Box-Office USA – Der Butler überzeugt als einziger der vier Neustarts

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Box-Office USA - 16.-18.08.2013 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Boxofficemojo

Nachdem in der vorletzten Woche vier breit gestartete Filme für mehr Leben an den Kinokassen sorgten und prompt die ersten vier Plätze der US-Kinocharts belegt haben, konnten die vier Newcomer letzte Woche das nicht wiederholen. Nur zwei der vier neuen Filme platzierten sich in der Top 5 (wobei wir tatsächlich einen neuen Spitzenreiter hatten). Insgesamt fiel die Top 12 um 14,7% gegenüber der Vorwoche und erreichte mit $121,4 Mio den vorläufigen Tiefstand des Sommers. Gegenüber dem gleichen Wochenende 2012 ging es um 4,7% hinab, womit das Gesamt-Box-Office des letzten Jahres weiterhin knapp vor 2013 liegt.

ANEZIGE

Platz 1 ging an Der Butler, der in die Fußstapfen anderer August-Hits tritt, die vornehmlich das ältere Publikum ansprechen. Dazu gehörten in Vergangenheit Eat Pray Love ($80,6 Mio), Julie & Julia ($94,1 Mio) und The Help ($169,7 Mio). Von der Weinstein Company bereits als einer der Oscar-Kandidaten des Jahres positioniert und von Oprah Winfrey, die in dem Film ihre erste tragende Rolle seit 15 Jahre spielt, stark beworben, lief der Film mit $24,6 Mio von 2933 Kinos an. Er erreichte einen Schnitt von $8400 pro Kino. Dieses Startwochenende liegt über denen von Eat Pray Love und Julie & Julia, wobei er sich gegenüber The Help geschlagen geben muss. The Help, der einen Mittwochstart hatte, spielte in den ersten fünf Tagen $35,9 Mio ein. Angesichts der Rassismusthematik von Der Butler, Forest Whitaker in der Hauptrolle und Lee Daniels, des Regisseurs des Oscar-Hits Precious – Das Leben ist kostbar, war der Gedanke hier mit Sicherheit, an den Erfolg von The Help anzuknüpfen. Auch wenn dies aber nicht gänzlich zu gelingen scheint, ist Der Butler bereits ein Volltreffer mit großartigen Aussichten. Mit seinem Budget von $30 Mio, wird er schon bald in die schwarzen Zahlen kommen. Da in puncto Drama ihm in den nächsten Wochen kaum Konkurrenz bevorsteht, sollte der Film bis Oktober noch gut laufen. Der Film spricht vor allem älteres, weibliches Publikum an – 60% der Zuschauer am Startwochenende waren Frauen und 76% waren über dem Alter von 35. Filme mit einer solchen Zielgruppe genießen in der Regel ausgeprägte Langlebigkeit an den Kinokassen. Dass er außerdem einen "A"-CinemaScore (aquivalent einer "1") von seinem Publikum erhielt, kann ebenfalls nicht schaden. Wahrscheinlich wird er nicht ein solches Box-Office-Phänomen wie The Help werden, doch $100 Mio sollte er mit relativer Sicherheit erreichen und je nach Oscarchancen irgendwo bei $105-115 Mio landen.

Wir sind die Millers verteidigte den 2. Platz der Kinocharts und gab um lediglich 32% nach. Kein anderer breit gestarteter Film diesen Sommer konnte sich an seinem zweiten Wochenende so gut halten, was für tolle Mundpropaganda des Films spricht. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass der Film sich an seinem zweiten Wochenende besser halten konnte als die vergleichbare R-rated Hitkomödie Tropic Thunder, die um 37% nachgab. Wir sind die Millers spielte $18 Mio ein und steht nach 12 Tagen bei $69,7 Mio – knapp $4 Mio vor Tropic Thunder im gleichen Zeitraum. Jetzt schon ist Wir sind die Millers ein großer Erfolg für das Studio (bei einem Budget von $37 Mio) und Jennifer Anistons neunterfolgreichster Film. Noch vor Ende des Monats könnte der Streifen $100 Mio erreichen und zum zweiten $100-Mio-Hit für seinen Star Jason Sudeikis sowie der sechste für Aniston werden. Außer Der Butler wird in den kommenden Wochen unglaubliches Stehvermögen beweisen, sieht es ganz danach aus, dass Wir sind die Millers zum erfolgreichsten Film von August 2013 werden wird. Ich erwarte ein Gesamteinspiel von mindestens $125 Mio.

Der Sieger der Vorwoche, Elysium, fiel um 54,1% auf $13,7 Mio und Platz 3 und brachte sein Gesamteinspiel auf $56 Mio. Die Frontlastigkeit des Films zeigt sich bereits und das Zwiswchenergebnis ist nicht gerade das, was sich das Studio vom $115-Mio-teuren Nachfolger zu District 9 mit Matt Damon und Jodie Foster erhofft hat. District 9 hat schließlich im gleichen Zeitraum etwa $16 Mio mehr eingenommen und sogar Oblivion lag mit $65 Mio nach zehn Tagen etwa $9 Mio weiter vorne – und der galt schon als eine Enttäuschung. Nach dem letzten Wochenende dürften nun alle Hoffnungen auf ein Endergebnis von $100 Mio oder mehr begraben sein. Spätestens am ersten September-Wochenende wird ihn die Sci-i-Konkurrenz von Riddick hart treffen. Elysium wird sich irgendwo im Bereich von $80-90 Mio einpendeln.

Platz 4 ging an Planes, der 39,8% abbaute und auf $13,4 Mio kam. Insgesamt liegt der Animationsstreifen bei $45,3 Mio nach zehn Tagen. Das der Film einen solchen Rückgang trotz fehlender Familienkonkurrenz verbuchte, spricht nicht gerade für sehr positive Resonanz. Allerdings wird der Film trotzdem den Vorteil haben, der letzte Animationsfilm bis Ende September zu sein. Daher erwarte ich, dass er sich allmählich stabilisiert und einen guten Lauf hinlegt, bis er mit etwa $85 Mio die Kinos verlässt.

Kick-Ass 2 war wohl die größte Enttäuschung der Woche. Das Sequel zur kultigen Comicbuchverfilmung von 2010 startete mit $13,3 Mio von 2940 Locations (im Schnitt $4535/Kino). Der erste Film war kein Überflieger an den Kinokassen, lief jedoch mit $19,8 Mio an bevor er es auf ein Gesamtergebnis von $48,1 Mio brachte. Im Heimkino wuchs jedoch die Beliebheit des Streifens, sodass Universal dem zweiten Film grünes Licht gab. Dass dieser jedoch so abstürzen würde, hat man nicht erwartet. Zum Glück liegt das Budget des Films bei $28 Mio – sogar $2 Mio unter dem des ersten Films. Daher wird auch Kick-Ass 2 am Ende ein finanzieller Erfolg sein. Eine enttäuschende Performance ist es aber allemal. Eine Rolle spielte dabei mit Sicherheit das lauwarme Marketing, das den Film nicht als eine Spaßgranate wie Teil 1 aussehen ließ sowie die größtenteils negativen Kritiken und Jim Carreys negative Äußwerungen zur Gewalt in dem Film. Dass Kick-Ass 2 an seinem ersten Samstag 28,2% seiner Besucher gegenüber seinem Starttag verlor, deutet auf extreme Frontlastigkeit hin. Die Fans liefen am ersten tag in die Kinos und ab jetzt geht es nur noch abwärts. Obwohl der "B+"-CinemaScore (äquivalent einer "2+") auf gute Resonanz hindeutet, wird sich das Stehvermögen des Films dadurch nicht verbessern. Der erste Film hatte schon sehr positive Mundpropaganda, verschwand aber dennoch schnell aus den Kinos. Für Kick-Ass 2 bedeutet das ein Gesamteinspiel von maximal $30 Mio.

Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen stürzte um zwei Plätze auf Rang 6 und verlor dabei 39,2% seiner Zuschauer vom Startwochenende. Damit kam er in der zweiten Woche auf $8,8 Mio und ein vorläuiges Gesamtergebnis von $39,3 Mio nach 12 Tagen. Sein Vorgänger, Percy Jackson: Diebe im Olymp, hatte m gleichen Zeitraum etwa $19,5 Mio mehr, hielt sich dafür an seinem zweiten Wochenende deutlich schlechter. Dass Percy Jackson 2 den ersten Film ($88,8 Mio) nicht mehr einholen wird, ist klar. Jedoch könnte ihm noch eine ganz gute Zeit bevorstehen, es sei denn Chroniken der Unterwelt – City of Bones wird ihn kommendes Wochenende vernichten. Ich denke aber, dass beide ein etwas unterschiedliches Publikum ansprechen, sodass Percy Jackson mit etwas Glück auf ein Gesamteinspielergebnis von $60 Mio kommen kann. Einschließlich des Einspiels aus dem Übersee, wird das Sequel am Ende doch noch ein Hit.

Die Steve-Jobs-Filmbiografie Jobs belegte mit $6,7 Mio von 2381 Kinos Rang 7. Es ist ein ziemlich schwacher Start für einen Film über eine solch berühmte Persönlichkeit, Das größte Problem lag hier wohl am Casting. Nicht viele konnten einen Film mit Ashton Kutcher als Steve Jobs ernst nehmen und die üblichen Kutcher-Fans fühltenm sich vom ernsten Thema nicjht angesprochen, sodass der Film in einer Art "Niemandsland" landete. Zudem haben die mittelmäßigen Rezensionen dem Filom den Rest gegeben. Die Mundpropaganda scheint schwach auszufallen, denn die Zuschauer vergaben dem Streifen einen "B-"-CinemaScore (äquivalent einer "2-"). Glücklicherweise beträgt das Produktionsbudget von Jobs "nur" $12 Mio, sodass auch ein $15Mio-Einspiel am Ende kein finanzielles Desaster darszellt.

Wolverine – Weg des Kriegers fiel derweil um 43,7% auf $4,5 Mio und rundete die Top 10 ab. Nach vier Wochen steht der Streifen bei $120,6 Mio und hat immer noch gute Aussichten auf ein Endergebnis von $130 Mio.

Ich – Einfach unverbesserlich 2 verlioße in der 7. Wocjhe die Top 10 und rutschte mit $3,9 Mio (-33,9%) auf Rang 11 ab. Mit einem Gesamteinspiel von $346,1 Mio ist der Animationshit unter die 25 erfolgreichsten Filme aller Zeiten in den USA aufgestiegen und hat ein finales Einspiel von $360 Mio weiterhin fest im Blick.

Villeicht nicht die größte Enttäuschung (aufgrund niedriger Erwartungen), aber eindeutig der größte Flop der Woche war Paranoia – Riskantes Spiel. Der von den Kritikern verrisene Industriespionage-Thriller mit Liam Hemsworth, Harrison Ford und Gary Oldman hat es nicht einmal in die Top 12 geschafft und fand sich mit $3,5 Mio von 2459 Kinos auf Platz 13 wieder. Angesichts des $35-Mio-Budgets ist es ein totaler Reinfall für alle Beteiligten und wird nicht mehr als $8 Mio insgesamt einspielen, bevor er aus allen Kinos verschwindet.

Woody Allens Blue Jasmine verdoppelte letztes Wochenende die Anzahl seiner Kinos und brachte von 229 Lichtspielhäusern knapp 42,3 Mio (-2,3%) ein. Kommendes Wochenende steht eine große Expansion in mehr als 1000 Kinos bevor. Bislang hat Bloue Jasime etwa $9,4 Mio in Nordamerika eingenommen und die Chancen stezhen gut auf ein Endergebnis von $30 Mio.

Kindsköpfe 2 hat nach sechs Wochen $127,4 Mio erreicht und schielt immer noch auf $130+ Mio. Nur sechs weitere Realfilme mit Adam Sandler haben es soweit gebracht. Taffe Mädels beweist aber weiterhin, dass der Film DER Komödienhit des Sommers ist. Mittlerweile erreichte die Zusammenarbeit von Sandra Bullock und Melissa McCarty $155,5 Mio und könnte mit etwas Glück sogar $160 Mio knacken.

RED 2 stürzt schneller ab als erwartet. Nach fünf Wochen hat er schon $51 Mio erreicht, doch viel mehr scheint nicht dein zu sein. Glücklicherweise läuft es im Ausland viel besser. Zu guter Letzt meldet sich Iron Man 3 wieder. Mit $408,2 Mio nach 16 Wochen überholte er Die Tribute von Panem – The Hunger Games und steig auf Platz 13 der All-Time Charts in den USA auf.

 Hier die vollständige Top 10