Quellen: HBO Max, Zack Snyder Twitter

Vorgestern vor genau drei Jahren ist in Deutschland der DC-Superhelden-Ensemblefilm Justice League gestartet und einen Tag später in den USA. Die Reaktionen auf den Film waren, nun ja, bescheiden. Zwar hat der Film nicht so extrem polarisiert wie Batman v Superman: Dawn of Justice oder Suicide Squad, die einige leidenschaftlicher Gegner aber auch einige glühende Fans haben, doch begeistert hat er auch kaum jemanden. An den Kinokassen war der Streifen eine massive Enttäuschung und hatte weitreichende Auswirkungen auf Warners Pläne für die Zukunft des DC-Kinouniversums.

Versagt ein Film dieser Ausmaße, richtet sich der schuldsuchende Blick häufig auf den Regisseur, doch der Mann, dessen Name im Vorspann des Films genannt wurde, hat die Kinofassung selbst nie gesehen und würde ihr auch nicht seinen Segen geben. Justice League wurde nach Man of Steel und Batman v Superman Zack Snyders dritter Film aus dem DCEU, doch mit seinen ambitionierten, epischen Plänen, die auf einen zweiten Justice-League-Film hinführen sollten, hatte der Film, der in die Kinos kam, wenig zu tun. Nach dem Suizid seiner Tochter trat Snyder während der Post-Production zurück und überließ den Film Joss Whedon (Marvel’s The Avengers), damals noch mit der offiziellen Ansage, Whedon hätte Snyders komplettes Vertrauen und seinen Segen gehabt. Whedon veranlasste auf Geheiß des Studios massive Nachdrehs, um den Film lockerer, humorvoller und vor allem kürzer zu machen. Dennoch behielt Snyder die alleinige Nennung als Regisseur, und Whedons Name wurde lediglich als Co-Autor ergänzt.

Dass das Endergebnis nicht das war, was sich Snyder vorgestellt hat, ahnten die Fans sehr schnell nach der Veröffentlichung des Films und an seinem Startwochenende wurde der inzwischen ikonische Twitter-Hashtag #ReleaseTheSnyderCut geboren. Zweieinhalb Jahre später trugen die Bemühungen der Fans, unterstützt durch die Stars des Films, Früchte. Snyders Vision wird nächstes Jahr in den USA vom Streaming-Dienst HBO Max als vierstündige Miniserie veröffentlicht werden, und Snyder hat bis zu $70 Mio erhalten, um den Film komplett nach seinen kompromisslosen Vorstellungen fertigzustellen, einschließlich Nachdrehs mit Joe Manganiello als Deathstroke, Ben Affleck ls Batman, Ezra Miller als The Flash und Jared Leto als Joker, der in der Kinofassung gar nicht dabei war.

Die Begeisterung der Fans über den ersten Teaser-Trailer, der beim DC FanDome im August veröffentlicht wurde, war groß. Es ist aber vielleicht einigen von Euch aufgefallen, dass das Video vor wenigen Wochen vom offiziellen YouTube-Kanal von HBO Max verschwunden ist. Grund dafür waren rechtliche Schwierigkeiten wegen der Nutzung von Leonard Cohens "Hallelujah" im Teaser. Natürlich nichts, wovon sich ein gigantisches Unternehmen wie Warner Bros. aufhalten lässt, und nachdem die Probleme ausgebügelt worden sind, hat Snyder gestern zum dritten Jahrestag des Kinostarts von Justice League den Teaser neu veröffentlicht, zunächst in einer Schwarzweiß-Version. HBO Max reichte die Farbversion kurz darauf nach. Beide Versionen könnt Ihr unten sehen. "Hallelujah" ist weiterhin intakt, und aufmerksame Zuschauer werden auch einige neue Szenen im Teaser bemerken. Zum genauen Szenenvergleich, findet Ihr die erste Teaser-Version hier.

Die größte Änderung betrifft vermutlich den Titel, der nicht länger als Zack Snyder’s Justice League, sondern als Justice League: Director’s Cut angegeben wird. So werden wir den Film erst einmal auch bezeichnen.

Über die Social-Media-Plattform Vero ist Snyder den Teaser Bild für Bild durchgegangen, hat etwas zum Dreh erzählt und einige Fragen beantwortet. So erklärte er beispielsweise, weshalb Barry in seiner Szene mit Iris barfuß ist – seine Schuhe sind regelrecht explodiert, weil sie die Kräfte seiner Geschwindigkeit nicht ausgehalten haben. Außerdem kündigte Snyder an, dass der Bösewicht Steppenwolf, dessen ursprüngliches, befremdlicheres Design wiederhergestellt wurde, seine stachelige Rüstung in dem Film auch mal ablegen wird, sodass wir sehen werden, wie sein Körper darunter aussieht.

Eins muss man Snyders Filmen lassen: ihre Trailer sehen immer geil aus. Das ist auch bei Justice League: Director’s Cut nicht anders. Hoffentlich ist der Film selbst keine Lebenszeitverschwendung, wie die Kinofassung es war. Wo der Director’s Cut bei uns in Deutschland erscheinen wird, können wir Euch leider noch nicht sagen.