Tom Holland und Jake Gyllenhaal in Spider-Man: Far From Home © 2019 Sony Pictures/Marvel Studios

Quelle: Sony Pictures

Mit dem Marvel Cinematic Universe haben Disney und Marvel Studios Filmgeschichte geschrieben. Noch nie gab es ein so komplexes, verwobenes und zugleich so erfolgreiches Multimedia-Universum. Sie sind Pioniere und es fällt einem schwer zu glauben, dass wir in den nächsten Jahrzehnten etwas Vergleichbares erleben werden. Der phänomenale Kassenerfolg von Avengers: Endgame, der nach weniger als zwei Wochen bereits der zweiterfolgreichste Film aller Zeiten an den weltweiten Kinokassen ist, zeigt, wie viel die Zuschauer über die letzten elf Jahre in dieses Filmuniversum investiert haben.

Wie beispiellos das Ganze ist, zeigt auch der brandneue Trailer zu Spider-Man: Far From Home. Noch nie gab es einen Filmtrailer, dem eine Botschaft des Hauptdarstellers vorausgeht, in der dieser vor Spoilern für einen anderen Film warnt. Genau das ist bei der neuen Vorschau der Fall. Peter-Parker-Darsteller Tom Holland ermahnt, sich den Trailer nur anzuschauen, wenn man Avengers: Endgame bereits kennt. Aus gutem Grund, wie Ihr unten selbst sehen könnt:

Deutscher Trailer

Originaltrailer

Zwar offenbart der Trailer nicht alle Schlüsseldetails aus Endgame, doch eine zentrale Rolle spielt Peters Trauer über seinen verstorbenen Mentor Tony Stark, der sich in Endgame heldenhaft opferte, um Thanos einen Schluck von seiner eigenen Medizin zu verpassen.

Deutlich faszinierender ist in dem Trailer allerdings die Szene, in der Peter erstmals Quentin Beck alias Mysterio (Jake Gyllenhaal) trifft. In dieser stellt er sich als jemand von einer Alternativversion der Erde vor. Das Schlüsselwort lautet "Multiversum". Es ist ein in den Comics verbreitetes Konzept paralleler Dimensionen, doch für das MCU könnte es ein echter Game-Changer sein. Bislang hielten sich Disney und Marvel hinsichtlich jeglicher Pläne für die nächste MCU-Phase bedeckt, doch der Far-From-Home-Trailer deutet möglicherweise an, dass das Multiversum darin eine Rolle spielen wird. Auf diese Weise könnte Marvel alle studiofremden X-Men-, Blade– oder Spider-Man-Filme ebenfalls für Kanon erklären, nur eben in einer anderen Realität. Das Multiversum wäre auch eine Möglichkeit, die X-Men und die Fantastic Four ins bestehende Marvel-Kinouniversum mühelos einzubringen. Sogar alternative Versionen verstorbener Charaktere könnten so auftauchen.

Das gilt aber alles natürlich nur, wenn Mysterio die Wahrheit erzählt. Wer die Comics kennt, weiß, dass er nicht gerade der ehrlichste Charakter ist und sich auf Täuschung spezialisiert. In dem Trailer wird er als Verbündeter von Nick Fury und Spider-Man präsentiert, doch ich wäre sehr überrascht, wenn er sich am Ende nicht in bester Mysterio-Manier als eigentlicher Bösewicht offenbart.

Hat Spidey in Homecoming von Tony Stark Unterstützung bekommen, erfolgt im Far From Home die Anknüpfung an das MCU durch Samuel L. Jackson und Cobie Smulders als Nick Fury und Maria Hill (Bild unten aus dem Film). Beschrieben wird Peters Verhältnis zu Fury wie zu einem gemeinen Stiefvater, während Tony quasi der coole Onkel war. Jon Favreau spielt als Tonys Bodyguard und Freund Happy Hogan ebenfalls eine Rolle.

Spider Man Fra From Home Trailer Bild 1Worauf der Trailer allerdings nicht eingeht ist der Zeitsprung zwischen den Ereignissen von Infinity War und Endgame. Die Opfer von Thanos Fingerschnipsen wurden ja erst nach fünf Jahren wiederbelebt, während alle Hinterbliebenen in der gleichen Zeit normal gealtert sind. Wie der Zufall es so wollte, betraf Thanos' Dezimierung offenbar alle von Peters Schulfreunden, denn sie sind alle noch im gleichen Alter wie er. Seine Beziehung zu MJ (Zendaya) wird in Far From Home weiter ausgebaut. Mir gefällt auch, dass der Film zumindest versucht, darauf einzugehen, weshalb die MCU-Superhelden in ihren Solo-Filmen meist auf sich alleine gestellt sind.

Regisseur Jon Watts hat Spider-Man: Homecoming mit den Highschool-Komödien von John Hughes verglichen. Als Referenz für Far From Home gab er Teen Agent – Wenn Blicke töten könnten mit Richard Grieco an. In dem Film wird ein 18-jähriger Schüler bei einer Schulreise nach Frankreich vom CIA eingespannt, weil er den gleichen Namen trägt wie ein getöteter Agent. Der Vergleich ist durchaus naheliegend.

Spider-Man: Far From Home kommt am 4. Juli in die deutschen Kinos und ist der offizielle Abschluss von Phase Drei, wobei Kevin Feige den Film als Epilog der bisherigen MCU-Ära bezeichnet.

Offizieller Inhalt:

"Peter Parker (TOM HOLLAND) ist wieder da! In SPIDER-MAN: FAR FROM HOME, dem nächsten Kapitel der „Spider-Man: Homecoming“-Reihe, entschließt sich der freundliche Superheld aus der Nachbarschaft mit seinen besten Freunden Ned (JACOB BATALON), MJ (ZENDAYA) und dem Rest der Clique Urlaub in Europa zu machen. Doch seinen Plan, die Superheldenkräfte für ein paar Wochen hinter sich zu lassen, muss Peter schnell aufgeben: Nick Fury (SAMUEL L. JACKSON) bittet ihn, das Geheimnis um zahlreiche, schwere Angriffe aufzudecken, die Zerstörung über den ganzen Kontinent bringen."