Rambo Last Blood Autor

Sylvester Stallone in Rambo: Last Blood © 2019 Lionsgate

Quelle: David Morrell Twitter

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Rambo: Last Blood ist am Wochenende mit gemischtem Erfolg in den Kinos angelaufen. In den USA erzielte er mit $19 Mio in den ersten zwei Tagen zwar knapp mehr als sein direkter Vorgänger ($18,2 Mio), allerdings lief er auch in fast 900 Kinos mehr und es liegen auch elf Jahre Inflation dazwischen. Einen deutlichen Zuschauerschwund verbuchte das Franchise in Deutschland, wo Last Blood trotz gleicher Altersfreigabe (und diesmal ohne Kürzungen) weniger als die Hälfte der Besucher von John Rambo am Startwochenende erzielen konnte.

Ein Grund für das gesunkene Interesse ist sicherlich der Umstand, dass gerade viele ältere Actionfans diese Filme lieber in der Bequemlichkeit ihres Heimkinos als auf der Leinwand konsumieren. Ein weiterer könnten aber die Kritiken sein, die den Film gnadenlos zerrissen haben. Natürlich könnte man dagegen den Einwand einbringen, dass die Rambo-Filme nach Teil 1 nie sonderlich gut in der Kritik wegkamen, doch keine der Fortsetzungen wurde so negativ in der Presse aufgenommen wie der neuste Film, der auf dem Aggregationsportal Metacritic bei kläglichen 29/100 steht und auf RottenTomatoes bei 27%. Unsere eigene Filmkritik gehört unter diesen Umstände sogar noch zu den überdurchschnittlichen Stimmen.

Ein Mann, der den negativen Kritiken zustimmt, ist die Person, ohne die es Rambo nie gegeben hätte. David Morrell, der Autor der Romanvorlage zum ersten Film, verlinkte einen Verriss der USA Today bei Twitter und schrieb dazu, er stimme den Rezensionen zu, der Film sei eine Sauerei und er schäme sich dafür, dass sein Name überhaupt damit in Verbindung gebracht wird:

Da hörte es jedoch nicht auf. Als ein Kommentar vorwarf, der Film komme nur schlecht ein, weil er nicht politisch korrekt sei, entgegnete Morrell: (aus dem Englischen)

Es geht nicht um politische Korrektheit. Es ist ein langweiliger, entwürdigender Film mit Stereotypen, die auf ein Post-It passen.

Harte Worte vom Schöpfer des Charakters.

Später ergänzte er, dass der Exploitation-Film Keine Gnade, Mr. Dee! (OT: Trackdown) aus dem Jahr 1976 mit Robert Mitchums Sohn James Mitchum genau den gleichen Plot habe wie Rambo: Last Blood, und dass Rambo im neuen Film genauso gut hätte auch John Smith heißen können, denn er habe nichts mehr mit dem Charakter zu tun.

Natürlich hat das Franchise den Charakter ganz anders entwickelt, als Morrell es sich in seinem Roman zum ersten Film jemals vorgestellt hat. Sein Rambo war ein kaputter Veteran, unfähig, sich in die Gesellschaft wieder zu integrieren, die ihn nach seinem Dienst ausgestoßen hat. In dem Roman starb Rambo tatsächlich am Ende, doch der Film änderte das Finale und ermöglichte so die Geburt einer der größten Actionreihen der Achtziger. Jedoch ist es nicht so, dass Morrell deshalb jede Rambo-Fortsetzung hasst. Auf die Frage hin, wie er John Rambo fand, klang er deutlich positiver:

Rambo IV hatte zu lange Actionszenen, aber der Director’s Cut hat exzellente Dialoge und versteht den Charakter. "Kriege. Alte Männer beginnen sie. Junge Männer kämfen in ihnen. Niemand gewinnt."

Wie seht Ihr das? Hat Euch Rambo: Last Blood gefallen oder seid Ihr ebenfalls enttäuscht gewesen?