Box-Office USA: Pacific Rim 2 entthront Black Panther, startet aber deutlich unter Teil 1

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Pacific Rim Uprising Box Office
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN

Links: Pacific Rim: Uprising © 2018 Universal Pictures
Rechts: Black Panther © 2018 Walt Disney Pictures

Quelle: Boxofficemojo

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Während der Februar uns dieses Jahr mit Black Panther einen Megahit sondergleichen bescherte und die Umsatzzahlen in nordamerikanischen Kinos in astronomische Höhen trieb, konnte der März leider nicht mit dem letzten Jahr mithalten. Logan – The Wolverine ($226,3 Mio), Die Schöne und das Biest ($504 Mio) und Kong: Skull Island ($168,1 Mio) dominierten den März 2017. Keiner der bisherigen März-Neustarts aus diesem Jahr wird sogar die $100-Mio-Marke knacken. Aus diesem Grund sind die Umsätze der Top 12 seit dem Start von Black Panther im Februar bereits fünfmal in Folge zurückgegangen. Vergangenes Wochenende erwirtschafteten die Top-12-Filme insgesamt $115 Mio – 3% unter der letzten Woche sowie 41% unter dem gleichen Wochenende im Vorjahr, als Die Schöne und das Biest zum zweiten Mal in Folge die Spitze belegte. Jetzt liegt die Hoffnung auf Steven Spielbergs Ready Player One, der den Abwärtstrend kommendes Wochenende umkehren sollte.

Nach fünf Wochen gab es endlich einen Wachwechsel in der Pole Position der Charts. Das Krawall-Sequel Pacific Rim: Uprising startete mit $28,1 Mio von 3708 Kinos ($7552 im Schnitt pro Kino) zwar 25% unter seinem Vorgänger vor fünf Jahren, jedoch absolut im Rahmen der recht niedrigen Erwartungen. Das reichte auch, um Black Panther von Platz 1 zu verdrängen. Dass Pacific Rim: Uprising nicht an die Zahlen des ersten Teils in Nordamerika herankommen würde, war schon lange abzusehen. Die lange Wartezeit, ein fast komplett neuer Cast und der Ausstieg des Regisseurs Guillermo del Toro sprachen allesamt nicht für die Erfolgsaussichten des Films. Außerdem hat bereits der erste Teil kein Feuer der Begeisterung in den USA und in Kanada entfacht. Der Film spielte seinerzeit knapp $102 Mio ein, bei einem gigantischen Budget von $190 Mio (ohne Marketingausgaben). Lediglich seine Einnahmen aus der Übersee, allen voran aus China, retteten ihn und ermöglichten eine Fortsetzung. So wurde Pacific Rim: Uprising auch ganz klar vor allem für den internationalen Markt produziert und das US-Einspiel bleibt nebensächlich. Am Wochenende spielte Uprising bereits $122,5 Mio außerhalb von Nordamerika ein, davon $65 Mio alleine in China. Es ist also denkbar, dass obwohl er in den USA und in Kanada das Einspielergebnis seines Vorgängers nicht erreichen wird, er dessen $411 Mio weltweit toppen wird.

Universal hat in weiser Voraussicht auch etwas weniger für den Film ausgegeben, als sich Warner Bros. den ersten Teil kosten ließ. Das Produktionsbudget von Pacific Rim: Uprising betrug $155 Mio, $35 Mio weniger als bei Pacific Rim. Bei den Zuschauern kamen beide Filme scheinbar ähnlich an. Sie vergaben Uprising, genau so wie dem ersten Teil, einen “B”-CinemaScore (äquivalent einer “2”), was für einen großen Blockbuster eher mittelmäßig ist. Etwa 62% der Zuschauer am Startwochenende waren Männer und 53% waren über dem Alter von 25. Diese Publikumssegmente werden kommendes Wochenende auch von Spielbergs Ready Player One bedient werden, sodass ein steiler Drop in Woche 2 nicht zu vermeiden sein wird. Sollte Uprising in den nächsten Wochen eine ähnliche Performance wie der erste Film hinlegen, würde er knapp $77 Mio in Nordamerika erreichen. Ich gehe allerdings von höherer Frontlastigkeit für as Sequel aus. Außerdem werden Ready Player One und Dwayne Johnsons Rampage sein Zielpublikum direkt treffen. Daher erwarte ich nicht mehr als $65-70 Mio insgesamt. Sollte der Film jedoch weltweit über $400 Mio hinauskommen, könnte dennoch ein dritter Teil folgen.

Black Panther verbrachte fünf Wochen auf Platz 1 der US-Kinocharts, länger als jeder andere Film seit Avatar. Doch obwohl er den Spitzenplatz an seinem sechsten Wochenende einbüßte, erreichte er dennoch einen neuen Meilenstein in der US-Box-Office-Geschichte. Mit $16,7 Mio (-37,5%) gelang ihm das viertbeste sechste Wochenendergebnis überhaupt, lediglich hinter Avatar ($34,9 Mio), Titanic (25,2 Mio) und Die Eiskönigin ($19,6 Mio). Sein vorläufiges Gesamteinspielergebnis brachte Black Panther damit auf phänomenale $630,9 Mio. Das bedeutet zweierlei. Black Panther belegt inzwischen Platz 5 unter den umsatzstärksten Filmen aller Zeiten in Nordamerika und er hat Marvel’s The Avengers ($623,4 Mio) als erfolgreichste Comicverfilmung in Nordamerika überholt. Damit hätte vor zwei Monaten wirklich niemand gerechnet. Nur noch Star Wars – Das Erwachen der Macht, Avatar, Titanic und Jurassic World haben in Nordamerika mehr eingenommen als Black Panther und die letzten zwei wird der Superheldenfilm auch mit Sicherheit übertreffen. In spätestens drei Wochen wird Black Panther auf Platz 3 der größten Kinohits überhaupt in den USA und in Kanada aufsteigen. Die Frage ist jetzt, ob er noch genug im Tank hat, um $700 Mio zu knacken. Das wird auf jeden Fall schwierig, insbesondere mit dem nahenden Start von Avengers: Infinity War, der Konkurrenz aus eigenem Hause bieten wird. Aktuell sieht es eher nach einem finalen Einspiel von $680-690 Mio aus, doch Black Panther hat in Vergangenheit schon mehrfach überrascht.

Wie in der Vorwoche ging Platz 3 an den christlichen Überraschungshit I Can Only Imagine, der 624 zusätzliche Kinos erhielt und nur um 19,1% nachgab. Von Freitag bis Sonntag spielte der Film über die glaubensbasierte Band MercyMe und deren bekanntesten Song $13,8 Mio ein und steht bei $38,3 Mio nach zehn Tagen. Der Film wurde für lediglich $7 Mio produziert (exkl. Werbekosten) und ist jetzt schon ein echter Erfolg für das Studio Roadside Attractions. Deren bislang größter Erfolg war der Oscarfilm Manchester by the Sea mit $47,7 Mio, doch I Can Only Imagine wird diesen noch kommendes Wochenende überholen. Gerade von Ostern wird der Film profitieren, der vom christlichen Publikum zum Erfolg gebracht wurde. Insgesamt könnte I Can Only Imagine $85-90 Mio einnehmen und wäre damit nicht nur eins der erfolgreichsten christlichen Dramen überhaupt, sondern auch der dritterfolgreichste Musiker-Biopic nach Straight Outta Compton und Walk the Line.

Auf Seite 2 erfahrt Ihr, wie das Animations-Sequel Sherlock Gnomes angelaufen ist, wie sich Tomb Raider in Woche 2 hielt und welche neuen Meilensteine Greatest Showman und Fifty Shades of Grey – Befreite Lust erreichten.