Oscars 2018 Gewinner

Quelle: Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Vorletzte Nacht fand die 90. Oscarverleihung statt und mit der Ausnahme der schönen Clip-Zusammenschnitte von den Gewinnern aus den vergangenen 89 Jahren Academy-Geschichte, ist die Veranstaltung verhältnismäßig unspektakulär und überraschungsarm verlaufen. Jimmy Kimmel erwies sich erneut als ein passabler Moderator, der jedoch genau so wenig in Erinnerung bleiben wird, wie die meisten Oscar-Moderatoren der letzten zehn Jahre (in diesem einen Punkt haben die Golden Globes den Oscars definitiv etwas voraus). Es gab keine großen Patzer, die eine oder andere ergreifende Rede und schon wieder den Gag, bei dem Hollywood-Stars ahnungslose Normalsterbliche überraschen. Kann man machen.

Ähnlich überraschungsarm waren auch die Sieger. Zwar lag ich bei meinen Oscar-Tipps nur in 17 von 24 Kategorien richtig, bei drei der sieben falschen war der tatsächliche Sieger jeweils meine zweite Wahl. Lediglich die Kurzfilme und Dokumentarfilm fand ich dieses Jahr wirklich schwer vorherzusagen.

Die Sieger der Schauspielkategorien standen dank der selten perfekten Übereinstimmung zwischen den Golden Globes, der Schauspielergewerkschaft und der BAFTAs seit Wochen fest. Gary Oldman, Frances McDormand, Sam Rockwell und Allison Janney erhielten ihre Goldjungen. Beim Hauptpreis war es ein Zweier-Rennen zwischen Shape of Water und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, doch als Three Billboards den Drehbuch-Oscar an Get Out verloren hat, war das Rennen eigentlich entschieden. Shape of Water gewann "Bester Film" und "Beste Regie" und war damit erst der zweite Film seit 2012, der in beiden diesen Kategorien gewonnen hat.

Hier alle Sieger im Überblick (hier sind die Nominierungen). Darunter findet Ihr noch ein kurzes Fazit zu den Gewinnern (und Verlierern):

Bester Film

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Beste Regie

Guillermo del Toro (Shape of Water – Das Flüstern des Wassers)

Bester Hauptdarsteller

Gary Oldman (Die dunkelste Stunde)

Beste Hauptdarstellerin

Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)

Bester Nebendarsteller

Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)

Beste Nebendarstellerin

Allison Janney (I, Tonya)

Bestes Originaldrehbuch

Jordan Peele (Get Out)

Bestes adaptiertes Drehbuch

James Ivory (Call Me By Your Name)

Bester fremdsprachiger Film

Eine fantastische Frau (Chile)

Bester Animationsfilm

Coco

Beste Kamera

Roger Deakins (Blade Runner 2049)

Bester Schnitt

Dunkirk

Beste Kostüme

Der seidene Faden

Bester Dokumentarfilm

Icarus

Bester Dokumentar-Kurzfilm

Heaven is a Traffic Jam on the 405

Bestes Makeup & Hairstyling

Die dunkelste Stunde

Beste Filmmusik

Alexandre Desplat (Shape of Water – Das Flüstern des Wassers)

Bestes Filmlied

"Remember Me" (Coco)

Bestes Szenenbild

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Bester animierter Kurzfilm

Dear Basketball

Bester Kurzfilm

The Silent Child

Bester Tonschnitt

Dunkirk

Bester Ton

Dunkirk

Beste visuelle Effekte

Blade Runner 2049
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Shape of Water hat wieder einmal bewiesen, dass Hollywood Filme liebt, die eine Liebeserklärung an das Kino sind. Dennoch war Shape of Water trotz seines Regie- und Filmpreises ein "schwacher" Sieger. Gemeint ist damit nicht die Qualität des Films, sondern seine Unterstutzung innerhalb der Academy. Von seinen 13 Nominierungen setzte er lediglich vier in tatsächliche Oscars um. In den Schauspieler-, Drehbuch- und Schnittkategorien blieben dem Film Auszeichnungen verwehrt. Gerade diese sind bei "Bester Film" eigentlch recht wichtig. Shape of Water ist der erste Sieger seit Million Dollar Baby vor 13 Jahren, der keinen Drehbuch-Oscar gewonnen hat und der erste seit Titanic vor 20 Jahren, der weder einen Drehbuch- noch einen Schauspieler-Oscar gewonnen hat. Titanic räumte aber dafür immerhin in den technischen Kategorien nahezu komplett ab. Shape of Water ist der erste "Bester Film"-Sieger seit Oliver! vor 49 Jahren (!), der weder einen Schauspieler- noch einen Drehbuch- noch einen Schnitt-Oscar erhalten hat.

Das zeigt vor allem, dass es dieses Jahr einfach keinen überwältigenden Favoriten gab, denn auch der möglicherweise zweitplatzierte Film im Rennen, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, gewann weder den Schnitt von das Drehbuch. Die Academy hat dieses Jahr möglichst viele Filme gewinnen lassen. Von den neun "Bester Film"-Kandidaten gingen lediglich Lady Bird und Die Verlegerin ganz leer aus. Erfreulich ist, dass Roger Deakins nach 13 erfolglosen Anläufen endlich seinen Kamera-Oscar bekommen hat. Hoffentlich wird es auch nicht der letzte bleiben! Sehr schade ist hingegen, dass keiner der visuell grandiosen Planet-der-Affen-Filme einen Effekte-Oscar von der Academy erhalten hat.

Einen neuen Rekord stellte der Drehbuch-Preis an James Ivory für Call Me By Your Name auf. Mit 89 Jahren wurde er zum ältesten Oscargewinner überhaupt und erhielt so endlich die für ihn längst überfällige Statue. Dreimal war Ivory zuvor als Regisseur nominiert und ging leer aus.

Und nun heißt es: nach den Oscars ist vor den Oscars. Am 24.02.2019 wird die nächste Oscarverleihung stattfinden und ich sage jetzt schon: Black Panther wird mit zahlreichen Nominierungen ins Rennen gehen!