Batwoman Ende

Javicia Leslie in "Batwoman" © 2022 The CW Network, LLC. All rights reserved.

Quelle: Caroline Dries Twitter

Als vor zehn Jahren die DC-Comicadaption "Arrow" bei The CW angelaufen ist, konnte kaum jemand erahnen, dass sie den Grundstein für eins der größten zusammenhängenden Universen der Seriengeschichte legen würde. Womit Warner im Kino mit dem Misserfolg von Justice League zunächst gescheitert ist, gelang The CW im Prinzip mit dem Arrowverse im Fernsehen. Der erste Ableger "The Flash" hat die Mutterserie in puncto Einschaltquoten sogar noch übertroffen, dennoch blieb "Arrow" der namensgebende Anker des Serienuniversums.

Doch jede Erfolgsgeschichte hat irgendwann ein Ende und als Stephen Amell sich von seiner Rolle als Oliver Queen vor zwei Jahren nach acht Staffeln verabschiedet hat, ahnten viele Fans den Anfang von Ende für das Arrowverse. Seitdem sind auch "Supergirl" und "Black Lightning" zu Ende gegangen und die geplanten Spin-Offs "Green Arrow and the Canaries" und "Painkiller" (von "Black Lightning") wurden vom Sender eingestampft. Jetzt wird jedoch deutlicher denn je zuvor, dass das Arrowverse nicht mehr von Dauer sein wird. Zeitgleich mit der schockierenden und etwas undankbaren Absetzung von "DC’s Legends of Tomorrow" nach sieben Staffeln ohne richtigen Abschluss gab The CW bekannt, auch "Batwoman" nach drei Seasons einzustellen. Serienschöpferin und Showrunnerin Caroline Dries gab es über Twitter bekannt:

Damit endet nach drei Jahren und 51 Folgen die bislang kurzlebigste Arrowverse-Serie. Ein richtiges Ende hat sie ebenfalls nicht bekommen, auch wenn Dries nach der Ausstrahlung des dritten Staffelfinales erklärt hatte, dass im Falle der Serienabsetzung die zentralen Charakterbögen und Handlungsstränge zu einem zufriedenstellenden Abschluss gekommen sind. Nichtsdestotrotz endete die Folge mit einem Cliffhanger in Form der Ankunft eines mysteriösen neuen Bösewichts in Gotham. Dries hatte ganz genaue Vorstellungen davon, welcher Schurke eine Schlüsselrolle in Staffel 4 spielen würde, sollten sie von Warner die Erlaubnis zur Nutzung des Charakters bekommen. Außerdem hätte Ryans (Javicia Leslie) Familiendynamik eine wichtige Rolle in der nächsten Staffel gespielt.

Als erste Superheldenserie mit einer offen homosexuellen Hauptfigur schrieb "Batwoman" Geschichte, doch die Serie stand vom Anfang an unter keinem guten Stern. Viele Arrowverse-Fans fanden keinen Gefallen an der Serie bzw. an Ruby Roses Darstellung der Titelheldin. Nach einem quotenstarken Auftakt sind die Zuschauerzahlen rapide gesunken. Nichtsdestotrotz wurde "Batwoman" schnell um eine zweite Staffel verlängert, doch dann kam der große Schocker: Rose ist nach nur einer Staffel ausgestiegen, was nahezu präzedenzlos für die Hauptdartsellerin einer Serie nach nur einer Staffel war. Die Gründe dafür blieben zunächst nebulös, später erklärte Rose, dass sie vom Studio gefeuert wurde. Es kam zu einem im Internet ausgetragenen Schlagabtausch zwischen Rose und Warner, die der anderen Partei gegenüber jeweils Vorwürfe des Fehlverhaltens erhoben haben.

Anstatt den Charakter Kate Kane neu zu besetzen, wurde ihr Verschwinden in die Geschichte der Serie integriert und ein brandneuer Charakter ohne Comic-Gegenstück namens Ryan Wilder, gespielt von Javicia Leslie, wurde erfunden, um die Nachfolge als Batwoman anzutreten. Auf viele Zuschauer, die die Schlammschlacht hinter den Kulissen nicht mitverfolgt haben, wirkte der abrupte Wechsel de Hauptdarstellerin befremdlich und hat nicht gerade zur Stabilisierung der Quoten beigetragen.

Dass "Batwoman" jetzt jedoch endet, hat vermutlich auch andere Gründe, die ich bereits in meinem Artikel zur Absetzung von "Legends of Tomorrow" erläutert habe: der potenzielle Verkauf von The CW durch ViacomCBS und WarnerMedia, in dessen Folge sich das gesamte Programm des Senders ändern könnte.

"Superman & Lois" und "The Flash" sind die einzigen noch verbleibenden Arrowverse-Serien, die bereits um eine weitere Season verängert wurden.

Werdet Ihr "Batwoman" vermissen?