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Mission: Impossible – Rogue Nation: Spionage-Paket zu gewinnen!

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Mission Impossible Rogue Nation Gewinnspiel

Actionfans aufgepasst!

Ethan Hunt ist zurück! Neunzehn Jahren nach seiner ersten Mission wagt Tom Cruise als Superagent Hunt wieder das Unmögliche und so wie für seinen Charakter keine Mission unmöglich ist, ist für den Hollywoodstar kein Stunt zu waghalsig. Wieder einmal hängte sich der Schauspieler voll in die Rolle rein, ließ sich an ein Flugzeug festbinden, das mit ihm abgehoben ist (achtmal!) und hielt für eine Szene angeblich sechs Minuten lang den Atem an. Das Ergebnis: ein Actionfeuerwerk der Superlative, in der man sieht, dass der Star die Arbeit nicht Computereffekten oder Stuntleuten überlässt, sondern möglichst darauf achtet, überall selbst im Bild zu sein. Und genau das ist einer der Gründe, weshalb Mission: Impossible zu den besten Action-Franchises gehört. Mission: Impossible – Rogue Nation (unsere Kritik) gehört zu den besten Einträgen der Filmreihe und ist ein Erlebnis, das man wirklich auf der Leinwand sehen sollte. Ab heute läuft das Sequel in den deutschen Kinos.

Ihr seid von Ethan Hunts Spionage-Gadgets fasziniert? Bei unserem Gewinnspiel könnt Ihr selbst ein tolles Spionage-Paket abstauben. Darin befinden sich eine Wasserflasche mit doppeltem Boden, USB-Manschettenknöpfe, ein Spionage-Stift, eine Tablet-Hülle und obendrein noch ein Original-Filmplakat (Abbildungen unten):

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Welcher dieser Schauspieler hat nie den IMF-Boss von Ethan Hunt (Tom Cruise) gespielt?

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Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet einfach nachstehende Frage und hinterlegt bitte zwecks Zusendung der Gewinne eure Kontaktdaten. Eure Daten werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Viel Glück!

Einsendeschluss ist am Montag, den 17. August 2015.

Teilnahmeberechtigt sind nur volljährige Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Es ist nur eine Teilnahme pro Person möglich. Unvollständige Bewerbungen können leider nicht berücksichtigt werden. Die Mitarbeiter von FILMFUTTER sind von der Verlosung ausgeschlossen.

Filminhalt:

"Nachdem das Pentagon die IMF (Impossible Mission Force) aufgelöst hat, ist Ethan Hunt ohne jegliche Unterstützung der Regierung dem geheimnisvollen „Syndikat“ auf der Spur. Im ersten Teaser als „Anti-IMF“ bezeichnet, erweist es sich bald als sein bislang mächtigster Gegner. Oberstes Ziel der gefährlichen internationalen Untergrundorganisation aus hochqualifizierten Spezialagenten ist es, die ehemaligen Mitglieder der IMF auszulöschen und durch skrupellose Anschläge eine neue Weltordnung zu schaffen.

Um die gefährliche und hocheffiziente Terrororganisation aufzuhalten, muss Hunt sein einzigartiges Team erneut versammeln… "

Copyright: Bilder und Videomaterial © 2015 Paramount Pictures Germany

Mission: Impossible – Rogue Nation (2015) Kritik

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Mission Impossible Rogue Nation (2015) Filmkritik

Mission: Impossible – Rogue Nation, USA 2015 • 131 Min • Regie & Drehbuch: Christopher McQuarrie • Mit: Tom Cruise, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Sean Harris, Jeremy Renner, Ving Rhames, Alec Baldwin • Kamera: Robert Elswit • Musik: Joe Kraemer • FSK: ab 12 Jahren • Verleih: Paramount Pictures • Kinostart: 6.8.2015 • Deutsche Website

Mission Impossible Rogue Nation (2015) Filmbild 1Auf eine gefährliche Maulwurfsjagd, ein todbringendes Virus, eine mysteriöse Hasenpfote und eine geplante Nuklearattacke auf die USA folgt in Christopher McQuarries fünftem Eintrag in die erfolgreiche „Mission: Impossible“-Serie nun die Bedrohung des IMF-Teams durch ein erbarmungsloses Syndikat. Der inzwischen 53-jährige Tom Cruise schlüpft erneut in die Rolle des Teamleaders Ethan Hunt und legt, wie bereits in Brad Birds Vorgänger „Phantom Protokoll“ (2011), Wert darauf, möglichst viele seiner spektakulären Stunts selbst auszuführen. Das sorgt dann schon mal für ungläubiges Kopfschütteln wenn der Mime gleich zu Beginn seiner neuen Arbeit wagemutig auf die Tragfläche eines Flugzeugs springt und sich dann noch knapp an der Tür festkrallen kann bevor die Maschine abhebt. Alles nur getrickst oder ist das wirklich der Hollywood-Superstar höchstpersönlich, der da in schwindelerregender Höhe baumelt?

Mission Impossible Rogue Nation (2015) Filmbild 2Ein besonderer Reiz dieser Actionreihe liegt nämlich ganz sicher in dem Umstand dass man ihr das handwerklich-physische Element noch wirklich abkauft und nicht bloß eingeladen ist, auf die Bilder geschickter CGI-Magier zu starren. McQuarrie, der mit seinem Drehbuch zu Bryan Singers verspieltem „Die üblichen Verdächtigen“ (1995) einen phänomenalen Einstieg in die Kinowelt feiern durfte, hat bereits mit seiner zweiten Regiearbeit „Jack Reacher“ (2012) einen angenehm bodenständigen Thriller abgeliefert, der ihn dann wohl auch gleich bei seinem Star Cruise als neuen „M:I“-Schöpfer empfohlen hat. Wobei bodenständig im „M:I“-Kontext natürlich nicht missverstanden werden sollte – zu staunen gibt es in „Rogue Nation“ so Einiges, nur wird im Vergleich zum direkten Vorgänger wieder nahezu auf technische Gimmicks verzichtet. Sogar die einleitende Auftragsnachricht befindet sich auf einer guten (fast) alten Schallplatte …

Mission Impossible Rogue Nation (2015) Filmbild 3Das Filmjahr 2015 hat mich nun bereits zweimal äußerst positiv überrascht. Das ist wohl besonders der Tatsache geschuldet, dass ich nie sonderlich viel auf den von der Industrie so viel propagierten Begriff Franchise gegeben habe. Eigenständige Werke waren mir stets lieber als von Studios lieblos aufgewärmte Variationen bewährter Stoffe, die den Zuschauern nur das hart verdiente Geld aus der Tasche ziehen sollten. Nun aber hat George Miller mit „Fury Road“ unlängst seinem eigenen Werk ordentlich Pfeffer hinzugefügt und nicht nur den besten „Mad Max“ sondern vermutlich den wildesten Genrefilm dieser Dekade geschaffen. Auch Christopher McQuarrie toppt mit „Rogue Nation“ die (abgesehen von John Woos reichlich taubendrecklastigem zweiten Beitrag) bereits hochwertige „M:I“-Reihe indem er noch einmal genau die Stärken des Vorgängers analysiert, die richtige Prise Humor aus Teil vier beibehalten, wieder etwas mehr düstere Machenschaften aus den Teilen eins und drei in den Topf geworfen und letztlich alles mit der rauen Actionkeule aus Teil zwei umgerührt hat. Das von Rebecca Ferguson gespielte „M:I“-Girl ist sexier, der von Sean Harris dargebotene Bösewicht böser und das aufregende Geschehen einfach noch schweißtreibender als je zuvor.

Mission Impossible Rogue Nation (2015) Filmbild 4Das Highlight des Films ist eine brillant umgesetzte Doppelverfolgungsjagd durch Marrakesch – zunächst mit dem Auto, dann auf dem Motorrad. Diese wird von Kameramann Robert Elswit („Nightcrawler“) in rasanten, aber dennoch stets glasklaren Aufnahmen eingefangen, die das Adrenalin in die Höhe treiben. Aber auch die titelgebende, unmögliche Mission, die diesmal in einem Einbruch in eine unterirdische und von Wasser umspülte Datenbank besteht, garantiert Hochspannung bei einem runden, perfekt ausbalancierten Kinobesuch. Der genaue Plot, nun, der gerät bei diesem jedoch abermals in den Hintergrund. Ebenso wie die Stars Jeremy Renner und Ving Rhames, die dieses Mal leider nur zu Randfiguren verkommen und Cruise, Ferguson und dem erneut als schrulligen Computerspezialisten Benji Dunn auftauchenden „Shaun Of The Dead“-Star Simon Pegg genügsam das Spielfeld überlassen. Aber schließlich benötigt das Team ja auch Nachwuchs falls Hauptdarsteller/Produzent Cruise beim nächsten Film auf die fixe Idee kommen sollte, sich selbst an einer Rakete hängend ins All schießen zu lassen oder generell das Lebensalter der körperlich anspruchsvollen Figur nicht mehr gerecht wird. Ich hoffe aber dass das nicht so schnell der Fall sein wird.

Wenn James Bond im November knallhart in „Spectre“ zurückkehrt, haben die Filmfans in diesem Jahr bereits ein enorm unterhaltsames Geheimdienstabenteuer hinter sich gebracht und man darf sich ernsthaft fragen wie Sam Mendes gegen dieses noch groß anstinken will. Falls ihm das gelingt, werde ich in Zukunft wohl endgültig meine Einstellung zu Franchises überdenken müssen …


Trailer

https://youtu.be/JyxOgTsMNDA

Fantasy Filmfest 2015 – Unsere große Vorschau

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Fantasy Filmfest 2015 Vorschau

Quelle: Fantasy Filmfest

Tausende Genrefilm-Liebhaber, Horrorfans, Splatter-Aficionados und alle Cineasten, die Werke etwas abseits des Gewöhnlichen und leicht Bekömmlichen zu schätzen wissen, fiebern in Deutschland Jahr für Jahr einem Event im August/September entgegen. Dann macht nämlich das Fantasy Filmfest seine Runden in Deutschland und als größtes heimisches Genre-Filmfestival hat die Veranstaltung uns schon so einige unvergessliche Momente beschert und spätere Genreklassiker vorgestellt.

Als jemand, der sich mit Stolz zu jeder der oben genannten Gruppen zählt, freue auch ich mich seit mittlerweile über einem Jahrzehnt auf das Fantasy Filmfest. Seit meinem ersten Besuch 2004 als blutjunger 18-Jähriger habe ich keins der Festivals verpasst und mittlerweile fast 300 Filme auf dem Fantasy Filmfest gesehen. Dabei waren Meisterwerke, die ich bis heute noch regelmäßig gerne schaue, grundsolide Genrevertreter, Überraschungen, aber natürlich auch Filme, an deren Inhalt ich mich bereits nach einem Monat kaum noch erinnern konnte und Streifen, die so grauenhaft waren, dass ich sie leider nicht so schnell vergessen konnte – die sogenannten "Gurken" der jeweiligen Festivals. Es gibt nichts Gutes ohne Schlechtes und dennoch bereue ich es eigentlich bei keinem einzigen Film, ihn beim FFF gesehen zu haben. Auch wenn das Festival und die Filmauswahl sich über die Jahre durchaus verändert haben und sich auch (verständlicherweise) an veränderte Geschmäcker angepasst haben, ist es die stets spürbare Festival-Atmosphäre, die für mich auch darin besteht, Filme unter Gleichgesinnten zu schauen, ein wesentlicher Faktor, weshalb ich das Fantasy Filmfest niemals missen möchte.

Ein weiteres Jahr ist nun vorüber und das 29. Fantasy Filmfest ist im Anmarsch. Im Gepäck hat es 52 neue Filme – die niedrigste Anzahl seit 1999 und eine der niedrigsten in der Festivalgeschichte überhaupt. Das liegt hauptsächlich daran, dass, wie schon im Vorjahr, in den Festivalstädten nur noch ein Kinosaal bespielt wird und die Festivaldauer gegenüber 2014 von 12 auf 11 Tage verkürzt wurde (wofür ich nach dem tollen, aber dennoch sehr ermüdenden FFF 2014 sehr dankbar bin). Doch letztlich soll ja Qualität vor Quantität gehen und bei 52 Beiträgen ist die Wahrscheinlich immer noch sehr hoch, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Wie in den letzten Jahren werde ich wieder mit meinem Fantasy-Filmfest-Tagebuch von ausgewählten Filmen berichten, wenn das Festival Ende des Monats in Köln gastiert. Da auf meinem Programm mehr als 30 Filme stehen (für alle 52 fehlt mir das Durchhaltevermögen, befürchte ich), kann ich versprechen, einen Großteil des Filmangebots abzudecken. Doch bevor wir zum Tagebuch kommen und der Vorhang zum Eröffnungsfilm des diesjährigen Festivals in Berlin am 5. August aufgeht, möchte ich in unserer ausführlichen Vorschau das diesjährige Programm vorstellen und auf das eine oder andere potenzielle Highlight besonders hinweisen. Bereit in die sonderbare, gruselige, spannende, lustige, gefährliche und gelegentlich auch eklige Welt des diesjährigen Fantasy Filmfests abzutauchen? Dann folgt mir auf meine kurze Reise durch die diesjährige Filmauswahl.

Auf den ersten Blick auf das diesjährige Filmprogramm fällt einem geübten Filmfan, der die aktuelle Genre-Landschaft mitverfolgt, womöglich auf, dass es dieses Jahr nicht besonders viele im Vorfeld stark gehypte Filme im Programm gibt, die bereits mit sehr großen Erwartungen ins Festival gehen. Die Rede ist vn Filmen wie District 9, Moon, You’re Next oder Tucker & Dale vs. Evil. Doch auf der anderen Seite ermöglicht die jetzige Zusammenstellung von Filmen, von denen zahlreiche in Deutschland noch gar keinen Verleih gefunden haben, genau das, worauf viele Festival-Gänger hoffen – die Entdeckung neuer Filmperlen. Wo keine spezifischen Erwartungen sind, dort ist das Überraschungspotenzial größer. Davon abgesehen hat das diesjährige Fantasy Filmfest eine wirklich gut ausgewogene Mischung an Filmen zu bieten, die all die typischen und von den FFF-Besuchern beliebten Elemente vereinen. Es gibt Vampire, Zombies und Werwölfe, sadistische Killer und Geister, Mindfuck-Szenarien und handgemachten Splatterspaß im Angebot. Auch starke Filme aus Frankreich und Fernost dürfen natürlich nicht fehlen und im Gegensatz zu den letzten Jahren fanden sogar mehrere deutsche bzw. deutschsprachige Filme ihren Weg ins Programm. Das Staraufgebot der diesjährigen Filme kann sich sehen lassen. Oscargewinner Adrien Brody, Nicole Kidman und Jean Dujardin sind ebenso vertreten wie Genre-Lieblinge Michael Ironside (gleich doppelt!), Katharine Isabelle, Tony Todd und Donnie Yen sowie auch Hollywoods Actionlegende Arnold Schwarzenegger.

Fantasy Filmfest 2015 Vorschau Kill Your FriendsViel Aufmerksamkeit wird natürlich, wie immer, auf dem Eröffnungsfilm liegen. Nachdem die postapokalyptische Welt von The Rover und der Realfilm/Animations-Hybrid The Congress in den letzten Jahren eher mittelmäßig rezipiert wurden, setzt das FFF auf rabenschwarze Satire. Die Verfilmung von John Nivens Skandalroman "Kill Your Friends" (Bild links) mit Nicholas Hoult (X-Men – Zukunft ist Vergangenheit) in der Hauptrolle, feiert beim Fantasy Filmfest Weltpremiere und erzählt von einem jungen Soziopathen (Hoult), der, um in der gewissenslosen Musikindustrie voranzukommen, auch vor Mord nicht zurückschreckt. Mit böser Comedy konnte das Fantasy Filmfest bereits 2012 gut punkten, als Sightseers das Festival eröffnete und wenn Kill Your Friends an dessen Gemeinheits-Faktor herankommt, steht uns ein wirklich toller Opener bevor.

Fantasy Filmfest 2015 Vorschau The ConnectionBesonders stark erscheint mir dieses Jahr das französische Kino beim Fantasy Filmfest. So bildet Éric Hannezos Remake von Mario Bavas Spätklassiker Rabid Dogs das diesjährige Centerpiece und dem intensiven Trailer nach zu urteilen, könnte es zu den wenigen Neuverfilmungen gehören, die einen Blick wert sind. In dem Film geht ein Bankraub schief, die Kriminellen nehmen drei Unschuldige als Geiseln und begeben sich auf die blutige Flucht. Besonders freue ich mich auf The Connection (Bild rechts), der allein schon durch seine grandiose Besetzung aus Jean Dujardin, Gilles Lellouche und Benoît Magimel Interesse weckt. Alle drei waren mit Filmen auf dem Fantasy Filmfest vertreten – Dujardin mit den Agenten-Komödien OSS 117, Lellouche mit dem spannenden Actionthriller Point Blank und Magimel mit dem Gangsterfilm Crime Insiders. In The Connection stehen sich Dujardin und Lellouche als Kontrahenten gegenüber im Kampf gegen die berüchtigte "French Connection" – den organisierten Drogenschmuggel über Marseille in den Siebzigern. Der hierzulande unter dem Titel Der Unbestechliche bekannte Film glänzt aber nicht nur mit einer Top-Besetzung, sondern der Trailer (unten) verspricht auch glanzvoll inszenierte Crime-Unterhaltung, die wieder einmal zeigt, dass das französische Kino in Kontinentaleuropa seinesgleichen sucht. Ebenfalls von unseren gallischen Nachbarn im Angebot: Night Fare, in dem zwei Ganoven auf die böse Tour lernen müssen, dass der Ruf on Pariser Taxifahrern nicht umsonst schlecht ist. Außerdem bringt mit Nobody from Nowhere Regisseur Matthieu Delaporte (Der Vorname) einen Film über einen unscheinbaren Mann (Matthieu Kassovitz), der aus seiner tristen Existenz ausbricht, indem er Identitäten anderer kurzzeitig annimmt. Doch was ist, wenn er eine davon nicht ablegen will? Last, but not least ist natürlich der neuste Film des FFF-Stammgastes Quentin Dupieux zu erwähnen, Reality. Seine bisherigen Streifen Rubber, Wrong und Wrong Cops liefen allesamt beim Festival und spalteten auch stets das Publikum. Mittlerweile weiß man aber natürlich, worauf man sich einlässt, wenn man die durchgeknallte Welt des avantgardistischen Filmemachers betritt.

Doch auch die Fans des asiatischen Kinos werden auf ihre Kosten kommen. In Kung Fu Killer jagt Martial-Arts-Maestro Donnie Yen als in Ungnade gefallener Cop den titelgebenden Killer, der es auf Kung-Fu-Meister abgesehen hat. Wer auf spektakuläre Kampfkunst steht, weiß, dass auf Yen in dieser Hinsicht stets Verlass ist. Mit Parasyte: Part 1 erwartet die Zuschauer die schräge Umsetzung eines bekannten Mangas und der diesjährige Director’s Spotlight gehört der japanischen Filmlegende Takashi Miike. Mit seinem 98. Film Yakuza Apocalypse entfesselt er einen Krieg in der kriminellen Unterwelt, bei dem aber auch Vampire und weitere übernatürliche Wesen mitmischen dürfen.

Fantasy Filmfest 2015 Vorschau Maggie

Apropos Vampire – zu den ungewöhnlicheren Beiträgen dieses Jahr dürfte die österreichisch-schweizerische Koproduktion Therapie für einen Vampir gehören, die Tobias Moretti als depressiven Blutsauger auf Sigmund Freuds (!) Couch schickt. Hier kann das deutschsprachige Genrekino sich hoffentlich wieder beweisen. Neben Vampiren gibt es aber natürlich auch Werwölfe und Zombies im Angebot. In Howl müssen sich die Insassen eines Nachtzugs gegen die pelzigen Gestaltwandler wehren und das sieht nach verdammt großem Spaß mit handgemachten Verwandlungs- und Splattereffekten aus. Zombies gibt es gleich mehrfach, jedoch immer mit unterschiedlichen Ansätzen. In der Partygranate Deathgasm sind es zwei Metaller, die sich gegen die wandelnden Toten zur Wehr setzen. In Extinction, mit "Lost"-Star Matthew Fox, machen erblindete Zombies eine vereiste postapokalyptische Welt unsicher. Inszeniert wurde der Film vom Spanier Miguel Ángel Vivas, dessen Film Kidnapped vor einigen Jahren auf den Fantasy Filmfest Nights sehr guten Eindruck gemacht hat und für mich zu den besten Filmen des Home-Invasion-Subgenres gehört. Blutrünstige Zombieangriffe stehen nicht im Fokus des Vater-Tochter-Dramas Maggie (Bild links), in dem Arnold Schwarzenegger die vermutlich untypische Rolle seiner Karriere spielt und endlich seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen darf. Als verzweifelter Vater muss er machtlos zusehen, wie seine Tochter (Abigail Breslin) sich nach einem Zombiebiss langsam verwandelt und ihm entgleitet. Die Rubrik Geisterhorror ist hingegen durch Will Canons Demonic vertreten, in dem die immer großartige Maria Bello mitspielt und der von James Wan (Insidious, Conjuring) produziert wurde, Canon selbst überzeugte mich auf dem FFF vor einigen Jahren mit seinem Thrillerdrama Brotherhood.

Fantasy Filmfest 2015 Vorschau The VisitWer das Festival in München besucht, darf sich auf ein ganz besonderes Highlight freuen. M. Night Shyamalan wagt mit The Visit (Bild rechts) seine Rückkehr ins Horrorkino und der Film wird exklusiv im Rahmen des Münchener FFF zu sehen sein, wo Shyamalan auch als Stargast ihn or Ort vorstellen wird. In The Visit besuchen die Geschwister Becca und Taylor erstmals ihre Großeltern und es dauert nicht lange, bis sie merken, dass im Haus der beiden alten Leute etwas gewaltig nicht stimmt. Es gelten einige Regeln, darunter, dass man sein Zimmer nach halb zehn unter keinen Umständen verlassen darf – nicht umsonst! Shyamalan konnte mit seinen letzten Filmen wie The Happening, Die Legende von Aang und After Earth nicht viele Freunde finden und der gute Ruf, den er mit seinen frühen Filmen wie The Sixth Sense und Signs – Zeichen aufgebaut hat, wurde nach und nach zerstört. In dem Versuch, diesen wieder herzustellen, drehte er dem Hollywood-System den Rücken und inszenierte The Visit als Low-Budget-Produktion mit eigenen Mitteln. Hoffentlich konnte der neue Ansatz seinen kreativen Funken wieder entfachen. In den anderen Städten läuft anstelle von The Visit übrigens Matteo Garrones opulentes, düsteres Märchen The Tale of Tales (hierzulande: Das Märchen der Märchen), das bereits im Wettbewerb in Cannes lief und auf jeden Fall sehenswert ist.

Besonders erfreulich ist dieses Jahr die Auswahl an Creature Features und Tierhorror. Diese Filme treffen bei mir meist einen Nerv. Im irischen Horrorstreifen The Hallow muss eine Familie sich gegen feindselige Wesen aus den Wäldern wehren. In The Pack gehen wilde Hunde einer anderen Famlie an den Kragen. Die deutsche Koproduktion Stung lässt riesige Killerwespen auf das Publikum los (potenzielle Partygranate!) und Bite ist eine Hommage an David Cronenbergs Die Fliege und der Trailer verspricht ekligen Body Horror vom Feinsten – nichts für einen schwachen Magen. Einen solche sollte man übrigens auch nicht haben, wenn man sich Excess Flesh anschaut, einen Film über den Mager- und Schönheitswahn. Mehr sei dazu nicht verraten, doch der Trailer alleine macht neugierig (oder lässt einen angewidert wegschauen).

Fantasy Filmfest 2015 Vorschau Cop Car

Abgeschlossen wird das Fantasy Filmfest mit Cop Car (Bild rechts), einem Thriller, in dem Kevin Bacon einen alles andere als hilfsbereiten Gesetzeshüter spielt. Er jagt zwei zehnjährigen Jungen hinterher, die seinen Polizeiwagen verlassen gefunden haben und damit prompt eine Spritztour machen. Was sie nicht wissen, ist, dass Bacons Bad Cop darin die buchstäbliche Leiche im Kofferraum hat und das Auto mit allen Mitteln zurückhaben möchte. Der Trailer (unten) sieht verdammt spannend aus und es ist auch der Film, mit dem Jon Watts Sony davon überzeugen konnte, als Regisseur für den nächsten Spider-Man-Film engagiert zu werden. Auch das macht neugierig.

Informationen zu allen weiteren Filmen samt allen Spielzeiten, Trailern und Stargästen findet Ihr auf der offiziellen Website des Fantasy Filmfests. Unten sind die Termine des FFF 2015:

Berlin – 5.-16. August
Nürnberg – 6.-16. August
Frankfurt – 13.-23. August
Hamburg – 20.-30. August
Köln – 20.-30. August
Stuttgart – 20.-30. August
München – 27. August – 6. September

Falls Ihr unsere FFF-Tagebücher aus den letzten drei Jahren anschauen möchtet, findet Ihr sie hier.

Zu guter Letzt habe ich noch die Trailer zu den fünf Filmen aus dem diesjährigen Angebot zusammengestellt, auf die ich mich am meisten freue:

The Connection

The Hallow

Excess Flesh

https://youtu.be/Lw6x3jI6UuE

Turbo Kid

Cop Car

Schaut ab dem 21. August bei uns für die Berichterstattung über das Kölner Fantasy Filmfest rein!

"Hannibal" S03E08 "The Great Red Dragon" Kritik

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Der Artikel enthält einige "Hannibal"-SPOILER zur besprochenen Folge!

Die letzte Folge "Digestivo" von "Hannibal" war ein nahezu perfektes Midseason-Finale und zugleich der Abschluss einer ganzen Storyline rund um die Jagd nach Dr. Lecter (Mads Mikkelsen). Mit "The Great Red Dragon" wird im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz neues Buch aufgemacht, nämlich das rund um die Figur Francis Dolarhyde, gespielt von Richard Armitage. Drei Jahre liegen zwischen den beiden Folgen, und während Hannibal hinter Gittern seinem Spaß an der Zeichenkunst nachgeht, hat es Will (Hugh Dancy) endlich geschafft Fuß zu fassen und sogar eine innige Beziehung zu seiner Frau Molly (Nina Arianda) einzugehen. Doch der Beginn der Folge widmet sich stilgerecht nicht dieser ruhigen Welt, sondern der Einführung des Antagonisten.

Die Eingangsmontage etabliert Richard Armitages gestörten Charakter ansehnlich und brilliert vor allem in den kleinen Details, die der Schauspieler der Figur verleiht. Im Grunde wortlos sehen wir, wie er sich entwickelt und das visuell wieder mehr als beeindruckend, doch leider auch etwas überhastet. Es ist sicherlich dem Serienformat geschuldet, doch trotzdem ist es etwas schade, dass man Dolarhydes Charakter sehr hastig versucht ins Geschehen zu klopfen. Zwar macht er ordentlich Eindruck, doch schleicht die ganze Zeit das Gefühl mit, es würden essenzielle Szenen fehlen, die für den Aufbau der Geschichte von Bedeutung wären.

Trotzdem bin auch ich sehr froh, dass man sich endlich mit dem "Roter Drache"-Buch von Thomas Harris auseinandersetzt, das für mich einen der interessantesten Antagonisten aller Zeiten in die Welt rief. Es wird schwer werden diesen Charakter in seinem vollen Umfang in der Serie darzustellen, doch bisher sieht es sehr gut gelungen aus. Mein persönlicher Lieblingsaspekt am Buch war, dass ich mich nach einer bestimmten Zeit mehr mit Dolarhyde als mit Will Graham identifizieren konnte. Ob auch die Serie darauf Wert legen wird, den Bösewicht nicht nur in ein schlechtes Licht zu rücken bleibt abzuwarten, doch da ihr das schon einige Male gut gelang bin ich zuversichtlich.

Etwas arg schnell eingeführt wird auch Wills neue Familie und damit sein neues Leben. Eben noch wurde Mr. Graham beinahe der Kopf aufgesägt und man wollte ihn seines Gesichtes entledigen, da hat der gute Mann auf einmal eine Frau mit Kind sowie ein geregeltes Leben. Es ist klar, dass die Serie einen Schnitt setzen musste, doch wirklich stimmig ist der Zeitsprung nicht über die Bühne gebracht worden, das muss sie sich eingestehen. Dem zum Trotz ist es befriedigend Will endlich mal wieder glücklich zu sehen, natürlich nur so lange, bis Jack Crawford (Laurence Fishburne) wieder sein Leben betritt. Er erzählt Will von den beiden Morden des spöttisch als "Die Zahnfee" bezeichneten Killers, die wir als Zuschauer noch gar nicht mitbekommen haben. Will sagt Jack zuerst ab, doch seine Frau Molly überredet ihn später dazu, in sein altes Leben zurückzukehren, um den Mörder zu schnappen. Vor Wills dunkler Seite hat sie keine Angst.

If I go, I won’t be the same when I come back.
– But I will.

Nur noch eine einzige Person versucht Will davor zu warnen, was ihm bevorsteht, wenn er wieder einen Fuß in die dunkle Welt seiner Visionen setzt. Ausgerechnet Hannibal Lecter ist es, der ihm davon abrät, wieder zurückzukehren. Inzwischen scheint der Kannibale nicht nur interessiert an seinem "Freund" Will Graham zu sein, sondern wirklich das Beste für ihn zu wollen, weshalb er sich auch in der letzten Folge der Polizei stellte. Sein Schreiben wird von Will zwar hingenommen, endet jedoch als Brennmaterial für den Ofen.

It’s dark on the other side, and madness is waiting.

Hannibal The Great Red Dragon Kritik

Hannibal selbst dümpelt unter Dr. Frederick Chiltons (Raul Esparza) Aufsicht in dessen Anstalt herum und verbringt viel Zeit in seinem Gedankenpalast ("Sherlock" lässt grüßen). Alana Bloom (Caroline Dhavernas) klärt uns darüber auf, dass er nur deshalb noch am Leben ist, weil niemand es geschafft hat, seinen psychologischen Zustand zu klassifizieren und er trotzdem als geisteskrank diagnostiziert wurde. Eine Bezeichnung, die Hannibal keineswegs zusagt, da er viel mehr ist, als einfach nur geisteskrank.

Congratulations Hannibal, you are officially insane.
– I am not insane.

Doch die große Show kommt erst noch: Will Graham besucht den Tatort, an dem Francis Dolarhyde zuletzt sein Unwesen trieb und auf perfide Art und Weise eine Familie ermordete. Er stapft langsam und sachte durch die blutige Szenerie und stellt sich vor die Leichname der Opfer. Darauf folgt eine Szene auf die die Fans schon lange gewartet haben, und die einschlägt wie ein Blitz:

Hannibal The Great Red Dragon Kritik

Endlich ist das Pendel zurück! Nach jahrelangem Ruheschlaf seiner einzigartigen Fähigkeit packt Will wieder aus und versetzt sich in den Kopf des Killers. Die Rekonstruktion des Tathergangs ist beeindruckend schön inszeniert und nah an der Buchvorlage gehalten – kurzum fantastisch! Kein blutiges Detail wird ausgelassen (na gut, die Vergewaltigung wird nicht gezeigt, doch das ist mehr als verständlich). Schließlich kriecht ein Satz aus seinem Mund, den man schon ziemlich lange missen musste:

This is my design.

Hannibal The Great Red Dragon Kritik

Eine großartige Sequenz, ohne Frage die Beste der Folge, durch die Will wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Nun wo Hannibal hinter Gittern ist, ist Will Graham wieder mehr, als nur ein Spielball in dessen perfider Theateraufführung, kann demnach auch endlich wieder mehr eigene Charakterzüge mit in die Serie bringen und deutlich an Stärke gewinnen. "Hannibal" tut gut daran, die Crime-Atmosphäre der ersten Staffel mit den Elementen aus der zweiten und dem Anfang der dritten Staffel, die auch den Antagonisten direkt von Anfang an offen legten, zu verbinden. Es wird weiterhin hoffentlich sehr spannend bleiben und beide Seiten gleichzeitig gut beleuchten, sodass wir zu einer tollen Adaption des Buches und gleichzeitig auch zu einer umwerfenden Serienerfahrung kommen.

Margos Spuren (2015) Kritik

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Margos Spuren (2015) Filmkritik

Paper Towns, USA 2015 • 109 Min • Regie: Jake Schreier • Mit: Cara Delevingne, Nat Wolff, Halston Sage, Austin Abrams, Justice Smith • FSK: ab 6 Jahren • Kinostart: 30.07.2015 • Deutsche Website

Inhalt

Margo (Cara Delevingne) und Quentin (Nat Wolff) – auch Q genannt – kennen sich bereits seit ihrer Kindheit. Schon als Quentin sie das erste Mal sah, war er hoffnungslos in sie verliebt. Daran ändert sich auch nichts, als sie älter werden, nur trennen sich über die Jahre ihre Wege: Margo ist eine begehrte Rebellin, die hin und wieder verschwindet und nur ein paar Hinweise von sich hinterlässt; Quentin der Musterschüler, der mit seinen zwei besten Freunden Ben (Austin Abrams) und Radar (Justice Smith) ein Leben abseits der beliebten High-School-Liga führt. Doch als Margo eines Abends unverhofft, wie zu früheren Zeiten, durch sein Fenster steigt und ihn mit in ein nächtliches Abenteuer reißt, fühlt sich Quentin ihr plötzlich wieder nah. Und nachdem Margo dann am nächsten Tag wieder verschwindet, findet Quentin ihre Hinweise, mit dem festen Vorhaben, sie zu finden und ihr seine Liebe zu gestehen…

Kritik

Es ist ein bisschen Coming-of-Age, ein bisschen Romantik, viel Humor und auch das lachende und das weinende Auge, an das sich der ein oder andere erinnern wird, sobald er in die Stimmung von Abschlussball und dem absoluten Ende der Schulzeit eintaucht. Mit Margos Spuren ist wieder ein Film angelaufen, der die breiten Massen begeistern soll. „Paper Towns“, wie er im englischen Original heißt, behandelt im Hauptsächlichen das Leben des 18-jährigen Q, der kurz vor seinem Schulabschluss steht und mit seiner Kindheitsliebe Margo, die direkt gegenüber wohnt, immer noch nicht abgeschlossen hat. Eigentlich gleich mehrere Themen, mit denen sich sowohl die jüngeren, als auch die etwas älteren, vielleicht gerade mit der Schule abgeschlossenen Kinobesucher gut identifizieren können.

Margos Spuren (2015) Filmbild 1Zunächst kommt einem die Figurenkonstellation noch ein bisschen bekannt vor: Der schüchterne, unauffällige Junge verliebt sich in das selbstbewusste, abenteuerlustige Mädchen, das er schon seit Kinderzeiten anhimmelt, ihn in seine reißerischen Abenteuer mitnimmt und seine Bewunderung immer weiter steigert. An seiner Liebe ändert sich bis in sein Jugendalter nichts. Hin und wieder sind romantische Szenen natürlich nicht ausgeschlossen. Ein bisschen Klischee steckt schließlich in jedem massentauglichen Kinofilm. Allerdings trifft Klischee auch nicht ganz das, in welchem Rahmen sich Margos Spuren bewegt, weil er dafür schon wieder zu individuell gestaltet ist. Gekonnt zusammengestellt ergibt alles in allem nämlich einen ausgeglichenen und unterhaltsamen Plot. Die zwei total unterschiedlichen Freunde von Hauptrolle Q bringen den Humor, Margos beste Freundin Lacey (gespielt von Halston Sage) ein bisschen mehr Tiefe in die Dialoge, die Eltern spielen zur Abwechslung mal passenderweise keine Rolle, und die hoffnungsvolle Liebe von Quentin zu Margo bildet natürlich die gesunde Basis des Geschehens – das Gesamtkonzept ist also stimmig.

Margos Spuren (2015) Filmbild 2John Green ist kein unbekannter Autor in dem Genre „Teenie-Lovestory“, in dem sich auch Margos Spuren irgendwo befindet. Mit dem Vorreiter Das Schicksal ist ein Mieser Verräter (OT: The Fault in Our Stars), zu dem er ebenfalls das Drehbuch verfasste und der bereits 2014 erfolgreich in den Kinos lief, erfüllt auch seine zweite Verfilmung unter Leitung von Jake Schreier einige Erwartungen an die typische „Außenseiter-verliebt-sich-in-Rebellin“-Story, die man auch aus anderen Filmen gut kennt. Margos Spuren trifft jedoch weitere Eckpunkte, die die Geschichte in einem ganz eigenen Licht erstrahlen lassen als Greens erste Romanadaption und damit auch eine andere Atmosphäre schaffen. Es wird mit den wenigen, wesentlichsten Ausschmückungen der Sparte ein typisches Film-Teenager-Leben dargestellt, das schauspielerisch authentisch dargestellt wird. Daran ist schon einmal nichts zu meckern.

Margos Spuren (2015) Filmbild 3In Margos Spuren gibt es an sich auch keine großen Patzer, was die Regiearbeit angeht. Ein durchweg positiver Aspekt des Arrangements ist der langsame Spannungsaufbau, da der eigentliche Kernpunkt der Geschichte erst relativ zum Ende des Films kommt. Es ist sicherlich Geschmackssache, in wie weit eine etwas langsamere Handlungsabwicklung auch als langweilig empfunden werden kann. Jedoch schafft es in diesem Film ein sehr passendes Bild zur ohnehin gelassenen Gesamtstimmung und wirkt sich damit eher unterstützend auf das Thema "Erwachsenwerden" aus. Ebenfalls komfortabel für den Zuschauer ist auch die klare Linie, an der sich der gesamte Film entlanghangelt und damit angenehm zu verfolgen ist.

Einzig kritisch zu betrachten ist die Präsenz der Hauptcharaktere. Denn auch wenn Protagonistin Margo die ganze Zeit über eine tragende Rolle spielt, ist sie für ihre enorme Relevanz in der ganzen Geschichte nur in sehr wenigen Szenen tatsächlich zu sehen. Wenngleich ihre Person durchgehend im Vordergrund steht, führt diese Tatsache zu einem etwas ungenauen Eindruck von ihrem Charakter und ihrer Beziehung zu Q. Das ist relativ schade, da dieser Aspekt dem Film sicherlich noch einiges an Aufwertung verliehen hätte.

Obwohl uns natürlich mal wieder ein Objekt von Massenproduktion der Unterhaltungsindustrie vorgelegt wird: Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass auch diese Umsetzung von John Greens Bestseller gelungen ist.

Fazit

Margos Spuren ist in sich ein runder und solider Film, der sich nur wenigen, dramatisierenden Elementen bedient und damit die Stimmung von Schulabgang und großer Liebe soweit authentisch herüberbringt. Schon stimmungsmäßig in eine andere Richtung gehend, aber trotzdem mindestens genauso ansprechend, sollte diese neue Leinwandversion nicht nur für Anhänger von Das Schicksal ist ein mieser Verräter mehr als annehmbar sein, sondern auch Kritiker der ersten Romanvorlage Greens positiv überraschen. Die Fans der „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“-Verfilmung sollten sich jedoch auf ein eher weniger dramatisches und spannungsgeladenes, aber trotzdem berührendes Kinoerlebnis einstellen.

Trailer

Boy 7 (2015) Kritik

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Boy 7 (2015) Filmkritik

Boy 7, D 2015 • 104 Min. • Regie: Özgür Yildirim • Mit: David Kross, Emilia Schüle, Jörg Hartmann, Ben Münchow, Liv Lisa Fries, David Berton • FSK: ab 12 Jahren  • Kinostart: 20.08.2015 

Die Tribute von Panem, Die Bestimmung, Maze Runner – die Verfilmungen von Jugendbuch-Dystopien boomen immer noch! Nachdem sich zuletzt der deutsche Regisseur Robert Schwentke (Flightplan) dem zweiten Teil der erfolgreichen Die-Bestimmung-Reihe widmete, möchte sich die deutsche Filmlandschaft nun auch dieses Erfolgskonzept zu eigen machen und lässt Genre-Regisseur Özgür Yildirim, der schon für den gelobten Gangsterfilm Chiko und den wirklich unterhaltsamen Blutzbrüdaz verantwortlich war, das gefeierte Jugendbuch "Boy 7" der niederländischen Autorin Mirjam Mous adaptieren. Derweilen haben die Niederländer aber auch nicht geschlafen und ihre Umsetzung bereits Anfang dieses Jahres in die nachtbarländischen Kinos gebracht. Dieser wurde von der Kritik jedoch eher mittelmäßig aufgenommen. Bei der Produktion beider Filme hat man sich jedoch freundschaftlich unter die Arme gegriffen. So schrieb der Drehbuchautor der niederländisch-ungarischen Produktion auch am Drehbuch der deutschen Version mit, Yildirim half dafür auf der anderen Seite.

Boy 7 (2015) Filmbild 1Zwar bezieht sich das Presseheft etwas hochgreifend auf das „[…]Genre der Bourne-Trilogie und Die Tribute von Panem[…]“, man muss jedoch wirklich etwas weiter unten ansetzen. Man bewegt sich hier genretechnisch vielleicht irgendwo zwischen Die Tribute von Panem, Maze Runner und den Alex-Rider-Romanen von Anthony Horowitz, qualitativ kann sich Boy 7 aber keinesfalls mit diesen messen. Für den trotzdem irgendwie eintretenden Erfolg wird dafür wieder das Schöngerede deutscher Filme sorgen. Denn wäre Boy 7 internationale oder sogar Hollywood-Ware, würde man ihn als stümperhaften Amateurversuch abstempeln, bewegt man sich aber im deutschen Raum, wird man wieder die „Für einen deutschen Film nicht schlecht“-Floskel zu Ohren bekommen.

Boy 7 bedient sich der üblichen, verbrauchten Young-Adult-Zutaten. Da haben wir die Jugendlichen mit besonderen Fähigkeiten, die korrupte Organisation, Manipulation, Systemkritik und Liebe. Auch wenn diese Unoriginalität dazu führt, dass der Film durchgehend vorhersehbar ist, ist sie nicht einmal das größte Problem von Boy 7. Diese Formel ist vom Publikum schließlich meistens gut aufgenommen worden, weswegen sich auch folgende Panem-, Bestimmung– und Maze-Runner-Teile wieder in den oberen Box Office-Bereich hangeln dürften. Boy 7 aber fühlt sich – trotz aller gegebenen Voraussetzungen – nicht einmal wie einer dieser Filme an. Tatsächlich versucht Yildirim hier einen düsteren, schweißtreibenden, modernen deutschen Genrefilm auf die Beine zu stellen. Denn nicht nur wurden deutsche Schauspieler angeheuert, beim gesamten Prozess der Adaption wurde Boy 7 mit Settingverschiebung nach Hamburg und diversen Anspielungen auf die deutsche Filmgeschichte quasi „eingedeutscht“.

David Kross (Der Vorleser) spielt dabei „Nummer 7“, der zu Beginn des Films in einem U-Bahn-Tunnel aufwacht und sich weder an seinen Namen erinnern kann, noch daran wie er dorthin gelangt ist. In seiner Tasche findet er die Karte eines Restaurants, auf dessen Toilette er neugierig im Spülkasten herumwühlt (!) und dort ein Notizbuch findet, das anscheinend von ihm selbst ist und mit dessen Hilfe sich alles aufklären könnte. Als er dann noch auf ein Mädchen (Emilia Schüle) trifft, das sich ebenfalls an nichts mehr erinnern kann, und sie auch noch feststellen, dass sie die gleiche Brandnarbe an der Hand haben, widmen sie sich zusammen dem besagten Notizbuch.

Boy 7 (2015) Filmbild 2Schnell werden zwei Dinge klar: 1) Die Notizen sind nur ein getarnter Off-Text und Vorwand, um die den Film bestimmenden Rückblenden einzuleiten. Der Text im Notizbuch ist extra ausführlich geschrieben, um möglichst viel Exposition zu liefern, wirkt gerade dadurch aber zum Kopfschütteln unauthentisch. 2) Özgür Yildirim spielt unglaublich gerne mit der Kamera und möchte seinen Film auch sonst super stylisch aussehen lassen. So gut wie jedes Bild ist in einem sogenannten „dutch angle“ („schiefen Winkel“) eingefangen, wenn man nicht gerade mal wieder eine Go-Pro-Kamera an David Kross befestigt hat. Im Gegensatz zu Regisseuren wie z. B David Fincher, die auch gerne damit prahlen, wie sie die Kamera einzusetzen wissen, trägt bei Boy 7 jedoch kein einziges Kameraspielchen auf irgendeine Weise zur Erzählstrategie oder Atmosphäre bei und fühlt sich so eben nur wie plumpes Vorzeigen an.

Zudem bahnt sich in den ersten paar Minuten auch schon der penetrante Einsatz von durchkonstruierten Zufällen an, wenn unsere Nummer 7 sich ausgerechnet die defekte Toilette im Restaurant aussucht und dort zufällig einen Knopf findet, mit dem man natürlich was als erstes macht? Richtig – schauen ob er an die eigene Hose gehört! Danach neugierig geworden, inspiziert er gerne noch den verdreckten Spülkasten und wird mit dem Notizbuch belohnt, ohne welches der Film nach 15 bereits sein unspektakuläres Ende gefunden hätte.

Die ersten paar Notizbuchseiten liefern dann erst einmal etwas allgemeinen Hintergrund zu unserem Protagonisten, der, wie sich herausstellt, Sam heißt. Das ist leider aber nicht ausreichend, um genug Sympathie oder auch Mitleid aufzubauen, damit wir in den kommenden 90 Minuten wirklich mit ihm mitfiebern. In jenem Expositions-Block dürfen wir u. a. zusehen, wie Hackergenie Sam sich von seiner Jugendliebe zum Hacken des Schulsystems überreden lässt. Eingeführt als seine große Liebe, ist Luna jedoch lediglich ein MacGuffin-Charakter, der, um des Skurillen wegen, David Kross im Klassenraum einmal breitbeinig am Finger lutschen darf, um ihn dann später zu verraten und für immer aus dem Film zu verschwinden.

Boy 7 (2015) Filmbild 3Das war es mit der großen Liebe – weiter geht es mit dem so unaufwendig eingeführten Hauptstorystrang: Kooperation X. Eine Anstalt und gleichzeitig Aufbau- sowie Resozialisierungsprogramm für jugendliche Straftäter mit besonderen Fähigkeiten, in der sich natürlich auch das Mädchen aus der Gegenwarts-Erzählebene befindet. Schnell wird klar, dass mit dieser Organisation irgendetwas nicht stimmt. Bevor wir aber die ersten kräftigen Hinweise darauf bekommen, müssen wir uns erst einmal mit dem Campus-Alltag begnügen. Seltsame Leute, noch seltsamere Übungen, Cafeteria-Essen und zum Abend witziges Bett-Geplauder auf Schloss-Einstein-Niveau. Vielleicht würde der von Emilia Schüle (Freche Mädchen) verkörperte, obligatorische Love Interest etwas Pepp in die müde Abarbeitung von obligatorischen Handlungspunkten bringen, wäre diese nicht viel zu kitschig in sich ziehende Fremdschäm-Sequenzen gequetscht.

Boy 7 (2015) Filmbild 4Etwas Abwechslung bringen dafür die eben genannten Übungen. Ob es nun Paintball-Spiele im Wald oder kleine Hackertricks mit der „Mentorin“ sind, es ist endlich einmal ein kreativer Weg die dunklen Absichten von Kooperation X rüberzubringen. Auch wenn die Paintball-Schlacht schnell vorbei ist und man sich beim Hacken schmerzhaft ansehen muss, wie David Kross dilettantisch mit den Fingerkuppen auf die Tastatur eindrischt, sind es doch kleine Lichtblicke, die den Film nicht zum kompletten Desaster verkommen lassen. Vor allem kann man sich gerade in diesen Momenten noch an der wenigstens durchgehend soliden Performance von Kross festhalten, oder sich beim Paintball über ein wirklich lustiges Cameo des Komikers Boddy Ogün amüsieren. Immer weiter wird das Mysterium um diese ultrageheimnisvolle Kooperation ausgedehnt, nur um alle Hintergründe und Motivationen dieser in einem mitgehörten Skype-Gespräch offenzulegen, bevor Boy 7 auf sein nerviges und unspektakuläres Finale zutaumelt. Die Spannungsskala liegt dabei vor allem durchgehend am Nullpunkt, weil unser sowieso schon emotionslos aufgebauter Protagonist nie wirklich spürbar in Gefahr ist.

Fazit

Boy 7 macht so gut wie alles falsch und lässt den kreativen Geist seines Regisseurs nie durchscheinen. Wenigstens hat man eine solide Hauptbesetzung vorzuweisen, aber selbst diese kann sich in diesem Chaos nie wirklich beweisen.

Trailer

https://youtu.be/fVx3kYXu_GA

DUFF – Hast du keine, bist du eine (2015)

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Duff (2015) Filmkritik

The DUFF, USA 2015 • 97 Min. • Regie: Ari Sandel • Mit: Mae Whitman, Robbie Amell, Bella Thorne, Ken Jeong, Allison Janney, Skyler Samuels, Bianca A. Santos, Nick Eversman • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 9.07.2015 • Deutsche Website

Duff (2015) Filmbild 1Mit „D.U.F.F.“ (designated ugly, fat friend) bekommen jetzt auch die gehänselten Teens in der Schule eine coole Abkürzung verpasst. Kein Schubladendenken, das unterstützt DUFF, und erweckt zu Beginn den Anschein, seine Charaktere selbst von diesen Klischees losreißen zu wollen. Seltsamerweise wird direkt im Anschluss eine Fülle an Figuren eingeführt, die mehr Highschool-Comedy-Klischee nicht sein könnten. Die Tussis, die Nerds, die Sportler – alles mit dabei. Natürlich sind diese dann auch noch nach dem einfachsten Muster gestrickt und bekommen so genau die Charaktereigenschaften ihrer jeweiligen Schublade zugeteilt. Dann wäre da noch Bianca (Mae Whitman), die „hässlichste“ der drei Freundinnen Jess (Skyler Samuels), Casey (Bianca A. Santos) und Bianca, die ohne Bianca nicht Jess, Casey und Bianca sein könnten (ein Satz, der tatsächlich im Film vorkommt). Somit ist sie die „Duff“ der drei, also nur deshalb da, weil die anderen Beiden neben ihr „besser“ wirken und sich süße Jungs über sie Informationen holen können. Das macht ihr Sportskanone Wesley (Robbie Amell) ungeschönt klar. Nachdem Bianca mitbekommt, dass Wesley wahrscheinlich in Chemie durchfällt, schließen sie einen Pakt: Sie hilft ihm in Chemie, dafür „entdufft“ er sie.

Duff (2015) Filmbild 2Es ist also wieder die schon so oft hoch und runter erzählte Geschichte des hässlichen Entleins, der Selbstfindung und damit des Wegs zum Glück, oder eben zu einem süßen Jungen. Bei diesem Entduffungsprozess muss Bianca also lernen, ihre Schüchternheit abzulegen, selbstbewusster zu werden, ach ja, und sich natürlich „besser“ zu kleiden! Vor allem in diesem Teil des Films gehen die Gags leider viel zu oft auf Kosten der Dusseligkeit und Nerdiness der Hauptfigur. Die werden zwar nicht immer bis zur Schmerzgrenze ausgereizt, aber leider häufig genug. Viel zu oft fühlt es sich so an, als wollte der Film einen dazu einladen, sich gehässig über Bianca lustig zu machen. Noch dazu trägt man leider (unfreiwillig) zur Verzerrung des Schönheitsideals bei. Denn Mae Whitman (Vielleicht lieber morgen) ist wirklich alles andere als hässlich oder dick. Eine Botschaft, die in einem Dialog zwar etwas runtergespielt wird, die man aber auch schnell in den falschen Hals bekommen kann. Vor allem wenn sich 12-Jährige Pre-Teens neben dem "Vogue"-Lesen noch mitansehen (müssen), wie ein Mädchen ohne ein Kilo zu viel auf den Rippen sich mit Mobbing herumschlagen muss.

Duff (2015) Filmbild 3Stichwort Mobbing: Neben dem etwas kläglichen Versuch, den jugendlichen Zeitgeist mit all seinen Hashtags und Social-Media auf humorvolle Weise durch den Kakao zu ziehen, setzt man wenigstens ein passend überzeichnetes, deutliches Ausrufezeichen in Sachen Cyberbullying. Wenn es aber um die Handysucht Jugendlicher geht; oder darum, dass sich Freundschaften anscheinend nur noch über die Facebook-Freundschaft definieren, versagt der Film auf ganzer Linie.

Die meiste Zeit ist DUFF aber komplett harmlos. Und wenn man nach einer Stunde Pseudo-Selbstfindung ein total anderer Mensch geworden ist, der sich mehr dem Ideal angepasst hat, der Film dann aber doch noch die richtige Wendung nimmt und so alles ins richtige Licht rückt, dann ist das alles wirklich akzeptabel. So nimmt man als Zuschauer zum Ende doch etwas Positives, wenn auch lange nichts Neues aus dem Film mit. Wirklich böse kann man DUFF also nicht sein.

Fazit

DUFF – Hast du keine, bist du eine ist zwar 08/15 durch und durch, schlecht ist das aber nicht. Wenn der beste Gag des Films von den "Simpsons" kommt, die in einer Szene nebenbei im Fernsehen laufen, dann sagt das eine Menge über den Film aus. Die Story ist vorhersehbar, aber mit seinen niedlichen Charakteren im Kern auch sympathisch. Das ist beileibe nicht gut, aber auch noch nicht wirklich furchtbar.

Trailer

Pixels (2015)

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Pixels, USA 2015 • 106 Min • Regie: Chris Columbus • Mit: Adam Sandler, Kevin James, Michelle Monaghan • FSK: ab 6 Jahren • Kinostart: 30.07.2015

In den achtziger Jahren senden die USA eine Zeitkapsel mit Aufnahmen der derzeit bekanntesten Videospiele in den Weltraum, um im Universum nach anderen Lebensformen zu forschen. Mehr als dreißig Jahre später kommt darauf dann die unverhoffte Antwort: Plötzlich wird ein Militärsitz der United States in Guam von seltsamen Wesen angegriffen, dessen zerstörerische Kräfte alles, was sie vernichten wollen, in elektrisierte Pixelsteine zerfallen lassen – auch menschliche Körperteile. Die Aliens, die offensichtlich im Weltraum auf die irdische Videobotschaft von damals gestoßen sind, fühlen sich bedroht und wollen die Erde auslöschen; es sei denn, die Menschen gewinnen drei ihrer eigens kreirten Videospiele in Lebensgröße. Wie praktisch ist es da, dass ausgerechnet der beste Freund des amerikanischen Präsidenten der frühere Vizeweltmeister im Videogaming ist…

Pixels- Film (2015)Was für eine Vorstellung wäre es, wenn man dabei zusehen müsste, wie plötzlich riesige Pac-Men, Tetris-Steine und Centipedes vom Himmel regnen? – Definitiv erschreckend und schräg bei dem sicheren Hintergrundwissen, dass so etwas schlichtweg unmöglich ist. Und wenn man die Videospiele der Gegenwart betrachtet, wäre eine Lebendversion dieser sicherlich noch furchtbarer. Gegen die harmlosen geisterfressenden Riesensmileys der achtziger sind Egoshooter heutzutage selbst bei Elf- bis Dreizehnjährigen normal. Und außerdem versprühen diese alten, musterverfolgenden Schöpfungen der IT-Branche doch ohnehin mehr Charme, als die graphisch perfektionierten und fast lebensecht wirkenden Menschenabbilder.

Adam Sandler ist eigentlich nicht bekannt für seine äußerst aufwendig animierten Actionfilme, sondern eher für lustige und lockere Komödien mit dem ein- oder anderen Hang zur Selbstironie. Für „Pixels“ hat er sich mit seiner Produktionsfirma „Happy Madison“ ausnahmsweise an beidem versucht. Unter der Leitung von Regisseur Chris Columbus, der bereits mehr Erfahrung im Action/Sci-Fi-Genre hat (u.a. die ersten beiden Harry Potter –Filme sowie Percy Jackson – Diebe im Olymp), wurde die Idee von der Videogame-Apokalypse in die Tat umgesetzt – Das allerdings mit Höhen und Tiefen.

Pixels (2015)Zuerst einmal ist zu sagen: Die Grundidee von „Pixels“ ist definitiv ein Motiv, aus dem bei genügend Kreativität, Umsatzvermögen und Budget in jedem Fall etwas Gigantisches entstehen kann. Pac-Man und Donkey Kong, die die Erde besiedeln und vernichten wollen, sind zwar etwas merkwürdig in der Kopfvorstellung, rein visuell aber ein absolut machbarer und bei guter Umsetzung auch effektvoller Leitgedanke. So ist es auch bei der Ausführung Columbus in jedem Fall ein gelungenes Bild von altbekannten Videofiguren, die die Welt in Pixel auflösen und damit Schrecken verbreiten. Auch, wenn die „verpixelten“ Erscheinungen der damaligen Spielqualität getreu, gewollt nicht real aussehen, gibt das dem Film einen besonderen Touch an Individualität und Raffinesse. Nicht umsonst lag das Budget des Films bei mehr als 100 Mio. Dollar.

Im Gegensatz dazu sind dann leider doch sehr viele Schwachpunkte in „Pixels“ zu finden, die einem leider ein bisschen den Spaß am Anblick seiner neu-animierten Lieblings-Videocharaktere nehmen.

Wie bereits oben erwähnt bietet die Idee eigentlich eine gute Basis für eine ausgewogene Actionkomödie mit dem speziellen Pfiff von Kritik am heutigen Medienkonsum und gleichzeitig der Wiederbelebung alter Videospielbekannter. Der kritische Teil ist dem Film durch z.B. Selfie-Shooting im Weltuntergang oder auch ein kleiner Junge, der begeistert Egoshooter auf seinem 60-Zoll-Flachbildfernseher spielt, dezent anzumerken, was sich als durchaus positiv ansehen lässt. Auch die Idee vom tollpatschigen US-Präsidenten Will Cooper (Kevin James) und seiner Beziehung zu seinem Kindheitsfreund Sam Brenner (Adam Sandler) ist süß und mal etwas anderes. Generell lässt sich eigentlich sagen, dass Sandler und James auf der Kinoleinwand ein recht nettes Pärchen abgeben, besonders natürlich, was Comedy angeht. Allerdings wäre damit dann auch die Hauptschwachstelle des Films herausgestellt:

Der Witz.

Pixels TrailerSicherlich ist man von der Besetzung etwas anderes gewohnt, doch es macht den Eindruck, dass man sich bei „Pixels“ zu sehr auf das Videothema als auf die Charaktere und die Dialoge konzentriert hat. Teils flache Witze wie „ein Hundert-Kilo-Typ“ – „Ich wiege nur neunundneunzig!“ und oberflächliche Charaktere geben dem Film nicht die Tiefe, die er neben dem Hauptstrang gebraucht hätte und lassen die persönlichen Eigenschaften der drei Protagonisten äußerst nachlässig ausgearbeitet erscheinen. Die Beziehung von Sam zum Lieutenant Colonel van Patten (Michelle Monaghan) kommt überraschend schnell in Gang und wirkt in der Einstiegshandlung ein bisschen fehl am Platz. Die Battles von Mensch vs. Videofigur bieten durchaus Spannung, jedoch wiederum nicht so lange, dass man sich die Auflösung akribisch herbeiwünscht und der Bogen wieder abfällt, noch bevor er sich richtig aufbauen konnte. Auch die Gespräche zwischen den Figuren sind nicht wirklich interessant und wirken eher inhaltslos. Natürlich ist „Pixels“ hauptsächlich etwas fürs Augen und sicherlich nicht für eine neue Philosophie geschrieben. – Ein bisschen Hintergrund hätte der Gesamthandlung aber wesentlich gut getan.

Ohne Zweifel hauen die Animationen und generell die Tatsache, dass man sich bei ihrem Anblick gerne an frühere Zeiten zurückerinnert, ein bisschen das wieder heraus, was dem Film an Inhalt genommen wurde. Der Vorspann sowie der Abspann (vor allem in 3D) sind themengerecht schön gestaltet und Q*bert, der im Laufe des Films auftaucht, ist wirklich ein niedliches Spielzeug, dem man gerne beim Herumhüpfen zusieht. Wie man auch schon am Trailer ausmachen kann, bringt die Musikhinterlegung mit einem Mash-Up von Queens „We Will Rock You“ Atmosphäre und den nötigen Druck in die Spielszenen; noch schöner gewesen wäre es aber, wenn auch noch ein paar andere Titel dabei gewesen wären. Der textlich passende Soundtrack im Abspann ist da eine nette Abwechslung. Und nebenbei bemerkt auch ein kleiner Ohrwurm.

Um es also kurz und knapp zu fassen:

„Pixels“ hat seine Stärken und Schwächen, und in diesem Falle überwiegt leider Letzteres. Zwischen hübschen Animationen und hochkommenden Erinnerungen an alte Zeiten sind die Hauptfiguren leider zu unpräzise und die Witze größtenteils zu flach, als dass man wirklich auf seine Kosten kommen würde. Adam Sandler hat sicherlich schon gute und lustige Filme erfolgreich in die Kinos gebracht.

„Pixels“ gehört entgegen allen Erwartungen jedoch leider nicht dazu.

"Hannibal" S03E07 "Digestivo" Kritik

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Der Artikel enthält einige "Hannibal"-SPOILER zur besprochenen Folge!

Huch was war da denn los? Nachdem NBC die "Hannibal" nach der aktuell laufenden dritten Staffel abgesetzt hat, wurde die Ausstrahlung der Serie außerdem auch noch auf Samstag verlegt, wahrscheinlich um Platz für besser laufende Serien zu machen. Die Fans lassen sich auch von dieser Tatsache nicht abschrecken und werden dafür mit einem grandiosen Halbfinale belohnt, dass sich in der Folge "Digestivo" abspielt. Die Folge ist weniger interessant in visueller Hinsicht, als in einer überragend geschriebenen Handlung mit tonnenweise starken Dialogsequenzen. Die surreale Gewaltdarstellung kommt trotzdem wieder nicht zu kurz.

Trotz weniger Effekte hat nämlich auch diese Folge so einige verstörend schöne Motive. Die Folge beginnt mit der Erklärung, wie Mason Verger (Joe Anderson) es geschafft hat Hannibal (Mads Mikkelsen) und Will (Hugh Dancy) auf seine Farm zu bekommen. Wie bereits vermutet konnten die korrupten Polizisten Will gerade noch retten, bevor Hannibal seinen Kopf am Ende von "Dolce" ganz aufgesägt bekommen hätte. Jack Crawford (Laurence Fishburne) hingegen entgeht dem Tod durch die Polizisten durch Hannibals Leibwächterin Chiyo (Tao Okamoto), die den florentinischen Inspektor, der ihm gerade an den Kragen will, mit einem gezielten Schuss aus dem Weg räumt. Als Austausch für seine Rettung erfährt sie, wo Hannibal hingebracht werden soll.

Wir wissen natürlich, dass unsere beiden Pro- oder Antagonisten (wie man’s nimmt) bei den Vergers von der Decke hängen, während ihr Peiniger Mason jeden Moment mit den beiden genießt. Sein Leibarzt Cordell Doemling (Glenn Fleshler) eröffnet den beiden genüsslich, wie sie auf der Speisekarte landen werden. Sehr schön ist es anzusehen, wie interessiert Hannibal daran ist, wie genau man ihn verspeisen will. Sichtlich erfreut scheint er darüber, dass man ihm zunächst die Beine und Arme abschneiden will, um sie fachgerecht zuzubereiten.

You will always be cooked to perfection.

Der Höhepunkt der Folter ist allerdings ein ganz anderer: Mason will Wills Gesicht aufsetzen, während er Hannibal verzehrt. So ganz zufrieden ist Will damit nicht und beißt Cordell deswegen einfach mal ein blutiges Stück aus seiner Backe heraus. Nach diesem kurzen emotionalen Ausbruch schauen sich die beiden Gefangenen an und Hannibal ist sichtlich Stolz auf seinen Will. Mason ist nicht so erfreut und fesselt Hannibal in seinem Schweinestall, nachdem er ihm noch das Brandzeichen seiner Farm auf den Rücken brennt.

Well, no pyjama party for you Mr. Graham.

Hannibal Digestivo Kritik

Team Frauenpower, das sich in der letzten Folge aus Alana Bloom (Caroline Dhavernas) und Margot Verger (Katharine Isabelle) formiert hat, kommt jedoch zur Hilfe und befreit "Il Monstro" von seinen Ketten. Jedoch nicht, ohne ihm noch ein wichtiges Versprechen zu entlocken:

Promise me you’ll save him.
– I promise. And I always keep my promises Alana.

Und so wird dem Morden freien Lauf gelassen, jedoch will Hannibal Mason nicht selbst umbringen, er will das Margot das erledigt. Er sieht in dieser Handlung eine Art Therapie für die gebrandmarkte Margot, die schließlich auch entschlossen ist, dem nachzugehen, nachdem sie Masons dunkles Geheimnis aufdeckt. In der Gebärmutter eines Zuchtschweines hat er ihr Kind versteckt, das er ihr in der zweiten Staffel wegnahm und das bisher als tot galt. Doch "Hannibal" wäre nicht "Hannibal" wenn der Tod etwas Endgültiges bedeuten würde.

Hannibal Digestivo Kritik

 

Nachdem man also erst einmal verdauen muss, dass Wills und Margots Baby in einem Schwein noch vor sich hinlebt, sitzt Will schon neben Mason auf dem Operationstisch und die Gesichtsoperation nimmt ihren Lauf. Doch der gute Hannibal hält sein Versprechen und befreit Will, lässt sich aber den Spaß nicht nehmen Cordells Gesicht auf Masons Kopf zu ziehen. Nachdem Alana und Margot das Kind aus dem Schwein holen ist es auch schon um den Gesichtslosen geschehen, und nach einem kurzen Schubser er ertrinkt in seinem eigenen Aquarium, wo sich sein freundlicher Hausfisch noch an seinen Überresten vergnügt. Bye bye Mason!

In einer schönen Aufnahme trägt Hannibal Will in seinen Armen aus dem Anwesen heraus, während die gute Chiyo ihm Feuerschutz gibt und sich um die übrigen Leibwächter kümmert, die das Anwesen bewachen. So richtig schlau wird man aus der zielgenauen Asiatin wohl nie werden, doch als letzte Rettung ist sie äußerst dienlich und mehr als das sollte sie wohl nie sein. Etwas mehr tiefe wird ihrer Figur nur noch durch den kurzen Dialog verliehen, den sie gegen Ende der Folge mit Hannibal führt:

Did you eat her?
– Yes, but I didn’t kill her.

Die Rede ist natürlich von Hannibals Schwester Mischa, deren angeblichen Mörder Chiyo über Jahre hinweg bewachen musste bis Will Graham passierte. Hannibal hat jetzt endlich eine ehrliche Antwort auf eine der großen Fragen der dritten Staffel gegeben, die trotzdem noch Spannung offen lässt. Werden wir je genau erfahren, was damals passiert ist?

Die folgenden Szenen zwischen Will und Hannibal sind ergreifend und bezeichnend für eine bisher fantastische Staffel von Hannibal. Gleichzeitig bedeuten sie auch ein Ende, einen Wandel, denn ab der nächsten Folge wird einiges an Zeit zu diesem Moment vergangen sein. Will Graham hat eine folgenschwere Entscheidung gefällt, die einschneidend wie ein Messer ins Hannibals Herz trifft. Seine Wortwahl ähnelt nicht grundlos dem tragischen Ende einer Liebesbeziehung, denn auch hier herrscht eine (zugegebenermaßen extrem skurrile) Verbindung und Abhängigkeit zwischen zwei Personen.

Hannibal Digestivo Kritik

I’m not going to miss you. I’m not going to find you. I’m not going to look for you. I don’t want to know where you are or what you do. I don’t want to think about you anymore. Goodbye Hannibal.

Ein Abschied, der beweist, dass Will Graham sich entwickelt und endlich bereit ist, Hannibal hinter sich zu lassen. Wurden uns zu Anfang der Staffel zahlreiche visuelle Schmankerl gezeigt und wir sahen die tote Abigail überall, wo auch Will war, wurde die Sicht zunehmend klarer und der Fokus legte sich immer mehr auf die Handlung der Serie. Die spiegelt auch Wills Gedanken wieder, die zunehmend immer klarer werden, bis zum Ende, als er diese trockene Entscheidung fällt.

Hannibal akzeptiert das zunächst, weiß aber, dass Will ihn früher oder später noch brauchen wird. Dass er sich kurz darauf der Polizei stellt, wirkt zwar in Bezug auf Wills Aussage widersprüchlich, doch ist es im Endeffekt ein Freundschaftsbeweis von Hannibal, der Will damit mitteilt, dass er ihn nie wieder sehen muss, doch dass er ihn jederzeit finden kann, wenn er das will. Ein sehr schöner Abschluss für eine furiose erste Hälfte einer Staffel, die einfach nur atemberaubend gut war. Ich bin sehr gespannt auf das zukünftige Wiedersehen zwischen dem gefangenen Dr. Lecter und dem Familienmenschen Will Graham und vor allem auch darauf, wie die beiden auf den furchterregenden Roten Drachen (Richard Armitage) treffen.

I want you to know exactly where I am and where you can find me.

Southpaw (2015) Kritik

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Southpaw, US 2015 • 123 Min • Regie: Antoine Fuqua • Drehbuch: Kurt Sutter • Mit: Jake Gyllenhaal, Rachel McAdams, Forest Whitaker, Naomie Harris, 50 Cent, Oona Laurence, Miguel Gomez, Victor Ortiz • Kamera: Mauro Fiore • Musik: James Horner • FSK: n.n.b. • Verleih: Tobis • Kinostart: 20.08.2015

Handlung

Boxweltmeister Billy Hope (Jake Gyllenhaal) wagte sich in seiner Vergangenheit nicht zu träumen, wie erfolgreich er ein Mal als Kampfsportler werden würde. Zusammen mit seiner Frau Maureen (Rachel McAdams) lebte er einst unter ärmlichen Verhältnissen und erkämpfte sich mit ihrer Unterstützung im Rücken seinen Weg an die Spitze. Durch sie beginnt Billy allerdings auch langsam an seiner Karriere zu zweifeln, da er sich mehr seiner Familie widmen will und ihm die ständigen Verwundungen mehr und mehr zusetzen. Sein Manager (Curtis "50 Cent" Jackson), der auch ein enger Freund ist, versteht Billy nicht und nach einem Schicksalsschlag in der Familie befindet sich der ehemalige Überflieger im freien Fall. Um allen erneut zu beweisen, dass er noch lange nicht K.O. ist, versucht er unter dem Ex-Profi-Boxcoach Tick Willis (Forest Whitaker) wieder zu alter Stärke zu gelangen. Dabei muss Billy nicht nur gegen seinen Kontrahenten im Ring antreten, sondern auch gegen sich selbst kämpfen, um seine Familie nicht endgültig zu verlieren.

Kritik

Southpaw (2015) Filmbild 1

Antoine Fuquas (The Equalizer) Southpaw schlägt gleich zu Anfang gewaltig ein. In einem spannenden Boxkampf wird uns der gewaltige Jake Gyllenhaal (Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis), der in den letzten Jahren eine Glanzleistung nach der anderen vollbrachte, als muskelbepacktes und kampflustiges Monster von einem Profiboxer präsentiert. Nicht nur sein aggressives Erscheinungsbild überrascht, nein, auch der Plot des Films erfährt eine ziemlich schnelle Wende von einem spannenden Sportfilm zu einem emotionalen Familiendrama. Hier sei klar dazu geraten, den Trailer nicht zu sehen, wenn man sich sowieso schon genug für den Film interessiert. Der Wechsel zwischen den beiden Genres, die der Film in sich vereinen will, gelingt zwar nicht immer reibungslos, doch verspricht die Verbindung eine schöne Portion Abwechslung.

Von toll inszenierten und musikalisch untermalten Ringszenen verschlägt es uns in alltägliche Situationen, die durch ihre schiere Schlichtheit einen dynamischen Humor entwickeln. Der familiäre Konflikt greift zwar mit zunehmender Laufzeit immer weiter in die Hollywoodkiste, erfüllt aber die bewährten Genreregeln mehr als akzeptabel. Southpaw will weniger ein Boxfilm als die Charakterstudie eines Sportlers sein, der sich sein altes Leben zurückverdienen will. Gänzlich konsequent bleibt er dabei aber nicht, und so driftet man zum Teil leider doch sehr in Richtung "das hat man doch alles schon mal gesehen".

Southpaw (2015) Filmbild 2

Eine im weitesten Sinne konventionelle Sportgeschichte wird hier möglichst blutig und verschwitzt verpackt und mit der nötigen Portion Charakterliebe verschnürt. Die Schauspieler machen hier die Musik. Wo schon Gyllenhaal schnell zu überzeugen weiß und auch Rachel McAdams gefällt, übertrifft Schauspielveteran Forest Whitaker (Auge um Auge) die beiden sogar noch. Die Rolle des alten und angeschlagenen Box-Coachs ist selbstverständlich nichts Neues, doch Whitakers Performance schafft es, sie in ein neues Licht zu rücken. Zuerst unscheinbar wird seine Figur immer sympathischer und die Chemie zwischen ihm und Gyllenhaal geht voll auf. Wenn die beiden Schauspieler noch die nötige Prise Glück mit ins Rennen bringen, sollten da einige Nominierungen drin sein.

Auch wenn die Story nicht perfekt ist und das Ende etwas zu wünschen übrig lässt, gewinnt der Film den Zuschauer schließlich doch durch viel Spannung, Atmosphäre und die interessanten Beziehungen zwischen seinen Charakteren. Wenn uns die Ansager in die Arena leiten, die Menge tobt, der aufgepumpte Gyllenhaal in den Ring steigt und die brachiale Musik einsetzt, macht der Film alles richtig, was ein Boxfilm richtig machen kann. Und während sich die mit Adrenalin nur so vollgepumpten Affen da auf der Leinwand gegenseitig eine rabiate Gesichtschirurgie verpassen, findet sich der Zuschauer gebannt in seinen Sitz gekrallt und nach der nächsten Szene lechzend wieder.

Fazit

Man hört immer wieder von Filmen, die ihr Genre nicht neu erfinden, aber schlicht und einfach gut funktionieren, Southpaw ist sicherlich einer davon. Trotz typischer Klischees und ziemlich herkömmlichen Charakteren ist er sowohl sehr unterhaltend als auch dramaturgisch gut gelungen. Den einen oder anderen Fehler verzeiht man dann schließlich aufgrund der überragend agierenden Schauspieler, die den absoluten Blickfang des Films darstellen.

Trailer

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