Home Blog Page 76

Verkaufsstart: 00 Schneider- Im Wendekreis der Eidechse

1
00 Schneider DVD Kritik

„00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ ist nach „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“ und „Jagd auf Nihil Baxter“ der dritte Leinwandauftritt des Kommissars 00 Schneider (Helge Schneider). 00 Schneider bedient sich diverser skrupelloser Methoden, um seine Fälle zu lösen. Im aktuellen Film hat sich der schräge Kommissar zur Ruhe gesetzt, um seine Memoiren zu verfassen. Da der Erzbösewicht Jean-Claude Pillemann jedoch sein Unwesen treibt, wird Schneider aus dem Ruhestand zurückbeordert. Pillemann überfällt nachts Kioske um eine Packung Zigaretten zu stehlen. Da er seine Opfer mit gelbem ätzenden Schleim einspeichelt, wird er auch „die Eidechse“ genannt. Einmal aus dem Ruhestand zurück, macht der Kommissar noch undercover (als Prostituierte verkleidet) Jagd auf das sogenannte "Sexferkel".

Dass die Handlung kaum vorhanden ist, macht nichts. Wie bei allen Filmen von und mit Helge Schneider steht nicht sie im Vordergrund, sondern das Gesamtkonzept „Helge Schneider“. Es geht nicht darum Spannungskino zu liefern. Vielmehr täuscht Schneider die Klischees des Krimi-Genres an, um sie dann auf die Schneider-typische Weise zu persiflieren.

00 Schneider (2013) Filmbild 2Bei „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ werden Fehler in der Kontinuität und Sinnhaftigkeit bewusst als Stilmittel eingesetzt. Schneider nutzt jeden Mangel und setzt ihn als Gag ein. Bei den Dialogen und der schauspielerischen Leistung angefangen, über Kostüme und Kulissen bis hin zu Bildqualität und Schnitten lacht der Zuschauer mit und über Helge über den bewussten Verzicht auf Qualität, beispielsweise über die harten Schnitte von Köln-Mühlheim an die spanische Küste, eine Distanz, die der Kommissar in 2 Minuten mit dem Auto zurücklegt. Das große Finale stellt eine Kampfszene in Bullet-Time dar, die offensichtlich ohne digitale Nachbearbeitung auskommt, sondern sich lediglich der fragwürdigen Fähigkeit der Schauspieler bedient, sich sehr langsam zu bewegen.

Wie in allen Schneider Filmen ist Helge nahezu allgegenwärtig: Er schlüpft in verschiedene Rollen, so dass er nahezu immer zu sehen ist. Außerdem ist der komplette Soundtrack Marke „Schneider“. Natürlich hat er auch selber Regie geführt. Seine Musik ertönt aus dem Radio, auch den Radiosprecher macht Schneider selber.

Fazit

Bei Helge Schneider scheiden sich die Geister. Entweder man schätzt ihn oder man kann ihn nicht leiden. Kaum Einer bewegt sich dazwischen. Wer sich mit Helge nicht anfreunden kann, hat sicherlich auch mit diesem Film Schwierigkeiten, wie meine Kollegin, die den Film zum Kinostart gesehen hat (siehe Kritik); Fans wie ich werden am Film ihre Freude haben. Mit „Im Wendekreis der Eidechse“ hat Helge Schneider seinen bislang besten Film abgeliefert.

DVD-Extras

Das Making-Of verrät, dass Schneider bei den Dreharbeiten deutlich organisierter vorgegangen ist als bei seinen vorigen Filmen. Es macht deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail Schneider seinen Humor umsetzt. Schneider beaufsichtigt jeden Schritt und leitet selbst die Bauarbeiter genau an. Außerdem bietet die DVD noch eine Reihe verpatzter Szenen, die dieses Prädikat auch verdient haben, ein Selbstinterview von und mit Helge Schneider, den Kinotrailer und eine Audiospur für Blinde und Sehbehinderte.


Information zur Veröffentlichung

Der Film ist auf DVD und BluRay im Vertrieb von Universum Film GmbH seit dem 11.04.2014 im Handel erhältlich. Neben dem ungekürzten Film liegen bei der Veröffentlichung folgende Extras vor:

00 Schneider DVD Cover

• Audiodeskription
• Verpatzte oder nicht verwendete Szenen
• Selbst-Interview von und mit Helge Schneider
• Making-Of

 

 

DVD-Cover © Senator Filmverleih

 


Trailer

"LEGO: Der Hobbit" im Testparcours

0

Harry Potter, Herr der Ringe oder Batman: Seit fast einem Jahrzehnt versorgen die britischen TT Games-Studios PC- und Konsolenspieler mit der Legolisierung bekannter Filmlizenzen. Die Kooperation mit dem amerikanischen Mediengiganten Warner Bros. (zu denen auch TT Games mehrheitlich gehört) hat mit zum enormen wirtschaftlichen Aufschwung der dänischen Baustein-Manufaktur beigetragen – Klar, dass Peter Jacksons „Der Hobbit“ nun auch eine Klötzchen-Variante bekommt.

Und schon nach den ersten Spielminuten wird deutlich: Man bekommt Gewohntes geliefert. LEGO-Objekte zerschlagen, neue Objekte bauen, klettern, hüpfen, springen und ein paar moderat komplizierte Rätsel lösen. Warum auch die Erfolgsformel ändern? Für alle die bislang noch kein LEGO-Abenteuer besessen haben, das Prinzip noch mal in aller Kürze:

bild03

Als Spieler übernimmt man die Rolle unterschiedlicher LEGO-Figuren, zwischen denen per Auswahlrad jederzeit hin- und hergewechselt werden muss. Das ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit, denn jede Figur verfügt über eigene Spezialfähigkeiten. So können zwar alle Figuren mit Schlägen die Klötzchen-Objekte in ihre Bestandteile zerlegen, aber nur Charaktere mit besonderen Fähigkeiten erlauben auch das Fortkommen im Spiel. So dient beispielsweise der Bauch des Zwergs Bomburs als Trampolin, um Höhenunterschiede zu meistern, nur ein Charakter mit Pfeil und Bogen kann einen entfernten Schalter betätigen oder ein bestimmtes Objekt lässt sich nur von Gandalf oder Bilbo zusammenbauen. So weit, so bekannt.

James Norton von TT GAMES
Redakteur Ulrich mit James Norton von TT GAMES

Aufgelockert wird das bewährte Spielprinzip mit Minispielen. So könnt ihr euch gleich zu Beginn, wenn die Zwerge Bilbo in seinem Haus „überfallen“, als geschickte Tastendrücker beweisen. Es gilt dann mit gut getimtem Knopfdruck Geschirr von einem Zwerg zum nächsten zu werfen. Nicht sonderlich innovativ, aber spaßig. Interessanter ist da schon das „Bauanleitungs-Intermezzo“. Auf euren Wegen sammelt ihr Materialien wie Stein, Holz, oder Edelsteine ein und an sollt an wichtigen Storypunkten daraus eine ganz besondere LEGO-Maschine bauen. Der Bildschirm wechselt dann in eine Ansicht einer LEGO-Bauanleitung und der Gegenstand entsteht vor euren Augen. Während die meisten Steine von alleine zusammen finden, wird immer wieder ein bestimmtes Bauteil ang

ezeigt, das ihr aus einer Auswahl möglichst schnell identifizieren und hinzufügen müsst. Je schneller ihr dabei seid, desto mehr Punkte werden eurem Konto gut geschrieben.

Zudem sorgt ein **Buddy-Up-System** auch für alte Lego-Kenner für eine angenehme Überraschung. Die 13 Zwerge haben die Fähigkeit sich auf Tastendruck zu Zweiergruppen zusammenzuschließen und können so härtere Attacken gegen ausführen. Dazu gehört auch eine Spezialattacke, bei der beispielsweise ein Zwerg auf dem Rücken des anderen steigt und besonders hart zuschlägt.

bild08

Inhaltlich orientiert sich „Lego: Der Hobbit“ an den ersten beiden Spielfilmen „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ und „Der Hobbit – Smaugs Einöde“. Tolkien-Fans werden, wie bei dem „LEGO: Herr der Ringe“-Spiel, wieder mit den wichtigsten Szenen und Schauplätzen der Filme bedient. Und genau hier zeigt sich, dass der LEGO-Charme der Figuren, der hohe Wiedererkennungswert der Filme und der familientaugliche Humor keinerlei Abnutzungserscheinungen zeigt. Erwähnenswert: Es handelt sich um das bislang umfangreichste LEGO-Spiel. Mehr als 80 Charaktere können frei gespielt werden, 150 Nebenmissionen stehen zur Verfügung und es gilt 50 versteckte Schauplätze zu finden. Ein schönes Detail: In der riesigen Klötzchen-Version von Mittelerde existiert eine Schnellreisefunktion – ganz stilecht auf dem Rücken von Adlern.

Fazit

Solide spielerische Hausmannskost aus dem Lego-Labor. Macht wenig neu, aber alles richtig. Gute Laune garantiert.

big_4

 
 

"Lego: Der Hobbit" erscheint am 11.04.2014 für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii U, Nintendo 3DS, PlayStation Vita

Trailer


von Ulrich Wimmeroth

 

 

 

Die Söhne des Generals Yang (2013)

Die Söhne des Generals Yang (2013) Filmkritik

Yang jia jiang, HK/CN 2013 • 102 Min • Regie: Ronny Yu • Drehbuch: Ronny Yu, Edmond Wong • Mit: Adam Cheng, Ekin Cheng, Ady An, Vic Chow, Xin Bo Fu • Kamera: Chi Ying Chan • Musik: Kenji Kawai • FSK: ab 16 Jahren • Verleih: Universal Pictures Germany GmbH • Heimkino-Start: 4.03.2014

Der asiatische Kultregisseur Ronny Yu („Chucky und seine Braut“, „Freddy vs. Jason“, „Fearless“) ist zurück. Doch diesmal nicht mit einem Horror- oder Actionfilm, sondern mit einem reinrassigen Kriegs-Epos. Für „Die Söhne des Generals Yang“, wie der Film in Deutschland betitelt wurde, zog es Yu zurück in die Heimat. Hierzulande erscheint der Film direkt auf DVD und Bluray.

Im Nordosten Chinas, zur Zeit der Song-Dynastie, kämpfen verschiedene Familien gegeneinander. In einer dieser Schlachten wird General Yang belagert und verfehlt seine Flucht. So machen sich seine sechs Söhne auf, ihren Vater zu retten. Dabei laufen sie in eine tödliche Falle.

Die Söhne des Generals Yang (2013) Filmbild 1Ronny Yu dürfte spätestens nach seinen letzten Ausflügen in drei der bekanntesten Horrorserien vielen westlichen Filmfans ein Begriff sein. Dass er ursprünglich viel im asiatischen Kino tätig war, allerdings weniger. Mit „Die Söhne des Generals Yang“ kehrt er zu seinen Wurzeln zurück, muss aber diesbezüglich hierzulande das Kino meiden – denn dorthin schaffte es das Kriegs-Epos nicht. Zu Unrecht, denn optisch zeigt sich der Film erstaunlich opulent. Riesige Menschen- und Soldatenmassen, Schlachten wie man sie aus „Der Herr der Ringe“ oder anderen ähnlichen Vertretern kennt und eine durchweg hochwertige Inszenierung sind vorhanden. Auch die wenigen CGI-Effekte können sich sehen lassen und deren Interaktion mit den menschlichen Darstellern funktioniert außerordentlich gut.

Die Darsteller, die hierzulande wenigen ein Begriff sein werden, sind ebenfalls durchweg glaubhaft. Das in Asien oft vorherrschende Overacting ist nur ganz minimal in wenigen Szenen zu bemerken und schadet dem sonst sehr westlich wirkenden Film kaum. Auch die musikalische Untermalung ist sehr hochwertig und passt außerordentlich gut zu den verschiedenartigen Szenen.

Doch warum schaffte der Film in Deutschland nicht den Sprung auf die Leinwand? Eine Erklärung könnten die Handlung und das Erzähltempo sein, hier zeigen sich einige Schwächen des Films sehr deutlich. Zwischen den opulenten Schlachten, werden zwar schön inszenierte Dialoge und Zwischensequenzen präsentiert, inhaltlich sind sie jedoch sehr dürftig. Die Dialoge sind oft wenig originell und eine Charakterisierung der Figuren findet nur spärlich statt. Dieses langsame Erzähltempo lässt den Film an einigen Stellen recht zäh wirken, obwohl eine Laufzeit von ca. 100 Minuten für ein solches Epos doch fast schon wieder überraschend „kurz“ ist.

Dennoch, wer auf schön inszenierte Schlachten und Schwertkämpfe steht, wird hier vollends bedient. Ronny Yu versteht es den Krieg ästhetisch und übersichtlich zu inszenieren – ein Kunstwerk, das nicht viele Regisseure beherrschen.

Fazit

Schlachten, Krieger und Hinterhalte – in „Die Söhne des Generals Yang“ geht es deftig zur Sache. Wer Schwächen in der Charakterisierung und einige Handlungslängen verschmerzen kann, erhält hier brauchbare Unterhaltung für daheim.


Information zur Veröffentlichung

Die Söhne des Generals Yang (2013) BluRay CoverDie deutsche DVD und die BluRay von Universal Pictures Germany sind seit dem 3.04.2013 im Handel erhältlich. Der Film liegt ungekürzt in der deutschen und Mandarin-Spachfassung (Dolby Digital 5.1. auf der DVD und DTS 5.1 auf der BluRay) vor. Der Transfer auf der BluRay ist nahezu fehlerfrei und bietet ein kristallklares Bild und kräftige Farben. Auch am Ton gibt es wenig zu bemängeln. Extras findet man auf der Disc leider nicht.

 

 

BluRay-Cover © 2014 Universal Pictures Germany GmbH


Trailer

Der Trailer zu Zach Braffs Wish I Was Here feiert Debüt

0

Quelle: Focus Features

Focus Features hat den ersten Trailer zur zweiten Regiearbeit des "Scrubs"-Darstellers Zach Braff veröffentlicht. Wish I Was Here is eine Fortführung der Themen, die Braff vor zehn Jahren in seinem ersten Film, Garden State, angeschnitten hat. Braff, der das Drehbuch mit seinem Bruder Adam geschrieben hat und natürlich auch die Hauptrolle im Film übernommen hat, spielt hier Aidan Bloom, einen verheirateten Mittdreißiger mit Kindern, der sich mehr schlecht als recht als Schauspieler durchschlägt und immer noch nicht so richtig im Leben angekommen ist. Seine Lieblingsbeschäftigung: Tagträume, durch die er seine eigene, phantastische Welt schafft. Als sein Vater nicht mehr in der Lage ist, für die Privatschule seiner Kinder aufzukommen, muss Aiden sie selbst zu Hause unterrichten. Er wirft den normalen Stundenplan über Bord und erzählt seinen Kindern auf seine ganz eigene Art und Weise vom Leben – nicht, ohne dabei auch so Einiges über sich selbst zu lernen.

An Braffs Seite kam eine hochkarätige Besetzung zusammen, zu der Kate Hudson, Jim Parsons (Sheldon aus "The Big Bang Theory"), Ashley Greene (die kurzfristig für Anna Kendrick einsprang), "Homeland"-Star Mandy Patinkin und Braffs "Scrubs"-Co-Star Donald Faison gehören.

Auch der Trailer zu Wish I Was Here, der im Rahmen des Sundance Filmfestivals Premiere feierte und dabei bei den Kritikern eher gespalten aufgenommen wurde, knüpft im Geiste auch an den ersten Teaser von Garden State an, den Ihr ebenfalls unten sehen könnt. Wenig Dialog und viele verträumt-magische Bilder untermalt vom Song einer Indie-Rock-Band ("Simple Song" von The Shins) – die Ähnlichkeiten zum Garden-State-Teaser sind nicht zu übersehen, aber wohl auch beabsichtigt und werden den Braff-Fans auf jeden Fall ein Lächeln auf das Gesicht zaubern.

Garden State Teaser

https://youtu.be/R2bYB0KU4_A

Als Braff 2004 mit Garden State sein Regiedebüt feierte, hätte sich im Vorfeld kaum jemand vorstellen können, dass er den Kultfilm einer Generation produzieren würde und den Nerv der Zeit so sehr treffen würde. Über Jahre wuchsen die Beliebtheit und die Wertschätzung des Films, in dem auch Natalie Portman eine der besten Performances ihrer Karriere abliefert. Zur großen Überraschung vieler sollten aber viele Jahre ins Land gehen, bis Braff sich wieder auf den Regiestuhl setzen würde.

Wish I Was Here is übrigens, wie auch der Veronica-Mars-Film, ein über Crowdfunding produziertes Projekt, das aber noch mehr Kritik auf sich zog, da hier viele angezweifelt haben, ob Braff nicht durch seine Starpower und dank dem Erfolg von Garden State auch so in der Lage gewesen wäre, die Finanzierung für den Film zu finden. So oder so  haben die Fans das Projekt unterstützt und es sammelte $3,1 Mio von 46,000 Spendern über Kickstarter ein. Unter Filmprojekten war nur Veronica Mars erfolgreicher. Jetzt hoffen die Fans natürlich, das der Film deren Geld auch wert war. In den USA erfahren sie es ab dem 18.07.2014 – dann startet Wish I Was Here dort in den Kinos. Ein deutscher Starttermin steht noch nicht fest, doch wir halten Euch selbstverständlich auf dem Laufenden.

Box-Office Welt – Captain America 2 überholt seinen Vorgänger

0
Captain America 2 Charakterposter

Quellen: Screendaily, Rentrak

The Return of the First Avenger profitiert weltweit offensichtlich enorm von der dank Marvel’s The Avengers stark gestiegenen Popularität von Captain America. An seinem zweiten Wochenende in den Kinos, erreichte Captain America 2 18 neue Märkte und legte gegenüber der Vorwoche dadurch deutlich zu. Mit $109,8 Mio gelang dem Film das beste internationale Wochenend-Ergebnis seit Der Hobbit – Smaugs Einöde und brachte das vorläufige internationale Einspiel des Films auf $209,4 Mio. Damit hat er nach zwei Wochen bereits das Gesamteinspiel von Teil 1 außerhalb von USA/Kanada ($193,9 Mio) übertroffen.

Zu verdanken hat das Sequel sein gigantisches Wochenende vor allem einem unerwartet starken Start in China. Trotz des sehr US-zentrierten Charakters von Captain America spielte The Return of the First Avenger in China $36,2 Mio zum Start ein. Es ist das drittbeste Startwochenende des Jahres, das zehntbeste aller Zeiten und das viertbeste für einen Hollywood-Film (nach Iron Man 3, Transformers 3 und Pacific Rim). Der Film startete um 73% besser als Thor – The Dark Kingdom und um 40% besser als Man of Steel. Das Startwochenende legt ein Gesamteinspiel von mindestens $65-70 Mio in China nahe, wobei ich auch $100 Mio nicht ausschließen würde. In Russland startete der Film mit $7,7 Mio etwa 82% stärker als sein Vorgänger und sogar ganz knapp besser als Thor – The Dark Kingdom. In Australien erreichte The Return of the First Avenger $5,9 Mio zum Start und verbesserte sich um 17% gegenüber Teil 1. In Südkorea ergatterte der Film nach zwei Wochen an der Spitze $19,8 Mio – etwa 37% mehr als Thor – The Dark Kingdom im selben Zeitraum. Außerdem ließ der Film in Südkorea jetzt schon Pacific Rim, Man of Steel und Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger deutlich hinter sich. Zu seinen weiteren erfolgreichen Märkten zählen die Zweitwöchler Mexiko ($16.7 Mio) und Frankreich ($10,8 Mio). In beiden liegt er vor dem ersten Film im selben Zeitraum. Brasilien und Japan stehen dem Sequel noch bevor und versprechen gemeinsam mindestens $30 Mio. Mittlerweile erscheint ein internationales Gesamtergebnis von $400 Mio für The Return of the First Avenger nicht mehr nur als entferne Möglichkeit, sondern als ziemlich sichere Sache. Mit ein wenig Glück könnte der Film sogar Thor 2 übertreffen und bei $450 Mio landen.

Platz 2 der internationalen Kinocharts ging an den ebenfalls sehr starken Noah, der $45,6 Mio von 45 Ländern einspielte und mittlerweile bei $106,2 Mio steht. In den USA könnte man den Film als eine leichte Enttäuschung bezeichnen, doch sein internationales Box-Office macht das allemal wieder wett. Die besten Zahlen kamen am Wochenende aus Brasilien, wo er mit $8,8 Mio das viertbeste Startwochenende aller Zeiten und das umsatzstärkste für einen Originalfilm hinlegte. In Großbritannien musste sich Noah mit Platz 3 der Wochenendcharts abfinden, ergatterte aber immerhin sehr solide $4,2 Mio. Eher schwach kam Noah in Deutschland ($3,2 Mio) und Spanien ($2,9 Mio) aus den Startlöchern. Sein mit Abstand erfolgreichster Markt bleibt Russland, wo er nach nur zwei Wochen bereits $26,6 Mio erreicht hat. Südkorea hat $14 Mio nach drei Wochen beigesteuert. Mit Starts in Japan, Portugal, Frankreich, Venezuela und vielleicht auch China in petto, wird Noah mindestens $250 Mio international einspielen und vielleicht sogar $300 Mio.

Rio 2 – Dschungelfieber setzte seine langsame Expansion in den internationalen Märkten mit neun neuen Ländern fort und sammelte am Wochenende $22,2 Mio von insgesamt 12 Territorien ein. Insgesamt hat das Animationssequel bereits $55,4 Mio erreicht und hat noch sehr viele große Märkte vor sich. In Brasilien spielte der Film, den Noah am Wochenende vom Spitzenplatz verdrängte, $15,5 Mio nach zwei Wochen ein. In Russland steht er bei $24,6 Mio nach drei Wochen. In Großbritannien eroberte Rio 2 mit $4,8 Mio die Chartspitze und startete um großartige 92% besser als sein Vorgänger. In Spanien reichte es nur für $2,1 Mio und Rang 3 – damit lag er 2% unter dem Startwochenende von Teil 1. In Deutschland zeigte der Film eine Verbesserung gegenüber seinem Vorgänger vor – die $3,5 Mio, die er hierzulande zum Start eingenommen hat, lagen 34% über dem Start von Teil 1. Der erste Film spielte außerhalb von USA und Kanada $341 Mio ein und die Fortsetzung steuert auf mindestens $350 Mio zu.

Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman erbeutete weitere $11,1 Mio am Wochenende und brachte sein internationales Einspiel auf $138,2 Mio. In China steht der Film nach zusätzlichen $6,5 Mio am Wochenende bei $15,5 Mio. Mit nur noch Japan im Rücken wird der Animationsfilm von DreamWorks international maximal $160 Mio einnehmen.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren spielte am Wochenende in Japan weitere $8,2 Mio ein und damit nur 3,9% weniger als an seinem letzten Wochenende. Zudem waren es immer noch mehr als an seinem Startwochenende vor drei Wochen! Der Animationshit erreichte international $698,4 Mio und steht weltweit kurz davor, die $1,1-Mrd-Marke zu knacken. Mittlerweile ist Die Eiskönigin der weltweit neunerfolgreichste Film aller Zeiten und wird schon bald Skyfall überholen und auf Rang 8 aufsteigen. In Japan selbst steht der Film bei $75,1 Mio nach vier Wochen und wird aller Wahrscheinlichkeit nach mehr als $130 Mio einspielen. Mit etwas Glück könnte er sogar zum erfolgreichsten Film in Japan seit Avatar werden. Auf jeden Fall wird Die Eiskönigin international mehr als $750 Mio einspielen und damit auch Ice Age 3 und Ice Age 4 hinter sich lassen. Weltweit sieht es nach mehr als $1,15 Mrd aus.

Ein Aufflammen an den internationalen Kinokassen erlebte letztes Wochenende The LEGO Movie, der $7,4 Mio von 34 Ländern einspielte. In Australien startete der Animationsfilm mit $5,7 Mio auf Rang 2, nur knapp hinter The Return of the First Avenger. In Großbritannien brachte der Film sein Gesamteinspiel auf $53,4 Mio. Dieses Wochenende startet der Film in Deutschland und wird mit etwas Glück demnächst auch in China anlaufen, sodass er ein Gesamteinspiel von $240-260 Mio außerhalb von Nordamerika erreichen sollte. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Film in China starten darf.

Grand Budapest Hotel spielte $5,8 Mio von 34 Ländern ein und brachte sein  internationales Einspiel auf $54,7 Mio. Es ist der erste Film von Wes Anderson, der außerhalb von Nordamerika mehr als $50 Mio einspielen konnte. Das große Highlight ist dabei Großbritannien, wo der Film mittlerweile $15,2 Mio eingenommen hat und Filme wir RoboCop, Lincoln, Pacific Rim und Dark Shadows hinter sich ließ. In Deutschland hat Grand Budapest Hotel bis dato $6 Mio eingespielt. Italien, Australien, Portugal, Japan und Neuseeland liegen noch vor dem Film und werden ihm ein internationales Gesamteinspiel von mehr als $80 Mio ermöglichen.

300: Rise of an Empire nahm weitere $3,3 Mio am Wochenende ein und steht jetzt bei $220,3 Mio außerhalb von USA/Kanada. Japan und vielleicht noch China stehen ihm bevor. Mit diesen Ländern könnte der Film international mehr als $280 Mio erreichen.

Need for Speed brachte sein vorläufiges internationales Einspielergebnis auf $143,7 Mio. Davon stammen gewaltige $65,1 Mio aus China und mehr als $14 Mio aus Russland. In Spanien lief der Film am Wochenende allerdings mit sehr unspektakulären $0,5 Mio auf Rang 6 an. Gegen die Konkurrenz von Rio 2 – Dschungelfieber und Noah konnte sich die Videospielverfilmung nicht behaupten. Südkorea, Frankreich und Japan stehen Need for Speed noch bevor und der Film dürfte international auf gute $160-170 Mio kommen.

Das Samurai-Epos 47 Ronin startete mit $1,2 Mio in Frankreich und brachte sein internationales Einspiel auf $111,2 Mio. Bei maximal $115 Mio wird Schluss sein.

Non-Stop steht international jetzt bei $94,6 Mio und wird in den kommenden Wochen die $100-Mio-Marke überqueren.

Verkaufsstart: Inside Llewyn Davis

0

Mauz! Inside Llewyn Davis ist nicht nur der beste Coen-Film mit einer Katze auf dem Plakat – er war überhaupt einer der besten Filme des vergangenen, sehr starken Kinojahres. Während es das Werk letztlich auf Platz 3 meiner persönlichen Rückblickcharts geschafft hat, attestierte auch der Kollege Lars in seiner Langkritik ein "charmantes Zeitkolorit", das "mit „catchy“-Songs und sehr gutem Schauspiel" imponiert. Wer den sowohl melancholischen wie auch haarsträubenden Weg eines erfolglosen Folksängers in der New Yorker Musikszene der frühen Sechziger auf der großen Leinwand verpasst hat, kann ab dem 10. April die Füße auf die Couch legen und mit Hilfe einer DVD oder Blu-Ray das Versäumnis nachholen: Dann nämlich erscheint Inside Llewyn Davis endlich auch in den gängigen Heimkinoformaten. Und wie immer gibt es zwischen DVD und Blu-Ray, sowie zwischen Standard- und Special Edition, Unterschiede.

Wer lediglich den Film genießen möchte sollte eigentlich für sich nur die Frage beantworten, ob es die gewöhnliche DVD tut oder die aufpolierte Blu-Ray ein Muss ist. Als Bonus gibt es in beiden Formaten den obligatorischen Trailer sowie ein knapp dreiviertelstündiges Making Of zu sehen. Letzteres gibt kurze aber interessante Einblicke in viele Aspekte des Werkes – wie natürlich die Musik oder die zeitliche Einbettung der Geschichte – und schildert zum Teil sehr amüsant einige Stationen der Produktion. Neben dem Regieduo kommen hier eigentlich sämtliche Beteiligten zu Wort und vor allem der Musikproduzent T-Bone Burnett (u.a. Elvis Costello, Counting Crows) hat einiges über seinen Job zu berichten. Selbst die manchmal mühselige Arbeit mit Katzen im Film wird augenzwinkernd angeschnitten …

Zusätzlich zur Soloausgabe erscheint außerdem eine Deluxe Edition, die neben dem zuvor genannten Material eine zusätzliche Disc mit der Dokumentation Another Day, Another Time (produziert von den Coens und T-Bone Burnett) beinhaltet. Diese stellt ein Gourmet für Musikfreunde dar und wartet neben den Schauspielern mit renommierten Künstlern wie den Avett Brothers, Joan Baez, Marcus Mumford, Patti Smith oder Jack White auf. Im Mittelpunkt steht das Konzert im Rathaus New Yorks im September 2013.


Trailer

Bildmaterial © 2014 StudioCanal/Arthaus

 

"Helix" S01E01 "Pilot" Kritik

1
Helix Pilot Kritik

Am 10. April startet auf SyFy Deutschland die neue Serie des "Battlestar Galactica"-Schöpfers Ron D. Moore, "Helix" (wir haben ausführlich berichtet) und wir hatten bereits die Gelegenheit, einen Blick auf die ersten beiden Folgen der aus 13 Folgen bestehenden Staffel zu werfen.

Das Beste, was man über die Pilotfolge sagen kann, ist, dass die Serie einen sofort ins Geschehen hineinwirft und eine lange Einführung von Charakteren und des Settings zugunsten von Schockmomenten, mal mehr mal weniger überraschenden Wendungen und einer gehörigen Portion an Mystery opfert. Im Englischen gibt es für diese Herangehensweise einen sehr passenden Begriff, der sich so im Deutschen leider nicht findet: plot-driven, anstelle von character-driven. Das heißt, dass die treibende Kraft der Serie ihre Handlung und deren Wendungen zu sein scheinen und weniger die Figuren.

In den ersten drei Minuten des Films beobachten wir, wie auf einer Forschungsstation etwas gehörig schiefgegangen ist. Ein Virusausbruch. Dr. Hiroshi Hatake (Hiroyuki Sanada) und sein Assistent, beide in Schutzanzügen, finden einen Wissenschaftler, mit dem etwas gewaltig nicht stimmt. Schweißüberströmt, dunkle, beinahe schwarze Adern auf seiner Haut drohen zu platzen und dann bewegt sich noch etwas in seinem Hals. Als der Assistent Hatake fragt, was das sei, antwortet dieser mit dem ominösen "Fortschritt" und flößt dem Infizierten etwas Wasser (oder ist es was anderes?) ein.

Ein Alarm dröhnt im Hintergrund, doch während auf dem Bildschirm offensichtlich die Hölle los ist, spielt darüber Dionne Warwicks "Do You Kow the Way to San Jose". Diese Gegenüberstellung von einem visuellen Horrorszenario mit einer gehobenen Fahrstuhl-Musik gehört zu den besten Kunstgriffen der Serie – eine Tatsache, der sich die Macher wohl bewusst sind, weshalb das noch häufiger zum Einsatz kommt. Dadurch setzt sich die Serie von ähnlichen Genre-Vertretern immerhin etwas ab.

Ansonsten ist es business as usual was in keinster Weise abwertend klingen soll, doch das Rad erfindet "Helix" auch nicht neu. Nach dem Vorfall auf der Forschungsstation, die von 35 Nationen auf dem Nordpol betrieben wird, werden vier Mitarbeiter des Center for Disease Control and Prevention (CDC), angeführt vom idealistischen und aufopferungsvollen Dr. Alan Farragut (Billy Campbell) an der Station eingeflogen, um den Vorfall zu untersuchen. Zu Farraguts Team gehören seine Ex-Frau Julia (Kyra Zagorsky) und das 26-jährige Genie Sarah Jordan (Joran Hayes), die vielleicht oder vielleicht auch nicht auf Dr. Farragut steht. Das Besondere an der Sache: der Infizierte vom Filmbeginn, der sich nun in Quarantäne befindet, ist Peter Farragut – Alans Bruder, mit dem Julia einst eine Affäre hatte. Das alles weiß ich, weil das alles innerhalb der ersten 15 Minuten der Serie von den Charakteren mehr oder weniger so gesagt wird. Subtilität, geschliffene Dialoge und eine sorgfältige Exposition gehören also nicht zu der Stärke des Pilotfilms, ebenso wenig wie seine Charaktere, deren Namen ich größtenteils erst später nachrecherchieren musste, weil ich sie gegen Ende der Pilotfolge nicht mehr wusste. Nicht nur sind die Charaktere unterentwickelt, sondern auch die Schauspieler sind eher austauschbar – niemand ist sonderlich schlecht, doch wirklich bemerkenswert ist auch niemand. Eine Ausnahme bildet dabei Hiroyuki Sanada, der einen sehr überzeugenden potenziellen Bösewicht abgibt.

Helix Pilot Kritik

Nein, "Helix" setzt bewusst nicht auf Charaktere, deren Hintergründe oder deren Eigenschaften. Was der Serie in diesen Punkten fehlt, macht der Pilotfilm mit einer rasanten Entwicklung der Handlung wett und lässt einen schnell diverse Makel vergessen. Denn schon kurz nach dem Eintreffen der Wissenschaftler, wird ihnen klar, dass hier kein sauberes Spiel gespielt wird. Warum verneinen die Wissenschaftler die Testungen an den Affen, obwohl ganz offensichtlich Affen auf der Station waren? Und warum hat der Virus zwei seiner Opfer schnell getötet und die Leichen zersetzt, Peter Farragut aber noch lebt. Noch brenzliger wird es, als der zuvor noch dem Tode nahestehende Peter, plötzlich aus der Quarantäne durch die Lüftungsschächte entkommt und dabei offensichtlich Superkräfte entwickelt hat.

Ich tue mich schwer damit, den Pilotfilm von "Helix" als großes Fernsehen zu bezeichnen, doch zugleich fesselte mich die Folge beinahe über die gesamte Laufzeit. Dabei gingen die Macher durchaus ein Risiko ein, indem mit Hatake und dem Armee-Offizier Balleseros (Mark Ghanimé) die Identitäten der (angeblichen) Antagonisten enthüllt wurden und somit die Karten auf den Tisch gelegt wurden. Ein ungewöhnlicher Schachzug in einer solchen Serie und es bleibt abzuwarten, ob es sich auf Dauer auszahlt.

Was der Serie auf jeden Fall sehr gut gelingt ist diese doch so seltene Mischung aus Science-Fiction und Horror. Einerseits weckt der Pilotfilm über große Strecken Assoziationen mit Michael Crichtons Roman "Andromeda" und dem darauf basierenden Film aus dem Jahre 1971, Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All weckte, in denen es ebenfalls um den Ausbruch eines mysteriösen und extrem tödlichen Virus in einer Forschungsstation geht. Andererseits sind auch einzelne Elemente eines Zombiefilms nicht von der Hand zu weisen, allein schon was die Optik der Infizierten betrifft. Diese Mischung ist nicht häufig anzutreffen heutzutage und sie funktioniert hier wirklich gut. Es überrascht mich schon fast, dass trotz des Erfolgs von Filmen wie Outbreak oder Contagion, die Thematik eines Virusausbruchs (abgesehen von zahlreichen Zombie-Plagen) eigentlich nicht mehr verbreitet ist in Filmen oder Serien. Ich habe eine Schwäche dafür und genau an dieser setzt "Helix" zum Glück an.

Insofern muss ich mir wohl doch selbst widersprechen, wenn ich an den Beginn der Kritik denke – das Beste am Pilotfilm von "Helix" ist, dass ich trotz all der kleineren und größeren Makel (zu denen auch einige holprige Computereffekte gehören, aber hey, das ist schließlich Sy Fy!)  sofort weiterschauen wollte und das wird der geneigte Genrefan auch.

Bildmaterial © 2014 NBC/Universal

Inside Llewyn Davis – Bloggerspecial und Gewinnspiel zum Heimkino-Start

0
Oscar Isaac Apocalypse

Liebe Filmfutter-Fans,

am 10. April kommt einer der besten Filme des vergangenen Jahres in die Läden. Inside Llewyn Davis von den Coen-Brüdern bezeugt zum x-ten Mal, warum die beiden zu den herausragendsten Filmemachern ihrer Generation gehören – nicht nur Musikfans zu empfehlen, jedoch diesen ganz besonders!

Zum Heimkino-Start hat sich Filmfutter mal wieder an einem Blogger-Special beteiligt, an dem auch zwei andere Websites teilnehmen. Thema diesmal: der Lieblings-Musikladen des Autors und die Art, wie Leidenschaft für Musik dort gelebt wird.

Am Hauptbahnhof Bonn: Bushaltestellen, Fahrradstellplätze, Imbissbuden und eine grauenhafte, architektonische Missbildung (ein DB-Hotel) verstecken hinter sich ein schnuckeliges Plattengeschäft. Die Rede ist von „Mr. Music“. Die individuellen Ausprägungsgrade der Leidenschaft für verschiedenste Musikstile spiegeln sich in den Charakteren hinter der Ladentheke wider. Manch einer von ihnen hört nicht nur, sondern lebt Musik auch aktiv auf der Bühne (man erinnere die „Foggy Mountain Rockers“). Anspieltipps, Konzertkarten, Trikots vom 1. FC-Köln und mittlerweile auch schmucke Vinyl-Platten werden immer mit einem frischen Gratisplausch – sofern man denn mag – garniert. Ob zielsicher ins Regal gegriffen oder beim Stöbern durch die kunstvollen CD-Cover inspiriert, so wippt man immer zu besonderen, ausgesuchten Alben, die von den Angestellten aufgelegt werden. Sogar Empfehlungen von der Kundschaft finden Gehör, als ich z. B. nach dem „Inside Llewyn Davis“-Soundtrack fragte.

Jeder, der etwas mit Folk oder Singer-Songwriter anfangen kann, wird an der von T-Bone Burnett (auch „O Brother Where Art Thou?“, The Who) produzierten Scheibe seinen akustischen Wonnen frönen dürfen. Hier zeigen die Schauspieler selbst, was sie gesanglich und handwerklich an der Gitarre drauf haben. Oscar Isaac überzeugt in jeder Performance als stolpernder Folksänger Llewyn Davis auf CD genauso wie auf der Leinwand. Die Stücke wirken in voller Länge und entfalten sich zusammen mit dem gräulich, olivgrünen Ambiente des staubigen Gaslight Cafés in Zeiten der Hochsaison der Folk-Ära. Neben Oscar Isaac haben Carey Mulligan (furienhaft) und Justin Timberlake (nerdig) auch ein paar coole Songs am Start. Reinhören und reinschauen, denn schon häufiger war der Genpool der Familie Coen ein Garant für filmische Perlen; in diesem Fall fügen Joel und Ethan Coen ihrer Filmographie ein zu Weilen schrulliges quasi-Musiker-Biopic hinzu. Für Musikfreunde ist „Inside Llewyn Davis“ anstandslos zu empfehlen und wer sich weiter informieren möchte: Filmfutter hat die Langkritik.

Anspieltipp:

https://youtu.be/lwc15nWSgaU

Zu unseren Kollegen und deren Lieblingsläden geht es hier lang:

WeWantMedia
MovieEvent

Doch das ist noch nicht alles. Im Zusammenhang mit dem Special und dem DVD/BluRay-Release des Films, freut es uns, Euch auch ein kleines Gewinnspiel zu präsentieren, das besonders bei Musikfans Anklang finden sollte. Wir verlosen mit freundlicher Unterstützung von Studiocanal/Arthaus jeweils eine DVD und eine BluRay zum Film. Dabei handelt es sich um die tolle Special Edition, die neben dem Film auch noch die von T-Bone Burnett produzierte Konzert-Doku Another Day, Another Time mit der Musik aus Inside Llewyn Davis enthält. Als ein ganz besonderes Schmankerl könnt Ihr auch die streng limitierte Vinyl-Ausgabe des Filmsoundtracks gewinnen, die wir gemeinsam mit den beiden anderen Blogs verlosen.

Inside Llewyn Davis Verlosung - Soundtrack VinylInside Llewyn Davis Verlosung - DVD und BluRay

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet einfach nachstehende Frage und hinterlegt bitte zwecks Zusendung der Gewinne eure Kontaktdaten. Eure Daten werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Viel Glück!

WWie heißt der Song aus Inside Llewyn Davis, den Oscar Isaac, Justin Timberlake und Adam Driver gemeinsam im Studio einspielen?

[contact-form-7 id="27551″ title="Gewinnspiel 3″]

Einsendeschluss ist am Mittwoch, den 25. April 2014.

Teilnahmeberechtigt sind nur volljährige Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Es ist nur eine Teilnahme pro Person möglich. Unvollständige Bewerbungen können leider nicht berücksichtigt werden. Die Mitarbeiter von FILMFUTTER sind von der Verlosung ausgeschlossen.

Viel Glück!

Owning Mahowny (2003)

0
Owning Mahowny (2003) Filmkritik

Owning Mahowny, CA/GB 2003 • 104 Min • Regie: Richard Kwietniowski • Mit: Philip Seymour Hoffman, Minnie Driver, John Hurt, Maury Chaykin • FSK: ohne Altersbeschränkung • Kinostart: 7.10.2004 • Website

Ein Bankmanager, der aufgrund seiner außer Kontrolle geratenen Spielsucht den größten Bankbetrug in der Geschichte Kanadas vollführt. Kurz und knapp kann man die Geschichte dieses Films zusammenfassen und mehr braucht es auch nicht, um uns eine der besten schauspielerischen Leistungen der letzten Jahre zu bieten. Ein eher kleinerer Film, der in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde. Unverdient, denn durch die einzigartige Leistung von Philip Seymour Hoffman ist dieses Drama trotz kleinerer Schwächen absolut sehenswert.

Owning Mahowny (2003) Filmbild 1Vielleicht kennt ihr das ja auch: Jedes Mal wenn ich im Radio „Streets of Philadelphia“ höre, muss ich unweigerlich an den abgemagerten, blassen Tom Hanks denken. Allein und hoffnungslos läuft er mit den Händen in der Jacke durch die Straßen, der Rest ist Geschichte. Ja, es gibt sie. Diese herausragenden Momente eines Einzelnen, die den gesamten Film in eine andere Liga katapultieren. Auch Nicholas Cage hatte in „Leaving Las Vegas“ einen solchen großartigen Moment. Wie in den zuvor genannten Filmen ist es auch in „Owning Mahowny“ hauptsächlich dem Protagonisten zu verdanken, dass dieses Drama in Erinnerung bleibt. Der Regisseur hat sich bei seiner Erzählung der Geschichte fast ausschließlich auf den Charakter Dan Mahowny konzentriert. Dies ist nicht selbstverständlich, denn die Geschichte, die auf tatsächlich stattgefunden Ereignissen basiert, würde noch viel mehr hergeben. Andere Regisseure hätten aus dem Stoff vielleicht einen Thriller mit einer für Hollywood typischen Spannungskurve gedreht und einen glattgebügelten Helden präsentiert, der die Geschichte vorantreibt.

Owning Mahowny (2003) Filmbild 2In „Owning Mahowny“ verkommt jedoch alles, was neben unserem Hauptdarsteller geschieht, zur reinen Kulisse. Natürlich gibt es auch Szenen, die den Diebstahl des Geldes oder die Beziehung Mahownys zu seiner Freundin und zu seinen Geschäftspartnern erklären. Philip Seymour Hoffmans Darstellung des Spielkranken lässt aber alles andere unwichtig und klein erscheinen. Wenn er am Spieltisch sitzt, völlig unbeeindruckt von seiner Umwelt, nur mit dem Ziel zu spielen, dann läuft es dem Zuschauer eiskalt den Rücken runter. Man greift sich an den Kopf, will in den Fernseher schreien und den Kerl zur Vernunft bringen – vergebens. Dieser Mensch fährt seinen eigenen Film. Das sind die Szenen, in denen dieser Film auf eine besondere Art und Weise glänzen kann und am besten funktioniert. Sobald der Film allerdings diesen Fokus in einzelnen Szenen verlässt, kann er die hohe Qualität leider nicht halten. Es entstehen immer wieder Längen aufgrund des nicht ganz runden Drehbuchs und unbewusst wartet man als Zuschauer bereits drauf, dem Protagonisten endlich wieder zuschauen zu dürfen. Casinobesitzer Victor Voss (gespielt von John Hurt) wirkt beispielsweise wie ein Abziehbild des fiesen und berechnenden Bösewichtes, der von der Spielsucht Mahownys gnadenlos profitiert, inklusive einer Szene, in der er vor sich hinlacht, als wäre er der Bösewicht in einem James-Bond-Film. Es fehlt nur noch die Katze auf seinem Schoß und das Bild wäre perfekt. Die Darstellung dieses Charakters passt nicht so recht in die ruhige, kalte Stimmung, die der Film die meiste Zeit über vermittelt. Auch Dan Mahownys Freundin (gespielt von Minnie Driver) bleibt den ganzen Film über sehr blass und wird beim Zuschauer keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eine verpasste Chance, denn ihr Charakter spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle, da sie den einzigen Lichtblick im Leben von Mahowny darstellt und die Hoffnung symbolisiert, endlich einen Ausweg aus dieser Abwärtsspirale zu finden.

Ja, man kann dem Film einige Vorwürfe machen, aber trotz der berechtigten Kritik ist „Owning Mahowny“ eine Erfahrung, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Er bietet Momente, in denen man als Zuschauer aufgrund der Intensität, die Philip Seymour Hoffman vermittelt, oftmals den Atem anhalten muss. Unverständlich, dass es für diese Rolle keine Nominierung für den Oscar gab. Ich hingegen werde in Zukunft, sollte ich an einem Spieltisch vorbeikommen, immer an Dan Mahowny denken.

Trailer

The Den (2013)

The Den (2013) Filmkritik

The Den, USA 2013 • 81 Min • Regie: Zachary Donohue • Drehbuch: Zachary Donohue, Lauren Thompson • Mit: Melanie Papalia, David Schlachtenhaufen, Matt Riedy, Adam Shapiro, Brian Bell • Kamera: Bernard Hunt • Musik: Evan Goldman • FSK: n. n. b. • Heimkino-Start: n. n. b. Offizielle Facebook-Seite

Seit nun mehreren Jahren werden die heimischen Bildschirme schon von diversen „Found-Footage“-Horrorfilmen heimgesucht. Diese Filme, in denen vermeintlich echtes Videomaterial von Verbrechen, Geistererscheinungen oder Zombieattacken verwendet wird, erfreuten sich großer Beliebtheit. Dennoch ebbte diese Begeisterung, ähnlich wie nach dem Auslaufen der Folterfilm-Welle, ab und so versuchten Produzenten mit verschiedensten Innovationen das Genre aufrecht zu erhalten. Schon „Paranormal Activity 4“ machte einen Anlauf, die Webcam eines Computers als Videoquelle einzuführen, mit mäßigem Erfolg. Nun versucht sich Regisseur Zachary Donohue in seinem ersten Langfilm mit einer ähnlichen Methode.

Elizabeth Benton (Melanie Papalia) nimmt an einer Studie teil, bei der sie mehrere Tage ihr Leben live in der Chat-Community „The Den“ am PC verbringt. Dort kann sie mit ihren Freunden chatten, sowie sich per Zufall mit Menschen aus der ganzen Welt verbinden lassen. Plötzlich jedoch kontaktiert sie ein Unbekannter, und als sie kurz darauf live vor ihrem Computer einen grausamen Mord beobachten muss, schaltet sie die Polizei ein. Doch die Welt des Internets ist unergründbar. War es eine Fälschung? Virales Marketing? Oder eine ernstzunehmende Bedrohung?

Zu Beginn der Besprechung eine kleine Warnung. „The Den“ ist absolut nichts für schwache Nerven. Wer einen Mac sein Eigen nennt und diesen regelmäßig zum Videochat verwendet, sollte sich wirklich zweimal überlegen, den Film anzuschauen.

Fast den gesamten Film lang sehen wir den Desktop von Elizabeths Computer und werden Zeuge von allem, was auf ihm veranstaltet wird. Beinahe die ganze Laufzeit wird in dieser Form bestritten, mit kurzen Ausflügen zu fremden Computern und zu Handy-Displays. Alleine schon die Ideen, wie man sämtliche Situationen visuell zeigen kann, ohne aus dem Konzept zu fallen, sind schon mehr als beeindruckend, wenn gleich man hier und da sicher die eine oder andere Logik anzweifeln könnte.

The Den (2013) Filmbild 1Schauspielerisch ist der Film an vielen Stellen sehr überzeugend, da die Darsteller vor allem sehr realistisch und nüchtern herüberkommen. Da kaum Umschnitte stattfinden, wäre den Schauspielern fehlendes Talent relativ schnell anzumerken gewesen. Dies ist hier nicht der Fall. Was „The Den“ am aller meisten auszeichnet ist die wahnsinnige Detailverliebtheit, die man so in einem Film über Technik selten gesehen hat. Während Elizabeth mit ihren Verwandten per Videochat spricht, schreibt sie auch gerne mal eine E-Mail, chattet oder surft durchs Internet. Multitasking für die Augen. Auch die Desktop-Oberfläche mit vielen bekannte Symbolen und Programmen sowie das Einbinden von Software ist sehr unterhaltsam. Man mag auch hier an der einen oder anderen Stelle die Überpräsenz von Google und Co. bemängeln, doch sind wir ehrlich… wir nutzen es doch eh alle, oder?

Trotz dieser ganzen Spielereien, die den Film allein schon sehenswert machen, ist „The Den“ natürlich immer noch ein reinrassiger Horrorfilm und füllt die damit verbundenen Erwartungen übermäßig gelungen aus. Die Schreckszenen funktionieren sehr gut und sind durchaus unerwartet, was vor allem daran liegt, dass man oft durch die wirklich neuartige Filmoptik selten genau weiß, worauf man achten soll. Zusätzlich hat der Film sogar einige wirklich fiese Gewalteinlagen zu bieten, die man durchaus nicht unterschätzen sollte. Am Ende setzt der Film in Punkto Spannung und Nervenkitzel in den letzten Minuten noch einen drauf und beendet den Horrortrip mit einer bitterbösen Endsequenz, die jeden Zuschauer des Films zweimal schlucken lassen wird.

Fazit

„The Den“ ist Found-Footage Horror der Extraklasse – bösartig, spannend und innovativ. Ein Film, den sich niemand, der nur einen Funken Interesse an Horrorfilmen hat, entgehen lassen sollte. „The Den“ – ein Must-See für jeden Horrorfan.

Trailer

https://youtu.be/t2GirTaN1fY

Film- und Serien-News