Wenn Ihr einen Hollywood-Star nennen müsstet, der exzentrische und schrille Charaktere zu seinem Markenzeichen gemacht hat, wer käme Euch da in den Sinn? Für mich und viele andere Filmfans gibt es darauf eine eindeutige Antwort. Seit Johnny Depp sich in Edward mit den Scherenhänden verwandelte, wurde er nicht nur zum Lieblingsschauspieler des ähnlich exzentrischen Regisseurs Tim Burton, sondern auch zu Hollywoods erster Wahl für die Besetzung schräger Figuren. Die Rolle des listigen Piratenkapitäns Jack Sparrow machte Depp zum Superstar und zeitweise sogar zum bestbezahlten Schauspieler der Welt. Plötzlich liebte nicht mehr nur ein Nischenpublikum seine kuriosen Rollen, sondern die ganze Welt. Also spielte er noch mehr davon – von Willy Wonka über Sweeney Todd bis hin zu Gellert Grindelwald.
Doch dann entgleiste seine Karriere durch Depps übermäßigen Alkoholkonsum und die skandalträchtige Scheidung von Amber Heard. Ihre beiden Karrieren litten letztlich unter der Rosenschlacht, unabhängig davon, wem die persönlichen Sympathien in der Angelegenheit gelten. Als vermeintlicher Frauenschläger wurde Depp von Hollywood links liegen gelassen und drehte nur noch internationale Produktionen oder kleine Independent-Filme. Erst mit dem Triumph seiner Verleumdungsklage gegen Heard rehabilitierte sich der Schauspieler wieder. Dieses Jahr wird Depp erstmals seit acht Jahren wieder in einem Studiofilm in unseren Kinos zu sehen sein und bekommt gleich die Gelegenheit, sein Talent als Chamäleon erneut unter Beweis zu stellen.
In Ebenezer verkörpert er den knauserigen Weihnachtshasser aus Charles Dickens' "Eine Weihnachtsgeschichte". Der erste Trailer zum Film erinnert die Zuschauer an Depps ikonische Rollen wie Jack Sparrow und den Verrückten Hutmacher und macht auch keinen Hehl daraus, dass es Depps lange erwartete Rückkehr ins Mainstream-Kino ist: "It’s good to be back!"
Hier ist der offizielle Trailer:
Deutscher Trailer
Originaltrailer
Natürlich kann man sich fragen, ob die Welt wirklich eine weitere Verfilmung der Weihnachtsgeschichte braucht. Was kann man der Vorlage noch nach den Versionen mit den Muppets, mit Bill Murray und Zemeckis' computeranimierter Variante mit Jim Carrey noch hinzufügen? Der Trailer kündigt jedenfalls an, mehr über den Mann zu erzählen, Name zum Synonym für Geiz wurde.
Rupert Grint (Harry Potter), Daisy Ridley (Star Wars), Ellie Bamber (Nocturnal Animals), Sam Claflin (Enola Holmes), Andrea Riseborough (Birdman), Arthur Conti (Beetlejuice Beetlejuice) und Sir Ian McKellen (Der Herr der Ringe) spielen neben Depp weitere Rollen in dem Film. Was mich an Ebenezer aber besonders neugierig macht, ist Regisseur Ti West, der zuletzt die Horror-Trilogie X, Pearl und MaxXxine inszenierte und sich einen Namen im Independent-Horrorkino machte. Das letzte, was ich von West erwartet hätte, ist eine Charles-Dickens-Verfilmung und umso gespannter bin ich, wie sich seine Handschrift in Kombination mit Depps Händchen für Außenseiterrollen in dem Film niederschlagen wird. Erfahren werden wir es ab dem 12. November, wenn Ebenezer in die deutschen Kinos kommt.
Unten könnt Ihr noch das offizielle Teaser-Poster sehen:















