Godzilla vs Kong Start

© Warner Bros. Pictures

Quellen: The Hollywood Reporter, Collider

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Eine meiner persönlichen filmischen Enttäuschungen dieses Jahr war Godzilla II: King of the Monsters. Nachdem mir sowohl der neue Godzilla als auch Kong: Skull Island jeweils auf ihre sehr unterschiedliche Art und Weise gefallen haben – der eine als atmosphärisches, düsteres Monster-Epos, der andere als spaßiges B-Movie mit Riesenbudget – freute ich mich auf das dritte Kapitel in Warners MonsterVerse. Doch leider war der Film zwar ein Fest für die Sinne, jedoch eine Qual für den Verstand. Wenn die Monster kämpften, war alles gut, jedes Mal jedoch, wenn wir zu den menschlichen Charakteren und ihren abgedroschenen Dialogen zurückkehrten (und das geschah leider häufig), fiel die Spannungskurve ins Bodenlose.

Die durchwachsenen Reaktionen auf Godzilla II spiegelten sich auch in den Einnahmen des Films wider. Zwar floppte er nicht so übel wie X-Men: Dark Phoenix oder Terminator: Dark Fate dieses Jahr, doch mit $386 Mio schnitt er deutlich schlechter ab als seine beiden Vorgänger, die jeweils $525 Mio (Godzilla) und $567 Mio (Skull Island) eingenommen hatten. Bei einem Produktionsbudget von $170 bis $200 Mio ist das ein mageres Ergebnis und bereitete Warner sicherlich Kopfschmerzen, denn der nächste MonsterVerse-Film war zu dem Zeitpunkt bereits abgedreht. In Godzilla vs. Kong sollen die zwei Titanen endlich aufeinander treffen und bei diesem Kampf soll es einen klaren Sieger geben, wie Regisseur Adam Wingard (You’re Next) versprochen hat. Wer es werden wird, sollten wir eigentlich ab dem 12. März erfahren, doch jetzt hat Warner den Film um ganze acht Monate nach hinten verschoben. In Nordamerika wird er am 20.11.2020 anlaufen. Der neue deutsche Kinostart steht noch nicht fest.

Über den Grund der enormen Verschiebung kann man rätseln. Diese hat sich jedoch seit geraumer Zeit abgezeichnet, denn weniger als vier Monate vor dem ursprünglich geplanten Kinostart gab es weder einen Trailer noch irgendwelche anderen nennenswerten Marketingmaterialien. Offiziell abgedreht ist Godzilla vs. Kong seit April, sodass er gute eineinhalb Jahre nach Drehende erst in die Kinos kommen. Andererseits war das auch bei King of the Monsters nicht anders, dessen letzte Klappe im Oktober 2017 fiel. Möglicherweise plant Warner umfassende Nachdrehs oder überarbeitet die Marketing-Kampagne des Films, um eine weitere Enttäuschung wie Godzilla II zu vermeiden. Godzilla vs. Kong ist nämlich die letzte Chance, das Ruder doch noch herumzureißen, damit das MonsterVerse nicht begraben wird.

Millie Bobby Brown, Kyle Chandler und Zhang Ziyi kehren aus Godzilla II in Godzilla vs. Kong zurück. Die restliche Besetzung wird von Alexander Skarsgård ("Big Little Lies"), Eiza González (Baby Driver), Bryan Tyree Henry ("Atlanta"), Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona), Jessica Henwick ("Marvel’s Iron Fist"), Julian Dennison (Deadpool 2) und Demián Bichir (The Hateful 8) ausgefüllt.

González hat kürzlich die ersten Details zu ihrer Figur verraten: (aus dem Englischen)

Es ist nicht, was man von mir erwartet. Es ist leicht humorvoll, was mir wirklich gefällt. Es ist sehr anders. Sie ist eine sehr kluge Frau, die ein Unternehmen führt, und man trifft sie während des Films. Für mich ist am wichtigsten, dass ich keine Genre-Schauspielerin bin. Man kann alles machen, es geht nur darum, dass sich der Charakter von allen bisherigen unterscheidet, die ich gespielt habe.

Auch Skarsgård sprach über den von ihm gespielten Hauptcharakter und erzählte, was ihn an der Rolle besonders reizte:

Es hat Spaß gemacht, diesen Charakter zu spielen. Er ist ein guter Kerl und ein sympathischer Kerl, und das wollte ich nach einer Reihe düsterer Charaktere spielen, aber er ist auch nicht langweilig.

Ich finde den Protagonisten in großen Actionfilmen häufig blass und psychologisch nicht sehr interessant. Ich war wirklich an meinem Charakter interessiert und hatte einige Ideen für ihn. Die Leute bei Legendary und Adam (Wingard) waren sehr offen und ließen mich den Charakter formen und ihn in eine Richtung bringen, die ich interessanter fand. Es hat Spaß gemacht, dass sie mich das haben tun lassen. Was ich an ihm mochte, war, dass er ein widerwilliger Held ist. Er ist ein Geologe, der nicht taff oder mutig ist, oder ein Ex-Marine, oder ein cooler, starker Anführer. Er ist nervös und ihm ist nicht wohl. Er wird in diese verrückte Welt hineingeschleudert und er kann nicht mit ihr umgehen. Es ergaben sich Gelegenheiten für Leichtigkeit und Humor. Es macht Spaß, den Protagonisten eines Actionfilms zu spielen, der selbst kein Actionheld ist. Die Einsätze sind höher, weil er unvorbereitet ist.

Ihren Aussagen nach zu urteilen, ist der Ton von Godzilla vs. Kong spaßiger und weniger schwermütig als bei den beiden bisherigen Godzilla-Filmen. Gerade die Leichtigkeit von Kong: Skull Island hat mir besonders gefallen und ich hoffe, dass sich Godzilla vs. Kong daran ein Beispiel nehmen wird.