Wrong Turn Reboot

© Constantin Film

Quelle: Deadline

Die Entwicklung der Wrong-Turn-Reihe fand ich schon immer faszinierend. Als der erste Film 2003 in die Kinos kam, war Backwoods-Horror weitgehend eingeschlafen und Wrong Turn hat auf jeden Fall große eine Rolle beim Wiederbeleben dieses Subgenres des dreckigen Horrors alter Schule gespielt. Beworben wurde der Film damals hauptsächlich durch die Beteiligung der Effektelegende Stan Winston als Produzent des Films. In dem Film gerieten vier junge Leute, u. a. gespielt von Eliza Dushku ("Buffy") und Emmanuelle Chriqui ("Entourage") an eine Sippe von deformierten Kannibalen. Vorhang auf für brutale Todesszene und überraschend viel Spannung.

Wrong Turn war ein wirklich ordentlicher Genrevertreter, den ich bis heute auch immer wieder gerne ins Programm meiner Horrorfilmabende aufnehme. Auch an den Kinokassen war er ein dezenter, wenn nicht herausragender Erfolg. Nur die wenigsten hätten jedoch damals damit gerechnet, dass der Film über die darauffolgenden elf Jahre gleich fünf Direct-to-DVD-Fortsetzungen erhalten würde, angefangen mit Wrong Turn 2: Dead End von Joe Lynch im Jahr 2007 (für viele bis heute das beste Wrong-Turn-Sequel). Seitdem wurden neue Wrong-Turn-Filme, die sich offensichtlich guten Absatzes im Heimkinomarkt erfreuten, im jährlichen oder zweijährlichen Rhythmus veröffentlicht. Gemeinsam hatten alle Filme, dass es in ihnen ordentlich zur Sache ging, sodass nicht alle Teile in Deutschland ungekürzt veröffentlicht werden konnten.

Seit vier Jahren warten die Fans der Reihe auf die Ankündigung des scheinbar unausweichlichen Wrong Turn 7. Doch die deutsche Produktionsfirma Constantin Film, die seit Teil 1 maßgeblich am Franchise beteiligt ist, hat andere Pläne. Reboots sind heutzutage angesagt und davon ist auch Wrong Turn nicht ausgenommen. Franchise-Schöpfer und Drehbuchautor des ersten Films, Alan McElroy, soll das Drehbuch zu einem Wrong-Turn-Reboot mit veränderter Prämisse schreiben. Die Idee dabei ist, einen zeitgemäßen Film zu erschaffen, der die USA von heute reflektiert. Wrong Turn geht also den Weg der Gesellschaftskritik.

Im neuen Film gerät eine befreundete Wandergruppe auf das Gebiet einer eingeschworenen, isolierten Gemeinde. Dort stellen sie fest, dass sie sich unter neuen Gesetzen befinden, und dass sie nicht die Opfer sind, die sie zu sein glaubten.

Mike P. Nelson, der zuletzt den gelungenen postapokalyptischen Road-Trip-Film The Domestics mit Kate Bosworth und Tyler Hoechlin inszenierte, soll beim Reboot Regie führen. Produzent Robert Kulzer erklärte die Hintergründe des Reboots: (aus dem Englischen)

Alans Neuinterpretation seines eigenen Werks und Mikes Vision sind eine furchterregende Reflektion der heutigen Welt: der amerikanische Traum einer Person ist der schlimmste Albtraum einer anderen.

Wie ich schon in einem anderen Artikel geschrieben habe: die Trump’sche Präsidentschaft wird nachhaltigen Einfluss auf die Entertainment-Industrie haben und das scheint ein weiteres Beispiel davon zu sein.

Immerhin können potenziell verärgerte hiesige Reboot-Gegner ihre Wut diesmal nicht gegen Hollywood wenden, denn die Neuauflage kommt aus Deutschland.