Guardians of the Galaxy 3 James Gunn

James Gunn am Set von Guardians of the Galaxy (2014) © Walt Disney Pictures

Quelle: Deadline

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Der März ist noch nicht rum, doch ich bezweifle, dass es diesen Monat eine noch erfreulichere Meldung aus der Filmwelt geben wird.

Nach James Gunns Entlassung als Regisseur von Guardians of the Galaxy Vol. 3 aufgrund knapp zehn Jahre alter kontroverser Tweets, in denen er grenzwertige Witze über Vergewaltigung und Pädophilie gemacht hatte, wurde die Produktion des Sequels zunächst auf Eis gelegt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Es stellte sich die Frage, wer bereit wäre, in Gunns Fußstapfen zu treten und sein bereits fertiges Drehbuch zu verfilmen. Im Januar schlug Edgar Wright (Baby Driver), einst selbst jahrelanger Kandidat für die Regie von Ant-Man, James Gunn als neuen Regisseur vor. The-LEGO-Movie-Macher Chris Miller pflichtete ihm bei.

Auch wenn es natürlich nur ein Witz war, könnte man sagen, dass Disney den Vorschlag durchaus ernst genommen hat. In einer – zumindest für Außenstehende – sehr überraschenden Wendung wurde James Gunn etwa acht Monate nach seiner Entlassung wieder eingestellt. Fans der Reihe, die sie dank Gunns einzigartigen Stil und frechen Humor liebgewonnen haben, fällt damit ein Stein vom Herzen. Nun darf Gunn sein Skript selbst verfilmen.

Wie kommt es aber, dass Disney eingelenkt hat? Hier haben sicherlich einige Faktoren eine Rolle gespielt. Zunächst einmal wurde recht schnell klar, dass die Enthüllung von Gunns Tweets vor allem ein Angriff auf den Filmemacher seitens der politisch Rechten in den USA war. Gunn zeigte sich schnell reumütig und versuchte nicht, seine Aussagen zu verteidigen oder Disney die Schuld zu geben. Laut Industrie-Portal Deadline hat sich Walt-Disney-Studios-Vorsitzender Alan Horn in den darauffolgenden Monaten mehrfach mit James Gunn getroffen, um mit ihm über die Situation zu reden. Auch wenn sich Horn anfangs standhaft und uneinsichtig zeigte, wurde er letztlich durch Gunns Entschuldigung und Handhabung der Situation überzeugt. Dass die Tür für Gunns Rückkehr immer einen Spalt offen war, zeigt auch die Tatsache, dass es in der gesamten Zeit trotz anderweitiger Gerüchte keine Gespräche mit anderen potenziellen Regisseuren gab.

Eine Rolle spielte aber sicherlich auch die große Unterstützung für Gunn in Hollywood, aber auch aus eigenen Reihen. Der gesamte Guardians-Cast veröffentlichte einen offenen Brief, in dem die Schauspieler um Gunns Wiedereinstellung baten. Insbesondere Drax-Darsteller Dave Bautista ließ an Disney wegen der Entscheidung kein gutes Haar und äußerte mehrfach seine Unzufriedenheit mit der Entlassung. Vertraglich waren die Darsteller zwar für einen weiteren Film verpflichtet, doch es war auch anzunehmen, dass die Atmosphäre unter einem neuen Regisseur, der ihnen vorgesetzt werden würde, vermutlich angespannt gewesen wäre. Disney reagierte übereilt, als das Studio Gunn feuerte, und manövrierte sich letztlich in eine Lose/Lose-Situation. So oder so erwartete das Studio viel Gegenwind. Letztlich ist Gunns Wiedereinstellung definitiv im Sinne des Franchises und vermutlich die vernünftigste Entscheidung, die Disney treffen konnte.

James Gunn veröffentlichte über Twitter seine Danksagung an das Studio und an seine Unterstützer:

Die neue Entwicklung bringt James Gunn jedoch in eine interessante Position. Nachdem sich Disney von ihm verabschiedet hatte, zögerte Warner Bros. nicht lange und verpflichtete ihn als Autor und Regisseur des Suicide-Squad-Reboots. Daran ändert auch seine Wiedereinstellung nichts mehr. Damit wird Gunn zum ersten Regisseur, der sowohl einen Film aus dem Marvel- als auch aus dem DC-Universum inszeniert. The Suicide Squad hat dabei zeitlich Vorzug und soll dieses Jahr vor die Kameras gehen. Guardians of the Galaxy Vol. 3 wird vermutlich nicht vor 2020 gedreht werden und daher frühestens 2021 in die Kinos kommen. Sollte das der Fall sein, dann würde James Gunn 2021 gleich zwei große Comicverfilmungen auf den Markt bringen – ebenfalls ein Novum.