Box-Office USA: Deadpool 2 entthront Infinity War, startet aber knapp unter Teil 1

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Deadpool 2 Box Office
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN

Links: Deadpool 2 © 2018 20th Century Fox
Rechts: Avengers: Infinity War © 2018 Walt Disney Pictures

Quelle: Boxofficemojo

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Zum dritten Mal dieses Jahr haben die Umsätze der Top 12 an den nordamerikanischen Kinokassen die $200-Mio-Marke überschritten. Kein Zufall ist, dass an allen diesen drei Wochenenden neue Marvel-Verfilmungen angelaufen sind, denen nun auch die drei besten Startwochenenden des Jahres gehören. Der tolle Start von Deadpool 2 hat der Konkurrenz viele Leinwände und Zuschauer gekostet, sodass die meisten Filme am Wochenende um mehr als die Hälfte eingebrochen sind. Insgesamt nahm die Top 12 $200,3 Mio ein, 55% mehr als in der Vorwoche und 71% mehr als am gleichen Wochenende vor einem Jahr, als Alien: Covenant an der Spitze war.

Deadpool 2 verdrängte Avengers: Infinity War nach 21 Tagen Box-Office-Herrschaft spielend von der Chartspitze und legte mit $125 Mio in den ersten drei Tagen das drittbeste Startwochenende des Jahres hin, nach Infinity War ($257,7 Mio) und Black Panther ($202 Mio). In 4349 Kinos erzielte der Streifen einen Schnitt von $28742 pro Spielstätte. Es war der breiteste Start aller Zeiten für einen Film mit einem R-Rating, dennoch verpasste Deadpool 2 knapp den Startrekord für R-rated-Filme. Dieser gehört weiterhin seinem Vorgänger mit $132,4 Mio, dessen Startergebnis Deadpool 2 um etwa 6% verfehlte. Allerdings schrieb das Sequel mit $18,6 Mio einen neuen Preview-Rekord für R-rated-Filme und erzielte auch den erfolgreichsten R-rated-Starttag in Nordamerika mit $53,3 Mio, 6% vor dem bisherigen Rekord ($50,4 Mio für Es). Der Starttag lag auch 12% vor dem des ersten Deadpool-Films, doch jener hatte einen besseren Samstag und vor allem einen deutlich besseren Sonntag. Grund dafür war der zweifache Bonus, den Deadpool 2 nicht hatte: Der erste Montag von Deadpool war Presidents' Day, ein nationaler Fiertag, der dem Film einen erfolgreicheren Sonntag ermöglichte. Hinzu kam, dass der Sonntag auch Valentinstag war, traditionell ein starker Tag für die Kinos. Deadpool wurde auch als Valentinstag-Film vermarktet und es hat definitiv funktioniert.

Außerdem ist es normal, dass Fortsetzungen deutlich frontlastiger sind als Originalfilme. Beim ersten Deadpool machten Donnerstags-Previews etwa 27% des gesamten Starttags aus. Bei Deadpool 2 waren es schon knapp 35%. Es hat außerdem sicherlich nicht geholfen, dass mit Avengers: Infinity War ein weiterer extrem erfolgreicher Marvel-Blockbuster noch in den Kinos läuft. Die Mundpropaganda von Deadpool 2 ist in etwa auf dem gleichen Level wie beim ersten Film. Im Schnitt vergaben die Zuschauer ihm einen "A"-CinemaScore (äquivalent einer "1"), wie schon beim Erstling. Männer machten 59% der Zuschauer aus, 71% waren älter als 25 (beim ersten Film waren es "nur" 55%). Diese Zielgruppe wird Deadpool 2 kommendes Wochenende in heftige direkte Konkurrenz zu Solo: A Star Wars Story bringen, der ebenfalls vor allem ein älteres, männliches Publikum anspricht.

Sollte Deadpool 2 fortan dem gleichen Verlauf folgen wie der erste Teil, wird er $342 Mio in den USA und in Kanada einnehmen. Doch größere Sequel-Frontlastigkeit und Konkurrenz von Solo und Jurassic World: Das gefallene Königreich in den nächsten Wochen werden es ihm schwer machen. Deshalb erwarte ich viel eher ein finales Ergebnis in Höhe von $300-320 Mio, was für eine $110-Mio-Produktion mit einem R-Rating immer noch großartig ist. Deadpool 2 wäre erst der fünfte R-rated-Film in der nordamerikanischen Box-Office-Geschichte mit mehr als $300 Mio Einspiel.

Blendend läuft es für den Film auch außerhalb von Nordamerika, wo er am ersten Wochenende $176,3 Mio einspielte. Der erste Deadpool nahm etwa $420 Mio außerhalb von USA und Kanada ein. Die Fortsetzung könnte dies noch übertreffen, da der Film noch nicht einmal in einigen großen Märkten wie Japan oder Mexiko angelaufen ist.

Avengers: Infinity War landete an seinem vierten Wochenende weit abgeschlagen auf Platz 2 und spielte weitere $28,7 Mio ein. Direkte Konkurrenz von Deadpool 2 kostete dem Film viele Zuschauer und er sank um 53,8% gegenüber dem vorigen Wochenende. Nach 24 Tagen steht Infinity War in den USA und in Kanada bei stolzen $595 Mio und belegt dort bereits Rang 8 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Noch besser sieht es weltweit aus. Dank fast $1,22 Mrd außerhalb von Nordamerika beläuft sich das weltweite Einspiel des Films auf mehr als $1,8 Mrd. Nur Avatar, Titanic und Star Wars – Das Erwachen der Macht haben weltweit noch mehr eingenommen. Alle drei überquerten die $2-Milliarden-Marke und das wird Infinity War in den nächsten Wochen ebenfalls gelingen. Mit etwas Glück könnte der Film sogar Platz 2 der weltweit umsatzstärksten Filme aller Zeiten vor Titanic ($2,19 Mrd) einnehmen.

In Nordamerika liegt Infinity War aktuell 16% vor The Avengers und 6% vor Black Panther im selben Zeitraum. Allerdings wird sich sein Abstand besonders zum letzteren schnell schrumpfen, da sich Black Panther in den Wochen nach dem Start deutlich besser gehalten hat. Aktuell erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass Infinity War Black Panther, der auf mehr als $700 Mio zusteuert, als erfolgreichsten Film des Jahres in den USA und in Kanada ablösen wird. Infinity War wird höchstwahrscheinlich mit etwa $660-680 Mio die Kinos verlassen, was immer noch für das viertbeste Einspielergebnis aller Zeiten in Nordamerika ausreicht.

Auf Seite 2 findet Ihr Updates zum Einspielergebnis des Horror-Megahits A Quiet Place sowie die neusten Zahlen von Rampage und dem Komödien-Remake Overboard.