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Quellen: Netflix, Bloody Disgusting

Wer gern Horror und Weird Fiction im Manga-Format hat, braucht nicht weiter zu suchen als bis zum Namen Junji Ito. Der 59-jährige Japaner kann auf dutzende Lang- und Kurzgeschichten, etliche Auszeichnungen (u.a. den Eisner Award für seine Adaption von Mary Shelley’s Frankenstein) und Adaptionen seiner Werke zurückblicken. Man könnte sagen, Ito ist für den Manga das, was Stephen King für die altmodische Literaturform ist.

Inzwischen erscheinen in regelmäßigen Abständen Sammelbände und eigenständige Graphic Novels des Gruselmeisters über den Verlag VIZ in tollen Editionen und in englischer Sprache. Als inzwischen eingefleischter Ito-Jünger kann ich Genre-Fans nur wärmstens empfehlen, einen Blick in die skurrilen Storys zu riskieren. Doch Achtung: Suchtgefahr!

Im Laufe der Jahre sind bereits diverse Real- und Trickfilmadaptionen nach Vorlagen des Autoren/Künstlers entstanden. Besonders dessen populärste Schöpfungen Tomie und Uzumaki sind häufiger einer Umsetzung unterzogen worden, mit bislang eher dürftigen Ergebnissen. Offenbar lassen sich die morbiden Fantasien und irren visuellen Attacken kaum überzeugend aus der gezeichneten Form in ein Realformat übertragen. Doch selbst in Zeichentrickform hat es die 2018 veröffentlichte Serie Junji Ito Collection trotz guter Ansätze nicht vermocht, Itos Genie gerecht zu werden.

Die Situation soll sich hoffentlich ab dem 19. Januar 2023 ändern, wenn der Streamingdienst Netflix mit Junji Ito Maniac: Japanese Tales of the Macabre eine neue Anime-Serie auf den Markt bringt: 20 Meisterwerke, unter anderem Hanging Balloon, The Story of the Mysterious Tunnel, Mold, Layers of Fear, The Thing That Drifted Ashore und Back Alley, und beliebte Charaktere wie die Wiedergängerin Tomie oder Soichi sind in dieser vielversprechenden Produktion zu erwarten.

Als kleinen Appetizer hat Netflix nun einen Mini-Clip veröffentlicht:

Und das Poster zur Serie gibt es auch noch:
Junji Ito Maniac Netflix

In Anbetracht dessen, dass die neue Adult-Swim-Adaption von Uzumaki ebenfalls in den Startlöchern steht, könnte Junji Itos Literaturerfolg hoffentlich bald auch das TV-Medium erreichen.

Seid ihr bereits vom Ito-Virus infiziert und wie steht ihr generell zu J-Horror?