Hellboy 2

Daniel Dae Kim, David Harbour und Sasha Lane in Hellboy – Call of Darkness © 2019 Lionsgate

Quelle: Comicbook

Falls Ihr zu den knapp über 100.000 Leuten gehört, die Hellboy – Call of Darkness dieses Jahr im Kino gesehen haben, und zu den noch wenigeren davon, denen er auch gefallen hat, und Euch nun fragt, ob und wann es mit dem Big Red weitergeht, dann kann diese Frage ganz einfach beantwortet werden: gar nicht.

Im Gegensatz zu Guillermo del Toros zwei Filmen über den ruppigen, aber liebenswerten gehörnten Dämon, die sich durchaus ihre Erfolgsnische erarbeitet haben, eröffnete das R-rated-Reboot mit mieser Presse und begegnete absoluter Gleichgültigkeit seitens des Publikums. Bei einem Budget von $50 Mio (ohne Marketingausgaben) spielte er weltweit nur knapp über $40 Mio ein, wovon maximal die Hälfte an das Studio zurückgeht. Mit anderen Worten: Der Film ist ein Kassenflop. In den USA wird er im Juli sogar zeitgleich zur Heimkinoveröffentlichung bei Amazon Prime landen, was für einen Film, der vor drei Monaten erst im Kino war, sehr ungewöhnlich ist und kein Zeichen großen Erfolgs.

Hellboy – Call of Darkness enthielt gleich zwei Abspannszenen (eine währenddessen, eine ganz am Schluss), die ein mögliches Sequel vorbereitet haben. Lobster Johnson (Thomas Haden Church) und Baba Yaga (Troy James) waren zwei Figuren, deren Rückkehr bzw. größere Rollen darin angedeutet wurden. Doch zu Hellboy 2 wird es nicht kommen. Das verrät nicht nur ein Blick auf die Einspielergebnisse, sondern ist auch die Aussage des neuen Hellboy-Darstellers David Harbour: (aus dem Englischen)

Ich denke nicht, dass es ein Licht gibt. Es gibt viele Leute, die mich darauf ansprechen, die den Film wirklich mochten und wirklich Spaß an der neuen Version hatten, und einfach froh waren, ihn wieder auf der Leinwand zu sehen. Aber ich weiß, dass der Film im Großen und Ganzen nicht sehr gut aufgenommen wurde, denke ich.

Ich denke nicht, dass er viel Geld eingespielt hat. Ich verfolge das nicht sonderlich, um ehrlich zu sein, aber ich denke nicht, dass er als Hit wahrgenommen wurde. Daher weiß ich nicht, ob es das Risiko wert ist. Ich denke, der Gedanke ist, einfach loszulassen. Die Produzenten haben mit mir gesprochen und "Gute Arbeit" gesagt, sie mochten, was ich gemacht habe. Aber ich habe nichts über ein Sequel gehört und ich setze nicht darauf.

Ich war kein großer Fan des neuen Films, doch ich habe ihn auch nicht gehasst. Visuell hatte er viele interessante Einfälle, es war die chaotische Erzählstruktur, an der er scheiterte. Außerdem hat er es nicht geschafft, sich optisch weit genug von del Toros Filmen zu entfernen. Für alle Beteiligten, insbesondere für Harbour und Regisseur Neil Marshall, der mit Hellboy seinen ersten Film seit neun Jahren inszenierte, tut es mir leid. Kurz nach dem Kinostart wurde berichtet, dass heftige Auseinandersetzungen zwischen Marshall und den Filmproduzenten die Dreharbeiten sehr erschwerten und möglicherweise auch eine Rolle beim Endergebnis gespielt haben.

Dass Hellboy – Call of Darkness nicht sonderlich gut an den Kinokassen abschneiden würde, war, meiner Meinung nach, jedoch seit der Ankündigung des Films abzusehen. Die Zuschauer wollten wirklich den Abschlussfilm von del Toros Trilogie sehen. Hellboy ist eine Nischenfigur und wird immer eine bleiben. Die Fantasie von Guillermo del Toro, die perfekte Besetzung von Ron Perlman und die Beliebtheit der ersten zwei Filme unter ihren Fans waren die großen Kassenmagnete der Filme gewesen. Mit einem Reboot nahm man diese weg. Was sich Lionsgate davon erhofft hat, konnte ich nie ganz nachvollziehen. Es wird wohl vermutlich noch eine Weile dauern, bis Mike Mignolas Schöpfung erneut adaptiert werden wird. Wie wäre es nächstes Mal mit einer TV-Serie?

Falls Ihr Euch noch ein eigenes Bild von Hellboy – Call of Darkness machen wollt, so wird er in Deutschland am 23. August auf DVD und Blu-ray erscheinen.