RoboCop Returns Regie

© MGM

Quelle: The Hollywood Reporter

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Nach Remakes, Reboots und Neuinterpretationen erfasst ein neuer Trend Hollywood, bei dem man aus Altem Neues macht, ohne jedoch die Fans zu verärgern, indem man sich an heiligen Klassikern vergreift. Die Idee ist bei ausgelutschten Franchises die ganzen minderwertigen Fortsetzungen zu ignorieren und an den Original bzw. dem letzten allgemeingültig als gut anerkanntem Teil anzuknüpfen. Halloween schaffte das letztes Jahr mit großem Erfolg. Terminator: Dark Fate fiel mit der gleichen Strategie kürzlich zumindest an den Kinokassen auf die Nase.

Das schreckt MGM jedoch nicht davor ab, mit dem gleich gelagerten RoboCop Returns fortzufahren. Erstmals im Sommer 2018 angekündigt, soll der Film eine direkte Fortsetzung von Paul Verhoevens brutalem, satirischem Originalfilm von 1987 werden, basierend auf dem damals schon geschriebenen aber nie verfilmten Drehbuch der Originalautoren Ed Neumeier und Michael Miner. Ursprünglich sollte Neill Blomkamp (District 9) den Film inszenieren. Es wäre seine Gelegenheit gewesen zu tun, was ihm bei Alien verwehrt geblieben ist – einem müden Franchise frischen Wind zu verpassen und zurück zur alten Höhe zu bringen. Leider musste Blomkamp aus terminlichen Gründen bei dem Projekt aussteigen, womit zumindest bei mir auch ein Großteil der Begeisterung verflogen ist.

Nicht jedoch bei MGM. Der australische Newcomer Abe Forsythe wurde als neuer Regisseur von RoboCop Returns verpflichtet. Er drehte zuletzt die harmlose, sympathische Zombiekomödie Little Monsters mit Lupita Nyong’o. Das RoboCop-Sequel ist ein sehr großer Sprung in puncto Maßstäbe für ihn. Justin Rhodes, ironischerweise einer der Co-Autoren von Terminator: Dark Fate, schrieb das Originaldrehbuch von Neumeier und Meier um. Nun wird Forsythe Rhodes Version noch einmal überarbeiten. Neumeier und Meier produzieren den Film.

Blomkamp hatte vor, RoboCops Original-Anzug zurückzubringen, den Film ähnlich gewalttätig und satirisch wie das Original zu machen und Hauptdarsteller Peter Weller um die Rückkehr zu bitten. Ob seine Pläne auch in Forsythes Vision erhalten bleiben werden, ist noch unklar. Ehrlich gesagt fällt es mir etwas schwer zu glauben, dass auch eine direkte Fortsetzung zum beliebten Original nach über 30 Jahren für großen Hype unter regulären Kinogängern sorgen wird. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, wenn und falls der Film irgendwann in die Kinos kommt.