Birds of Prey Black Canary

Jurnee Smollett in Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn © 2020 Warner Bros. Pictures

Quelle: Comicbook

Bei den bisherigen drei DC-Verfilmungen mit Margot Robbie als Harley Quinn scheinen Qualität und kommerzieller Erfolg in antiproportionalem Zusammenhang miteinander zu stehen: Je besser die Filme wurden, desto weiter sanken ihre Einnahmen. Robbies Debüt als Quinn im katastrophalen Suicide Squad wurde zum rauschenden Kassenerfolg mit fast $750 Mio Einspiel weltweit bei einem Budget von $175 Mio. Die meisten Kinogänger störten sich nicht an dem inkohärent geschnittenen und chaotisch erzählten Antihelden-Ensemble und vor Warners Marketing des Films muss man definitiv den Hut ziehen.

Der Ableger Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn, an dessen Entstehung Robbie als Produzentin deutlich aktiver beteiligt war und dafür gesorgt hat, dass die Objektifizierung ihrer Figur deutlich heruntergeschraubt wurde und dafür Frauenpower im Vordergrund stand, war bei Weitem kein sehr guter Film, aber eine merkliche Verbesserung gegenüber Suicide Squad. Es war auch der erste DCEU-Film überhaupt und die zweite DC-Films-Produktion nach Joker mit einem R-Rating. Warner hat mit Birds of Prey etwas gewagt, doch die Zuschauer waren diesmal deutlich zögerlicher. Die rund $85-100 Mio teure Produktion spielte knapp über $200 Mio ein und konnte nach Abzug der Marketingausgaben und des Anteils der Kinobetreiber ihre Kosten zumindest in den Kinos nicht wieder einnehmen. Der Start des Films rund einen Monat bevor die Pandemie die Welt lahmgelegt hat hat sicherlich auch nicht geholfen.

Noch schlechter lief es leider für den großartigen und ebenfalls R-rated The Suicide Squad von James Gunn, für den Warner $185 Mio springen ließ. Weltweit spielte er lediglich schwache $167 Mio ein. Gründe dafür waren die Covid-Pandemie, die zeitgleiche Veröffentlichung des Films bei HBO Max in den USA, die höhere Altersfreigabe und sicherlich auch der bittere Nachgeschmack, den der erste Suicide Squad bei vielen hinterlassen hat. Vielleicht hat man aber auch einfach unterschätzt, wie viel Will Smith und der Joker (zumindest im Marketing) zum Erfolg des ersten Films beigetragen haben.

Doch Warner ließ sich von den augenscheinlichen Misserfolgen der letzten beiden Harley-Quinn-Auftritte nicht entmutigen und erntet die Früchte der mit den Filmen gesäten Samen weiter. The-Suicide-Squad-Spin-Off-Serie "Peacemaker" mit John Cena lief sehr erfolgreich bei HBO Max und bekommt demnächst eine zweite Staffel. Aber auch Birds of Prey soll nicht ohne Ableger bleiben. Ein direktes Sequel ist zwar nicht in Planung, dafür wurde letzten August ein Spin-Off mit Jurnee Smollett als Dinah Lance alias Black Canary angekündigt, geschrieben von Misha Green direkt für HBO Max. Green hat bereits an ihrer HBO-Serie "Lovecraft Country" mit Smollett zusammengearbeitet und wurde von Warner zudem für Tomb Raider 2 mit Alicia Vikander verpflichtet.

Dass das Black-Canary-Spin-Off weiterhin in Arbeit ist, daran erinnert Smollett regelmäßig ihre Follower bei Instagram. Als sie kürzlich in einem Interview zu Netflix' Spinnenkopf nach dem Status des Black-Canary-Films gefragt wurde, konnte Smollett zwar nicht viel dazu verraten, bestätigte aber, dass er weiterhin entwickelt wird: (aus dem Englischen)

Ich freue mich so sehr auf eine Reihe von Dingen, über die ich nicht sprechen kann. Ich meine, ich bin aufgeregt wegen… was kann ich sagen, ohne… Ich bin aufgeregt, das kann ich sagen. Ich freue mich darauf mehr zu erforschen… Ich habe das Gefühl, dass wir nur an der Oberfläche von Black Canary gekratzt haben. Sie ist eine der coolsten Martial-Arts-Kämpferinnen im DC-Universum. Das ist eine echte Herausforderung für mich in meinem Kopf und ich freue mich einfach auf die Gelegenheit, es noch tiefer und weiter und mehr zu erforschen. Und mit Misha (Green) daran zusammenzuarbeiten ist einfach… Ich darf gar nicht darüber reden.

Eine ihrer Birds-of-Prey-Mitstreiterinnen hat in Vergangenheit ebenfalls Interesse daran bekundet in ihrer Rolle zurückzukehren. Mary Elizabeth Winstead, die Helena Bertinelli alias Huntress verkörpert hat, erklärte letztes Jahr ihren Wunsch, sie wieder zu spielen:

Ich liebe sie auch! Ich freue mich sehr auf den Black-Canary-Film. Ich liebe Jurnee, ich liebe die Arbeit, die sie geleistet hat und ich kann es kaum abwarten, zu sehen, was sie daraus machen werden. Ich habe keine Ahnung, welche anderen Charaktere potenziell beteiligt sein werden. Ich weiß nicht, ob Huntress irgendwie mitmachen wird. Es gibt so viele verschiedene Versionen und Inkarnationen von Huntress, ob in den Comics oder im Fernsehen oder im Kino, und ich weiß nicht, ob meine Version von ihr weitermachen wird. Aber ich liebe sie und wenn sich die Gelegenheit ergeben würde, es zu tun, wäre ich auf jeden Fall interessiert, also werden wir sehen.

Winsteads Huntress war mein persönliches Highlight des ansonsten durchwachsenen Birds-of-Prey-Films, sodass ich sie sehr gerne in der Rolle wiedersehen würde. Ob und wann wir Robbie wieder als Harley Quinn sehen werden, ist aktuell unklar. Eine ganz andere Inkarnation des Charakters soll demnächst Lady Gaga im musikalischen Joker-Sequel neben Joaquin Phoenix verkörpern.

Habt Ihr Interesse an einem Black-Canary-Film?