Venom 2

© 2018 Sony Pictures

Quellen: Production Weekly, Collider

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Venom erinnert mich in vielerlei Hinsicht an Suicide Squad. Beide Comicverfilmungen über Antihelden (einmal Marvel, einmal DC) mit viel Talent vor der Kamera wurden in der Kritik gnadenlos zerrissen, haben aber an den Kinokassen mächtig abgeräumt und den meisten Kinogänger schienbar gefallen. Im Falle von Suicide Squad hat Warner die negativen Reaktionen dennoch zu Herzen genommen und anstelle einer direkten Fortsetzung soll James Gunn dem Film mit The Suicide Squad ein softes Reboot verpassen (jedoch mit mehreren Rückkehrern im Cast).

Venom, der mit einem Produktionsbudget von $100 Mio und dem weltweiten Einspiel von über $850 Mio noch deutlich profitabler war, wird hingegen eine reguläre Fortsetzung bekommen. Wieso auch nicht, denn schließlich hat der gigantische Erfolg Sony darin bestätigt, dass beim ersten Mal alles offenbar richtig gemacht wurde. Da dürften die Kritiken auch unerheblich gewesen sein (mit meiner gehörte ich auch zu der negativen Front).

Einen entscheidenden Wechsel gibt es hinter den Kulissen von Venom 2 dennoch. Regisseur Ruben Fleischer kehrt für Teil 2 nicht zurück und an seine Stelle tritt Andy Serkis. Am besten ist Serkis natürlich als Schauspieler und Motion-Capture-Genie hinter Gollum, King Kong oder Caesar bekannt, doch er inszenierte auch schon zwei Filme – das Drama Solange ich atme und die düstere Dschungelbuch-Adaption Mogli: Legende des Dschungels, die Warner an Netflix verkauft hat. Venom 2 wird Serkis bislang größter Hitkandidat werden.

Zwar hat Venom 2 noch keinen offiziellen Starttermin, doch Sony reservierte sich bereits den 2.10.2020 in den USA als Startdatum für einen Marvel-Film. Das wären fast exakt zwei Jahre nach dem Kinostart des ersten Venom und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Sequel dann anlaufen wird. Die Dreharbeiten gehen jedenfalls schon bald los. Wie dank Production Weekly bekannt wurde, beginnt der Dreh am 25. November in Großbritannien unter dem Decknamen “Fillmore”.

Neben Tom Hardy, dessen völlig ungezügelte Performance als Eddie Brock zumindest Teile des ersten Films für mich rettete, wird auch Michelle Williams als sein Love Interest Anne Weying in Venom 2 zurückkehren. Ob sie wieder mal die Heldenluft als She-Venom schnuppern darf?

Eine Schlüsselrolle im Sequel übernimmt natürlich Woody Harrelson, der in der Abspannszene des ersten Films als Serienmörder Cletus Kasady (mit einer bescheuerten Perücke) zu sehen war. In den Comics wird Kasady nach Kontakt mit einem Symbionten zum Superbösewicht Carnage.

Ich hoffe natürlich, dass Serkis einen nüchternen Blick auf den ersten Film geworfen und aus dessen zahlreichen Fehlern gelernt hat. Spannend finde ich, dass Robert Richardson der Kameramann des Sequels sein wird. Er war auch schon für die Bilder von Serkis’ Solange ich atme verantwortlich. Besser vekant ist der dreifache Oscargewinner als Kameramann von Platoon, Aviator, Hugo Cabret und allen Tarantino-Filmen seit Kill Bill, mit der Ausnahme von Death Proof. Die Filmwelt hat nicht schlecht gestaunt, als ein so hochkarätiger Kameramann wie Richardson sein Talent in die Dienste von Venom 2 stellt. Richardson selbst erklärte seine Motivation: (aus dem Englischen)

Ich habe den Film gesehen. Ich habe ihn noch einmal angesehen, dann haben sie mir das Drehbuch zugeschickt und ich dachte, ja, ich würde Andy sowieso zusagen, weil ich Andy immer zusagen würde, aber ich dachte auch, es war großartig… Ich denke, da ist Vieles noch unerforscht, und es wird explodieren. Ich denke, dieser Film wird dabei helfen, dass es explodiert, denn man hat einen bemerkenswerten zentralen Charakter mit Venom, aber jetzt hat man auch Woody Harrelson, der natürlich selbst seinen kleinen Auftritt haben wird. Wir werden sehen, was noch mit der Sony/Marvel-Kollaboration dazukommen wird. Ich freue mich darauf. Es ist eine massive Veränderung für mich, aber ich bin aufgeregt. Ich denke, dass Hardy einer von unseren besten ist. Er liegt nie daneben. Also freue ich mich darauf, mit ihm zu sitzen und ihm beim Spielen zuzuschauen.

Matthew Libatique (Black Swan) war für die Kamera des ersten Films verantwortlich und Richardson hat klargestellt, dass der von ihm etablierte Look des Films beibehalten werden wird, auch wenn er natürlich eigene Akzente setzen wird.

Tja, was mich betrifft, kann es mit Venom 2 eigentlich nur aufwärts gehen. Durch Wegbruch von Spider-Man vom MCU hat Sony nun die komplette Freihat, Tom Hollands Spidey in Venom 2 einen Gastauftritt absolvieren zu lassen. Das war angeblich schon für den ersten Film geplant, wurde aber seitens Marvel und Disney protestiert.