RoboCop Returns

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Quelle: Deadline

Nachdem er sich schon bei seinem letzten Film, Chappie, bei Paul Verhoevens RoboCop freilich bedient hat, darf der südafrikanische District-9-Regisseur Neill Blomkamp jetzt einen tatsächlichen RoboCop-Film inszenieren. Der Filmemacher wird für MGM RoboCop Returns drehen und die beste Nachricht für alle Fans des Originalfilms: Es ist keine Fortsetzung des Reboots von 2014 oder gar ein weiteres Reboot, sondern ein direktes Sequel zu Verhoevens Klassiker aus dem Jahr 1987. RoboCop Returns basiert auf dem geschriebenen, aber nie verfilmten Drehbuch der beiden Originalautoren Ed Neumeier und Michael Miner und wird vom Newcomer Justin Rhodes noch zum Teil umgeschrieben. Wie schon der kommende Halloween-Film wird RoboCop Returns alle bisherigen Sequels kurzerhand ignorieren. Das scheint ein neuer Trend zu sein.

In RoboCop Returns herrscht wieder Anarchie in Detroit und RoboCop feiert seine triumphale Rückkehr, um Verbrechen und Korruption zu bekämpfen. Ob Peter Weller erneut im RoboCop-Aufzug stecken wird, ist noch unbekannt, doch da Blomkamp für sein Alien-Sequel Sigourney Weaver und Michael Biehn zurückbringen wollte, würde es mich überraschen, wenn er diesmal auf Weller ganz verzichtet.

Mit RoboCop Returns darf Blomkamp nun endlich das machen, was ihm bei Alien verwehrt blieb: eine Filmreihe, die er mag, die aber seiner Ansicht nach irgendwann vom Kurs abkam, wieder zum alten Ruhm zurückbringen. Blomkamp erklärte seine Beweggründe in einem langen Statement: (aus dem Englischen)

Das Original hatte auf jeden Fall eine gigantische Wirkung auf mich als Kind. Ich liebte den Film und er bleibt ein echter Klassiker unter den Science-Fiction-Filmen Ende des 20. Jahrhunderts, mit echter Botschaft unter der Oberfläche. Hoffentlich gelingt uns das auch mit dem Sequel. Das ist mein Ziel. Was mich an dem Film als Kind und Jugendlicher angesprochen hat, hat sich über die Zeit entwickelt. Zunächst wirkten die Gedanken über die Konsumgesellschaft, den Materialismus und die Reagan-Politik, dieses Thema des Achtziger-Amerikas auf Steroiden, auf mich am meisten. Aber als ich älter wurde, interessierten mich vor allem die Frage nach der Identität und die Suche nach Identität. So lange das menschliche Element Teil der Geschichte ist, kann eine gute Geschichte in jeder Zeitepoche funktionieren. Was an RoboCop so cool ist, ist, dass wie bei allen guten Western, Science-Fiction-Filmen und Dramen die menschliche Verbindung wirklich wichtig ist für eine gut erzählte Geschichte. Was mich jetzt interessiert, ist jemand, der nach seiner verlorenen Identität sucht, die ihm von Menschen weggenommen wurde, die von ihr profitieren, und wie sein Gedächtnis von bestimmten Ereignissen wieder zurückgebracht wird. Das fesselt mich besonders. Ich freue mich aber auch sehr darauf, wieder mit Justin Rhodes zusammenzuarbeiten. Er hat Elemente hinzugefügt, die ziemlich großartig sind, für ein Sequel aus der Welt von Verhoeven. Das ist ein Film, den ich gerne sehen würde.

Ed Neumeier hat außerdem erklärt, wie es dazu kam, dass das Projekt nach so vielen Jahren wieder aufgegriffen wurde:

Verhoeven hat seinerzeit gedacht, dass es minderwertig sei, ein Sequel zu machen, und war nicht daran interessiert. Dann kam der Autorenstreik und wir mussten aus dem Film aussteigen. Frank Miller kam dazu. Er schrieb einen Entwurf und dann noch einen mit Walon Green, und dann machte Irvin Kershner den Film, der Regisseur von Das Imperium schlägt zurück. Ich habe später Starship Troopers mit Paul gemacht. Als Trump zum Präsidenten gewählt wurde, hat MGM-Präsident Jon Glickman mich angerufen und gefragt: "Habt ihr in eurem Drehbuch zum Sequel wirklich vorhergesagt, dass ein Reality-TV-Star als Präsident kandidieren und gewinnen würde?" Das haben wir. Mike und ich haben einen Entwurf geschrieben und gaben ein Interview in Barbados, und ich denke, die einzige Person, die es gelesen hat, war Neill Blomkamp, und das hat den Ball ins Rollen gebracht.

Mit Blomkamp als Regisseur dürfen wir uns vermutlich auf einen ordentlich brutalen, R-rated RoboCop mit starken Bildern freuen. Hoffen wir mal, dass dieses Sequel nicht so endet wie Alien 5