Amores Perros: Alejandro G. Iñárritus Regiedebüt kehrt mit 4K-restaurierter Fassung in die Kinos zurück

Tom Cruise ist einer von Hollywoods größten Superstars, vielleicht sogar der letzte echte Superstar, der allein mit seinem Namen Millionen von Menschen in die Kinos lockt. In den letzten Jahren konzentrierte sich seine Karriere auf große Action-Spektakel wie Top Gun: Maverick und die Mission: Impossible-Reihe. Doch Cruise möchte nicht nur als Blockbuster-Darsteller wahrgenommen werden. Dass er mehr kann, als im Sinne der Massenunterhaltung sein Leben in irrwitzigen Stunts aufs Spiel zu setzen, bewies er in Filmen wie Magnolia, Geboren am 4. Juli, Eyes Wide Shut und als Studio-Mogul Les Grossman in der Hollywood-Farce Tropic Thunder.

Es ist die letztere Rolle, auf deren Spuren er in seinem nächsten Film wandeln und vielleicht den ersten kompetitiven Oscar seiner Karriere gewinnen wird. Letztes Jahr wurde Cruise von der Academy mit dem Ehren-Oscar ausgezeichnet und es war Alejandro González Iñárritu, der ihm den Preis überreichte. Unter Iñárritus Regie wird Cruise dieses Jahr in Digger einen selbstverliebten Multi-Milliardär verkörpern, der die Welt vor einer Katastrophe retten will, die er selbst verursachte. Leonardo DiCaprio gewann seinen lange ersehnten Oscar für Iñárritus The Revenant – Der Rückkehrer.

Der mexikanische Filmemacher, der sich in seinen Filmen am liebsten mit den Abgründen der menschlichen Psyche beschäftigt, führte bereits zehn Schauspielerinnen und Schauspieler zu Oscarnominierungen. Den größten Triumph seiner Karriere feierte Iñárritu 2014 und 2015, als er mit Birdman und The Revenant nach John Ford und Joseph L. Mankiewicz zum dritten Filmemacher überhaupt wurde, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Regie-Oscar gewonnen hat. Außerdem wurde er für die beiden Filme als bislang einziger Regisseur in zwei aufeinanderfolgenden Jahren von der Regiegewerkschaft DGA prämiert. Für Birdman erhielt Iñárritu außerdem die Oscars für das beste Originaldrehbuch und als Produzent auch für den besten Film.

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Mit Digger kommt dieses Jahr Iñárritus achte Regiearbeit in die Kinos und erst die zweite in den elf Jahren seit The Revenant. Doch bevor die Satire im Herbst anläuft, huldigt der auf Arthouse-Filme spezialisierte Streaming-Dienst MUBI dem Regisseur mit einer 4K-restaurierten Veröffentlichung seines Erstlingswerks Amores Perros, das letztes Jahr sein 25. Jubiläum feierte. Ab dem 1. Juli wird Amores Perros in ausgewählten Kinos deutschlandweit zu sehen sein und am 10. Juli auf MUBI erscheinen.

Das komplexe Psychodrama handelt von mehreren tragischen Schicksalen in der Millionen-Metropole Mexiko-Stadt, die sich durch einen verheerenden Autounfall überschneiden. Amores Perros bildete den Auftakt zu Iñárritus inoffizieller "Todes-Trilogie", die er mit 21 Gramm und Babel fortsetzte. Amores Perros legte auch die Blaupause für die nichtlineare, episodenhafte Erzählstruktur der Filme fest, für die Iñárritu ursprünglich berühmt wurde, bevor er sich mit Biutiful und Birdman von ihr wieder loslöste. Amores Perros wurde seinerzeit für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert, verlor ihn aber an Ang Lees Tiger and Dragon. Seitdem erhielt jeder Film von Iñárritu mindestens eine Oscarnominierung.

Amores Perros ist der einzige Iñárritu-Film, den ich noch nie im Kino gesehen habe, sodass ich mich über die Gelegenheit freue, ihn bald auf der Leinwand nachzuholen. Es ist schwere Kost, keine Frage. Wer sich jedoch darauf einlassen kann, wird mit einem Film belohnt, der einen noch lange nach dem Abspann begleitet.

Quelle: MUBI

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