Justice League Jared Leto

Jared Leto in Suicide Squad (2016) © Warner Bros. Pictures

Quelle: The Hollywood Reporter

2020 ist schon ein seltsames Jahr, oder?

Trotz der unermüdlichen Bemühungen der Armee von Zack-Snyder-Anhängern, Warner zur Fertigstellung und Veröffentlichung des Snyder Cuts zu bewegen, habe ich nie wirklich damit gerechnet, dass sich das Studio darauf einlässt und ein hübsches Sümmchen dafür springen lässt. Genauso überraschend fand ich die Meldung letzten Monat, dass Zack Snyder sogar brandneue Szenen für den Film mit einigen Hauptdarstellern drehen darf, was das Budget noch mehr in die Höhe schießen lässt.

Doch womit weder ich noch vermutlich die treusten Snyder-Fans gerechnet haben, ist, dass im Rahmen dieser Nachdrehs eine der polarisierendsten Figuren des DCEU zurückkehren wird. The Hollywood Reporter berichtet, dass sich Oscargewinner und Multitalent Jared Leto den Nachdrehs zu Zack Snyder’s Justice League angeschlossen hat, um seine Rolle als Joker aus Suicide Squad wieder zu verkörpern! Es war wohl immer Snyders Plan, ihn im Film zu haben, doch er hat es beim ersten Anlauf nicht geschafft, ihn darin unterzubringen. Wie groß sein Auftritt werden wird, ist unklar.

Die zusätzlichen Dreharbeiten zum Film laufen gerade und laut The Hollywood Reporter sind neben Leto Ben Affleck als Batman, Ray Fisher als Cyborg und Amber Heard als Mera daran beteiligt. Auch Heards Rückkehr für neue Szenen wird damit erstmals berichtet. Weitere Darsteller sind für die Nachdrehs noch nicht bestätigt. Letzten Monat schrieb The Hollywood Reporter, dass auch Gal Gadot als Wonder Woman und Henry Cavill als Superman bei den Nachdrehs dabei sein würden, Cavill wies die Behauptung jedoch entschieden zurück, denn schließlich dreht er aktuell noch die zweite Staffel von "The Witcher".

Tatsächlich kommt die Beteiligung von Leto als Joker in Justice League nicht ganz aus dem Nichts. Im Sommer hat Suicide-Squad-Regisseur David Ayer erklärt, dass seine ursprüngliche Version des Films ein direktes Sprungbrett für Justice League werden sollte, bevor man bei Warner die Meinung über die Zukunft des DCEU geändert hat.

Letos Darstellung des Jokers hat nicht viele Zuschauer begeistert, unter anderem weil seine Rolle trotz großer Präsenz im Marketing im eigentlichen Film kaum von Bedeutung war. Laut Ayer lag es daran, dass ein großer Teil seiner Performance auf Geheiß des Studios herausgeschnitten wurde und Leto deshalb zu Unrecht kritisiert wird. Doch auch wenn das stimmt, schieden sich alleine schon bei seinem tätowierten Bling-Bling-Gangsta-Look mitsamt Grill über den Zähnen die Geister.

Nach dem kommerziellen Misserfolg von Justice League und den überwiegend negativen Kritiken für Suicide Squad orientierte sich das DCEU neu und feierte in den letzten Jahren viele Erfolge an den Kinokassen und in der Kritik. Dass Leto als Joker je wieder vor der Kamera stehen würde, hielten die meisten daher für eher unwahrscheinlich. Nicht einmal für Birds of Prey kehrte er für die entscheidende Trennungsszene zwischen dem Joker und Harley Quinn zurück. Doch Dinge ändern sich. Auch bei Ben Affleck dachte man, dass er mit Batman abgeschlossen hat, bevor er für The Flash angekündigt wurde. Vielleicht wird Zack Snyder’s Justice League auch nicht das letzte Mal sein, dass wir Leto als Joker sehen werden.

Die Kosten für die Fertigstellung der neuen Filmfassung wurden anfangs auf $25-30 Mio geschätzt, betragen aber nach neustem Stand bis zu $70 Mio. Veröffentlicht wird Zack Snyder’s Justice League nächstes Jahr als Miniserie aus vier einstündigen Episoden beim Streaming-Dienst HBO Max. Wo man sie in Deutschland sehen können wird, steht noch nicht fest. Ich muss zugeben, dass meine Neugier an der neuen Version tatsächlich immer mehr wächst.

Mal was Amüsantes am Rande: Es wurde eine 16-Bit-Videospiel-Version des epischen Trailers zu Zack Snyder’s Justice League angefertigt und sie ist einen Blick wert: