A World Beyond (2015)

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A World Beyond (2015) Filmkritik
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

Tomorrowland, USA 2015 • 130 Min. • Regie: Brad Bird • Drehbuch: Brad Bird, Damon Lindelof, Jeff Jensen • Mit: George Clooney, Britt Robertson, Hugh Laurie,  Judy Greer, Raffey Cassidy, Kathryn Hahn, Pierce Gagnon, Thomas Robinson • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 21.05.2015 • Deutsche Website

Obwohl er vor allem aufgrund von Animationsfilmen wie Der Gigant aus dem All oder Die Unglaublichen bekannt und geschätzt ist, sammelte Brad Bird auch schon Erfahrung im Realfilm und hauchte der langsam eingehenden Mission: Impossible-Reihe mit Phantom Protokoll neues Leben ein. Mit Oscarpreisträger George Clooney, Scream-4-Darstellerin Britt Robertson, Hugh "Dr. House" Laurie und den überraschend großartigen Kinderdarstellern Thomas Robinson, Raffey Cassidy und Pierce Gagnon wagt sich Bird nun an seinen zweiten Realfilm.

 A World Beyond (2015) Filmbild 1Wie einst Fluch der Karibik, basiert auch die Idee für A World Beyond (Originaltitel: Tomorrowland) auf einer Disneyland-Attraktion. So finden wir uns auch zu Beginn des Films in einem Disney-Freizeitpark wieder, wo das junge Technik-Genie Frank (Thomas Robinson) dem älteren David Nix (Hugh Laurie) seine neueste Erfindung vorstellt und sich so die Aufmerksamkeit der kleinen Athena (Raffey Cassidy) ergattert. Diese gibt ihm einen kleinen Anstecker, der sich schnell als Eintrittskarte für Tomorrowland entpuppt. Genau so einen findet auch Casey (Britt Robertson) viele Jahre später, was zu einer Reihe aufregender Ereignisse führt. Sie trifft auf den in die Jahre gekommenen Frank (jetzt: George Clooney), der sich um jeden Preis von Tomorrowland fernhalten möchte.

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Die nichtssagenden Trailer alleine machten A World Beyond reizvoll, weil es zur Zeit von massiv spoilenden Vorschauen endlich mal wieder eine Reise ins Ungewisse ist. Blöd nur, wenn sich all das letztendlich als viel Wind um nichts entpuppt und Tomorrowland eigentlich gar nicht so interessant ist. Denn Brad Bird möchte nicht einfach nur ein spaßiges Sci-Fi-Abenteuer inszenieren, sondern eine ernsthafte und aktuelle Thematik im Rahmen eines Familienfilms erzählen, wodurch die Erkundung der mystifizierten Kunterbunt-Stadt aber leider zu kurz kommt.

A World Beyond (2015) Filmbild 2Das ist im ersten Moment vielleicht etwas ernüchternd, man darf man sich dann aber "freuen", nicht noch mehr glattpoliertes CGI und furchtbares Green Screen sehen zu müssen. Denn nicht nur visuell sieht A World Beyond einfach zu sehr nach Disney-Animation-Optik aus: Die leicht überzeichneten Charaktere, die kindlichen Kicher-Gags und die Extremen von quietschbunter und düsterer Atmosphäre – alles fühlt sich an, als gehöre es in einen Animationsfilm. Die Realfilm-Devise ist dabei lediglich Stütze zur Untermalung der realen Grundthematik. Unsere Welt geht den Bach runter, aber was tun wir dagegen?

A World Beyond (2015) Filmbild 3Der Spagat zwischen Realfilm und Kinder-Animationsfilm-Feeling bricht dem Film beinahe das Genick. Obwohl alles auf seine Weise annehmbar ist, beißt es sich im Gesamtbild. So sind es vor allem der Überschuss an durchgeknallten Ideen und die gesamte Überzogenheit, die mit illusionsraubendem CGI gekoppelt nicht zu den eher bodenständigen Charakterproblemen und der "Wie retten wir die Welt?"-Thematik passt. Für sich funktioniert das meiste zwar – die karikativ Action ist spaßig und die Motive der Charaktere nachvollziehbar (um für jede Seite mal ein Beispiel zu geben) – jedoch greifen die Genre-Zahnräder nicht ineinander.

Aber es ist nicht nur das, was einen nie richtig in den Film eintauchen lässt. Auch wenn geklärt ist, dass es weniger um eine farbenfrohe Fantasywelt geht, und man nach dem ca. 90-minütigen Ausbau des Mysteriums um Tomorrowland merkt, dass gar nicht viel mehr dahinter steckt, wartet man auch danach vergeblich auf den großen, wegweisenden Moment, der den Zuschauer auf die versprochene wilde Achterbahnreise mitnimmt.

Fazit

Brad Birds neues Sci-Fi-Abenteuer ist in fast jeder Hinsicht mehr Animationsfilm mit echten Darstellern als ein Realfilm – und genau das ist das Problem! Mit seiner erwachsenen Weltansicht auf der einen, und der kindlichen Spaß-Verarbeitung auf der anderen Seite, ist "A World Beyond" für niemanden so wirklich etwas. Talent für das Animations-Genre hat Brad Bird aber anscheinend immer noch und so können wir uns wenigsten auf "Die Unglaublichen 2" freuen.

Trailer