Liebe Filmfutter-Fans,
Regisseur Stephen Daldry ist vielleicht nicht jedem Filmfan bekannt, seine Filme dürften allerdings die meisten kennen und viele auch lieben. Mit seinem ersten Film, Billy Elliot, schlug er gleich große Wellen und erhielt seine erste Oscarnominierung als "Bester Regisseur". Drei ebenfalls umjubelte Filme folgten – The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Der Vorleser und Extrem laut und unglaublich nah. Jeder seiner ersten vier Filme wurde entweder als "Bester Film" oder für "Beste Regie" bei den Oscars nominiert, zwei davon sogar in beiden Kategorien. Insgesamt gab es 19 Oscarnominierungen für die vier Werke. Da ist es kein Wunder, dass auch sein fünfter Film, wieder eine Bestsellerverfilmung, auf Anhieb Neugier weckt. Diesmal verzichtete Daldry auf allzu große Stars wie Kate Winslet oder Nicole Kidman in den Hauptrollen, auch wenn namhafte Nebendarsteller wie Schauspielveteran Martin Sheen und Rooney Mara (Verblendung) in Nebenrollen auftreten. Im Mittelpunkt von Trash stehen drei junge brasilianische Darsteller. Sie spielen die Straßenkinder Raphael, Gardo und Ratte, die in einem brasilianischen Favela leben und Tag für Tag auf einer riesigen Mülldeponie nach verwertbaren Gegenständen suchen. Eines Tages fällt ihnen eine kleine Ledertasche mit Geld in die Hände, doch die Tasche hat auch weitaus brisanteren Inhalt, der die drei Kinder in Lebensgefahr bringt und sie schließlich zu Helden werden lässt.
Ab heute läuft diese brasilianische Version von Slumdog Millionär mit einem Touch City of God in den deutschen Kinos. Der Filmtitel ist hier zum Glück nicht Programm. Starke Bilder und talentierte junge Darsteller machen Trash zu einem wirklich sehenswerten Erlebnis, wie man es so dieses Jahr vermutlich nicht mehr finden wird. Das Drehbuch zu Trash stammt übrigens aus der Feder des gefeierten Autors Richard Curtis (Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Tatsächlich…Liebe, Notting Hill).
Falls Euch die Geschichte von Trash interessiert und Ihr die Vorlage zum Film kennenlernen wollt, die im Rowohlt Verlag erschienen ist, dann solltet Ihr an unserem kleinen Gewinnspiel zum deutschen Kinostart des Films teilnehmen. Wir verlosen nämlich mit freundlicher Unterstützung von Universal Pictures Germany ein Fanpaket zu Trash samt eines Original-Filmplakats und des Romans "Trash" von Andy Mulligan. (Abbildungen unten)
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet einfach nachstehende Frage und hinterlegt bitte zwecks Zusendung der Gewinne eure Kontaktdaten. Eure Daten werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Viel Glück!
Für welchen dieser Filme erhielt Trash-Regisseur Stephen Daldry keine Oscarnominierung als "Bester Regisseur"?
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Einsendeschluss ist am Freitag, den 26. Juni 2015.
Teilnahmeberechtigt sind nur volljährige Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Es ist nur eine Teilnahme pro Person möglich. Unvollständige Bewerbungen können leider nicht berücksichtigt werden. Die Mitarbeiter von FILMFUTTER sind von der Verlosung ausgeschlossen.
Viel Glück!
Filminfhalt:
"Raphael bewohnt eine Mülldeponie in Brasilien. Die Tage verbringen er und seine Freunde Gardo und Rato damit, durch Berge von dampfendem Müll zu waten. Sie sichten, sortieren, atmen und leben den Abfall. Ja, sie schlafen sogar auf ihm. Doch eines Tages verändert sich die Welt schlagartig für sie. Raphael findet eine kleine Ledertasche. Eine Tasche voller versteckter Hinweise, eine Tasche voller Hoffnung, eine Tasche, die nicht nur sein Leben verändern wird.
Bald laufen Raphael, Gardo und Rato um ihr Leben und werden nicht nur von der Polizei gejagt. Mit ihrer schnellen Auffassungsgabe und der Fähigkeit, sich aus vielem herauszureden, gelingt es ihnen, die Geschichte eines Verstorbenen aufzudecken…."
Copyright: Bilder und Videomaterial © 2015 Universal Pictures Germany








Diesen Kinostart nahmen wir wieder als Anlass für ein kleines Bloggerspecial mit dem Thema "Unser Lieblings-Berlin-Film". Vor Victoria gab es einen Film mit/über/von Berlin, der es schaffte, das Lebensgefühl und die Lebenslage des Protagonisten zu spiegeln. Irgendwie schafft es diese Stadt immer wieder, sowohl im zentralen Fokus, als auch als untermalende Bühne für krasse Geschichten herzuhalten. Die Rede ist von Oh Boy (2012) mit Tom Schilling als Endzwanziger Niko, der an einem Tag und in einer Nacht ziellos durch die Straßen Berlins streift. Dem in Schwarz & Weiß gedrehten Debütfilm von Jan-Ole Gerster gelingt es, beinah poetische Verbindungen zwischen seinen zum Teil stückelhaften Strukturen, seinen pointierten Dialogen, wirklich brauchbarer (ja, sowas gibt es!) Jazz-Musik als Soundtrack und definierenden Stimmungsbildern einer pulsierenden Großstadt im Gegenzug zu den gegensätzlichen, menschlichen Konfrontationen von Distanziertheit, Respektlosigkeit bis hin zu Gewalt des Hauptprotagonisten herzustellen. Der Blick lastet immer auf Studienabbrecher Niko, der seine Fahrrinne gar nicht mehr so recht zu suchen scheint und somit zeigt Regisseur Gerster passgenau die dreckigen und trashigen Insider-Tipps (wenn überhaupt) dieser schönen Stadt.
Erinnert Ihr Euch daran, wie Ihr das erste Mal eine ganz neue leckere Speise gegessen habt oder wie Ihr zum ersten Mal eine coole neue Stadt bereist habt? Es mag danach noch viele andere, ähnlich leckere Speisen und noch viele weitere tolle Trips in die gleiche Stadt gegeben haben, doch es ist das erste Mal, das einen prägt und das häufig eine unerreichbare Messlatte bildet. Mit Jurassic Park hat Steven Spielberg 1993 die Dinosaurier auf der Leinwand zum Leben erweckt. Er war nicht der erste, der die Riesenechsen, die die Menschheit bereits seit über einem Jahrhundert faszinieren, auf Film gebannt hat, doch keiner tat es so überzeugend und glaubwürdig wie er. Star Wars entführte die Zuschauer in fremde Welten, Richard Donners Superman hat einen glauben lassen, ein Mensch könnte fliegen und Spielbergs perfekt kalibrierter Blockbuster zeigte, wie Dinosaurier Seite an Seite mit Menschen existieren könnten. In der ersten Begegnung mit dem Brachiosaurus fällt nicht nur den Protagonisten des Films die Kinnlade runter, sondern auch den damaligen Zuschauern.
Damit war die Katze jedoch aus dem Sack. Nach Jurassic Park wusste jeder Kinogänger, wie Dinosaurier aussehen. Das Gefühl des Staunens kann man kein zweites Mal so einfangen, im Vordergrund stand also die Frage, wie man das Gesehene sonst noch toppen kann. Die Fortsetzungen befolgten das Hollywood-Rezept: "Größer, schneller, lauter". Im zweiten Film gab es also zwei T-Rex und im dritten dann noch Flugsaurier und den Spinosaurus, der erst einmal den Publikumsliebling T-Rex töten (großer Fehler!) und damit zeigen durfte, dass er der ultimative Badass unter Dinos ist. An dieser Stelle muss ich mich outen, dass auch der zweite und der dritte Film mir Spaß gemacht haben, was an meiner ununterbrochenen Affinität für Uhrzeitechsen liegen mag, doch es steht außer Frage, dass weder Die verlorene Welt noch Jurassic Park III an den ersten Film herankamen. Waren die Ansätze immer falsch oder war der erste Jurassic Park einfach ein Zaubertrick, der nur funktioniert, wenn man ihn das erste Mal sieht?
Colin Trevorrow, der Regisseur und Co-Autor von Jurassic World, scheint sich selbst nicht ganz sicher zu sein, was die Beantwortung dieser Frage angeht. Während die anderen Sequels versucht haben, eine neue Geschichte auf einer neuen Insel zu erzählen, will Jurassic World gar nicht ein eigenes Ding sein. Getreu dem Motto "das Original ist das Wahre" strotzt der Streifen vom Anfang bis zum Ende (und viele Male zwischendurch) nur so vor Referenzen, Hommagen und Verbeugungen vor Steven Spielbergs Meisterwerk (da habe ich es gesagt!). Sei es die Gestaltung bestimmter Szenen, die Figurenzeichnung (waren Lexi und Tim im Originalfilm Scheidungskinder, so stehen die Eltern von Claires Neffen auch hier kurz vor der Scheidung) oder ein Mitarbeiter, der dafür ermahnt wird, ein Original-"Jurassic Park"-T-Shirt zu tragen – der Einfluss von Jurassic Park ist jederzeit zu spüren. Vielleicht war das gerade die richtige Entscheidung, denn mit Jurassic World erschufen Trevorrow und sein Team die bislang beste Fortsetzung des Dino-Abenteuers. Dadurch, dass der Park uns wieder durch die staunenden Augen eines Jungen präsentiert wird, gelingt es Jurassic World zumindest teilweise, die Magie und das Gefühl des Staunens einzufangen, durch welches der erste Film sich auszeichnete.
Die menschlichen Charaktere sind nicht der Rede wert. Chris Pratt spielt eine Version von Peter Quill aus Guardians of the Galaxy nur mit weniger flotten One-Linern und sollte der Film seine Bewerbung um die Indiana-Jones-Rolle sein, so hat er sich gut geschlagen, doch eine weitere Dimension hat der Charakter nicht. Ebenso geht es Bryce Dallas Howard, die eisig-unterkühlt anfängt und natürlich mütterliche Gefühle für ihre Neffen und romantische für Owen entwickelt. Vincent D’Onofrio spielt den Militär-Fiesling, wie er im Buche steht, und der Ziemlich-beste-Freunde-Star Omar Sy ist sträflich unterfordert als Owens bester Kumpel und Kollege. Doch Menschen waren nie die größte Stärke von Jurassic Park, sondern Dinos und daraus macht Jurassic World auch keinen Hehl. Es ist schon ein amüsanter Meta-Kommentar, dass die Parkbesucher sich nur noch von größeren, böseren und furchterregenderen Dinosauriern begeistern lassen. Neben den altgedienten Raptoren und dem T-Rex muss also auch der Indominus Rex herhalten, eine Gen-Mischung aus T-Rex, Tintenfisch, Fröschen und X (die letzte Zutat dürfte den meisten Zuschauern aber recht schnell klar werden). Natürlich stehen die Parkbesucher stellvertretend für die Kinogänger und Jurassic World unterwirft sich eben jenem Zwang zu "mehr". Ob man sich dann noch auf der Meta-Ebene befindet, ist vor lauter Referenzen und Ehrerbietungen auch nicht mehr klar, doch zum Glück auch irrelevant, denn bereits die nächste dicht aneinander gereihte Dino-Actionszene weiß es gut, von solchen Gedanken abzulenken. Wer sich fragt, wie die unvermeidliche Fortsetzung aussehen soll (schließlich kann man ja so ein Park-Desaster nicht zum dritten Mal zeigen), sei unbesorgt: der Film sät Samen für ein Sequel, das eine ganz neue Richtung einschlagen sollte und das wird hoffentlich besser klappen als bei den Vorgängern.









Jirô Horikoshi ist seit seiner frühesten Kindheit fasziniert vom Fliegen. Er wuchs Anfang des 20. Jahrhunderts im aufstrebenden Japan auf. Somit erlebte er auch hautnah das verheerende Kantô-Erdbeben 1923 und die anschließende Wirtschaftskrise mit. Doch in den folgenden Jahren des aufsteigenden imperialistischen Japans kann er endlich sein Können als Flugzeugkonstrukteur unter Beweis stellen. Er beginnt, für Mitsubishi zu arbeiten, und steigt mit der Hilfe seines Mentors Kurokawa allmählich auf. Nebenbei trifft er Naoko Satomi wieder, die er bereits beim Erdbeben kennenlernte. Beide verbindet seit ihrer ersten Begegnung eine innige Zuneigung. Als sie sich einige Jahre später wiedertreffen, können sie ihrer Liebe eine Chance geben. Doch Satomi erkrankt an Tuberkulose. Mit viel Hingabe kümmert er sich um sie, ohne seine Arbeit aus dem Blick zu verlieren. Nach unzähligen Rückschlägen gelingt ihm dann endlich der Durchbruch: die Entwicklung des als „Zero“ bekannt gewordenen Trägerjagdflugzeugs Mitsubishi A6M. Es ist ein Meilenstein in der militärisch genutzten Luftfahrt Japans. Aber je erfolgreicher er wird, desto schlechter steht es um Naokos Gesundheit.
Es gibt wohl kaum einen anderen, der es bei einem „Trickfilm“ in Überlänge so gekonnt schafft, das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute zu begeistern. Und genau daher traut es sich auch niemand zu sagen, dass Wie der Wind sich hebt Hayao Miyazakis letzter Film sein wird. Immer wieder liest man: sein wahrscheinlich letzter Film. In der Tat würde sich mit Miyazaki ein Altmeister zurückziehen, der wie kein anderer den japanischen Anime beeinflusst und immer wieder aufs Neue geformt hat. Falls es dennoch sein allerletztes Werk bleiben sollte, hätte er sich mit Wie der Wind sich hebt ein ehrwürdiges Denkmal gesetzt. In fünf Jahren intensiver Arbeit ist ein wunderschön gezeichnetes Porträt eines Mannes entstanden, der sich schon als kleiner Junge fürs Fliegen faszinierte. Für ihn stand dabei nie die Beihilfe zum Krieg im Vordergrund, im Gegenteil. Miyazaki stellt die reine Faszination für Flugzeuge, die er auch privat hegt, und den Traum des Fliegens in den Mittelpunkt. Die schrecklichen Seiten des Krieges klammert er dennoch nicht aus. Seine Haltung zum Krieg wird auch in seinen früheren Werken deutlich. Er zeigt klar die Schattenseiten auf, ohne etwas zu verschleiern. Und doch kann er Jirô als Konstrukteur für Kampfflugzeuge nicht verurteilen. Schließlich wird er nicht vom Kriegsgedanken gesteuert, sondern einzig und allein von seiner Leidenschaft, Flugzeuge zu bauen. Und da es die Zeit erfordert, baut er eben Kampfflugzeuge. Die Geschichte wird mit so viel Gefühl und Detailverliebtheit erzählt, dass man gar nicht anders kann, als Wie der Wind sich hebt als ein weiteres Meisterwerk aus dem Hause Ghibli zu bezeichnen.
Ein Experiment, die Erdanziehungskraft zur Energiegewinnung zu nutzen, geht schief. Das Gravitationsfeld der Erde kehrt sich um, wodurch ein Großteil der Erdoberfläche zerstört wird. Viele Menschen, Tiere, Häuser und andere Objekte fliegen gen Himmel und verschwinden. Einige Jahre später herrscht an der Oberfläche ein totalitäres Regime, das die wenigen Nachfahren der Überlebenden unterdrückt und für seine Zwecke nutzt. Durch Gleichschaltung und die bedingungslose Befolgung der Regeln des Tyrannen Izamura ist das Leben auf der Erde eintönig geworden. Für Age zu eintönig. Er widersetzt sich immer wieder der strikten Ordnung und liebt es, in den Nachthimmel zu schauen. Und das obwohl Sünder in den Himmel fallen. In der Nation Aiga gelten die Bewohner der Nation Aiga als die letzten Menschen im Universum. Doch dann taucht Patema auf. Sie stammt aus dem Untergrund, der sogenannten Gefahrenzone. Von ihrer Neugier getrieben erkundet sie die unterirdischen Tunnelsysteme und fällt in ein Loch. Dadurch gelangt sie in eine Welt, in der alles auf dem Kopf zu stehen scheint. So auch der junge Age, der ihr hilft, nicht weiter in den Himmel zu stürzen. Hand in Hand versuchen sie, Patema in ihre Welt zurückzubringen. Doch schnell kommt der tyrannische Izamura ihnen in die Quere und bringt das junge Mädchen in seine Gewalt. Mit der Hilfe von Porta, der ebenfalls aus der Gefahrenzone stammt, gelingt es Age, Patema zu befreien. Doch der einzige Ausweg führt für den einen nach oben und den anderen nach unten. Ohne sich loszulassen, müssen beide ihre Angst überwinden.
Yoshiura Yasuhiro präsentiert mit Patema Inverted ein im wahrsten Sinne des Wortes inverses Anime-Projekt. Es geht um verkehrte Welten, die im Grunde doch gleichherum funktionieren, auch wenn sie ihre eigenen Regeln haben. Das Spiel mit oben und unten wirkt mitunter verwirrend, aber zugleich extrem spannend. Immer wieder ertappt man sich dabei zu prüfen, ob das Bild denn so herum nun richtig ist. Oder müsste er jetzt nicht nach oben beziehungsweise sie nach unten fallen? Diesen Wechsel von Auf und Ab nutzt Yasuhiro auch ganz bewusst bei seinen Kameraeinstellungen aus. Immer wieder dreht inmitten einer Szene das Bild, wodurch zudem eine ganz eigene Dynamik der Komik entsteht. Er spielt mit der menschlichen Orientierung, verwirrt in den richtigen Momenten, um die Spannung weiter voranzutreiben. Die Materie ist an einigen Stellen schwer zu durchdringen, aber durchaus unterhaltsam. Durch die jungen Protagonisten und die klaren Bilder ist der Film auch etwas für jüngere Zuschauer. Der zum Teil fordernde Stoff dürfte aber bei ihnen noch mehr Fragen aufwerfen. Patema Inverted ist ein Anime mit einem interessanten Thema, der über weite Strecken unterhaltsam und spannend ist, den Zuschauer am Ende aber mit ein paar Fragen zurücklässt.
1878, Japan beginnt, sich unter dem Meiji-Kaiser dem Westen zu öffnen. Es sind turbulente Zeiten, auch für Kenshin Himura (Takeru Satô). Früher ein mordender Samurai, hat sich Kenshin mittlerweile für einen friedvolleren Weg entschieden. Ab sofort zieht er sein Schwert nur noch, um den Schwächeren und Unschuldigen zu helfen. Bei seinem Streifzug durch das Japan der Meiji-Periode trifft er auf Kaoru Kamiya (Emi Takei). Sie ist Ausbilderin in dem Dôjô ihres Vaters in Tokyo und bietet Kenshin an, dort zu bleiben. Als er sich dazu entschließt, läuft sein Leben endlich so, wie er es sich nach all den Jahren des Tötens gewünscht hat. Doch schnell holt ihn seine Vergangenheit ein. In Tokyo treibt ein Mörder sein Unwesen, der Kenshins alten Kämpfernamen „Battôsai“ verwendet. Nach einigen turbulenten Zwischenfällen entschließt er sich dazu, den wahren Täter zu finden. Dabei trifft er auf seine alten Feinde und enthüllt ein gefährliches Komplott.
Wie so viele andere Filme auch in diesem Jahr auf dem Japan-Filmfest ist Rurouni Kenshin eine Manga-Verfilmung. Die Handlung basiert auf den in den 90er-Jahren veröffentlichten Geschichten von Mangaka Nobohiro Watsuki. Die Serie teilt sich in drei Kapitel, an denen sich auch die Filme orientieren: Tokyo-, Kyoto- und Jinchû-Kapitel. Der zweite und dritte Film Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno und Rurouni Kenshin – The Legend Ends laufen ebenfalls auf dem diesjährigen JFFH. Am Sonntag hat jeder noch mal die Möglichkeit, im Studio-Kino ab 14.30 Uhr alle drei Teile hintereinander zu sehen. Eine Kritik zum zweiten Teil folgt von unserer Seite aus dann voraussichtlich am Sonntag.
Das Ende der Edo-Zeit rückt näher, als in Kyoto plötzlich ein Zombie aus dem Nichts auftaucht. Gesutaro Kuzuyama (Yûki Himura) und seine Spezialtruppe der Shinsengumi stehen schnell einer wachsenden Horde menschenhungriger Zombies gegenüber. Von ihrer Ehre getrieben, sind sie gewillt, Kyoto zu beschützen und von den Invasoren zu befreien. Der Kampf scheint zunächst aussichtslos, da keiner weiß, wie man dem Problem Herr werden kann. Dank des Fremden Ryôma Sakamoto (Kazushi Watanabe) gelingt es jedoch, mit einem der Zombies zu kommunizieren. Schließlich spricht George (Chad Mullane) Amerikanisch, und Ryôma hat sich durch den Kontakt zu einigen Amerikanern in der Vergangenheit Kenntnisse ihrer Sprache angeeignet. Nichtsdestotrotz eskaliert die Situation. Am Ende heißt es nur noch Samurai gegen die Untoten. Wer da wohl den Kürzeren zieht?
Oh Mann. Wo fängt man da am besten an? Die Handlung ist sehr übersichtlich und schnell zusammengefasst: Kyoto wird von Zombies überrannt, und die Shinsengumi versucht, sie aufzuhalten. Das ist alles. Selten passiert mal etwas „Unerwartetes“, der Film dümpelt so vor sich hin. Ab und an gibt es mal einen Moment, der zum Lachen animiert, aber leider viel zu selten. Die Erwartungen an den Film sind völlig andere gewesen. Samurai of the Dead spricht keine Genrefans an, da er sich selbst keinem Genre zuordnen lässt. Er ist kein guter Splatter- oder Horrorfilm, dafür gibt es zu wenig Blut und keine Schockmomente. Er ist auch keineswegs ein guter Samurai-Film, und für eine Komödie hat er zu wenige Highlights. Diese Mischung aus allem ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Wer eine unterhaltsame Horrorkomödie erwartet, wird dadurch zwangsläufig enttäuscht. Der einzige Pluspunkt ist die geringe Laufzeit von 72 Minuten – was einem aber während des Films deutlich länger vorkommt. Kazushi Watanabes Werk ist in vielerlei Hinsicht nicht nachvollziehbar und lässt einiges an Potenzial ungenutzt. An zu vielen Stellen wirkt der Film halbherzig umgesetzt. So leid es mir tut, aber damit ist Samurai of the Dead meine erste größere Enttäuschung auf dem diesjährigen Japan-Filmfest.







