Box-Office USA – Baseball Top, Parodie Flop

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Box-Office USA - 12.-14.04.2013 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Boxofficemojo

Vor der Ankunft von Oblivion und, zwei Wochen darauf, der großen Mai-Blockbuster, befand sich das US-Box-Office am vergangenen Wochenende im Zustand der Ruhe vor dem Sturm. Ein starker Film belegte den Spitzenplatz, doch nur drei weitere Streifen erreichten von Freitag bis Sonntag mehr als $10 Mio. Da für ganz April lediglich sieben breite Neustarts vorgesehen sind, kann man auch nicht erwarten, dass an den Kinokassen viel los sein wird. Die gesamte Top 12 spielte am Wochenende $108,8 Mio ein, 14,2% weniger als in der Vorwoche, doch überraschenderweise 2% mehr als die Top 12 am gleichen Wochenende letztes Jahr einnahm als Die Tribute von Panem – The Hunger Games die Charts zum vierten Mal in Folge anführte.

Das Biopic 42, über die Baseball-Legende Jackie Robinson startete unangefochten auf Platz 1 mit $27,5 Mio von 3033 Kinos und erreichte dabei einen Schnitt von $9153 pro Kino. Das ist nicht nur bei weitem der beste Start aller Zeiten für einen  Baseball-Film (kein anderer hat sogar $20 Mio zum Start eingenommen), sondern auch der zweitbeste US-Start für ein Sportdrama, nach Blind Side – Die große Chance. Man muss dabei noch beachten, dass Baseball-Filme in der Regel nie so populär an den Kinokassen waren wie Football-Filme. Das macht dieses Startwochenende noch bemerkenswerter als es bereits ist und spricht Bände über die Popularität von Jackie Robinson. Hinzu kommt noch, dass 42 einfach der richtige Film zur richtigen Zeit war. Er spricht sowohl ein afroamerikanisches Publikum als auch Sportfans an. Im Bereich "Drama" hat er es außerdem derzeit mit keinerlei Konkurrenz zu tun. Das Publikum ist erwartungsgemäß älter ausgefallen: etwa 59% der Zuschauer am Wochenende waren über 35. Ein sehr positives Zeichen ist die "A+"-CinemaScore-Wertung (äquivalent einer "1+"!), die die Zuschauer dem Film im Schnitt am Wochenende vergaben. Der letzte Film mit einer "A+"-Wertung war Argo, der nach einem Start knapp unter $20 Mio sein Gesamteinspiel auf mehr als $135 Mio brachte und dabei unglaubliches Durchhaltevermögen bewies. Auch andere große Hits wie The King’s Speech, Blind Side, Gegen jede Regel und The Help hatten diese Wertung erhalten. Sportdramen genießen häufig eine lange Laufzeit, doch in Kombination mit einem grandiosen Mundpropaganda und mangelnder Konkurrenz über die nächsten Wochen hinweg sollte 42 eine besonders langlebig sein. Auch wenn $100 Mio noch nicht garantiert sind, wird der Film diese Barriere mit großer Wahrscheinlichkeit überqueren. Lediglich ein einziger Baseball-Film hat es bisher geschafft (Eine Klasse für sich). 42 wird seine Laufzeit irgendwo im Bereich von $95-115 Mio beenden und somit zu einem der größten Hits vor dem Beginn der diesjährigen Sommersaison werden.

Im Gegensatz zu 42 konnte Scary Movie 5 keine Massen für sich begeistern. Der fünfte Film des Parodie-Franchises, welches vor 12 Jahren ins Leben gerufen wurde, belegte zum Start Platz 2 mit $14,2 Mio von 3402 Kinos. Pro Kino erwirtschaftete das Sequel im Schnitt nur $4161. Das gesame Startwochenende des Films lag unter dem Starttag von Scary Movie 4 ($19 Mio). Die vier bisherigen Scary-Movie-Streifen starteten im Schnitt mit $37,8 Mio, drei davon knackte zum Start gar die $40 Mio-Marke. Die schwachen Zahlen von Scary Movie 5 zeigen einfach eindeutig, dass die Serie sich ausgespielt hat. Es sind jetzt sieben Jahre her seit Teil 4 und niemand hat die Reihe wirklich vermisst. Dass die Hauptdarstellerin der ersten vier Filme, Anna Faris, ersetzt wurde, half sicherlich auch nicht, doch sogar mit Faris an Bord wäre er kaum viel besser gestartet. Die zahllosen Billigparodien wie Date Movie, Fantastic Movie, Ghost Movie etc. haben dazu geführt, dass das Subgenre einfach nur ausgelutscht wirkt. Dennoch ist es besonders peinlich, dass Scary Movie 5 trotz des milden PG-13-Ratings deutlich unter Ghost Movie ($18,1 Mio) gestartet ist, der auch noch eine höhere Altersfreigabe hatte. Die wenigen Zuschauer am Wochenende waren ebenso wenig begeistert von dem Film und vergaben ihm im Schnitt einen "C-"-CinemaScore (äquivalent einer "3-"). Wie schon bei seinen Vorgängern dürfte sich die Laufzeit von Scary Movie 5 relativ kurz gestalten und er wird mit $30-32 Mio die Kinos verlassen. Angesichts des $20 Mio-Budgets (immerhin $25 Mio unter Scary Movie 4!) wird er kein Flop sein, doch ich bezweifle, dass wir bald Teil 6 zu sehen bekommen. Scary Movie 5 ist nach Scream 4 und Spy Kids 4D – Alle Zeit der Welt bereits die dritte Filmreihe, die The Weinstein Company mit geringem Erfolg wiederbelebt.

Die Croods konnte sich auf Platz 3 halten und gab nur um 36,5% nach. Von Freitag bis Sonntag brachte der Film $13,1 Mio ein und erhöhte sein vorläufiges Gesamteinspiel auf solide $142,4 Mio. Trotz des guten Holds hätte man angesichts fehlender Konkurrenz auch einen etwas besseren Rückgang erwarten können. Drachenzähmen leicht gemacht fiel an seinem vierten Wochenende lediglich um 21%. Mittlerweile liegt Die Croods etwa $16 Mio hinter Drachenzämen und der Abstand wird sich weiter vergrößern. Außerdem war das letzte Wochenende auch der entscheidende Punkt bezüglich der Chancen des Films, doch noch $200 Mio zu erreichen. Diese Marke liegt jetzt eindeutig außer Reichweite für Die Croods, doch auch über $175-180 Mio kann man sich nicht beklagen. Nach nur vier Wochen hat Die Croods bereits das Gesamteinspiel von Bee Movie überholt und steht lediglich $1,5 Mio von dem Gesamtergebnis von Rio entfernt. Ein Platz unter den zehn erfolgreichsten Animationsfilmen aller Zeiten für DreamWorks ist hier garantiert.

G.I. Joe – Die Abrechnung ging um 47,8% zurück und fiel von Rang 2 auf Rang 4 mit $10,9 Mio am Wochenende. Nach 18 Tagen hat das Sequel $102,5 Mio erreicht, liegt aber weiterhin etwa $18 Mio hinter seinem Vorgänger, der in den Genuss von starken Wochentagen dank dem Sommer-Release kam. Oblivion wird G.I. Joe 2 dieses Wochenende viele seiner IMAX-Leinwände kosten, aber auch sein Zielpublikum ansprechen. Spätestens wenn Iron Man 3 zwei Wochen später die Kinos erreicht, wird das Ende von G.I. Joe 2 eingeläutet, denn das Superheldensequel wird ihm nicht nur seine übrigen IMAX-Kinos wegnehmen, sondern auch den Großteil seines Zielpublikums. Es sieht momentan nach maximal $125 Mio für Die Abrechnung aus, wobei etwa $122 Mio wahrscheinlicher sind.

Evil Dead, der Gewinner der Vorwoche, gab um 63,2% nach und fiel um vier Plätze auf Rang 5. Am zweiten Wochenende hat es für den brutalen Horrorfilm für $9,5 Mio gereicht, insgesamt hat er in zehn Tagen $41,5 Mio eingespielt. Trotz des schwachen "C+"-CinemaScores hielt sich der Film besser als vergleichbare Remakes zu Halloween, Friday the 13th und Nightmare on Elm Street. Natürlich ist sein Drop immer noch stark (kein Film in der Top 12 fiel mehr), doch er hat sich immerhin damit $50 Mio gesichert und dürfte sogar mit $55 Mio enden, was die $17 Mio-Produktion zu einem großen Hit machen würde.

Die 3D-Wiederaufführung von Jurassic Park baute 52,4% ab, nahm am Wochenende $8,9 Mio ein und hat seit seinem StaRt bislang $32 Mio eingebracht. Sein Gesamtergebnis (inkl. der Originalaufführung 1993) hat der Film in Nordamerika auf tolle $389 Mio gebracht. Auch wenn die 3D-Version nun doch keine $50 Mio erreichen wird (Oblivion wird ihm alle seine IMAX-Leinwände kosten und so einen starken Rückgang herbeiführen), wird sie zumindest etwa $45 Mio einspielen und den Film so als 16. Film in der Box-Office-Geschichte jenseits von $400 Mio in Nordamerika bringen.

Olympus Has Fallen hielt ich wieder verdammt gut und meisterte den besten Rückgang in der gesamten Top 10! Auf Rang 7 gab er um 28,7% nach und spielte am 3-Tages-Wochenende $7,3 Mio ein. Insgesamt hat er bislang tolle $81,9 Mio eingenommen und es fehlen ihm nur noch etwa $7 Mio, um Die nackte Wahrheit zu überholen und zum zweiterfolgreichsten Realfilm mit Gerard Butler (nach 300) zu werden. Auch die $100 Mio-Marke befindet sich in seiner Reichweite.

Die Top 10 wurde durch einen Überraschungserfolg abgerundet. Nachdem The Place Beyond the Pines die vorletzten beiden Wochenenden in limitiertem Verleih gute Zahlen schrieb, hat Focus Features den Film auf insgesamt 514 Kinos ausgeweitet. In diesen erreichte er am Wochenende großartige $3,9 Mio und einen Schnitt von $7521. Insgesamt hat der Film bislang $5,2 Mio eingenommen. Dass The Place Beyond the Pines eine solch starke Performance abliefert, ist wohl seinem Ensemble zu verdanken. Ryan Gosling hat dank seinem Auftritt in Drive eine kleine, aber sehr loyale Fangemeinde aufgebaut, während Bradley Coopers Starpower dank Silver Linings (für den er eine Oscarnomnierung erhielt) enorm angewachsen ist. Dieses Wochenende wird The Place Beyond the Pines in mehr als 1500 Kinos spielen. Insgesamt wird er mindstens $25 Mio einspielen, mehr als viele dem Film im Vorfeld zugetraut hätten.

Deutlich weniger erfolgreich verlief die Expansion von Danny Boyles Trance, der in 438 Kinos nicht einmal $1 Mio knacken konnte und sich mit knapp unter $900,000 abfinden musste.

Silver Linings hat nach 22 Wochen in den Kinos eine neue Marke erreicht und passierte am Wochenende $130 Mio.