Alien 5 James Cameron

Sigourney Weaver und Carrie Henn in Aliens – Die Rückkehr (1986) © 20th Century Fox

Quelle: IGN

Noch bevor David Gordon Greens Halloween alle Sequels zu John Carpenters Erstling aus dem Kanon "ausradierte" und Tim Millers Terminator 6 es dieses Jahr mit allen Terminator-Fortsetzungen nach Terminator 2 – Tag der Abrechnung tun wird, sollte eigentlich ein neuer Alien-Film genau diesem Schema folgen. Neill Blomkamp war in Gesprächen mit 20th Century Fox, ein Alien-Sequel zu produzieren, das die Ereignisse des zweiten Films direkt fortgeführt und neben Sigourney Weaver als Ellen Ripley auch Michael Biehn als Hicks zurückgebracht hätte.

Die Begeisterung unter vielen Franchise-Fans war groß. Zunächst einmal, weil die ersten zwei Alien-Filme als die besten der Reihe gelten, aber auch weil Neill Blomkamp nach District 9 und Elysium als der perfekte Regisseur für Alien 5 zu sein schien.

Es sollte nicht sein. In Ridley Scott erwachte plötzlich der Beschützerinstinkt gegenüber seinem Franchise. Er wollte keine parallele Konkurrenz zu seinem Prometheus-Sequel, das später Alien: Covenant getauft wurde. Da Ridley Scott allein schon aufgrund seiner langen erfolgreichen Karriere und dem Erfolg von Prometheus natürlich am längeren Hebel bei Fox saß, wurde sein Film vorgezogen und Alien 5 auf Eis gelegt.

Doch Alien: Covenant war leider nicht gerade der Film, auf den viele Franchise-Fans gewartet haben. Sowohl an den Kinokassen als auch bei den Zuschauern hinterließ der optisch erwartungsgemäß wuchtige, aber inhaltlich sehr blasse Film keinen sonderlich guten Eindruck. Scotts Pläne für weitere Fortsetzungen, die an seinen ersten Alien anschließen sollten, sind damit gestorben, erst Recht im Angesicht der nahenden Übernahme von Fox durch Disney. Einige sahen darin die Chance für Blomkamps Alien 5. Doch der südafrikanische Filmemacher selbst hat erklärt, dass die Begeisterung, die er einst für die Fortsetzung hegte, inzwischen verflogen sei. In anderen Worten: der Zug ist abgefahren.

Oder vielleicht doch nicht? James Cameron, der den neuen Terminator nicht nur produziert, sondern überhaupt erst ins Rollen brachte, nachdem die zwei letzten Franchise-Revival-Versuche (Terminator – Die Erlösung und Terminator: Genisys) floppten, deutete in einem neuen Interview sehr überraschend an, dass er Alien 5 auf dem Schirm hat.

Auf dem roten Teppich zu Alita: Battle Angel erzählte Cameron einige Details zu Terminator 6 (mehr dazu hier). Am Ende des Gesprächs schlug der Journalist vor, Cameron könnte sich auch bei Blomkamp wegen Alien 5 melden. Daraufhin entgegnete Cameron ganz lapidar: "Ja, ich arbeite daran."

Natürlich könnte es auch einfach ein nicht ernst gemeinter Spruch von Cameron gewesen sein, aber er gehört eigentlich nicht zu Leuten, die etwas sagen, ohne es auch zu meinen. Vor zwei Jahren erklärte Cameron ausführlich in einem Interview, wie unzufrieden er mit allen Alien-Sequels sei, die nach seinem Film folgten und dass nur Scotts Erstling und seine eigene Fortsetzung wirklich gute, wegweisende Filme seien. Genau so sprach Cameron auch über alle Terminator-Sequels nach Teil 2 und nahm die Sache in die eigene Hand, um das Franchise-Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Es ist denkbar, dass er auch die Alien-Reihe zu altem Ruhm zurückbringen möchte. Allerdings wird es gerade angesichts der Disney-Akquise nicht leicht sein, insbesondere da Cameron im Gegensatz zu Terminator in dem Fall kein Franchise-Schöpfer ist und auch keine Rechte an der Reihe hat. Doch wenn Disney und Neill Blomkamp bereit sein sollten, jemandem zuzuhören, dann wäre es sicherlich Cameron. Schließlich wird Disney auch Camerons Avatar-Sequels in die Kinos bringen, die dem Studio ein Vermögen versprechen.

Zunächst einmal soll Blomkamp jedoch ein anderes Sci-Fi-Franchise mit einem direkten Sequel aus der Asche wiederauferstenen lassen: RoboCop.