Wonder Woman 3 abgesagt

Gal Gadot in Wonder Woman 1984 © 2020 Warner Bros. Pictures

Quellen: The Hollywood Reporter, Deadline

Vor fast exakt neun Jahren wurde Gal Gadot in der Rolle der DC-Superheldin Wonder Woman besetzt, die ihr Debüt 2016 in Batman v. Superman: Dawn of Justice feierte, bevor sie ein Jahr später im extrem erfolgreichen Solo-Film richtig glänzen durfte, der mehr als $800 Mio weltweit eingespielt hat und für viele immer noch als bester Film aus dem aktuellen DC-Kinouniversums gilt. Die heiß erwartete Fortsetzung Wonder Woman 1984 hatte das Pech, im ersten Pandemiejahr veröffentlicht zu werden, als die Kinos in vielen Ländern geschlossen waren, was eine parallele Auswertung im Stream nötig gemacht hat. Doch das war nicht der einzige Grund, weshalb das Sequel deutlich hinter dem Einspiel des Vorgängers zurückgeblieben ist. Auch sehr polarisierende Reaktionen auf den ambitionierten, aber problematischen Plot des Films und durchwachsene Kritiken haben ihren Teil dazu beigetragen.

Nichtsdestotrotz zögerte Warner nicht, Wonder Woman 3 direkt zum Kinostart von WW84 anzukündigen und zu versprechen, dass der dritte Film exklusiv in den Kinos laufen würde, sehr zur Freude der Regisseurin und Co-Autorin Patty Jenkins, die mit dem zweiten Film zur bestbezahlten weiblichen Filmemacherin Hollywoods geworden ist. Im Laufe dieses Jahres gab es mehrere zuversichtliche Updates, was den Status des dritten Teils angeht. Im Februar hat Gal Gadot angedeutet, dass der Film 2023 gedreht werden würde, im Oktober hat Patty Jenkins gemeinsam mit Geoff Johns das Drehbuch fertiggestellt und erst vor zwei Tagen hat Gadot über sozialen Medien ihre Dankbarkeit für die Besetzung als Wonder Woman und ihre Vorfreude darauf, das nächste Kapitel von Dianas Abenteuern mit den Fans teilen zu können, zum Ausdruck gebracht.

Gadots Timing hätte leider kaum schlechter sein können, denn heute ist durch mehrere Berichte mit zuverlässigen Insider-Informationen bekanntgeworden, dass Wonder Woman 3 zumindest in der aktuellen Version von Warner abgesagt und auf Eis gelegt wurde.

Ende Oktober wurden Peter Safran und The-Suicide-Squad-Regisseur James Gunn von der Warner-Führung angeheuert, um die leitenden Positionen bei DC Films zu übernehmen und eine neue Zukunft für die Comichelden zu gestalten. Warner Bros. Discovery-CEO David Zaslav, auf dessen Geheiß der bereits abgedrehte Batgirl-Film komplett abgesagt wurde, um durch steuerliche Absetzungen Kosten einzusparen, kündigte großspurig einen zehn-Jahres-Plan fürs DC-Kinouniversum des Studios an und Safran und Gunn sollten entsprechende Pläne ausarbeiten.

Damit verbrachten die beiden den letzten Monat und sind dabei ihre Überlegungen dem Studioboss sowie den CEOs von Warner Bros. Pictures zu unterbreiten. Teil ihrer neuen Pläne für ein verbundenes Kinouniversum besteht darin, den alten Ballast loszuwerden und das erste Opfer ist Jenkins' Wonder Woman 3. Ihr Drehbuch passte nicht mehr zu den Vorstellungen, die Gunn und Safran für die DC-Zukunft haben. Es ist aber noch vollkommen unklar, was es für Gal Gadot, die Gerüchten zufolge auch Gastauftritte in weiteren kommenden DC-Filmen wie Shazam! und The Flash abgedreht haben soll, als Wonder Woman bedeutet.

Eine Insider-Quelle des Industrie-Portals Deadline hat verraten, dass die Absage des Films nicht nur auf Gunns und Safrans Mist gewachsen ist, sondern dass es bereits bei der Warner-Führung Skepsis an dem eingereichten Drehbuch gab, dessen Plot ähnlich kritikanfällig gewesen sei wie bei Wonder Woman 1984. Jenkins soll eine Reihe von Anmerkungen und Wünschen von dem Studio erhalten haben und die Option, ein neues Drehbuch zu schreiben, die sie jedoch abgelehnt haben soll und lieber dem Projekt den Rücken kehrte, weil sie an ihre ursprüngliche Idee glaubte. Jenkins sollte $12 Mio für die Regie des dritten Films bezahlt werden, während für Gadot $20 Mio als Gage vorgesehen waren ganz zu schweigen von vereinbarten Profitbeteiligungen für beide. Die Absage des Films würde also zudem Kosten für Warner sparen, was dem Studio aktuell ein großes Anliegen ist.

Die genauen Pläne von Safran und Gunn für das DCU werden voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres bekannt, es wird jedoch u. a. gemutmaßt, dass sie das komplette bisherige, von Zack Snyder angelegte Universum und seine Charaktere verwerfen könnten, um einen kompletten Neustart zu wagen. Fortsetzungen zu separaten Filmen wie Joker und The Batman wären davon jedoch nicht betroffen.

Findet Ihr es schade, dass Wonder Woman 3 mit Gadot ggf. doch nicht kommen wird?