Beste Regie 2018

Links: Spike Lee am Set von BlackKklansman © 2018 Focus Features
Rechts: Bradley Cooper am Set von A Star Is Born © 2018 Warner Bros. Pictures

Quelle: Directors Guild of America

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Die Directors Guild of America (DGA), eine Gewerkschaft von etwa 16.000 Film-, Fernseh- und Werberegisseuren, hat ihre Nominierungen für die besten Regisseure des letzten Jahres im Film und Fernsehen bekanntgegeben. Die DGA vergibt seit 1949 jährliche Auszeichnungen für die besten Regieleistungen des vorangegangenen Jahres. Damit ist der Preis der DGA der älteste der vier großen Industriepreise in Hollywood, zu denen auch die Auszeichnungen der Schauspieler-, Produzenten- und Drehbuchautorengewerkschaften gehören.

Doch die DGA Awards sind nicht nur die ältesten der vier, sie sind auch die treffsichersten, was die Oscars betrifft. Kein einziger Industrie- oder Kritikerpreis hat eine höhere Übereinstimmungsquote mit den Oscars als der DGA Award. In den 70 Jahren der DGA-Awards-Geschichte haben nur sieben Preisträger den Regie-Oscar später nicht gewonnen. Zuletzt widerfuhr es Ben Affleck für Argo, der bei den Oscars schockierenderweise gar nicht nominiert wurde. Weitere Ausnahmen waren Antony Harvey (Der Löwe im Winter), Francis Ford Coppola (Der Pate), Steven Spielberg (Die Farbe Lila), Ron Howard (Apollo 13) und Ang Lee (Tiger and Dragon). Wie auch Affleck waren Spielberg und Howard bei den Oscars erst gar nicht nominiert.

Letztes Jahr gewann Guillermo del Toro den DGA Award und später auch den Oscar für seine Regie bei Shape of Water – Das Flüstern des Wassers.

Der Sieger der DGA Awards sagt aber auch ganz gut den "Bester Film"-Sieger bei den Oscars voraus. Insgesamt 54 der 70 Filme, die den Preis der Regiegewerkschaft gewonnen haben, haben auch den Oscar in der Königsklasse gewonnen. Die letzten Ausnahmen waren La La Land und The Revenant.

Darüber hinaus sind die Nominierungen für den DGA Award starke Prädiktoren der Oscarnominierungen für die Regie. Insgesamt 40 der 50 DGA-Nominees der letzten zehn Jahre erhielten auch eine Nominierung bei den Oscars. Mit der Ausnahme von Ausreißerjahren wie 2013, als die DGA bei zwei der fünf Regie-Nominees mit den Oscars übereinstimmte, liegt die DGA in aller Regel bei vier der fünf späteren Oscar-Nominees richtig. Letztes Jahr war es Martin McDonagh (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri), der eine DGA-Nominierung erhielt, bei den Oscars aber von Paul Thomas Anderson (Der seidene Faden) verdrängt wurde. Im Vorjahr nominierte die DGA Garth Davis für Lion, die Academy entschied sich aber stattdessen für Mel Gibson (Hacksaw Ridge).

Auffällig ist dieses Jahr, dass die fünf Regie-Nominees der DGA dieses Jahr identisch zu den "Beste Regie"-Anwärtern bei den Golden Globes sind. Zuletzt passierte das 2011, davor 1994. In beiden Fällen sahen die Oscarnominierungen aber später etwas anders aus. So wurde Christopher Nolan trotz DGA- und Globes-Nominierungen für Inception bei den Oscars durch die Coen-Brüder (True Grit) ersetzt.

Bradley Cooper (A Star Is Born) und Adam McKay (Vice) sind die großen Gewinner dieses Jahr. Beide erhielten jeweils zwei DGA-Nominierungen. Neben Nennungen in der Hauptkategorie wurde Cooper auch als Regiedebütant und McKay für seine Regie der ersten Folge der HBO-Sere "Succession" nominiert. McKay und Alfonso Cuarón (Roma) sind die einzigen DGA-Nominiees in der Filmkategorie dieses Jahr, die von der DGA zuvor schon nominiert wurden. McKay erhielt vor drei Jahren eine Nominierung für The Big Short, Cuarón gewann sogar vor fünf Jahren für Gravity. Auch dieses Jahr ist Alfonso Cuarón nach seinem Golden-Globes-Sieg der haushohe Favorit sowohl auf den DGA Award als auch auf den Oscar.

Sollte bei den Oscars einer der fünf DGA-Nominees ersetzt werden, so ist Adam McKay vermutlich das schwächste Glied der Kette. Ich könnte mir vorstellen, dass Yorgos Lanthimos (The Favourite), Barry Jenkins (Beale Street) oder vielleicht sogar Ryan Coogler (Black Panther) an seine Stelle treten werden.

Alle Nominierungen für die diesjährigen DGA Awards findet Ihr unten. Die Gewinner werden bei einer Verleihung am 2. Februar bekanntgegeben werden.

Beste Regie bei einem Kinofilm

Bradley Cooper (A Star Is Born)
Spike Lee (BlackKklansman)
Alfonso Cuarón (Roma)
Peter Farrelly (Green Book)
Adam McKay (Vice – Der zweite Mann)

Bestes Regiedebüt

Bo Burnham (Eighth Grade)
Bradley Cooper (A Star Is Born)
Carlos López Estrada (Blindspotting)
Matthew Heineman (A Private War)
Boots Riley (Sorry to Bother You)

Beste Regie bei einem Dokumentarfilm

Morgan Neville (Won’t You Be My Neighbor?)
RaMell Ross (Hale County This Morning, This Evening)
Elizabeth Chai Vasarhelyi & Jimmy Chin (Free Solo)
Tim Wardle (Three Identical Strangers)
Betsy West & Julie Cohen (RBG)

Beste Regie bei einer Dramaserie

Jason Bateman ("Ozark", Folge "Wiedergutmachung")
Lesli Linka Glatter ("Homeland", Folge "Die Brücke über die Narva")
Chris Long ( "The Americans", Folge "START")
Daina Reid ("The Handmaid’s Tale", Folge "Holly")
Adam McKay ("Succession", Folge "Celebration")

Beste Regie bei einer Comedyserie

Daniel Palladino ("The Mavrelous Mrs. Maisel", Folge "We’re going to the Catskills!")
Amy Sherman-Palladino ("The Mavrelous Mrs. Maisel", Folge "All Alone")
Donald Glover ("Atlanta", Folge "FUBU")
Hiro Murai ("Atlanta", Folge "Teddy Perkins")
Bill Hader ("Barry", Folge "Kapitel Eins: Mach dir einen Namen!")

Beste Regie bei einem TV-Film oder einer Miniserie

Cary Joji Fukunaga ("Maniac")
David Leveaux & Alex Rudzinski ("Jesus Christ Superstar Live in Concert")
Barry Levinson ("Paterno")
Jean-Marc Vallée ("Sharp Objects")
Ben Stiller ("Escape at Dannemora")