Quelle: HBO Max

Hallelujah! Dieses eine Wort traf ganz gut die Gemütslage aller DC-Fans als Warner im Mai die Veröffentlichung des sagenumwobenen Snyder Cuts von Justice League beim Streaming-Dienst HBO Max für nächstes Jahr angekündigt hat, für die die zwei Jahre lang unermüdlich und ohne zu verzagen gekämpft haben. Es war ein präzendenzloser Triumph für die leidenschaftlichen Fans und eine Genugtuung für Snyder, der mehrfach seine Unzufriedenheit mit der Filmfassung äußerte, die unter Joss Whedons Ägide in den Nachdrehs und der Post-Production entstanden und in die Kinos gekommen ist. Was könnte also treffender sein, als den ersten offiziellen Teaser-Trailer zu Zack Snyder’s Justice League, der gestern im Rahmen des DCFanDome veröffentlicht wurde, mit Leonard Cohens "Hallelujah" zu überlegen? Mich erinnert das übrigens sehr an den Vorspann zu Snyders Watchmen mit Bob Dylans "The Times They Are a’Changin'".

Der Teaser besteht nahezu komplett aus neuen bzw. alternativen Shots, die man höchstens in dem ersten Teaser gesehen hat, bevor Snyder als Regisseur des Films zurückgetreten ist. Wir bekomme ein klares Bild von Ray Porter als Darkseid, der eigentlich im geplanten Justice-League-Sequel der Bösewicht gewesen wäre, ein aktualisiertes Design von Steppenwolf, Superman im inzwischen legendären schwarzen Kostüm, Kiersey Clemons als Barry Allens Freundin Iris West, deren Part aus dem Kinofilm komplett entfernt wurde, und viele weitere kleine neue Momente. Vor einem Monat hat Snyder gesagt, dass er kein einziges Bild in seiner neuen Fassung einsetzen wird, das Whedon gedreht hat.

Ich weiß nicht, ob Zack Snyder’s Justice League letzten Endes ein besserer Film werden wird als die mittelmäßige Kinofassung, doch ich finde es gut, dass die ambitionierte Originalvision des Regisseurs, so polarisierend sie für die Mainstream-Zuschauer vielleicht auch gewesen wäre, doch noch das Licht der Welt erblicken wird.

Und diese Vison wird sehr lang sein. Snyder erklärte beim DCFanDome, dass der Film nächstes Jahr als eine Miniserie aus vier einstündigen Teilen veröffentlicht werden wird. Damit ist er noch länger als die ursprünglich von Snyder angedeuteten 214 Minuten Laufzeit, doppelt so lang wie die Kinofassung, und der mit Abstand längste Film des Regisseurs. Später soll auch die vierstündige Version als ein Film folgen. Da HBO Max aktuell nicht in allen Ländern der Welt verfügbar ist, arbeitet Warner laut Snyder an einem Plan, wie Zack Snyder’s Justice League weltweit vertrieben werden kann. Also ich hätte auch nichts gegen eine Kinovorführung.

Snyder fügte hinzu, dass Ray Fisher als Cyborg, der sich kürzlich offen gegen Joss Whedons Verhalten bei den Dreharbeiten äußerte, eine deutlich größere Rolle in seiner Schnittfassung haben wird: (aus dem Englischen)

Cyborg ist das Herz des Films. Es ist das Ding, das das Team am Ende zusammenhält. Ich freue mich darauf, dass die Fans sehen, wie es tatsächlich verwirklicht wurde.

Für Ezra Millers Barry alias The Flash kündigte er wiederum einen noch nicht gesehenen Einsatz seiner Kräfte an:

Ihr werdet in diesem Film Flash sehen, wie ihr ihn noch nie zuvor gesehen habt, denke ich. Etwas, was mit seinen Fähigkeiten zu tun hat, weil er eine Quantum-Figur ist. Er interagiert mit Raum und Zeit, also werdet ihr vielleicht sehen, wie er etwas damit macht.

Man kann darüber spekulieren, was er damit meint, doch es wäre natürlich eine gute Gelegenheit, den Samen für den kommenden The-Flash-Film mit Miller zu säen, in dem das Konzept des Multiversums erforscht werden wird.

Warner und HBO Max investieren rund $30 Mio in die Fertigstellung von Zack Snyder’s Justice League. Nachdrehs mit den Schauspielern wird es, abgesehen von einigen zusätzlichen Dialogaufnahmen, nicht geben, doch viele visuelle Effekte müssen noch fertiggestellt bzw. angepasst werden.

Die Frage ist: Was passiert, wenn diese neue Version des Films bei den Zuschauern so gut ankommt, wie die Snyder-Cut-Verfechter es hoffen? Wird es dann erst Recht frustrierend sein, dass Snyders Pläne für einen weiteren Justice-League-Film verworfen wurden, um das DCEU mehr in Richtung der Solo-Filme neu zu orientieren? Oder könnte irgendwann doch ein neuer Richtungswechsel kommen? Nachdem Ben Affleck seine Beteiligung als Batman in The Flash überraschend zugesagt hat, ist wohl alles möglich.