Beste Effekte 2019 Oscar

Links: Avengers: Infinity War © Walt Disney Pictures
Mitte: Ready Player One © 2018 Warner Bros. Pictures
Rechts: Black Panther © 2018 Walt Disney Pictures

Quelle: Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Jedes Jahr veröffentlicht die für die Oscars zuständige Academy of Motion Pictures Arts and Sciences (kurz: AMPAS) in mehreren Kategorien eine Vorauswahl von Kandidaten, aus denen dann je nach Kategorie die finalen drei oder fünf Nominees bestimmt werden. Auch dieses Jahr war das nicht anders, wobei die Vorauswahl erstmals seit fast 40 Jahren in zwei zusätzlichen Kategorien getroffen wurde ("Beste Filmmusik" und "Bestes Filmlied").

Neben den Kurz- und Dokumentarfilmkategorien betrifft diese Vorauswahl im Besonderen diverse technische Kategorien. In diesen wird ausschließlich von den Fachleuten über die Nominierungen abgestimmt. Das bedeutet beispielsweise, dass bei den Nominierungen für den Makeup- oder den Effekte-Oscar eben nur Maskenbildner bzw. Effektespezialisten aus der Academy abstimmen. Später, wenn es um die Sieger geht, dürfen dann alle Academy-Mitglieder ihre Stimme abgeben.

Nachdem die Anzahl der Kandidaten auf den Effekte-Oscar 2018 Anfang Dezember auf 20 geschrumpft ist, wurde diese kürzlich um die Hälfte reduziert. Jetzt sind nur noch zehn Filme im Rennen um die Auszeichnung für die "Besten Visuellen Effekte" 2018. Unten sind die zehn Filme, die weiterhin im Rennen um die fünf Nominierungs-Slots sind:

Ant-Man and the Wasp
Aufbruch zum Mond
Avengers: Infinity War
Black Panther
Christopher Robin
Jurassic World: Das gefallene Königreich
Mary Poppins' Rückkehr
Ready Player One
Solo: A Star Wars Story
Willkommen in Marwen

Am 5. Januar sind alle in dieser Kategorie stimmberechtigten Wähler (also Mitglieder der Academy, die selbst im Bereich der visuellen Effekte arbeiten) zu einem Screening eingeladen, bei dem jeweils zehnminütige Ausschnitte aus jedem der zehn Filme vorgeführt werden. Auf Basis dieser dürfen die Wähler dann bis zum 14. Januar ihre Stimmen in der Kategorie abgeben. Die endgültigen fünf Nominees werden am 22. Januar gemeinsam mit allen anderen Oscarnominierungen bekanntgegeben werden. Am 24. Februar wird dann bei der 91. Oscarverleihung der Sieger gekürt.

Auffällig an der diesjährigen Vorauswahl ist, dass gleich sechs der zehn Filme von Walt Disney Pictures sind, obwohl das Studio im gesamen Jahr lediglich elf Filme insgesamt herausgebraucht hat, darunter zwei Animationsfilme. Das bedeutet, dass sechs von Disneys neun Realfilmen dieses Jahr in der engeren Auswahl für den Effekte-Oscar sind. Das ist eine bemerkenswerte Quote, sagt aber auch einiges über Disneys Output aus.

Ein Film, den ich in der Vorauswahl schmerzlich vermisse, ist Aquaman. Man kann natürlich Einiges an dem Film bemängeln, aber doch sicherlich nicht seine optischen Reize. Wie ich schon in meiner Rezension erwähnt habe, ist Aquaman für mich der bestaussehende Film des Jahres, der sich die Idee eines echten Leinwandspektakels wirklich zu Herzen genommen hat. Dass er es nicht einmal unter die ersten zehn Anwärter für den Effekte-Oscar geschafft hat, aber ein Film wie Christopher Robin hingegen schon, stimmt ein wenig stutzig. Ein weiterer toll aussehender Film, der es nicht unter die finalen zehn geschafft hat, ist Phantastische Tierwesen: Grindenwalds Verbrechen. Man könnte fast meinen, die Effekteleute seien nicht gut auf Warner Bros. zu sprechen.

Das Rennen in der Kategorie ist dieses Jahr deutlich offener als letztes, als es im Prinzip ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Planet der Affen – Survival und Blade Runner 2049 war. Dieses Jahr gibt es keinen übermächtigen Favoriten in der Kategorie. Black Panther und Avengers: Infinity War sollte eine Nominierung so gut wie sicher sein, allein schon weil diese Filme die ultimativen Blockbuster des Jahres an den Kinokassen waren und das bei den Oscars häufig auch eine Rolle spielt. Gute Chancen hat auch Solo: A Star Wars Story, denn schließlich wurden die letzten drei Star-Wars-Filme auch für ihre Effekte nominiert. Steven Spielbergs Ready Player One rechne ich ebenfalls große Chancen zu. Zunächst einmal, weil es Steven Spielberg ist und zweitens, weil der Film beeindruckende, kreative Welten erschaffen hat. Der fünfte Slot ist offen. Ich denke nicht, dass Ant-Man and the Wasp oder Jurassic World: Das gefallene Königreich es schaffen werden, weil ja auch schon ihre Vorgänger übergangen worden sind. Wenn Aufbruch zum Mond etwas stärker im Oscar-Rennen wird, könnte er sich als Prestige-Nominierung durchsetzen. Wir werden es nächsten Monat erfahren.

Dieses Jahr wurden Guardians of the Galaxy Vol. 2, Blade Runner 2049, Planet der Affen – Survival, Kong: Skull Island und Star Wars – Die letzten Jedi für ihre Effekte nominiert. Dunkirk, Shape of Water, Okja, Alien: Covenant und Valerian und die Stadt der tausend Planeten waren ebenfalls in der Vorauswahl, haben es aber nicht geschafft. Blade Runner 2049 wurde schließlich für seine visuellen Effekte von der Academy ausgezeichnet.

Welche sind Eure Effekte-Favoriten aus der Vorauswahl und welche Filme vermisst Ihr?