Christopher Nolan Stühle

Christopher Nolan am Set von The Dark Knight Rises (2012) © Warner Bros. Pictures

Quelle: Variety

Kreative Köpfe haben häufig ihre ganz besonderen Marotten und Eigenarten. Jeder Filmfan hat sicherlich schon von Schauspielern gehört, die beim Dreh ihre Rolle nie verlassen und darauf bestehen, dass ihre Kollegen sie auch als ihre Figuren ansprechen. Auch Regisseure haben manchmal ganz spezielle Vorstellungen davon, wie es am Set aussehen soll. Verbreitet ist das Verbot von Handys am Set, insbesondere bei hochgelobten, methodischen Regisseuren wie Darren Aronofsky, Quentin Tarantino und Denis Villeneuve. Einerseits soll dadurch natürlich unterbunden werden, dass irgendwelche Geheimnisse durch unerwünschte Fotos durchsickern, andererseits ist es ihnen vor allem wichtig, dass es keinerlei Ablenkung gibt. Jeder Besitzer eines Handys weiß, dass es vermutlich nichts in unserer Gesellschaft gibt, was ablenkender ist als die Dinger.

Auch der visionäre Filmemacher Christopher Nolan lässt keine Handys an seinen Filmsets zu, hat aber noch eine weitere, ganz spezielle Abneigung, wie Interstellar-Darstellerin Anne Hathaway kürzlich im Gespräch mit ihrem Les-Misérables-Co-Star Hugh Jackman enthüllte, als sie ihn an seine Zusammenarbeit mit Nolan bei Prestige erinnerte – Stühle. Christopher Nolan erlaubt angeblich keine Stühle am Set. Und dafür hat er laut Hathaway auch eine Begründung: (aus dem Englischen)

Chris erlaubt auch keine Stühle. Ich habe zweimal mit ihm zusammengearbeitet. Er erlaubt keine Stühle, und die Begründung ist, wenn man Stühle hat, dann sitzen Leute, und wenn sie sitzen, dann arbeiten sie nicht. Ich meine, er hat diese unglaublichen Filme, was Maßstäbe, Ambitionen, technische Errungenschaften und Emotionen betrifft. Er liefert sie immer früher als geplant und unter den geplanten Budget ab. Ich denke, da ist was dran an seiner Sache mit den Stühlen.

Es soll niemand faulenzen am Nolans Set! Da der Mann ein Meisterwerk nach dem anderen dreht, muss es offenbar funktionieren. Bei den Dreharbeiten zu seinem Kriegsfilm Dunkirk hat Nolan zudem Wasserflaschen am Set verboten. Diese würden zu viel Lärm machen und man würde mit ihnen herumspielen wie mit Spielzeug, erklärte Dunkirk-Darsteller Barry Keoghan Nolans Sichtweise. Na denn, ich gehe mal mit meiner Wasserflasche spielen, und freue mich schon sehr auf Nolans Handy- und Stühle-frei gedrehten Tenet, der voraussichtlich am 12. August in unsere Kinos kommen soll. Hoffentlich noch im Jahr 2020.

UPDATE

Nach reichlich Empörung über das vermeintliche-Sitzverbot, hat ein Sprecher von Nolan die Unterstellung zurückgewiesen:

Zur Klarstellung: Das Einzige, was an Christopher Nolans Sets nicht erlaubt ist, sind Handys (nicht immer mit Erfolg) und Rauchen (mit großem Erfolg). Die Stühle, die Anne meinte, sind Regiestühle, die sich vor dem Videomonitor anhäufen und auf Basis der Hierarchie und nicht des körperlichen Bedarfs verteilt werden. Chris hat sich dafür entschieden, seinen nicht zu nutzen, aber er hat nie Stühle vom Set verbannt. Cast und Crew können sitzen, wo und wann sie wollen, wenn sie es müssen, und häufig tun sie es.

Beruhigend zu wissen, dass der 86-jährige Michael Caine sich beim Dreh von Tenet auch mal hinsetzen durfte. Dennoch ist es kurios, denn das "keine Stühle"-Gerücht kursierte bereits, als Dunkirk in die Kinos kam. Eine Erklärung für die Wasserflaschen ist bislang nicht erfolgt.