Stephen Kings Es Teil 2

© 2017 Warner Bros. Pictures

Quellen: Game Spot, Yahoo! Movies

Es ist so weit. Pennywise, der Urvater aller Gruselclowns, wird wieder auf die Menschheit losgelassen. Wie schon in Stephen Kings Romanvorlage, in der das Monster alle 27 Jahre auf Kinderjagd geht, kommt die erste Kinoadaption des Horror-Epos genau 27 Jahre nach der TV-Miniserie, die eine ganze Generation geprägt hat und Tim Curry untrennbar mit Pennywise verband. Unheimlicher Zufall, oder?

Gestern feierte Es in Los Angeles seine Weltpremiere und heute morgen fiel endlich das Embargo der Kritiker. Die frühen positiven Reaktionen haben sich offenbar bestätigt. Der allgemeine Tenor ist überwiegend sehr positiv (70/100 auf Metacritic), auch wenn nicht gerade auf Meisterwerk-Niveau. In München wird der Film heute Abend zum Auftakt des 31. Fantasy Filmfests ebenfalls seine Deutschlandpremiere feiern und schon sehr bald werden auch wir Euch berichten können, ob der ganze Hype wirklich berechtigt ist.

Denn der Hype ist riesig und erreichte Ausmaße, die bei einem Horrorfilm einzigartig sind. In den USA wird trotz des restriktiven R-Ratings ein Rekord-Start (für en Monat und das Genre) an den Kinokassen erwartet, der frischen Wind in die mauen Box-Office-Zahlen der letzten Wochen bringen soll. Die Frage ist nicht mehr, ob Es erfolgreich werden wird, sondern wie erfolgreich.

Von dem Erfolg hängt natürlich auch die Produktion des zweiten Teils ab. Dieser hat zwar noch kein grünes Licht, doch er wird bereits fleißig daran gearbeitet. Produzent Seth Grahame-Smith verriet kürzlich in einem Interview, dass man nur noch auf das "Okay" von Warner Bros. wartet, und er klang sehr zuversichtlich: (aus dem Englischen)

Wir sind geladen und entsichert, bereit in der Minute loszulegen, in der sie "Los" sagen. Das Drehbuch ist nicht fertig, aber es wird daran gearbeitet. Natürlich warten wir Filmemacher nur darauf, endlich anzufangen. Und wir haben eine sehr aufregende Grundform und (Co-Autor) Gary Dauberman arbeitet hart daran.

Ich bin recht optimistisch, dass wir den Film machen werden dürfen, aber es gab noch keine offizielle Entscheidung.

Regisseur Andy Muschietti verriet zuvor, dass geplant sei, den zweiten Film im nächsten Frühjahr zu drehen, was einen Kinostart irgendwann übernächstes Jahr nahelegt. Der zweite Teil von Es wird das Segment des Romans abdecken, in dem die erwachsenen Mitglieder des Clubs der Verlierer gegen Es kämpfen. Den ersten Rezensionen des Films nach zu urteilen, sind aber gerade die Jungdarsteller das Highlight des ersten Films und zum Glück wird man auf sie nicht verzichten müssen, denn im zweiten Film wird es laut Muschietti noch zahlreiche Flashbacks ins Jahr 1989 geben, die die Kinder noch drehen werden. Allein aus diesem Grund sollten die Dreharbeiten möglichst bald beginnen, da die Kinder schnell altern.

Außerdem wird sich der zweite Film höchstwahrscheinlich mit einem Aspekt des Romans auseinandersetzen, der in der TV-Miniserie von 1990 (vermutlich aus Budgetgründen) komplett unter den Tisch fallen gelassen wurde: das Makroversum, aus dem Es ursprünglich entstammt, eine dunkle Dimension des Nichts, die zwischen den Welten existiert. Es ist kein einfaches Konzept für alle, die die Vorlage nicht kennen und ist der abgefahrenste Aspekt der Vorlage, der weit über die simple Prämisse "böser Clown tötet Kinder" hinausgeht. Als Cary Fukunaga noch als Regisseur für den Film eingeplant war, hatte er vor, das große Finale dem Roman ähnlich umzusetzen, einschließlich eines interdimensionalen Portals. Muschietti wird sich in dieser Hinsicht zurückhalten. Genau genommen wird der erste Film noch nichts von der kosmischen/interdimensionalen Mythologie enthalten, doch er lässt sich dafür eine Tür im zweiten Film offen:

Ich wollte mich wirklich auf die emotionale Reise der Kinder konzentrieren. Diese andere Dimension, die andere Seite, das ist etwas, was wir im zweiten Teil einführen können. Im Buch ist die Erzählperspektive immer bei den Verlierern, sodass alles, was sie über Pennywise wissen, sehr spekulativ und umhüllt von Absurdidät ist. Also wollte ich diesem Gefühl der Ungewissheit, was auf der anderen Seite ist, Respekt zollen.

Außerdem wollte ich auch etwas für die zweite Hälfte übrig lassen, also wollte ich bodenständig und beim Blickwinkel der Kinder bleiben und nicht mit dem Makroversum oder dem ganzen transdimensionalen Zeug anfangen. Es gibt noch einen anderen Film, in dem wir das machen können. Hinzu kommt noch die harte Wahrheit, dass unser Film ein fixes Budget hatte und ich wollte nicht mit der Erschaffung einer anderen Dimension anfangen, die die Hälfte von unserem Budget verschlungen hätte. Dafür hätte ich viele andere Dinge opfern müssen. Also ist es ein Drahtseilakt, bei dem wir  dem Inhalt treu bleiben und vor allem dem emotionalen Aspekt des Buchs.

Das klingt gut für mich. Was in einem Roman gut funktioniert, lässt sich nicht immer genau so gut auf die Leinwand übertragen. Sogar Tim Curry war von dem Finale der Miniserie mit der heutzutage ziemlich lächerlich aussehenden Riesenspinne enttäuscht und ich hoffe, dass Es dafür eine andere Lösung finden wird.

Zunächst einmal können wir uns auf das Leinwand-Debüt von Pennywise am 28. September in den deutschen Kinos freuen.