wirklich schön zu sehen, wie die Mädels ihre Arme um sie gelegt und sie aufgenommen haben. Ich weiß, dass sie Dinge taten, über die Hailees Mutter nicht glücklich wäre. (lacht)

FF: Gab es einige Songs, die Du wirklich in dem Film haben wolltest, aber nicht bekommen hast?

EB: Leider einige. Entweder bekamen wir nicht die Rechte oder sie waren zu teuer oder sie wollten einfach nicht, dass der Song im Film auftaucht. Ich hatte ein wirklich interessantes Gespräch mit jemandem, der seinen Song für Sound Machine nicht freigeben wollte, weil er nicht wollte, dass der Song von der Verlierer-Band gesungen wird. Ich verstehe vollkommen den psychologischen Gedanken dahinter. Der Prozess der Musikauswahl und –zusammenstellung war wie ein ganz eigener Film für sich. Er begann noch während wir das Drehbuch geschrieben haben.

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FF: Wir werden Dich bald in Magic Mike XXL wieder vor der Kamera sehen. Musstest Du Dich erst wieder daran gewöhnen, einfach nur Schauspielerin zu sein und niemanden am Set herumzukommandieren?

EB: Das musste ich tatsächlich. Es war eine tolle mentale Pause. Ich war darüber so glücklich. Ich war mittendrin beim Filmschnitt von Pitch Perfect 2, aber es ist immer gut, sich einfach eine Auszeit zu nehmen. Auch jetzt, wenn ich mir den Film ansehe, sehe ich überall nur Fehler, die uns unterlaufen sind. Ich brauchte auf jeden Fall eine kurze Pause. Ich war am Set von Magic Mike nur drei Tage für ein Cameo. Meine Figur veranstaltet die Stripper-Convention, zu der die Männer im Film reisen.

FF: Wie viele halbnackte Kerle hast Du in dieser Zeit gesehen?

EB: Ich habe sie alle gesehen, ich habe Fotos auf meinem Handy! (lacht) Sie sind die nettesten Typen, man kann sich gar keine nettere Gruppe an Kerlen vorstellen, mit denen man zusammenarbeitet. Sie sind absolute Gentlemen, mit wunderschönen Bauchmuskeln.

FF: Die größten Konkurrenten in dem Film ist eine deutsche A-cappella-Band. Warum ausgerechnet die Deutschen?

EB: Wir wussten, dass es seine europäische Band sein wird und dann schauten wir uns um, wo a cappella populär ist. Es stellte sich heraus, dass nach den USA Deutschland a cappella am meisten liebt. Es ist nicht besonders beliebt in Spanien, Frankreich oder Italien, also war es eine recht einfache Entscheidung. Wir bemühen uns, möglichst realistisch in gewissen Aspekten zu bleiben.

FF: Im ersten Film gewinnen die Bellas die Nationalmeisterschaft, im zweiten ist es die Weltmeisterschaft. Wenn die Filmreihe weitergeht, wie kann man sich da noch steigern?

EB: In den Weltraum vielleicht? (lacht) Es werden auf jeden Fall die Aliens sein. Oder singende Tiere. Es muss auf jeden Fall irgendeine vierte Dimension geben.

FF: Welche Musik-Performance aus dem Film ist Dein Favorit?

EB: Ich liebe das Finale. Es ist genau so, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Performance von Sound Machine ist grandios und die von den Bellas ist so herzlich. Es war meine Idee, die alten Bellas zurückzubringen und ich liebe einfach diese Szene.

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FF: War es einfach, Beyonces Song für diese Nummer zu bekommen und war sie ebenfalls ein Fan?

EB: Das weiß ich leider nicht, ich habe sie nicht persönlich getroffen, aber sie hat uns sofort die Erlaubnis gegeben, den Song zu nutzen.

FF: Aber Du hast Snoop Dogg in dem Film.

EB: Oh ja, er hat mir den Arsch gerettet. Wir dachten, wir würden 50 Cent in dem Film haben. Ich weiß nicht mehr genau, was passiert ist, aber Snoop kam erst ziemlich spät im ganzen Prozess hinzu. Natürlich war ich begeistert. Er war so professionell, lustig und klang so toll bei seinem Song.

FF: Erzähl doch ein wenig von der Arbeit mit Rebel (Wilson). Wie viel Improvisationsfreiheit hatte sie beim Dreh?

EB: Sehr viel. Sie ist wirklich was Besonderes und hat ein sehr ausgeprägtes komödiantisches Talent. Sie ist außerdem sehr mit ihrer Figur verbunden. Sie ist Fat Amy, es gibt keine große Trennung zwischen den beiden. Sie beherrscht diese Rolle, wie es sonst niemand schaffen würde. Vor dem ersten Film haben wir das Drehbuch an einige Agenten geschickt und sie weigerten sich, es ihren Klienten zu zeigen, weil die Figur Fat Amy hieß. Unsere Stellung dazu war, dass wenn die Klientin Angst hatte, diesen Namen zu sagen, dann wäre sie sowieso nicht die Richtige für uns gewesen.

FF: Fat Amy hat auch eine schöne romantische Nebengeschichte im zweiten Film und Beca (Anna Kendricks Figur) hatte eine im ersten. Wenn Du noch einen machst, hoffe ich, dass Hana Mae Lees Charakter Lilly auch etwas Romantik erleben kann. Das wäre sicherlich sehr lustig.

EB: Wer weiß? Ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie auf Frauen oder auf Männer steht. Alles ist möglich.

FF: Planst du künftig noch mehr Filme selbst zu drehen oder willst Du primär Schauspielerin bleiben?

EB: Ich bin sicher, dass ich weiterhin häufiger schauspielern werde, weil ich in mehreren Filmen in einem Jahr mitspielen kann, als Regisseurin aber nur einen Film pro Jahr schaffe.

FF: Ich wünsche Dir viel Erfolg und vielen Dank für das Interview!

von Arthur Awanesjan
Elizabeth Banks Interview 4
Unser Redakteur Arthur Awanesjan mit Elizabeth Banks
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Weitere Interviews zu Pitch Perfect 2:

Rebel Wilson (Darstellerin)
Max Handelman (Produzent)

Jetzt fehlt nur noch eins, falls Ihr es noch nicht getan habt – schaut Euch diesen verdammt lustigen Film im Kino an und freut Euch auf Teil 3, denn er wird auf jeden Fall kommen und hoffentlich die meisten Barden Bellas zurückbringen. Ich hoffe, Ihr habt bei unserer Pitch-Perfect-2 -Reihe Spaß gehabt.

Bildmaterial © 2015 Universal Pictures

Pitch Perfect 2: Producer Max Handelman interviewed

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Pitch Perfect 2 Max Handelman

A movie about a cappella singing hardly sounded like a recipe for success when the first Pitch Perfect came out. Yet, thanks to a winning combination of a dedicated cast, a witty screenplay and very catchy song performances, Pitch Perfect became a sleeper hit in theatres and exploded later on home video. When Pitch Perfect 2, a worthy follow-up to the first film, hits the theatres this month, expectations will be on a whole different level. This time, Barden Bellas are going up against the big guns. Between Avengers: Age of Ultron, Mad Max Fury: Road and Brad Bird’s Tomorrowland, Pitch Perfect 2 seems like an unlikely competitor, yet it will almost certainly make a whole lot of dough and put some so-called blockbusters to shame.

The two masterminds behind Pitch Perfect are Elizabeth Banks and Max Handelman, whose Brownstone Productions gave life to the franchise. Of course everyone knows Elizabeth Banks, be it from her stints on "30 Rock" or "Scrubs" or her movie roles in The 40-Year-Old Virgin, Zack and Miri Make a Porno or The Hunger Games franchise. Already multi-tasking in the first film (producing and starring), she graduated to directing with the sequel. But this is not about Mrs. Banks (whose interview is coming up shortly), this is about Max Handelman, Banks' husband of over ten years, who is equally responsible for the film’s success behind the scenes. Handelman and Banks met as freshmen in college and have been inseparable ever since – a miracle by Hollywood’s fickle relationship standards. It is their strong bond that made them a perfect team to produce the Pitch Perfect movies. In our interview, Max Handelman talks about the first film’s famous fans, the difficult song selection process and why Baton Rouge had to become Copenhagen.

Filmfutter: Before starting your production company (Brownstone Productions) with Elizabeth (Banks), you were not involved in the movie business, but rather active in fantasy football at Fox. Did you get into producing movies through your wife?

Max Handelman: Yes, indirectly. I worked for News Corporation and for Rupert Murdoch. I worked in the corporate side of business, not in the creative side. I went to business school to get my MBA and it was at that time, that Elizabeth’s career really took off. Through her I was exposed to the creative side of entertainment business.

FF: What’s the focus of Brownstone Productions? I know you are developing some TV shows right now.

MH: We just signed a first look production deal with Universal, so we will develop most of our films with that studio, but not exclusively. I think we will continue focusing on modestly budgeted comedies, often with female ensembles. They will be younger skewing. We are also looking into some Young Adult material, building off Elizabeth’s presence in The Hunger Games. Those are probably going to be our main focuses for the time being.

FF: Are there further plans for the Pitch Perfect franchise in place, if the second film is successful, which it most likely will be?

MH: There are no concrete plans right now. Everyone is waiting to see how the film does. We will know soon. I think we have created a powerful and very valuable brand, so I think there are varieties of opportunities to explore in the a cappella world if we go forward, but what those opportunities are going to be, I cannot tell until Pitch Perfect 2 comes out.

FF: You and Elizabeth produced the first movie, but with Pitch Perfect 2 she made her directorial debut. Did it, in any way, change the way you two worked together during the shoot?

MH: Not really. We are very fortunate that our personalities and skill sets really complement each other. She is exactly what you see her to be: dynamic, charismatic, always out in front. My personality and style have always been to stay in the background, helping to facilitate things, strategizing. This press tour is something rather new for me. Usually no one cares about what I have to say. (laughs) Her directing a film that I was producing felt completely natural. It was the perfect match.

FF: So how was the decision made for Elizabeth to direct Pitch Perfect 2?

MH: It was a combination of several factors. She was too modest to suggest that she should direct it. We knew she wanted to direct a movie and didn’t know what that would be. A lot of first-time actors-turned-directors first try their hand at small independent films. I actually really didn’t want her to do that and wanted her to start off with a studio level film. She was very fortunate to have the support of Universal Studios’ chairman Donna Langley. She has seen the short film that Elizabeth did about women’s heart diseases that received a bunch of awards and was impressed. Within two months of that the opportunity of directing Pitch Perfect 2 presented itself. Our initial intention was to bring back Jason Moore, who directed the first movie. He wanted to, but he was also attached to another film with Tina Fey and Amy Poehler (Sisters). We were under pressure to find a replacement and very quickly it became clear that it would be Elizabeth.

Max Handelman interview Pitch Perfect 2 #1

FF: Pitch Perfect was a big success and naturally the sequels in Hollywood are almost always bigger in scope, but also in budget. Was it a bigger challenge or did it feel liberating to have more money to work with?

MH: It’s not really liberating. It has been more of a challenge because you are responsible for a bigger budget and thus more responsible to the studio and the financiers. However, our budget was not massively higher than the first one. It was larger, but still a relatively small budget for the studio. But the increase in budget enabled us to inject more scale and scope into the film. If you see the first one and then the second, you really do see the difference. It was a great opportunity to expand the world and let Elizabeth put her own stamp on the film as opposed to just replicating the first movie.

FF: How did you come up with the idea to set the world championships in Copenhagen of all cities?

MH: (laughs) It’s so funny how many decisions are just made in completely random ways. We were shooting in Baton Rouge, Louisiana and we didn’t want to set the world championships in a city that is very recognizable to American audiences, like Paris, Rome or London. We didn’t want to set it in Berlin because we didn’t want the competing German team, Das Sound Machine, to have home advantage. So we went with Copenhagen because we thought it was a city that Americans have heard of, but didn’t know very well, so it could look like anything. From our perspective Copenhagen also seemed like the glamorous and sexy city to visit for Americans. That’s how simple it came about.

FF: How did the selection process for songs in the movie work? Did Kay Cannon (the screenwriter) put the songs in the screenplay, when she wrote it or did you and Elizabeth choose the songs afterwards?

MH: Kay likes to put songs in the screenplay, when she writes it because it helps her to structure scenes in her mind. The songs dictate mood and emotion in the given scenes. However, in about 95% of the cases we went back and chose our own songs, based on a variety of factors, the main one being that you simply can’t get every song. Some songs are way too expensive, others just can’t be licensed, and some writers don’t want you to use them. Another thing that some people don’t realize is that there are a lot of great songs that simply don’t offer themselves well to a cappella. A cappella is a specific sound in terms of breaking up the songs and having all these different instruments. It doesn’t work with all songs.

FF: How did you get the rights to put Mr. and Mrs. Obama in the film?

MH: Actually that was very easy. It’s licensed footage from a news company, I think CNN or C-Span. Because they are public figures in America, you can use their images, as long as it is not for negative purposes. We have also heard that the Obamas are fans of the movie. After the first movie some of our cast were invited at different times to go to the White House and perform, so I’m hopeful and confident that the Obamas will enjoy their small role in the film.

Max Handelman Interview Pitch Perfect 2

FF: What’s your favorite musical number in Pitch Perfect 2?

MH: That’s a good question. I’ll probably offend one person or another, whichever I pick, but I personally love the opening number of Das Sound Machine at the car show, when they sing Muse’s “Uprising”.

FF: How did you get Snoop Dogg to cameo in the film? Was he a fan of the first one as well?

MH: Yes, he was and his daughter was a huge fan too. It’s not like Snoop Dogg has any problems being cool, but he felt that he’d be particularly cool to his daughter, if he appeared in the movie.

FF: The first movie found huge success in home entertainment. As a producer, do you think about that beforehand as well, when making a sequel, or is the focus primarily on theatrical box-office?

MH: I don’t think you think about that initially. But you can speculate on why certain types of films work better or worse than others. We expected Pitch Perfect to have a lot of playability and invite to repeat viewings because of the music. On the comedy side, it is a very quotable movie with lines that people like to say over and over again. I think those were factors why it became so big on DVD and video-on-demand. People just liked coming back to it. I’m confident the same thing will happen on the second movie, but hopefully the audiences will also see it many times in theatres. That’s the first goal.

FF: The first movie was released in the fall and started off with just a modest number of theatres. The second is being released in May, amidst the huge summer blockbusters. What does it feel like to try and hold your own against some huge tentpoles?

MH: Well, that’s a question best answered by Universal’s marketing division. But I do know that they really believed in Pitch Perfect 2 as a film that can play wide and into the summer. They don’t view it as counter-programming. They thought all along that the film would be a big success and that’s why they ran a spot during the Super Bowl. I was surprised, when I heard the date and saw how close to The Avengers we are. It’s a packed summer, with a lot of big movies and we are one of them – that’s what they would say.

FF: In that case I wish you the best of luck with the film. Thanks for the great interview.

by Arthur Awanesjan
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More interviews about Pitch Perfect 2:

Rebel Wilson (Actress)

All images © 2015 Universal Pictures

Pitch-Perfect -2-Produzent Max Handelman im Interview

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Max Handelman Interview Pitch Perfect 2

Liebe Aca-Fans!

Unsere Woche bleibt ganz im Zeichen von Pitch Perfect 2, der seit heute endlich in den deutschen Kinos läuft. Nach dem Gespräch mit der Hauptdarstellerin Rebel Wilson haben wir nun ein Interview für Euch mit einer Person, die selten zu Wort kommt, für den Film aber von sehr großer Wichtigkeit ist – dem Produzenten.

Max Handelman ist aber nicht nur der Produzent der beiden Pitch-Perfect-Filme, er ist auch seit über zehn Jahren Ehemann der Darstellerin und neuerdings Regisseurin Elizabeth Banks, die viele von Euch vermutlich auch als Effie Trinket aus der Panem-Reihe kennen. Die beiden haben sich in ihrem ersten College-Jahr kennengelernt und blieben seitdem unzertrennlich – ein kleines Wunder in der wankelmütigen Welt von Hollywood! Gemeinsam gründeten sie vor einigen  Jahren eine Produktionsfirma, die u. a. auch den Sci-Fi-Kracher Surrogates mit Bruce Willis produziert hat. Ihr größter Erfolg bleibt aber bis dato die a-cappella-Komödie Pitch Perfect und das Sequel wird mit Sicherheit ein weiterer Meilenstein des Unternehmens werden.

In unserem Interview sprach der lässig-entspannte Max Handelman über die Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau am Set, berühmte Fans des Films und warum Baton Rouge, Louisiana plötzlich zu Kopenhagen wurde.

(dieses Interview ist hier auch in englischer Sprache verfügbar)

Filmfutter: Bevor Du und Elizabeth (Banks) Eure eigene Produktionsfirma (Brownstone Productions) gegründet habt, warst Du im Filmgeschäft nicht aktiv, sondern hast Dich eher mit Fantasy Football bei Fox beschäftigt. Bist Du durch Deine Frau zum Filmproduzenten geworden?

Max Handelman: Indirekt, ja. Ich habe für News Corporation und Rupert Murdoch gearbeitet. Ich arbeitete auf der kommerziellen Seite des Geschäfts, nicht auf der kreativen. Ich ging dann zur Business School für meinen MBA, als Elizabeths Karriere wirklich durchstartete, Durch sie lernte ich die kreative Seite der Unterhaltungsindustrie kennen.

FF: Worin besteht der aktuelle Fokus Eurer Produktionsfirma? Ich weiß, dass Ihr an einigen Fernsehserien arbeitet…

MH: Wir haben gerade einen First-Look-Vertrag mit Universal abgeschlossen und werden daher die meisten unserer Filme mit diesem Studio machen, aber nicht ausschließlich. Ich denke, wir werden uns weiterhin auf Komödien mit bescheidenen Budgets konzentrieren, meist mit weiblichen Ensembles, die sich an ein junges Publikum richten. Wir schauen uns auch mögliche Verfilmungen von Jugendliteratur an, aufbauend auf Elizabeths Arbeit in den Tribute-von-Panem-Filmen. Darauf wird also vorerst unser Augenmerk liegen.

FF: Gibt es weitere Pläne für das Pitch-Perfect-Franchise, falls der zweite Film erfolgreich sein wird, was ja sehr wahrscheinlich ist?

MH: Es gibt aktuell noch keine konkreten Pläne. Jeder wartet darauf, wie gut der Film läuft. Wir werden es bald wissen. Ich denke, wir haben eine starke und sehr wertvolle Marke erschaffen und es gibt zahlreiche Optionen, die man in der a-cappella-Welt erforschen könnte, wenn wir weitermachen, aber was diese Optionen sind, kann ich nicht sagen, bevor der zweite Film angelaufen ist.

FF: Du und Elizabeth habt den ersten Film gemeinsam produziert, aber bei Pitch Perfect 2 feierte sie auch ihr Regiedebüt. Änderte das auf irgendeine Weise Eure Zusammenarbeit während der Dreharbeiten?

MH: Nicht wirklich. Wir haben insofern viel Glück, als dass unsere Persönlichkeiten und Fertigkeiten sich gegenseitig super ergänzen. Sie ist genau so, wie man sie sieht: dynamisch, charismatisch und hat stets die Nase vorn. Meine Art war es immer, im Hintergrund zu bleiben, zu helfen und Strategien zu machen. Diese Pressetour ist auch etwas Neues für mich. Für gewöhnlich kümmert es niemanden, was ich zu sagen habe. (lacht) Es hat sich absolute natürlich angefühlt, dass ich einen Film produziert habe, bei dem sie Regie geführt hat. Die Passung war perfekt.

FF: Wie wurde die Entscheidung getroffen, dass Elizabeth den Film inszenieren würde?

MH: Es war die Mischung aus mehreren Faktoren. Sie war zu bescheiden, um sich selbst als Regisseurin vorzuschlagen. Wir wussten, dass sie gerne Regie führen würde und nicht wusste, bei welchem Film. Viele Regie-Erstlinge, insbesondere, wenn sie zuvor Schauspieler waren, drehen zunächst kleine Independent-Filme. Ich wollte das eigentlich wirklich nicht für sie und wollte, dass sie direkt mit einem Film auf Studio-Level einsteigt. Zum Glück hatte sie die Unterstützung der Universal-Vorsitzenden Donna Langley. Sie sah den Kurzfilm, den Elizabeth über Herzerkrankungen von Frauen gedreht hat und der zahlreiche Preise gewann, und war sehr beeindruckt. Innerhalb von zwei Monaten danach bot sich die Gelegenheit, Pitch Perfect 2 zu inszenieren. Ursprünglich wollten wir, dass Jason Moore, der auch Teil 1 gemacht hat, zurückkehrt. Er wurde jedoch bereits für eine Komödie mit Tina Fey und Amy Poehler (Sisters) verpflichtet. Wir standen also unter Druck, Ersatz zu finden und es wurde ziemlich schnell klar, dass es Elizabeth werden würde.

Max Handelman Interview 1

FF: Pitch Perfect war ein großer Erfolg und natürlich sind Fortsetzungen in Hollywood fast immer größer in ihren Maßstäben, aber auch was Budget betrifft. War es eine große Herausforderung oder eher befreiend, diesmal mit mehr Geld arbeiten zu können?

MH: Es war nicht wirklich befreiend. Es war schon eine Herausforderung, weil man verantwortlich ist für ein großes Budget und deshalb auch eine größere Verantwortung gegenüber dem Studio und den Geldgebern trägt. Allerdings waren unsere Produktionskosten nicht immens höher als beim ersten Film. Es war größer, aber es war trotzdem ein relativ geringes Budget für das Studio. Aber der Anstieg des Budgets ermöglichte es uns, im größeren Maßstab in der Fortsetzung zu arbeiten. Wenn man sich die beiden Filme nacheinander anschaut, merkt man wirklich den Unterschied. Es war eine großartige Gelegenheit für uns, diese Welt auszuweiten und es Elizabeth ermöglichen, dem Film ihren eigenen Stempel aufzudrücken, anstatt Teil 1 einfach zu wiederholen.

FF: Wie ist die Idee entstanden, die Weltmeisterschaft ausgerechnet in Kopenhagen stattfinden zu lassen?

MH: (lacht) Es ist lustig, wie willkürlich viele Entscheidungen getroffen werden. Wir haben in Baton Rouge, Louisiana gedreht und wir wollten nicht, dass die Weltmeisterschaft in einer Stadt spielt, die US-Amerikaner schnell wiedererkennen könnten, wie Paris, London oder Rom. Wir wollten auch nicht, dass es in Berlin ist, weil Sound Machine, die deutsche Gegner-Band, keinen Heimvorteil haben sollte. Also wählten wir Kopenhagen, weil wir dachten, dass es eine Stadt sei, von der zwar viele Amerikaner gehört haben, sie aber nicht gut kennen, also könnte sie einfach irgendwie aussehen. Aus unserer Perspektive erscheint Kopenhagen auch als eine glamouröse, sexy Stadt, die Amerikaner gerne besuchen würden. So einfach kam es also dazu.

FF: Wie funktioniert der Entscheidungsprozess bezüglich der Songs im Film? Hat (die Drehbuchautorin) Kay Cannon die Songs bereits ins Drehbuch geschrieben oder habt Elizabeth und Du die Lieder später ausgesucht?

MH: Kay schreibt die Songs gerne direkt ins Drehbuch rein, wenn sie schreibt, weil es ihr hilft, die Szenen gedanklich zu strukturieren. Die Songs bestimmen die Stimmung und die Emotionen in den Szenen. Jedoch in etwa 95% der Fälle gingen wir nochmal zurück und wählten dann unsere eigenen Lieder, basierend auf eine Reihe von Faktoren. Der wichtigste davon ist schlicht die Tatsache, dass man nicht alle Songs bekommt. Manche sind zu teuer, andere können einfach nicht lizensiert werden und manche Autoren wollen ihre Songs nicht freigeben. Ein anderer Grund, der vielen nicht bewusst ist, ist, dass es viele großartige Songs gibt, die sich nicht gut für a cappella anbieten. A cappella hat einen ganz bestimmten Sound, im Sinne davon, wie man die Songs runterbricht. Das funktioniert nicht mit jedem Song.

FF: Wie habt Ihr die Rechte dazu bekommen, den Präsidenten und die First Lady im Film zeigen zu dürfen?

MH: Es war relativ einfach. Es handelt sich dabei um lizensiertes Archivmaterial von CNN oder C-Span. Weil sie in den USA Personen öffentlichen Interesses sind, darf man Video- und Bildmaterial von ihnen verwenden, so lange es nicht zu negativen Zwecken missbraucht wird. Wir haben außerdem gehört, dass die Obamas Fans des Films sind. Nach dem ersten Teil wurden einige unserer Schauspieler zu verschiedenen Zeitpunkten ins Weiße Haus eingeladen, um dort aufzutreten. Ich bin also voller Zuversicht, dass die Obamas ihre kleine Rolle im Film mögen werden.

FF: Was ist Deine Lieblings-Musiknummer im Film?

MH: Das ist eine gute Frage. Egal was ich wähle, werde ich bestimmt die eine oder andere Person beleidigen, aber ich persönlich liebe die Eröffnungsnummer von Sound Machine bei der Autoshow, wenn sie "Uprising" von Muse singen.

Max Handelman Interview 2

FF: Snoop Dogg hat einen Gastauftritt in dem Film. Wie ist es dazu gekommen? War er auch ein Fan des ersten Films?

MH: Ja, war er und seine Tochter ist auch ein Riesenfan. Nicht dass Snoop Doog Schwierigkeiten damit hätte, cool zu sein, aber er dachte, er würde besonders cool auf seine Tochter wirken, wenn er in dem Film auftritt.

FF: Der erste Pitch Perfect wurde ein großer Erfolg im Heimkino. Denkt man als Produzent bereits über diesen Markt nach, wenn man die Fortsetzung dreht, oder liegt der Fokus primär auf dem Einspiel in den Kinos?

MH: Man denkt nicht von Anfang an darüber nach. Aber man kann darüber spekulieren, weshalb bestimmte Arten von Filmen besser funktionieren als andere. Wir haben erwartet, dass Pitch Perfect einen hohen Wiederanschauungswert besitzen würde, vor allem wegen der Musik. Aber auch als Komödie hatte der Film viel sehr einprägsame Zitate, die die Leute gerne wiederholen. Ich denke, das waren die Faktoren, weshalb der Film so erfolgreich auf DVD und Video-on-Demand wurde. Die Zuschauer haben ihn einfach immer wieder gerne angeschaut. Ich bin zuversichtlich, dass es auch beim zweiten Teil passieren wird, aber hoffentlich werden die Zuschauer ihn auch im Kino mehrmals sehen. Das ist das erste Ziel.

FF: Der erste Film wurde 2012 im Herbst und in verhältnismäßig wenigen Kinos gestartet. Das Sequel startet nun im Mai, inmitten von großen Sommerblockbustern. Wie fühlt es sich an, zu versuchen, sich gegen die ganz großen Dinger zu behaupten?

MH: Nun, diese Frage kann am besten die Marketingabteilung von Universal beantworten. Aber ich weiß, dass sie an Pitch Perfect 2 wirklich glauben und ihn als einen Film sehen, der für die breite Masse und lange in den Sommer hinein spielen kann. Sie standen immer hinter dem Film und glaubten, dass er ein großer Erfolg werden wird. Sie sehen den Film nicht als Gegenprogramm zu den Blockbustern, weshalb sie auch einen TV-Spot während des Super Bowls, der meistgesehenen Sendung des Jahres in den USA, laufen ließen. Ich war wirklich überrascht, als ich das Startdatum erfahren habe und gesehen habe, wie nah wir an dem zweiten Avengers-Film sind. Es ist ein vollgepackter Sommer mit vielen großen Filmen und wir haben einen davon – das würde man bei Universal sagen.

FF: In dem Fall wünsche ich Dir viel Glück mit dem Film und bedanke mich für das tolle Interview!

von Arthur Awanesjan
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Rebel Wilson (Darstellerin)
Elizabeth Banks (Regisseurin/Darstellerin/Produzentin)

Bildmaterial © 2015 Universal Pictures

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