Diesen Herbst wird Tom Cruise in Alejandro González Iñárritus Satire Digger nach dem Oscar greifen, der ihm bislang – abgesehen von der Auszeichnung für sein Lebenswerk – verwehrt geblieben ist. Für die Rolle verwandelte sich der ewig jung aussehende Superstar in einen alten Texaner mit schütterem, grauem Haar und einem Bauchansatz.
Wer Cruise jedoch lieber in actionreichen Blockbustern sieht, in denen er in spektakulären Stunts sein Leben aufs Spiel setzt, wird darauf auch nicht verzichten müssen. Die Mission: Impossible-Reihe mag tatsächlich vorüber sein, doch zwei weitere Action-Sequels mit Cruise aus dem Hause Paramount nehmen Fahrt auf. Dieses Jahr bestätigte das Studio offiziell Top Gun 3, was nach dem Milliardenerfolg und der Oscarnominierung als bester Film für Top Gun: Maverick niemanden verwundern sollte. Viel überraschender ist jedoch, dass nicht Cruises Rückkehr als Fliegerass sein nächster Film werden soll, sondern ausgerechnet die späte Fortsetzung zu einem deutlich weniger erfolgreichen Film, der seinerzeit als direkte Reaktion auf den Erfolg von Top Gun entstanden ist.
Laut einem exklusiven Bericht von The Hollywood Reporter hat Tage des Donners 2 einen Regisseur gefunden und es ist zur Abwechslung mal nicht Joseph Kosinski, der Top Gun: Maverick und F1 inszenierte. Jonathan Levine (Warm Bodies) ist im Gespräch für das Sequel zum NASCAR-Rennfilm. Nach Dirty Dancing 3 ist es schon das zweite Legacy Sequel zu einem älteren Kultfilm, dessen Regie Levine demnächst übernehmen soll. Will Staples, einer der ursprünglichen Autoren von Mission: Impossible – Rogue Nation, schrieb das Drehbuch. Nach aktuellem Stand plant Cruise, den Film als sein nächstes Projekt in Angriff zu nehmen.
Tage des Donners kam 1990 in die Kinos, vier Jahre nach Top Gun. Beide Filme wurden von Tony Scott inszeniert und von Jerry Bruckheimer und Don Simpson produziert. Cruise spielte darin den hitzköpfigen jungen Rennfahrer Cole Trickle, der am Daytona 500 teilnimmt. Bei seiner Erstveröffentlichung fiel Tage des Donners in der Kritik durch und wurde unvorteilhaft mit Top Gun verglichen. An den Kinokassen enttäuschte der Film ebenfalls und erreichte nicht einmal die Hälfte der Einnahmen von Top Gun.
Lange erinnerte man sich an Tage des Donners vor allem als den Film, bei dessen Dreharbeiten Cruise seine spätere Ehefrau Nicole Kidman kennenlernte. Mit der Zeit wuchs jedoch die Beliebtheit des Films, insbesondere in NASCAR-Fankreisen. Ein prominenter Fan ist übrigens Quentin Tarantino, der ihn sogar besser findet als die Rennfilm-Klassiker Grand Prix und Le Mans. Nach dem Riesenerfolg von Top Gun: Maverick kam plötzlich auch eine Fortsetzung zu Tage des Donners ins Gespräch. Der Erfolg von F1 gab vermutlich den endgültigen Ausschlag dafür, Tage des Donners 2 zu priorisieren.
Es entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie, dass die ursprüngliche Top-Gun-Kopie mit Rennautos erst nach der Top Gun: Maverick-inspirierten Version F1 ein eigenes Sequel bekommen soll. Ich schätze, wir werden sehen, was Levine und Cruise anders machen können als Kosinski und Brad Pitt.
Quelle: The Hollywood Reporter














