Hellboy Reboot Sasha Lane

Sasha Lane in American Honey (2016) © A24

Quelle: The Hollywood Reporter

Ihr habt es sicher schon mitbekommen. Anstatt, dass die Hollywood-Götter Gnade walten lassen und uns mit einem finalen Hellboy-Film von Guillermo del Toro mit Ron Perlman beschenken, wird das Franchise rebootet. Es ist alles so plötzlich passiert. Im Mai kündigte Hellboy-Schöpfer Mike Mignola plötzlich die Produktion eines Reboots mit dem Titel Hellboy: Rise of the Blood Queen an, mit "Stranger Things"-Star David Harbour in der Hauptrolle und inszeniert von Neil Marshall. Normalerweise entwickeln sich solche Dinge vor unseren Augen eher langsam, doch in diesem Fall verlief die Entwicklung still und leise im Hintergrund, sodass das Projekt bei seiner Ankündigung fast startklar war. Kommenden Monat werden die Dreharbeiten beginnen und nächstes Jahr wird der neue Hellboy auch schon im Kino sein. Mittlerweile wurde auch schon der Zusatztitel "Rise of the Blood Queen" fallen gelassen, sodass niemand auf den Gedanken kommt, es könnte eine Fortsetzung und kein Reboot sein. Der Film heißt einfach nur noch Hellboy. Wie schon vor 13 Jahren.

Immerhin wird der neue Hellboy nicht alles von seinen Vorgängern wiederholen und zu den Veränderungen gehört auch die Frau im Leben des Big Red. In del Toros Filmen führte er eine Beziehung mit der feurigen Liz Sherman (Selma Blair), die er gegen Ende des zweiten Films schwängerte. Im neuen Film wird Hellboy Alice Monaghan umgarnen. Shooting Star Sasha Lane, die letztes Jahr in American Honey über fast drei Stunden beeindruckte, wird die Figur spielen, die bei ihrem ersten Auftritt in den Comics als Baby von Feen entführt und von Hellboy gerettet wurde. Als erwachsene Frau bringt das Schicksal sie wieder mit Hellboy zusammen, was mit ihrer Verbindung zur Feenwelt zu tun hat. Sie verlieben sich ineinander und bereisen Seite an Seite das Land.

Lane ist die vierte offiziell besetzte Darstellerin im Film. Neben Harbour und ihr werden Ian McShane als Hellboys Ziehvater Professor Broom (im Original von John Hurt gespielt) und Milla Jovovich als schurkische Blood Queen auftreten. Letztere ist die mächtige Hexe Nimue aus der Artus-Legende.

Ich weiß immer noch nicht, wie ich über das Reboot denken soll. An sich klingt der Film voller Potenzial. Ich mag Neil Marshall, der u. a. tolle Filme wie Dog Soldiers und The Descent drehte, und ich habe mich schon lange gefragt, wann er denn endlich ins Filmgeschäft zurückkehrt. Sein letzter Streifen war nämlich Centurion mit Michael Fassbender. Ich mag die Figur Hellboy und seine Comicwelt hat noch so viel Potenzial, das entdeckt werden kann. Der Film wird mit einem R-Rating produziert, was ihm Freiheiten ermöglichen wird, die vorher nicht da waren. Ian McShane als Hellboys Adoptivvater ist eine großartige Besetzung und Milla Jovovich würde ich gerne als Böse sehen. So weit so gut. Doch es ärgert mich so sehr, dass die Fans um den Abschluss von del Toros Trilogie gebracht wurden, weil del Toro bei seinem hohen veranschlagten Budget keine Kompromisse eingehen wollte und niemand mehr als $100 Mio in Hellboy III investieren wollte. Hellboy II war eine der seltenen Fortsetzungen, die besser waren als der Vorgänger und er bereitete perfekt ein großes, apokalyptisches Finale vor, das wir nun nie sehen werden. Außerdem nichts gegen David Harbour, doch für Perlman war Hellboy die Rolle seines Lebens und passte wie die rote Faust aufs Auge. Dass wir ihn nie wieder in dem Part sehen werden, wurmt mich auch.

Wie seht Ihr das?