Road House 2 mit Jake Gyllenhaal ist in Arbeit

"Remakes sind doof!" Diesen Tenor vernimmt man häufig von vielen Filmfans und nach Neuverfilmungen wie The Fog, Point Break, Poltergeist, Oldboy, Nightmare on Elm Street oder Flatliners kann man es ihnen kaum verübeln. Doch es gibt sie wirklich, die guten Remakes. Bei einigen davon, wie John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt, James Camerons True Lies, Brian De Palmas Scarface oder David Cronenbergs Die Fliege wissen manche gar nicht, dass es sich nicht um die erste Version der Geschichte handelt. Andere konnten sich von ihren Vorlagen gut genug abheben und erfolgreich eigene Akzente setzen, wie Martin Scorseses Departed – Unter Feinden, Steven Spielbergs West Side Story, Alexandre Ajas The Hills Have Eyes und Piranha 3D oder Stephen Sommers' Die Mumie.

Man sollte idealerweise also einen Film nicht vorverurteilen, nur weil es ein Remake ist. Dennoch gab es bei der Neuauflage des Patrick-Swayze-Actioners Road House im Vorfeld reichlich Skepsis. Der Film hat inzwischen gewissen Kultstatus und war vor allem so sehr ein Produkt seiner Zeit, in der testosterongeladene Helden in Mode waren, dass es schwer war, sich vorzustellen, wie er in der heutigen Zeit existieren und der Vorlage dennoch gerecht werden könnte.

Doch Regisseur Doug Liman, der in Die Bourne Identität schon aus Matt Damon einen Actionhelden gemacht hatte, und sein oscarnominierter Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal haben das Publikum überrascht. Ihr Road House ist ein erstaunlich unterhaltsamer Popcorn-Actionfilm mit großartig choreografierten Kampfszenen (u. a. gegen MMA-Bad-Boy Conor McGregor in seinem Schauspieldebüt) geworden. Für seine Rolle als ehemaliger MMA-Kämpfer, der zum Türsteher in einer Raststätte auf den Florida Keys wird und sich dort mit einem kriminellen Unternehmer und dessen Schergen anlegt, hat sich Gyllenhaal eine noch bessere Form antrainiert als für seinen Boxfilm Southpaw. Das schauspielerische Chamäleon beweist in Road House, dass er das Zeug um charismatischen Actiondarsteller hat.

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Vor der Veröffentlichung von Road House bei Amazon Prime vorletzten Monat hat Liman öffentlich seinen Unmut darüber geäußert, dass der Film trotz ausgezeichneter Testvorführungen keinen Kinostart bekommen hat. Laut Liman habe man ihm bei Amazon versprochen, Road House einen Kinostart zu gewähren, wenn der Film bei den Testvorführungen gut ankommt. Zwischenzeitlich kündigte er sogar an, aus Protest nicht zur Weltpremiere des Films heim South by Southwest Festival zu kommen, lenke aber kurzfristig ein. Später wurde enthüllt, dass die Macher vor der Produktion vor die Wahl zwischen höherem Budget und einer direkten Streaming-Veröffentlichung einerseits und einem niedrigen Budget und einer Kinoauswertung andererseits gestellt wurden und sich für mehr Geld entschieden haben.

So gut wie Road House als unterhaltsamer Old-School-Actioner angekommen ist, wäre er im Kino sicherlich erfolgreich gewesen, doch Amazon hat auch so keinen Grund zur Klage, denn im Stream brach er für Prime Rekorde. Laut eigenen Angaben des Streamers wurde Road House weltweit mehr als 50 Millionen Mal in den ersten zehn Tagen nach Veröffentlichung abgerufen und stellte damit einen neuen Startrekord für eine Eigenproduktion von Amazon Prime auf. Bis jetzt soll der Film rund 80 Millionen Mal gestreamt worden sein. Welche Maßstäbe Amazon für diese Messung anlegt, bleibt allerdings ein Geheimnis, sodass diese Zahlen nur bedingt aussagekräftig sind.

Was man jedoch mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Road House ein wirklich großer Hit war, denn weniger als zwei Monate nach seiner Veröffentlichung gab Amazon offiziell Pläne für ein Sequel bekannt, in dem Gyllenhaal als Jack Dalton zurückkehren wird. Auch der Originalfilm wurde 2006 direkt fürs Heimkino fortgesetzt, allerdings als Billigproduktion ohne jegliche Originaldarsteller. Ob Liman als Regisseur von Road House 2 zurückkehren wird, ist unklar, erscheint mir aber nach seinem Streit mit Amazon als weniger wahrscheinlich.

Wie hat Euch das Road-House-Remake gefallen und habt Ihr Interesse an einer Fortsetzung?

Quelle: Variety

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