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Fields of the Dead (2014)

Fields of the Dead, USA 2014 • 84 Min • Regie: Daniel B. Iske • Drehbuch: Scott Coleman • Mit: Melanie Recker, Lara Adkins, Mark Booker, Mike Delange, Chelsie Hartness • Kamera: Daniel B. Iske • Musik: James Iske • FSK: n. n. b. • Heimkino-Start: n. n. b. Offizielle Facebook-Seite

Liest man den Titel und sieht das Plakat von „Fields of the Dead“, könnte man fast meinen, den x-ten Romero-Zombie-Abklatsch vor sich zu haben. Dieser Eindruck trügt, denn bei „Fields Of The Dead“ handelt es sich um einen Low-Budget-Geister/Slasher-Mix. Mit einem relativ unbekannten Cast wird hier versucht, ein wenig den großen Fußstapfen von „Evil Dead“ und „Freitag, der 13.“ zu folgen.

Sieben Studenten betreiben Nachforschungen für ein Universitätsprojekt auf einer alten Farm im Nirgendwo. Dort finden sie ein altes Tagebuch, das von der Vergangenheit auf der Farm berichtet, gleichzeitig aber einen Fluch heraufbeschwört, der einem Studenten nach dem Anderen das Leben kostet.

Fields of the Dead (2014) Filmbild 1Ja, der Plot klingt ziemlich verbraucht. Ein altes Haus, ein unbekanntes Buch und einen blutigen Fluch kennen wir bereits von diversen Vertretern des Horrorgenres. Dennoch hebt sich „Fields Of The Dead“ von den meisten Horrorfilmen insofern ab, als dass die tatsächliche Bedrohung zwischen einem physikalischen Killer und einer übernatürlichen Kraft wechselt. Hier gibt es keinen klassischen Jason Voorhees oder eine blutrünstige Dämonenhexe, denn die Bedrohung wandelt in den eigenen Reihen. Die Schauspieler, die den Meisten gänzlich unbekannt sein dürften, machen ihre Sache budget-untypisch erstaunlich gut. Vor allem die zwei bis drei Darsteller, die die eigentlichen Hauptrollen verkörpern, überzeugen mit durchaus gekonntem Spiel zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Hierbei sei auch das Drehbuch erwähnt, das teilweise in den Dialogen durchaus Kniffe entdecken lässt.

Blutig oder grausam geht es in dem ca. 80-minütigen Horrorwerk fast ausschließlich in den letzten 10-15 Minuten zu. Doch selbst die wenigen Splattereffekte halten sich von ihrer Intensität in Grenzen. Man merkt dem Film insgesamt aber an, dass er nicht auf Gewalteffekte bauen wollte, sondern Spannung innerhalb des Handlungsverlaufes erzeugen möchte. Dies ist in Teilen auch gelungen, dennoch wäre der Produktion geraten gewesen, die wenigen Gewalteinlagen sinnvoll auf den Film zu verteilen, anstatt sie geballt am Ende des Films zu entladen.

Technisch gibt es selbstverständlich Budget-bedingte Abstriche zu machen. Der Abwechslungsreichtum innerhalb der Setauswahl hält sich in Grenzen, die Geistereffekte sind unspektakulär und auch die Splattereinlagen sind einfach gestrickt. Im Gegensatz zum durchaus überzeugenden Ton, ist das Bild oftmals sehr blass und manchmal etwas merkwürdig ausgeleuchtet. Vor allem in einer Szene, in der ein Fotoapparat als Lichtquelle in einer dunklen Räumlichkeit verwendet wird, wirkt dies äußerst merkwürdig, da der Raum immer noch sehr hell und begehbar zu sein scheint.

Dennoch, alles in allem ist der Film durchaus als unterhaltsam zu bezeichnen. Die Story ist routiniert, die Schauspieler überraschend positiv und der Handlungsverlauf bleibt trotz kleiner Schwächen interessant. Wer mit Budget-bedingten Abstrichen keine Probleme hat und den Großteil der bekannten Horror-Blockbuster bereits mehrfach gesehen hat, kann hier durchaus mal zugreifen.

Fazit

„Fields Of The Dead“ ist routinierte Low-Budget-Kost, ein Geister/Slasher-Mix mit guten Schauspielern, spannender Inszenierung und moderaten Gewalteinlagen. Als ein kleiner Horrorfilm für die kleinen Erwartungen ist er Fans des Genres zu empfehlen.

Trailer

Box-Office Welt – Captain America 2 zeigt sich sehr stark

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Captain America The Return of the First Avenger

Quelle: Screendaily, Rentrak

Die Zeit der Blockbuster an den Kinokassen ist wieder angebrochen! Eine Woche vor dem US-Start des Films lief The Return of the First Avenger, das Captain America-Sequel,  in 32 Ländern an und nahm starke $75 Mio ein. Dabei fehlen ihm noch Länder wie China, Japan, Brasilien, Russland, Australien und Indien, in denen er dieses Wochenende und in den nächsten zwei Wochen starten wird. Insgesamt startete The Return of the First Avenger in fast allen Märkten deutlich besser als sein Vorgänger, Captain America – The First Avenger. Captain America war unter den Avengers-Helden immer deutlich weniger beliebt international als Iron Man oder Thor und der letzte Film spielte außerhalb von Nordamerika "nur" $193,9 Mio ein. Das Sequel hat jetzt schon etwa 39% davon eingespielt. Natürlich ist der Start trotzdem nicht mit dem von Thor – The Dark Kingdom zu vergleichen, der letzten Herbst $109,3 Mio von 36 Ländern an seinem ersten Wochenende einspielte und international auf insgesamt $438,4 Mio kam. Diese Höhen wird Captain America 2 nicht erreichen, doch er sollte trotzdem problemlos die $300-Mio-Marke knacken und wird vielleicht sogar $350 Mio toppen.

Die besten Ergebnisse für den Film kamen am Wochenende aus Südkorea, wo er mit $11 Mio anlief und damit jetzt schon fast das Dreifache des Gesamteinspiels (!!) von Teil 1. Der Film startete deutlich besser als Thor – The Dark Kingdom und auch besser als andere Blockbuster von 2013 wie Pacific Rim und World War Z. In Großbritannien verbuchte er $10 Mio zum Start und lag damit 105% über dem Startwochenende von Teil 1. Der erste Captain America erreichte in Großbritannien knapp $14,8 Mio und Teil 2 wird das noch dieses Wochenende übertreffen. In Mexiko, wo der erste Film schon recht erfolgreich war, startete The Return of the First Avenger mit $8,6 Mio knapp über Thor 2 und etwa 6% über dem ersten Captain America. Es war das beste Startwochenende des Jahres in Mexiko. In Frankreich belegte der Film Platz 1 mit $6,1 Mio (81% über dem ersten Film) und in Italien mit $4,1 Mio (44% über seinem Vorgänger). Mit $3,6 Mio zum Start hat der Film in Malaysia nicht nur das Gesamteinspiel des ersten Films bereits übertroffen, sondern wurde auch prompt zum dritterfolgreichsten Film von 2014. In Spanien schwächelte der Film mit $2,9 Mio ein wenig, startete aber trotzdem 16% über Teil 1. In Deutschland machte dem Film das schöne Wetter zu schaffen, sodass der Film mit $4 Mio leicht unter den Erwartungen startete, was aber trotzdem eine Verbesserung von 86% gegenüber seinem Vorgänger darstellte. Insgesamt kann man den rasanten Anstieg der Popularität des Charakters in nahezu allen Ländern beobachten, was wohl primär Marvel’s The Avengers zu verdanken ist.

Platz 1 an den internationalen Kinokassen ging am Wochenende an Noah, der sich immer noch im frühen Stadium seiner internationalen Laufzeit befindet. Von 22 Ländern brachte der Film $33,1 Mio ein und steht außerhalb von Nordamerika bei insgesamt $51,1 Mio. Einen sehr großen Beitrag dazu leistete Russland, wo der Streifen mit phänomenalen $17,2 Mio anlief. Es war das achtbeste Startwochenende aller Zeiten und das zweitbeste für einen Film, der kein Sequel ist (nach Avatar). Ein Gesamtergebnis von mindestens $35 Mio ist für den Film in Russland zu erwarten. In Australien belegte Noah mit etwas weniger spektakulären aber dennoch guten $4,2 Mio Platz 1 der Charts. In Südkorea und Mexiko fiel der Film mit insgesamt jeweils $12,4 Mio und $10,7 Mio auf Platz 2 zurück, während Captain America 2 ihm in beiden Märkten die Spitze wegschnappte. Dieses Wochenende startet der Film u. a. in Brasilien, Deutschland, Großbritannien, Spanien und Schweden und hat danach noch Frankreich, Italien, Portugal, Venezuela und Japan vor sich. Alles deutet auf eine großartige internationale Performance hin, sodass auch Noah mehr als $300 Mio außerhalb von Nordamerika einspielen sollte.

Platz 3 an den internationalen Kinokassen ging wieder an Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman, der dank seinem $7,9-Mio-Start in China am Gesamtwochenende etwa $17,5 Mio international einnahm und jetzt bei $123,5 Mio steht. Insgesamt war es bislang aber schon eine eher schwache Box-Office-Performance für einen Animationsfilm von DreamWorks und auch mit Japan in petto (wo der Film kaum starke Zahlen schreiben wird), werden ihm international nicht mehr als $165-175 Mio vergönnt sein.

Rio 2 spielte derweil weitere $14,5 Mio ein, und das von nur drei Ländern, in denen er bereits läuft. In Brasilien startete der Streifen mit starken $7,6 Mio, was aber trotzdem etwa 9% unter dem Start von Teil 1 lag. In Russland steht der Film nach zwei Wochen bei $21,1 Mio und damit 12% vor dem ersten Rio m selben Zeitraum. Insgesamt hat der Film von seinen drei Ländern bis dato $30,1 Mio eingenommen und wird mit großer Wahrscheinlichkeit international mehr als $300 Mio einspielen.

Need for Speed nahm zusätzliche $13,3 Mio ein und brachte sein mittlerweile beeindruckendes internationales Gesamteinspiel auf $130,4 Mio. Davon stammen $59,6 Mio aus China (nach nur drei Wochen!) und mehr als $12 Mio aus Russland. Japan, Frankreich und Spanien liegen noch vor dem Streifen, sodass er international mindestens $160 Mio und weltweit über $200 Mio einspielen wird.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren erreichte letztes Wochenende einen ganz besonderen Meilenstein – nach weiteren $8,6 Mio aus Japan, erreichte der Film ein internationales Einspiel von $674 Mio und damit eine weltweite Summe von $1,072 Mrd. Damit ließ der Film Toy Story 3 hinter sich und wurde zum weltweit umsatzstärksten Animationsfilm aller Zeiten! Generell hat der Film in den weltweiten Charts bereits Platz 10 erreicht. Nur zwei Originalfilme haben noch mehr eingespielt – Titanic und Avatar! In Japan liegt der Film mittlerweile bei $51,6 Mio und zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Es würde mich nicht überraschen, wenn der Film in Japan sogar $100 Mio knackt. International würde das ein Einspiel von mehr als $720 Mio bedeuten und weltweit mehr als $1,12 Mrd, was Die Eiskönigin sogar zum siebterfolgreichsten Film aller Zeiten erheben würde, noch vor Skyfall und Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs. Einen solchen Erfolg hat niemand erwartet.

300: Rise of an Empire spielte letztes Wochenende internationakl weitere $8,4 Mio ein, wobei der Film offensichtlich stark unter der Konkurrenz von The Return of the First Avenger und Noah litt. Insgesamt steht er jetzt bei $213,9 Mio (etwa 87% des internationalen Gesamteinspiels von Teil 1). Der stärkste Markt des Films ist Russland. Dort nahm der Film bislang mehr als $17 Mio ein. Sollte 300: Rise of an Empire in China starten, so traue ich ihm ein internationales Einspiel von mehr als $280 Mio zu. $300 Mio wird er aber so oder so verfehlen.

Monuments Men – Ungewöhnliche Helden spielte letztes Wochenende außerhalb von USA/Lanada $7,8 Mio ein, wovon $5 Mio aus Cina kamen. Insgesamt steht der Film mit George Clooney, Bill Murray und Matt Damon bei $72,2 Mio international und hat noch Japan vor sich. Ich gehe momentan von insgesamt etwa $90-.95 Mio für den Film aus.

Grand Budapest Hotel läuft weiterhin außerordentlich in den USA und außerhalb. Letztes Wochenende kamen weitere $7,6 Mio außerhalb von Nordamerika hinzu und brachten das internationale Einspiel des Films auf $45,3 Mio. Dabei wird er demnächst noch in Brasilien, Australien, Portugal, Italien und Japan starten. In Großbritannien spielte der Film nach vier Wochen $13,2 Mio ein. In Frankreich steht er bei $9,8 Mio und in Deutschland bei $5,2 Mio. In fast allen seinen Ländern steht ihm noch eine lange und erfolgreiche Laufzeit bevor, bis in den Sommer hinein, sodass ich von einem internationalen Gesamteinspiel von $100 Mio oder mehr ausgehe.

The LEGO Movie knackte international nach einem $2,5-Mio-Wochenende die $150-Mio-Marke UND steht jetzt bei $152,6 Mio. Mehr als ein Drittel davon ($52,8 Mio) stammt aus Großbritannien. Mexiko ist das einzige andere Land, in dem der Film $10 Mio erreichte. Mit Deutschland, Australien und China in petto, könnte er aber trotzdem noch $250 Mio international erreichen.

Die Bücherdiebin startete in Italien mit $1,3 Mio auf Platz 2 der Wochenendcharts und brachte das internationale Einspiel der Romanverfilmung auf $50,9 Mio. Insgesamt lief der Film in Europa deutlich unter den Erwartungen, weshalb er mit kaum mehr als $55-60 Mio außerhalb von Nordamerika die Kinos verlassen wird.

Non-Stop erreichte international mittlerweile $90,2 Mio, wobei seine erfolgreichsten Märkte Südkorea /$15 Mio), Großbritannien ($14,6 Mio) und Frankreich ($10,3 Mio) sind. In Japan, Dänemark, Schweden und China ist er noch nicht gestartet und könnte mit diesen Ländern international $120 Mio erreichen.

Der Hobbit – Smaugs Einöde ist fast am Ende seiner Laufzeit und hat in Japan bislang nur schwache $12,6 Mio eingespielt. International steht der Film bei insgesamt $691,7 Mio und wird die $7800-Mio-Marke knapp verpassen. Nichtsdestotrotz ist der Film jetzt schon auf Rang 12 der international erfolgreichsten Filme aller Zeiten aufgestiegen.

Noah (2014)

Noah (2014) Filmkritik

Noah, USA 2014 • 138 Min. • Regie: Darren Aronofsky • Drehbuch: Darren Aronofsky, Ari Handel • Mit: Russell Crowe, Jennifer Connelly, Anthony Hopkins, Emma Watson, Ray Winston, Logan Lerman, Douglas Booth • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 3. April 2014 • Deutsche Website

Handlung

In einer kargen, dem Untergang geweihten Welt erhält ein Mann im Traum eine Botschaft des Schöpfers. Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Eine neue Welt ohne sie ist das Ziel. Lediglich die Tiere sollen dort ihren Platz haben. Der Mann mit dieser Vision ist Noah (Russell Crowe). Ohne eine Ahnung, wie er den göttlichen Plan umsetzen soll, sucht er seinen Großvater Methusalem (Anthony Hopkins) auf. Schließlich kommt ihm der Bau der Arche in den Sinn. Getrieben von der Erfüllung seiner Mission wandelt sich der Charakter des Familienvaters zusehends. Ihm scheint mit dem Näherrücken der Sintflut, jedes Mittel recht zu sein, den Plan umzusetzen. Selbst wenn er sich dafür gegen seine Frau Naameh (Jennifer Connelly), seine Söhne Shem (Douglas Booth) und Ham (Logan Lerman) sowie seine Adoptivtochter Ila (Emma Watson) entscheiden muss. Doch der innere Konflikt wird immer größer. Die Entscheidungen fallen schwerer, sodass er bald die Grenzen seines menschlichen Verstands erreicht.

Kritik

Noah (2014) Filmbild 1Darren Aronofsky adaptiert mit seinem Abenteuerdrama Noah eine der bekanntesten Geschichten der Bibel auf sehr individuelle Weise. Die meisten dürften Noah und seine Arche kennen. An diesen elementaren Bestandteilen rüttelt Aronofsky natürlich nicht. Die Rahmenhandlung dreht sich um genau diese beiden Dinge. Auf der einen Seite ein Mann, der einen Auftrag vom Schöpfer erledigen soll und dabei an seine menschlichen Grenzen gerät. Auf der anderen Seite die Arche, die ihm bei der Realisierung dieses Auftrags helfen soll. So weit ist das nichts Neues. Für Überraschungen allerdings sorgt die filmische Umsetzung. So wird beispielsweise zu keinem Zeitpunkt der Geschichte eindeutig geklärt, ob der Film in der Vergangenheit oder der Zukunft spielt. Einiges, wie die zerstörten Hightech-Städte, deutet auf Letzteres hin. An anderen Stellen fühlt man sich wieder in die Zeit des biblischen Urvaters zurückversetzt. Auch die Atmosphäre und die Sets zeichnen ein kargeres Bild der Umgebung, in der Hochtechnologie nur ein kurzes Zwischenspiel gehabt zu haben scheint. Trotz des relativ kleinen Ausschnitts aus der Bibel hat der Film eine Länge von über zwei Stunden. Die Handlung musste stellenweise zusätzlich gerafft werden. Die Übergänge sind dabei nicht immer stimmig, aber insgesamt kommen sie dem Spannungsbogen des 138-Minüters zugute.

Aronofsky macht keinen Hehl daraus, dass die Rahmenhandlung des Films der Bibel entnommen wurde. Er zielt aber nicht darauf ab, eine bibeltreue Nacherzählung Noahs Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Er gibt dem Ganzen seine persönliche Handschrift. Viele Symboliken werden mithilfe von Fantasy-Elementen anders dargestellt, als es Stereotypen in den Köpfen der Zuschauer vorgeben. Das wirkt anfangs etwas befremdlich, auf der anderen Seite aber auch sinnvoll. So erscheinen die gefallenen Engel den Menschen in Form von meterhohen Steinkolossen. Sie werden jedoch nicht als Engel, sondern als Wächter bezeichnet. Für den Bau der Arche spielen sie eine zentrale Bedeutung. Sie helfen Noah bei seinem Vorhaben, da sie seine Nähe zu ihrem eigenen Schöpfer spüren. Ihnen bietet sich dabei die Chance, selbst wieder erlöst zu werden. Noah (2014) Filmbild 2Sie werden dabei nicht menschenähnlich personifiziert, sondern als Steinhaufen mit menschlichen Eigenschaften allegorisiert. Für Religionsfanatiker dürften diese Bilder wenig passend wirken, für den Film sind sie dennoch hilfreich. Sie vereinfachen komplexe Bilder und lockern den Film dadurch auf. Aronofsky bewegt sich dabei manchmal sehr dicht an der Grenze zum Kitsch, bekommt aber immer rechtzeitig die Kurve.

Im Mittelpunkt steht nun also der Mann, der vor der herannahenden Sintflut sämtliche Tiere retten soll, um so die Bedingungen für einen Neustart der Erde zu schaffen. Die Menschheit ist damit dem Untergang geweiht, sodass Noah und seine Familie die letzten Menschen in der Menschheitsgeschichte sein werden. Diese Vorstellung schafft an enorm vielen Punkten Dilemmas, mit denen Noah immer wieder konfrontiert wird und die er abwägen muss. Je näher die neue Welt in sichtbare Reichweite rückt, desto mehr häufen sich die schwerwiegenden Entscheidungen. Russell Crowe stellt diese Charakterentwicklung sehr authentisch dar. Man spürt förmlich, wie es ihn zerreißt – spätestens als er Entscheidungen treffen muss, die sich direkt gegen sein eigen Fleisch und Blut richten. Und dennoch will er, geradezu fanatisch, nicht von der ihm aufgetragenen Mission abweichen. Je stärker dieser innere Konflikt wird, desto mehr blüht Crowe in seiner Rolle auf. Unterstützt wird von einer starken Jennifer Connelly, die in der Rolle von Noahs Frau Naameh seine bessere Hälfte ist. Sie stellt die enge Verbindung zu ihrem Mann und die Fassungslosigkeit sowie die damit verbundene Distanzierung durch seine Entscheidungen sehr glaubwürdig dar. Außerdem nett mit anzusehen ist Anthony Hopkins in der Rolle des alten Weisen Methusalem. Dieser wirkt für ein Alter von fast 1000 Jahren zwar recht agil, aber dank Hopkins Umsetzung auch sehr sympathisch.

Noah (2014) Filmbild 3Neben den Charakteren stimmen auch die Details. Die Drehorte und Kostüme wirken nie zu aufgesetzt oder zu übertrieben an moderne Vorstellungen angepasst. Sie tragen konstruktiv zur leicht düsteren Atmosphäre bei. Die kargen Landschaftsaufnahmen, die zum Großteil im Süden Islands gefilmt wurden, transportieren die Untergangsstimmung auf sehr plastische Weise in den Kinosaal. Die Produktionskosten schlagen mit geschätzten 125 Millionen US-Dollar zu Buche. Ein sehr kostspieliger Posten waren die Effekte. Visual Effects wurden zuhauf eingesetzt. So mussten sämtliche Tierarten animiert und gerendert werden, was einen enormen Aufwand und dadurch auch enorme Kosten verursacht hat. Insgesamt muss man feststellen, dass die 3-D-Effekte zwar ein nettes Gimmick sind, aber dennoch vernachlässigbar. Besonders in dem Moment, als die Sintflut auf die Menschheit zurollt, hätte man mehr aus dieser Technologie herausholen können. Man kann sich Noah also auch sehr gut zweidimensional anschauen.

Fazit

Aronofskys Noah ist definitiv nichts für bibeltreue Religionsfanatiker. Der Film hat aber auch nicht den Anspruch, das Original detailliert wiederzugeben. Er sollte vielmehr als eine höchst eigene Interpretation des Regisseurs gesehen werden. Entstanden ist ein Werk, das sämtliche Facetten menschlicher Gefühle allein an der Figur Noahs authentisch darstellen kann. Dank der passenden Sets und Kostüme, der stimmigen Atmosphäre und dem tollen Cast bringt der Film als moderner Monumentalfilm auf unterhaltsame Weise ein Stückchen Bibelgeschichte in die Kinos, ohne diese infrage stellen zu wollen.

Trailer

Box-Office Deutschland – Captain America 2 besser als der Vorgänger

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The Return of the First Avenger Vorschau

Quelle: Insidekino

Obwohl letztes Wochenende ein durchaus attraktiver Blockbuster die deutschen Kinos stürmte, sank die Gesamtbesucherzahl der Top 10 dieses Jahr erstmals unter 1 Million. Schuld daran waren landesweite Traumtemperaturen, die die potenziellen Kinogänger ins Freie zogen, sodass die dunklen Kinosäle vor allem am Sonntag häufig leer blieben. Das führte bei älteren Filmen teilweise zu massiven Einbrüchen, sodass kaum ein Streifen in der Top 20 mehr als 60% seiner Zuschauer von der Vorwoche halten konnte. Besonders hart hat es, wie immer, die Familienfilme getroffen, die nach einigen tollen Rückgängen in Folge letztes Wochenende ordentlich Federn lassen mussten. Fast alle Filme für Kinder gaben um mehr als 55% nach. Kommendes Wochenende können die Kinobetreiber und Verleihe eventuell aufatmen, denn etwas Regen ist angesagt. Insgesamt gab die Top 10 gegenüber der Vorwoche um 36% nach und kam auf 854,000 Zuschauer. Gegenüber dem gleichen Wochenende im Vorjahr ging es um 37% runter. Es handelte sich um das schwächste Wochenende an den deutschen Kinokassen seit September 2013.

Die Spitze ging erwartungsgemäß an The Return of the First Avenger (auch bekannt als Captain America 2). Trotz des kinounfreundlichen Wetters profitierte der Film immens von dem gestiegenen Bekanntheitsgrad von Captain America (dank Marvel’s The Avengers) und eröffnete mit 255,000 Besuchern (einschließlich Previews) bis Sonntag etwa 76% besser als sein Vorgänger vor drei Jahren. Am regulären Wochenende waren es knapp 233,0000 Besucher, was für einen Schnitt von 371 Zuschauern pro Kino reichte. Mit nur 340,000 Zuschauern war Captain America – The First Avenger 2011 in Deutschland wahrlich kein Überflieger, sodass der einzige Weg nach oben führte. Da auch die anderen post-Avengers Marvel-Filme deutlich besser abgeschnitten haben als ihre Vorgänger (Iron Man 3 um 90%, Thor – The Dark Kingdom um 27%), war eine Steigerung bei The Return of the First Avenger sehr zu erwarten. Es gab ja auch noch sehr viel Luft nach oben. Die Comicbuchadaption hat jetzt schon genau Dreviertel der Gesamtbesucherzahl von Teil 1 erreicht und wird diesen noch vor dem Ende von seinem zweiten Wochenende überholen. An die Popularität von Iron Man und Thor kommt Captain America weiterhin nicht heran, doch der Anstieg der Popularität vergleichen zu den beiden anderen ist relativ gesehen deutlich größer ausgefallen. Mit Noah, Divergent – Die Bestimmung und The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro voraus, wird Captain America 2 sogar bei kinofreundlicherem Wetter nicht lange in den Charts bleiben. Bestenfalls sind hier 750,000 Besucher drin. Aber auch das wäre ja schon eine Steigerung von etwa 120% gegenüber dem Original!

Liam Neesons Actionthriller Non-Stop bewies erneut Durchhaltevermögen und fiel um vergleichsweise milde 47% (jedenfalls wenn man die Konkurrenz und die Rückgänge anderer Filme bedenkt). Mit 124,000 Besuchern an seinem dritten Wochenende belegte der Film Platz 2 der deutschen Kinocharts und brachte seine vorläufige Gesamtbesucherzahl auf 858,000 nach 18 Tagen. Nach einem etwas schwächeren Start als 96 Hours – Taken 2 liegt Non-Stop nahezu gleichauf mit jenem Sequel. Taken 2 kam in Deutschland auf 1,1 Mio Besucher und auch Non-Stop sollte irgendwo bei dieser Marke landen. Spätestens nächste Woche wird der Film in Deutschland als fünfter Streifen dieses Jahr die 1-Mio-Besuchermarke überqueren. Man kann auf jeden Fall sagen, dass Non-Stop etwas über den Erwartungen läuft und Liam Neeson nun auch in Deutschland ein Kassenmagnet ist.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand verteidigte in seiner zweiten Woche Rang 3 der Charts und fiel dabei lediglich um 26% (bei weitem der beste Rückgang in der gesamten Top 20) auf 102,000 Zuschauer von Donnerstag bis Sonntag. Geholfen hat dabei neben toller Mundpropaganda und einem eher älteren Zielpublikum auch die Tatsache, dass er 90 neue Spielstätten spendiert bekam. Nach 11 Tagen kann die schwedische Bestsellerverfilmung bereits etwa 305,000 Zuschauer vorweisen und hat noch tolle Aussichten vor sich. In den Arthouse-Kinos wird Der Hundertjährige noch ein sehr langes Leben genießen und im Sommer sollte sich der Film zum Renner in Open-Air-.Kinos entwickeln. Ich erwarte hier mindestens 800,000 Zuschauer, doch mich würde auch 1 Million bis zum Ende des Sommers nicht überraschen. Der Film wird sich noch sehr lange in den Charts halten.

Dasselbe kann man von der Videospieladaption Need for Speed kaum behaupten, die in der zweiten Woche von #2 auf #4 fiel und dabei 48% abbaute. Der Steifen verfehlte um weniger als 500 Zuschauer sechsstellige Besucherzahlen am Wochenende. Insgesamt steht Need for Speed in Deutschland bei 335,000 Besuchern. Für eine Videospielverfilmung ist das eigentlich gar nicht so schlecht, doch für einen Film, der sich als neuer Fast & Furious etablieren wollte, sind das doch eher schwache Zahlen. Wie auch The Return of the First Avenger, wird auch Need for Speed angesichts der Konkurrenz recht schnell von der Bildfläche verschwinden und dabei nur knapp über eine halbe Million Besucher kommen.

Auch Bibi & Tina – Der Film fiel am Wochenende um zwei Plätze und verlor dabei etwa 56% seiner Zuschauer von der Vorwoche. Immerhin erging es ihm noch besser als den meisten anderen Familienfilmen am Wochenende. Nach 73,000 weiteren Zuschauern liegt Detlev Bucks neuer Kinofilm bei sehr starken 657,000 Besuchern nach vier Wochen. Diesen Monat wird der Film es mit The LEGO Movie und Rio 2: Dschungelfieber zu tun bekommen, doch ich denke, dass die beiden Animationsfilme ein etwas anderes Publikum, ansprechen, sodass Bibi und Tina weiterhin gut laufen sollte – solange das Wetter mitspielt! Ich denke, dass hier mit etwas Glück eine Million Zuschauer möglich sind und damit wahrscheinlich auch eine Fortsetzung.

Grand Budapest Hotel fiel als einziger weiterer Film weniger als 40% letztes Wochenende und verbesserte sich mit 59,000 Zuschauern (-37%) um zwei Plätze von Rang 8 auf Rang 6. Dabei knackte er als erster Wes-Anderson-Film in Deutschland die 500,000-Zuschauermarke. Darüber hinaus blieb er zum vierten Mal in Folge an der Spitze der deutschen Arthouse-Charts. Wie auch Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand wird auch Grand Budapest Hotel eine sehr lange Laufzeit in den Kunstkinos genießen und im Sommer noch viele Besucher durch Open-Air-Vorstellungen zulegen. Ich denke, dass hier ebenfalls mindestens 800,000 Zuschauer, mit einer kleinen Chance auf 1 Million möglich sind. Wer hätte sich je einen so großen Hit bei diesem Film erträumt?

300: Rise of an Empire gab um 56% nach und landete mit 52,000 gelösten Tickets auf Platz 7 und brachte seine vorläufige Gesamtbesucherzahl sauf 911,000 nach vier Wochen. Das Sequel zeigte bislang deutlich bessere Ausdauer als sein Vorgänger, startete aber auch deutlich schwächer. Bislang hat er 55% der Gesamtbesucherzahl des ersten 300 erreicht und wird spätestens irgendwann nächste Woche 1 Mio Besucher in Deutschland erreichen. Jedoch wird bei maximal 1,1 Mio Schluss sein. Angesichts der harten FSK18-Altersfreigabe ist das schon eine beeindruckende Leistung. Kein ab 18 Jahren freigegebener Film seit The Expendables 2 erreichte in Deutschland 1 Mio Besucher.

Auf Platz 9 kam Stromberg – Der Film nach sechs Wochen auf mehr als 1,2 Mio Zuschauer und ist jetzt der dritterfolgreichste Film von 2014 in Deutschland. Insgesamt werden ihm etwa 1,4 Mio Besucher vergönnt sein. Ein sehr solider Erfolg.

Die Teenie-Romanze Endless Love belegte zum Start mit 28,000 Besuchern von 183 Kinos Platz 12. Einschließlich Sneaks und Previews hat der Film bis dato etwa 48,000 Besucher eingesammelt. Auf mehr als 100,000 wird der Film jedoch nicht kommen.

Der Oscarkandidat Her schwächelte ein wenig am Startwochenende und belegte mit etwa 21,000 Zuschauern von 62 Kinos (und einem Schnitt von 337 Besuchern/Kino) Rang 13 und Platz 3 der Arthouse-Charts. Viel mehr als 150,000 Besucher werden hier nicht zusammenkommen.

Die Bücherdiebin erreichte nach drei Wochen 120,000 Besucher. Angesichst des Erfolgs der Romanvorlage und der Deutschland-zentrischen Films überraschtes mich, dass der Film nicht besser abgeschnitten hat. Auch wenn es im Sommer noch zu Open-Ai-Einsätzen kommt, wird der Film dennoch bei maximal 200,000 Besuchern landen.

12 Years a Slave brachte derweil seine Gesamtbesucherzahl auf 648,000 nach 11 Wochen. Das dreifach oscarprämierte Drama profitierte sehr stark von den gewonnenen Preisen und wird wahrscheinlich insgesamt mindestens 750,000 Besucher erreichen, bevor sein Kinoeinsatz vorüber ist. American Hustle steht dafür bei "nur"626,000 Zuschauern und wird nicht viel mehr als 650,0000 erreichen. Es ist schon etwas überraschend, dass 12 Years a Slave besser abschneiden wird, obwohl American Hustle deutlich größere Stars hat und generell zugänglicher ist.

Luc Jacquets Naturdoku Das Geheimnis der Bäume erreichte nach fast drei Monaten im Kino endlich die 100,000-Besuchermarke.

Box-Office Welt – Need for Speed behält die Oberhand

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Box-Office Welt - 21.-23.03.2014 Zusammenfassung und Analyse

Quellen: Screendaily, Rentrak

Nicht viel Bewegung gab es am Wochenende in den oberen Rängen der internationalen Kinocharts, während sich das Box-Office auf die weltweite Ankunft von Captain America 2 und Noah dieses Wochenende vorbereitete. Der Spitzenplatz ging mit relativ unspektakulären $29,2 Mio von 55 Ländern an Need for Speed. Die Adaption des Videospiele-Franchises hat nach zwei Wochen international bereits $96,1 Mio erreicht und damit fast das Dreifache seines aktuellen nordamerikanischen Einspiels. Natürlich war das Highlight wieder China, wo der Film weitere $10,5 Mio einspielte und bei $45,5 Mio nach zwei Wochen steht. Need for Speed hat dort bereits Filme wie Wolverine – Weg des Kriegers, After Earth und Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben überholt und könnte noch bis $55-60 Mio aufsteigen. Auch aus Russland kommen starke 10,6 Mio nach zwei Wochen. Den besten Neustart verbuchte Need for Speed in Deutschland mit etwa $3 Mio auf Platz 1. Die 3D-Konvertierung und die daraus resultierenden höheren Eintrittspreise zahlen sich für den Film international allemal aus. Japan, Frankreich und Spanien hat der Film noch in petto und sollte mindestens $150 Mio international erreichen, wobei ich auch $160-170 Mio nicht ausschließen würde. So wird er es trotz der schwachen Box-Office-Performance in den USA vermeiden, zu einem finanziellen Verlust zu werden. Für eine Fortsetzung wird es wahrscheinlich trotzdem nicht ausreichen.

Der zweite Platz ging wieder an 300: Rise of an Empire, der weitere $21,2 Mio einspielte und sein vorläufiges internationales Gesamteinspiel auf $196 Mio hievte. Obwohl der Film in keinem Land wirklich hervorstach, läuft er fast überall solide und ist deshalb jetzt schon der international erfolgreichste Film des Jahres (bis ihn entweder Noah oder The Return of the First Avenger von dieser Position verdrängen wird). In Brasilien spielte der Film $2,3 Mio ein und belegte zum dritten Mal in Folge Platz 1 der Charts. Bislang hat er dort $14,5 Mio eingenommen. Etwa $16,8 Mio stammen aus Russland, während Mexiko $13,4 Mio beigesteuert hat. In Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Südkorea hat der Film ebenfalls jeweils mehr als $10 Mio eingenommen. Japan und eventuell China stehen ihm noch bevor und sollten ein internationales Gesamteinspiel von mindestens $280 Mio garantieren, sodass der Film weiterhin gute Chancen auf $400 Mio weltweit hat.

Eine Woche vor seinem US-Start lief Darren Aronofskys Noah bereits in zwei Ländern an und das alleine reichte schon für $14 Mio und Platz 3 der internationalen Charts am Wochenende. In Südkorea startete der Film mit enormen $8,3 Mio. Das ist ein besserer Start als von Man of Steel und auf dem gleichen Niveau wie 2012 und Pacific Rim. In Mexiko erwirtschaftete Noah $5,7 Mio zum Start. Das war der beste Start von Russell Crowes Karriere und das beste Startwochenende von 2014. Diese frühen Starts deuten auf eine sehr erfolgreiche internationale Performance für den Film. Ein Gesamteinspiel von mehr als $300 Mio außerhalb von Nordamerika würde mich nicht überraschen.

Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman spülte weitere $12,2 Mio in die internationalen Kinokassen und brachte sein aktuelles Einspiel auf $103,5 Mio außerhalb von USA und Kanada. Dieses Wochenende startet der Film in Australien und hat dann nur noch Japan (und vielleicht China) vor sich. Viel mehr als $150 Mio wird er aber so oder so international nicht einnehmen, was für einen DreamWorks-Animationsfilm eher schwach ist.

Auch Rio 2: Dschungelfieber hatte einen frühen Start, drei Wochen vor seinem Debüt in den USA, und spielte $10,6 Mio von Russland und Ukraine ein. Davon stammten $9,9 Mio aus Russland, wo das Animationssequel etwas stärker aus den Startlöchern kam als sein Vorgänger. Der erste Film spielte außerhalb von USA und Kanada mehr als $340 Mio ein und man kann davon ausgehen, dass Teil 2 nicht weniger einnehmen wird.

Non-Stop spielte weitere $10 Mio letztes Wochenende ein und steht nun bei $70 Mio. Damit hat der Film bereits das internationale Einspiel von Unknown Identity (ebenfalls mit Liam Neeson und vom selben Regisseur) hinter sich gelassen. Man kann mit insgesamt mehr als $100 Mio rechnen.

Grand Budapest Hotel hatte sein bislang bestes Wochenende außerhalb von Nordamerika und spielte weitere $9,7 Mio ein, sodass der Streifen von Wes Anderson bereits $33,3 Mio eingenommen hat. Das macht ihn jetzt schon zum international erfolgreichsten Wes-Anderson-Film aller Zeiten. In Großbritannien stieg der Film nach drei Wochen mit $2,1 Mio auf Platz 1 der Charts auf und hat bis dato $10,5 Mio dort eingespielt. In Frankreich sind es bislang $8,2 Mio. Letztes Wochenende startet der Film Mit $1 Mio auf Platz 3 in Spanien. In Polen, Brasilien, Dänemark, Italien, Japan und Australien wird er demnächst noch starten und da der film über ein sehr gutes Durchhaltevermögen zu verfügen scheint, schließe ich momentan sogar $100 Mio nicht aus.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren spielte am Wochenende $9 Mio ein und steht jetzt bei $652 Mio außerhalb von Nordamerika. Weltweit erreichte der Streifen phänomenale $1,05 Mrd und ist weniger als $15 Mio DAVON entfernt, Toy Story 3 zu überholen und zum weltweit umsatzstärksten Animationsfilm aller Zeiten zu werden. In Japan hat der Film nach zwei Woche etwa $29 Mio eingespielt und wird dort insgesamt mindestens $80-90 Mio einspielen. Das wird zu einem internationalen Einspiel von von $700-710 Mio führen und weltweit zu mehr als $1,1 Mrd.

Monuments Men – Ungewöhnliche Helden nahm am Wochenende weitere $5,4 Mio ein und steht jetzt bei $62,5 Mio. Mit nur noch Japan und China im Rücken, wird er nicht mehr als $90 Mio international erwirtschaften.

The LEGO Movie spielte weitere $5 Mio von 54 Märkten ein und steht jetzt bei $148,2 Mio. Davon hat Großbritannien unglaubliche $51,2 Mio beigetragen. Da er aber noch in Deutschland, Australien und China starten wird, gehe ich von mindestens $230-250 Mio außerhalb von NoRdamerika aus.

12 Years a Slave brachte am Wochenende $3,9 Mio ein und erreichte insgesamt $121,7 Mio, wovon $32,7 Mio aus Großbritannien stammen. Ich schätze, dass der Film jetzt mindestens $130 Mio einnehmen wird und mit etwas Glück sogar $135 Mio.

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty erreichte mit Japan seinen letzten Markt und eröffnete dort mit starken $3,3 Mio, was sein internationales Gesamteinspiel auf $124 Mio hievte. Insgesamt wird er mehr als $130 Mio einnehmen und weltweit mehr als $190 Mio.

RoboCop spielte international weitere $1,4 Mio letztes Wochenende ein und brachte sein Einspiel auf $181,7 Mio. Nur noch Japan hat der film vor sich, sodass er $200 Mio wohl verfehlen wird, wenn auch nur knapp.

Zu guter Letzt gab es Box-Office-Updates von drei Oscarkandidaten. Gravity steht mittlerweile international bei $442,1 Mio und hat nun Die Tribute von Panem – Catching Fire und Thor – The Dark Kingdom eindeutig überholt. The Wolf of Wall Street brachte sein internationales Einspiel auf $272,7 Mio und ist damit nur noch $10,5 Mio von $400 Mio weltweit entfernt. Philomena liegt jetzt bei $60 Mio und hat sogar noch einige kleinere Märkte vor sich.

Population Boom (2013)

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Population Boom (2013) Filmkritik

Population Boom, AT 2013 • 93 Min • Regie: Werner Boote FSK: ohne Altersbeschränkung • Kinostart: 27.03.2014Deutsche Website

„Das Weltwirtschaftssystem kann nicht verhindern, dass Menschen Menschen lieben und Kinder haben wollen.“, sagt Werner Boote in seinem zweiten Dokumentarfilm. Er soll „das Märchen von der Überbevölkerung“ beenden – und es augenscheinlich ersetzen durch das des drohenden Geburtenrückgangs, der dem österreichischen Filmemacher schwant.

Population Boom (2013) Filmbild 2Die Überbevölkerungstheorie unterstützt vor der Kamera bloß ein chinesischer Regierungsbeamter. Kritisches Nachhaken liegt Boote wenig, Selbstinszenierung dafür umso mehr. Man darf zusehen, wie er in belebten Metropolen mit aufgeschlagener Zeitung auf der Fahrbahn steht und in Mumbai an Mukesh Ambanis Wolkenkratzer-Residenz hinaufblickt. Der indische Milliardär sagt im TV-Interview, sein Unternehmen unterstütze Paare, die ihre Geburten kontrollieren. Geburtenkontrolle ist ein unangenehmes Wort, das beim Zuschauer Bilder von Zwangssterilisation und vernichtenden Geldbußen wecken soll. Im Gespräch mit dem Regisseur befürwortete der Exekutivdirektor des UN Population Fund dabei etwas anderes: Familienplanung. In Mexiko sank dank verbesserten Zugangs zu Bildung und Verhütungsmitteln die Nachwuchsrate von sechs Kindern pro Frau auf statistisch optimale 2,1. Der Anwalt Enrique Mendoza Morales indes sieht die Entwicklung als üble Kampagne der USA im Kampf gegen den Kommunismus. Eine Zwei-Kinder-Quote hält die Bevölkerung stabil. Aber wenn das Altersverhältnis mal kippt, wer soll dann die Senioren versorgen? In Österreich sei das ein Riesenproblem, meint Boote und erwähnt nebenbei, dass er seinen reproduktiven Beitrag zur Alterssicherheit geleistet hat.

Population Boom (2013) Filmbild 1Für ihn habe festgestanden, „dass der Film die viel verbreitete Lust an der apokalyptischen Vision eines übervölkerten Planeten nicht bedienen würde.“ Stattdessen bedient er die Lust an der apokalyptischen Vision eines kinderlosen Planeten. In China herrscht schon jetzt Frauenmangel, weswegen ein chinesischer Kritiker der Ein-Kind-Politik einen Kriminalitätsanstieg prognostiziert: „Männer sind aggressiver.“ Der chinesische Bräutigam, dessen Zukünftige Boote Komplimente macht, hat also Glück gehabt, eine abbekommen zu haben. Dass die Ursache die unterprivilegierte Stellung von Mädchen in Chinas Gesellschaft ist, wird ausgeblendet. Ebenso konkrete Rechnungen oder Graphiken über Bevölkerungsdichte. Sie ist das wahre Problem, da immer mehr arme Menschen auf immer engerem Raum zusammengepfercht leben, während die Reichen ganze Landstriche besitzen. „Money buys space.“, erklärt der kenianische Autor Ndirangu Mwaura und die indische Aktivistin Farida Akther legt dar, dass nicht die Entwicklungsländer, sondern die Weltwirtschaftsmächte die Ressourcen ausschöpfen. Doch Boote dienen solch substanzielle Argumente gegen Überbevölkerungs-Paranoia allzu oft als Stichwort für Albernheiten.

Population Boom (2013) Filmbild 3Mit ihnen drängt der Regisseur sich selbst vor die Thematik, die er sich durchaus fragwürdig kommentiert. Er kritisiert etwa, dass neben AIDS-Medikamenten Verhütungsmittel nach Afrika geschickt wurden. Obwohl Kondome bekanntlich schützen – nicht nur vorm Kinderkriegen. Menschen, für die Fortpflanzung nicht ganz oben auf der To-Do-Liste steht, (Menschen ohne Kinderwunsch kennt die Filmwelt nicht) erscheinen als Opfer staatlicher Zwänge, ideologischer Manipulation oder der Konsumgesellschaft. Wenn sich eine werdende Mutter in einer kenianischen Geburtsstation auf ihr Baby freut, warum dann nicht mehr westliche Frauen? Auf die implizite Frage gibt die Reportage keine Antwort, wohl da sie dem dramaturgischen Konsens zuwiderliefe. Eine schlüssige Erklärungsmöglichkeit bietet dafür Mwaura: Wer gebildet und sozial gesichert ist, bekommt statistisch weniger Kinder. Entgegen des sprichwörtlichen „Kinderreichtums“ ist der eigentliche Luxus, keine ungewollten Kinder haben zu müssen. Vielerorts haben Frauen inzwischen mehr Lebensoptionen als Vollzeitmutter und Männer lösen sich von traditionalistischen Erwartungshaltungen wie den Erhalt des Familiennamens.

Fazit

Verbesserte medizinische Versorgung und ökonomische Unabhängigkeit befreit viele westliche Eltern von der Problematik, die eine Mehrfachmutter in Mumbais Slums artikuliert: dass man aufgrund der hohen Kindersterblichkeit besser Nachkommen auf Vorrat hat. Diese Kalkulation ist nicht weniger zynisch als die im Film erwähnte Aufforderung an indische Frauen, sich sterilisieren zu lassen, um Haushaltsartikel zu gewinnen. Boote indes fährt der Kontroverse auf einem übervollen Zug davon und wirkt in der Masse fast euphorisch. Soviel Spaß macht das Bad in der Menge – aus der Touristenperspektive, zumindest.

Trailer

The Purge: Anarchy – Neuer Trailer

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Quelle: Universal Pictures

Universal hat zum Thrilller-Sequel The Purge: Anarchy einen neuen Trailer veröffentlicht, der zwar deutlich mehr von der Story zeigt, aber keinen klaren Handlungsverlauf erkennen lässt. An den Kinokassen könnte das dem Film zum Verhängnis werden. Während der erste Film eine glasklare Home-Invasion-Horrorstory verkauft hat, gibt sich das Sequel deutlich weniger als ein Horrorfilm und viel eher als ein Actionthriller mit Rachethematik. An sich finde ich es gut, dass der Film sich nicht selbst wiederholt, doch im Sinne des Marketings wird er es etwas schwerer haben als der erfolgreiche erste Teil. Immerhin hat man mit Frank Grillo einen starken Hauptdarsteller an Bord. Was aber Mainstream-Popularität angeht, so steht er auch deutlich unter Ethan Hawke und Lena Headey aus dem ersten Film.

Inhalt:

“Sommer 2014: Wieder ist Purge-Night. Ein Paar sitzt aufgrund einer Autopanne auf offener Straße fest und auch eine hilflose Frau und deren Tochter sind dem Chaos der Purge-Night völlig ausgeliefert. Ein Polizist könnte ihre allerletzte Hoffnung sein, die Nacht zu überleben…” (Quelle: Universal Pictures Deutschland)

In Deutschland startet The Purge: Anarchy am 24.07.2014.

Der neue Trailer zu The Raid 2 rockt!

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Quelle: IGN

Wird The Raid 2, die Fortsetzung des indonesischen Action-Phänomens von 2012, zum besten Actionfilm von 2014? Gut möglich. Die bisherigen Trailer ebenso wie die neuste, exklusiv fürs Internet-Publikum veröffentlichte wortlose Vorschau versprechen Action non-stop, bei der Messer, Pistolen, Baseballschläger, Hammer und allerlei weitere Utensilien zum Einsatz kommen. In den USA startet The Raid 2 bereits heute in ausgewählten Kinos. Die Deutschen müssen sich noch ein wenig gedulden. Allerdings plant der Rechteinhaber Koch Media die Veröffentlichung im zweiten Quartal des Jahres an, sodass wir hoffentlich auch nicht mehr allzu lange warten müssen. Das Beste daran: The Raid 2 wird laut Koch Media ungeschnitten ab 18 in die deutschen Kinos kommen, wie schon Teil 1. Das ist nicht selbstverständlich, musste der Film in den USA doch einige Schnitte hinnehmen, um ein R-Rating zu sichern (Freigabe ab 17 Jahren). In Deutschland werden wir aber wahrscheinlich die gesamte 148 Minuten (!) lange Laufzeit zu sehen bekommen – das nenn ich doch mal ein Actionepos!

Jupiter Ascending – Zwei Charakterposter und neuer Trailer

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Quelle: Warner Bros. Pictures

Die Wachowski-Geschwister sind wieder da! Nach dem ambitionierten, visuell berauschenden, wenn auch nicht gänzlich gelungenen Cloud Atlas, kehren die Regisseure der Matrix-Trilogie wieder in Mainstream-nähere Gefilde zurück. In der Tat ist Jupiter Ascending wahrscheinlich deren Mainstream-tauglichster Film seit Matrix Revolutions (zugegeben, zur Auswahl stehen auch nur Speed Racer und Cloud Atlas). Plottechnisch bewegen sich die beiden nicht gerade auf neuem Terrain. Das Grundgerüst: ein harter Krieger mit einem soften Kern (Channing Tatum) muss ein ganz besonderes Mädchen namens Jupiter (Mila Kunis) beschützen, deren DNA mit der der Königin des Universums übereinstimmt und sie somit für das im Film herrschende System (in dem sogenannte intergalaktische "Götter" die Menschheit unterjocht haben) gefährlich werden könnte. Es folgen effektreiche Schlachten, epische Musik und wilde Verfolgungsjagden. Die Wachowskis scheinen voll und ganz wieder im Matrix-Modus zu sein, einschließlich Zeitlupen-Action.

Zu Jupiter Ascending hat Warner Bros. einen neuen Trailer und die ersten zwei Filmposter zu den Charakteren von Tatum und Kunis veröffentlicht. Visuell berauschend ist der Trailer natürlich wieder; ein Auge für schöne Bilder würde ich den Wachowskis nie abstreiten. Ob sich aber der Film im Sommer gegen die Blockbuster-.Konkurrenz durchsetzen kann, ist eine andere Frage. Die Geschichte erscheint zugleich wirr und altbekannt (falls Ihr versteht, was ich meine) und nach den Misserfolg von White House Down ist es klar, dass Channing Tatum kein unfehlbarer Kassenmagnet ist.

Bin ich eigentlich der Einzige, der Channing Tatums spitze Elfenohren im Trailer sehr seltsam und fehl am Platze findet?!

Jupiter Ascending Trailer und Poster - Mila KunisJupiter Ascending Trailer und Poster - Channing Tatum

Jupiter Ascending kommt vorrausichtlich am 24.07.2014 in die deutschen Kinos. Es ist der erste 3D-Film der Wachowski-Geschwister. Sollte er auch floppen, wie bereits Speed Racer und Cloud Atlas, so wird es wohl wahrscheinlicher, dass die beiden tatsächlich zur Matrix-Reihe zurückkehren.

"From Dusk Till Dawn" erhält eine zweite Staffel

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From Dusk Till Dawn Staffel 2

Quelle: El Rey Network

Seit dem 11. März läuft auf dem von Robert Rodriguez ins Leben gerufenen TV-Sender El Rey Network die Serienadaption seines Kulthits From Dusk Till Dawn und das scheinbar erfolgreich genug, sodass der Sender soeben die Pläne bekanntgab, eine zweite Staffel von "From Dusk Till Dawn" produzieren zu wollen. Während die erste Season mehr oder weniger eine ausgeschmückte und etwas in die Länge gezogene Neu-Adaption des Kinofilms von 1996 darstellt, soll sich die Serie laut Rodriguez' Angaben ab der zweiten Staffel immer mehr vom Film lösen und in die Vampirmythologie, die in Season 1 etabliert wird, eintauchen. Ich gehe aber davon aus, dass die erste Staffel am Ende mehr Überlebende zurücklässt als der Film. Zu der Besetzung der "From Dusk Tll Dawn"-Serie gehören u. a. D. J. Cotrona, Zane Holtz, Jesse Garcia, Eiza González, Wilmer Valderrama, Adrianne Palicki, Jake Busey, Don Johnson und Robert Patrick. Ich frage mich, ob der Erfolg der Serie dazu führen könnte, dass Rodriguez auch aus anderen seiner Filme eine Serienadaption in Betracht zieht. Danny Trejo würde bestimmt eine Serienversion von Machete freuen!

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